WihrNq * ®«l
«iertkljihrlich t Warf 25 Pf» gut ^«wäriigl atranenten mit dem betreffen» ten Postaufichlag. Me einzelne Nummer 10 Psz.
M 137.
Ämaiitr Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,, und Samstags mit der Berliner Provinziell- Correspondenz.
Samstag den 15. Juni.
e*fwn** W«»1
MtiMMMw
VtmisnbjtUt A
AßFM N<UM
1« VI^
—« «»alt »» «0 P«^
We»aItige8««N
«6 $fa
1878.
«»au,-».
Wir bringen hierdurch in Erinuening, daß das Spielen in auswärtigen, nicht mit landesherrlicher Genehmigung im Preußischen Staate zugelassenen Lotterien, ebenso wie der Verkauf und die Vermittelung des Verkaufs von Loosen dieser Lotterien nach Art. IV Absatz I der Einführungs-Verordnung vorn 25. Juni 1867 zum Strafgesetzbuch (Amtsblatt S. 503 ff.) in unserem Bezirke verboten ist, ferner daß auswärtige (nicht Preußische) Staatslotterien, namentlich auch die Hamburger. Braunschweigische und Sächsische, im Preußischen Staat nicht zuzulassen sind, mithin das Spielen in diesen Lotterien, sowie der Verkauf und die Vermittelung des Verkaufs von Loosen zu diesen Lotterien verboten ist.
Die VerwaliungS- und Polizeibehörden unseres Bezirks werden angewiesen, die Befolgung der ang« drohten Verbote zu überwachen und die Uebertretungen dieser Verbote ohne Nachsicht strafrechtlich zu verfolgen.
Cassel, den 4 Juni 1878.
Königliche Regierung, Abtheilung deS Innern.
Den Herren Bürgermeistern wird Kenntniß gegeben, daß zufolge höherer Anordnung in den Sommermonaten dieses Jahres eme Haupt- Revision der im Verkehre befindlichen Maaße und Gewichte stattzufin- den hat.
Zu dieser Revision ist der Eichmeister Trost dahier gegen eine aus der Gemeindekasse zu zahlende Vergütung nach seststehen.eu Sätzen heranzuziehen.
Die Herren Bürgermeister wollen unverweilt mit dem genannten Eichmeister Trost — Sterngasse Nr. 36 — sich in Benehmen setzen, der Hauptrevision persönlich beiwohnen und besorgt sein, daß demselben bei der Revision etwa nöthige Dienstleistungen gewährt werden.
Hanau am 8. Juni 1878.
Herr August Theobald in Bergen ist als Sachverständig r zur Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen für die Orte Berg n und Entheim bestellt und verpflichtet worden.
Hanau am 6. Juni 1878
Die Herren Bürgermeister zu Bruchköbel, Kesselstadt und Nieder- issigheim werden an die umgehende Erledigung der am 25. Mai d. I. in dem Kieisblatt erlassenen Verfügung, die Unterstützung armer Gemeinde-Angehöriger aus der Schlingloff'schen Stiftung rc. betreffend, erinnert.
Hanau am 7. Juni 1878
__________________________Der Land ath.__________________________ Landwirtschaftlicher Kreis-Verein Hanau.
Nächste Versammlung Sonntag den 16. Juni bei Herrn Gastwirth Weber in Hochstadt, Nachmittags 21/« Uhr.
Tagesordnung:
1) Viehausstellung in Hochstadt;
2) Obst- und Gemüse-AuSstellung in Hanau.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vorstehenden ersucht.
Hanau am 4. Juni 1878.
______________Der Landrath.__________' __________
Rundschau.
R. F. Die Genesung des Kaisers Wilhelm von seinen Wunden schreitet erfreulicher Weise so rasch vorwärts, daß der verehrte Monarch wahrscheinlich schon in einigen Wochen vollständig wiederhergestellt sein wird. Damit der Kaiser einen der Jahreszeit besser entsprechenden Aufenthalt haben kann, wird der kaiserliche Hof im Laufe der nächsten Woche, wenn sich nicht andere Dispositionen nothwendig mach n, nach
Schloß Babelsberg in der Nähe von Berlin verlegt werden. Höchst traurig ist es, daß der von der Nation so vielgeliebte Monarch wegen der Niederträchtigkeit einer Anzahl verkommener Subjekte vielleicht sich nicht mehr in der bekannten traulichen Weise feimm Volke wird zeigen können. Doch ist dies hoffentlich auch nur eine vorübergehende Nothlage in unsrer gegenwärtigen schlimmen Zeit und die alte Herzlichkeit und Vertraulichkeit in b.m Verkehr des erhabenen Monarchen mit den Angehörigen der Nation dürste wohl trotz der verhängnihvollen Unthaten zurückkehren.
