SSonKcnttrrfS- Prcis:
Köhllich 9 Mark «al«. 4 M. 50 P.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.
^Itif'Tiwn^
Die 1 fliege Earmondzeile od.
tone« Nauin
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DicSspaltigeZeile
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NL 150.
Montag den 1. Juli.
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Amtliches.
Im Verlage von Wiegandt Hempel und Parey zu Berlin ist unter dem Titel: „Die Anlage, Bepflanzung und Pflege der Hausgärteen auf dem Lande" eine populäre Anleitung für Lehrer auf dem Lande zur Anlegung von Hausgärten erschienen Das Werkchen ist in Folge der von dem Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den Preußischen Staaten ausgeschriebene Concurrenz von Conrad Heinrich, erstem Obergärtner und Lehrer an dem Königl. pomologischkn Institut in Proskau verfaßt und mit dem ersten Preise gekrönt worden.
Die in kurzer Zusammenfassung gegebene, klare und allgemeine verständliche Darstellung alles für die Bewirthschaftung des Nutzgartens Wissenswerthen läßt diese Schrift als der weitesten V-rbreitung durchaus würdig erscheinen, und empfehlen wir deshalb angelegentlich d ffen Anschaffung insbesondere den landwirthschaftl. rc. Vereinen und den Lehrern auf dem Lande.
Der Preis des einzelnen Exemplars beträgt 50 Psg., während in Parthien
100 Exemplare für 40 Mark,
500 „ „ 150 „
1000 „ „ 250 „ bezogen werden können.
Cassel, den 12. Juni 1878.
Königliche Regierung.
Wird veröffentlicht mit dem Anfügen, daß Bestellungen auf das vorgenannte Werkchen hier geschehen können.
Hanau am 26. Juni 1878.
Der Landrath _______________________
Tagesscha«.
— Berlin, 29. Jum, 10 Uhr Vorm. In dem günstigen Befinden Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist keine Veränderung einqetreten. Berlin, 29. Juni 1878. Dr. v. Lauer. Dr. v. Langen- beck. Dr. Wilms.
— Der „R. u. St.-A." Nr. 157 enthält: 1) Gesetz, betreffend die Uebernahme bisher aus Landesfonds gezahlter Pensionen auf das Reich. Vom 17. Juni 1878. — 2) Verordnung, betreffend die Einberufung des Landesausschusses von Elsaß-Lochringen. Vom 26. Juni 1878. — 3) Bekanntmachung, des Reichskanzleramts vom 28 Juni, betreffend Abänderung der Signal-Ordnung für die Eisenbahnen Deutschlands.
— Berlin, 29 Juni. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz fuhr gestern Nachmittag 3'/r Uhr nach Neu-Babelsberg, stattete Ihrer Königlichen Hoheit der Landgräfin von Hessen in Glinike einen Besuch ab und begab Sich demnächst nach dem Neuen Palais.
— Berlin, 29. Juni. (Köln. Ztg.) Man bestätigt, daß Oesterreich gestern im Congreß die schwierige, unhaltbare Lage Bosniens erörtert habe. Eine andere Macht habe darauf angeregt, Oesterreich mit Besetzung des fraglichen Gebietes zu beauftragen. Dies sei bei keiner Macht auf Widerstand gestoßen. Nur die türkischen Bevollmächrigtcn sollen bemerkt haben, sie wären beauftragt, dagegen Einspruch zu erheben, worauf sie veranlaßt wurden, weitere Instruktionen in Konstantinopel ernzuholen. Das Alles vorläufig; zu förmlichen Beschlüssen ist es wohl der Natur der Sache nach noch nicht gekommen. Außerdem wurde die Unabhängigkeit Serbiens anerkannt unter der Bedingung, daß Serbien volle Religionsfreiheit allen Bekenntnissen gewähre, die Handelsverträge weiterhin Geltung halten und Serbien von den durchgehenden Waaren keine Durchgangszölle erhebe. Die strategische Gränze Serbiens soll von einer Commission sestg-sctzt werden. Auch alle anderen Gränzangaden für Bulgarien sind, wie mit Richt bemerkt wird, deßwegen verfrüht, weil sie noch der Festsetzung durch e ne Commission unterliegen. Vorläufig soll für Sofia das Bassin der Jskra als Gränze tns Auge gefaßt sein. — Ueber die gestrige Verhandlung wegen Bos- «tens und Herzegowina hört man noch, England habe den Vorichlag, Oesterreich mit der Besetzung zu beauftragen, gemacht oder unterstützt.