Angesichts der vielfachen Kundgebungen der Loyalität im deutschen Reiche gegenüber bin schändlichen Altentaten auf d.n Kaiser gewährt es noch eine besondere Genugthuung, daß auch viele Bürgerschaften in Elsaß-Lothringen dem Kaiser ihre Sympathien übermittelt haben. Aus Straßburg, P alzburg, Metz, Mühlhausen und anderen Ortschaften Elfaß-Lothringens wurden Loyalitätsadressin an den Kaiser Wilhelm gesandt und es kann kein Zweifel sein, daß die erhabene Heldengestalt, sowie die lrebenswüidige Persönlichkeit un eres Kaisers längst die Herzen der meisten Elsaß-Lothringer, selbst die der Städtebewohner, für das deutsche Reich gewonnen hatten und daß die Eliaß Lothringer jetzt Gelegenheit dazu fanden, ihrer vielfach noch zurückgehaltenen Gesinnung ein.» würdigen Ausdruck zu geben.
Die krnniualgerichtlrche Untersuchung über das Vorleben Nobilings wird eifrig fortgesetzt und dabei namentlich auf die Mitschuldigen desselben gefahndet. Die Ireug finnttn Parteien der deutschen Nation, wie auch die auswärtigen Regierungen gewähren dabei jede mögliche Unterstützung. Die Ergebnisse der Untersuchung werden natürlich geheim gehalten, doch verlautet davon so viel, daß das Vorhandensein einer Verschwörung fast als sicher anrusehen ist. Ein ichwerwiegend.s Moment für diese Annahme hat auch die Verhaftung d.s jüngeren Bruder Nobilings ergeben. Als dieser auf der Domäne Schochwitz bei Eislebk« verhaftet wmd-, fand sich bei ihm die Summe von 90,000 Mark vor, deren Erwerb er nicht nachweisen konnte, und welcher Betrag nachdem Vorleben des jüngeren Nobiling zu schließen, die Annahme gestattet, daß diese Summe die Kasse der Verschworenen rtp äsentlrt, deren Kas- sirer der jüngere Nobiling war.
Die Frage der Auflösung des deutschen Reichstag-s wurde in Fieberhast erledigt. Die Bundes', athkmitglieder waren bereits bis zum 11. Juni mit entsprechenden In struk. innen ihrer Regierungen versehen und an demselben Tage nahm der Bundesrath einstimmig d.n Antrag Preußens auf Auflösung des Reichstages an. Durch die Auflösung deS Reichstages werden in unserem Vaterlande die Verhältnisse einigermaßen kritisch, denn das Volk soll in einer vielbewegten Zeit seine Willensmeinung äußern. Von Maßregeln, wre Erklärung d.s Belagerungszustandes und Entziehung gewisser Freiheiten, sieht die Regierung während dieser aufgeregten Zeit im Allgemeinen ab, wie aus Berlin gemeldet wird, doch beim Eintritt bedenllicher Verhältnisse in dieser oder jener Stadt dürste die Regierung wahrscheinlich zu besonderen Maßregeln greifen. Alle gegenteiligen Mittheilungen in diesir Beziehung sind daher als falsch oder als weit übertrieben anzusehen. Für Ausnahmezustände besitzt die Regierung schon bedeutende Vollmachten und sie hat deshalb nicht nöthig, etwa Gesetze, die unsere bürgerlichen Freiheiten garantiren, auf eine kürzere oder längere Zeit zu suspendiren. Wir vernehmen auch aus der Reichrhauplstadt, daß es bei der Reorganisation des Reichstages der Regierung in erster Linie darum zu thun ist, den Freunden der Ordnung Gelegenheit zu geben, den Feinden unserer bestehenden Institutionen, also der sozialdemokratischen Partei, das parlamentarische Feld zu nehmen und diese Partei überhaupt möglichst unschädlich zu machen. Es ist daher bezüglich der Neuwahlen auch nur zu wünschen, daß die Oidnungsparteien ihre kleinlichen Zänkereien vergessen und sich zu einer gemeinsamen Bekämpfung der Umsturzparteien ausraffen werden.
Wir Deutsch-N sind gegenwärtig in der angenehmen Lage, den Franzosen unsere volle Anerkennung bezüglich ihrer Haltung gegenüber der Attentate auf den Kaiser Wilhelm zu zollen, ^te Angriffe auf das ehrwürdige Haupt unseres erhabenen Kaisers haben seltsam genug in