Die Besetzung soll eine zeitweilige sein und sich, wie es scheint, auf bestimmte Punkte oder Gebiete beziehen. Die türkischen Bevollmächtigten sollen noch nicht förmlich protestirt, aber erklärt haben, daß die Zustimmung ihre Instruktionen überschreiten würde, worauf sie, wie schon gemeldet, weitere in Konstantinopel einzuholen aufgefordert wurden. Man glaubt, die Türkei werde schließlich zustimmen. — Griechische Angelegenheiten dürften heute zum ersten Male zur Sprache kommen und griechische Vertreter der heutigen Sitzung beiwohnen. Vor der Sitzung des CongreffeS findet unter dem Vorsitz des deutschen Bevollmächtigten Fürsten Hbhjenlohe eine Vorbesprechung Statt, welcher Namens jeder Congreßmacht ein Delegirier beiwohnt. — B-züglich der Stellung, welche die türkischen Bevollmächtigten seiner Zeit gegenüber der Frage der Zulassung Griechenlands zu b«m Congreß eingenommen haben, verlautet Folgendes: Als der Marquis v. Salisbury unter Hinweis auf den Umstand, daß das bulgarische und slawische Element auf der Lal- kanhalbinsel durch Rußland auf dem Congresse Fürsprache habe, die Vertretung der griechischen Interessen durch Griechenland auf dem Cvn- gresse befürwortete, gaben die türki chen Bevollmächtigten die Erklärung ab, daß die Pforte alleiniger Vertreter sowohl der bulgarischen und slawischen wie der griechischen Bevölkerung im türkischen Reiche sei. — Die rumänischen Delegirten haben aus bisherigen Besprechungen keinerlei Hoffnung auf Berücksichtigung des in ihrem Memorandum enthaltenen Standpunktes geschöpft; halten denselben jedoch entschieden fest. Irgend welcher Bescheid Seitens des Congresses ist denselben bisher nicht zugegangen, solcher wird in den bezüglichen später zu treffenden Congreßentscheidungen liegen.
— Berlin, 29. Juni. Die heutige neunte Congreßsitzung, welcher alle Delegirten. auch Fürst Gortschakow beiwohnten, begann um 2 und schloß gegen 43/i Uhr. — Die berliner Stadtverordneten-Ver- sammlung erklärte sich in ihrer gestrigen nichtöffentlichen Sitzung mit der Ausführung eines CongrcßbildeS. einverstanden und bewilligte hierzu die geforderte Summe von 60,000 Mark Der Magistrat wird nunmehr mit dem Direktor v. Werner die erforderlichen Verabredungen treffen.
— Berlin, 30. Juni. Fürst Gortschakoff begibt sich nach Beendigung des Kongresses zuvörderst nach Petersburg zurück, um dort bim Kaiser Alexander über die Verhandlungen persönlich eingehenden Bericht zu erbeuten; erst dann dürste der russische Reichskanzler einen längeren Urlaub zur Wiederherstellung seiner Gesundheit antreten. — Als frühester Zeitpunkt für die Berufung des neuen Reichstags wird der 19. August bezeichnet. Definitive Beschlüsse können indessen erst gefaßt werden, wenn der Schluß des Kongresses feststeht, da zwischen d sem Zeitpunkt und der Eröffnung des Reichstages Fürst Bismarck die Kur in Kisfingen beenden muß. Die Betheiligung des Reichskanzlers an den Berathungen des Reichstags ist zweifellos. Wie man hört, ist es die Absicht, d-m neuen Reichstag den Berbner Frieden ond die sämmtlichen auf den Kongreß bezüglichen Aktenstücke vorzulegen. — Das Staatsministerium ist in der vergangenen Woche mehrere Male versammelt geroejen. Wie wir hören, handelt es sich um drei GefetzeSvor- lagm, welche von der preußischen Regierung dem Bundeerach, und später dem Reichstage unterbreitet werden sollen. Diese Vorlagen bestehen aus einem Gesetze gegen die sozialdemokratischen Am schr-i ringen (Beschränkung resp. Suspension des Preß, Vereins- und VersammlungS- wesens, einer Novelle zum Strafgesetzbuche und einer Abänderung des Wahlgeseses. Der Minister des Innern Graf Eulenburg überwacht die Vorarbeiten zu den Gesetzen selbst und ist dabei so angestrengt thätig, daß er vom frühen Morgen bis in dre späte Nacht hinein arbeitet. Es sei übrigens bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß Graf Eulenburg nicht nur gegen die Auflösung des Reichsrags, sondern auch unmittelbar nach dem Nobiling'schen Attentate gegen den Antrag auf Erklärung des Belagerungszustandes sich nachdrücklichst erklärt Hut. — Der Bundes! ach wird in dieser Woche über die Ausführung der Tabaksenquete und über die vom Reichstag festgestellte Gewerbeoidnungs-Nooelle beschließen und alsdann seine Arbeiten bis nach den Reichstagswahlen vertagen. (D. Montags-Blatt)