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Hanauer Meitzer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 126.

Freitag den 31. Mai.

1878.

M»MHe».

Es führt häufig zu Irrungen und zu unnöthigen Schreibereien, wenn in dem gemäß §. 23 Nr. 4 der Ersatz-Ordnung vorzulegenden Geburtsattesten der Kreis, zu welchem der Geburtsort gehört, auch in dem Falle nicht bezeichnet wird, wenn der betreffende Militan Pflichtige in einem anderen als dem Gestellungskreise geboren ist.

In Folge höhere» Auftrags werden die Herren Standesbeamten hierdurch veranlaßt in Geburtsattesten der Militairpflichtigen, welche sich außerhalb ihres GeburtSkreises zu melden und zu gestellen haben, ferner auch den Kreis zu bezeichnen, in welchem der Geburtsort bele­gen ist.

Hanau am 27. Mai 1878.

Adam Re ch von Oberrodenbach ist als Hirte und Wasenmeister für dasige Gemeinde verpflichtet worden.

Hanau am 28. Mai 1878.

Gefunden: Eine braune abgerissene Rocktasche, enth. 2 Porte­monnaies mit etwas Geld, weißes Taschentuch und schwarze Broche. Ein s. g. weißes Mahnen-Tuch. Ein Regenschirm. Eine kleine Schnupftabakdose. Ein karrirtes Taschentuch. Ein kleiner Hundemaul­korb. Ein gold.ner Ring mit blauem Stein.

Hanau am 31. Mai 1878.

Köniqliches Landrathsamt.

Berlin, 28. Mai. (Köln. Ztg.) Noch gegen Schluß der letzten Landtagssession konnte der damalige Handelsminister Dr. Achen- bach mittheilen, daß die Verhandlungen über ein Reichs-Eisenbahngesetz zwischen den verbündeten Regierungen im besten Gange seien. Wie

neuerdings bekannt wird, sind diese Verhandlungen dem Abschluß nahe, so daß die ganze Frage in weitere gesetzgeberische Stadien gebracht wer­den kann. Abgesehen von dem Eisenbahngesetz liegt es in der Absicht der Reichsregierung, die Einführung allgemeiner Verwaltungsnormen und Einrichtungen auf den deutschen Bahnen weiter auszudehnen und innerhalb des Bundesraths werden darüber schon in den nächsten Tagen die Berathungen ihren Anfang nehmen. Die aus dem Schoße des Reichstags durch den Abgeordneten Dr. Kapp hervorgegangene Anregung zu einer gesetzlichen Regelung der Vorschriften über die Beförderung von Auswanderern wird, wie mit Bestimmtheit verlautet, nicht ohne nach­haltige Wirkung auf die Reichsgesetzgebung bleiben. Das Bedürfniß eines bezüglichen Gesetzes ist auch regierungsseitig anerkannt, und man ist gewillt, die meisten Bestimmungen, welche der Entwurf durch die Commissionsberathungen erhalten hat, als Richtschnur, für eine künftige Regierungsvorlage gelten zu lassen. Es scheint jedoch, daß man zuvor noch mancherlei Schwierigkeiten durch internationale Verträge ebnen möchte. Das Nichtzustandekommen des Gesetzes gegen die Verfälschung der Lebens- und Gebrauchsmittel wird in Regierungskreisen sehr lebhaft bedauert, zumal man sich der Erwartung hingab, durch die Commissions­verhandlungen und Beschlüsse in glücklichster Weise die vorhandenen Meinungsverschiedenheiten ausgeglichen zu haben, wozu der Bundeskom­missar Staatssekretär Dr. Friedberg in entgegenkommendster Weise die Hand geboten hat. Es sollen nunmehr die Exekutivbehörden mit aller Strenge die vorhandene Gesetzgebung anwenden, um den allerdings sehr großen Mißständen einigermaßen abzuhelfen. Bemerkenswerth ist übri­gens die bereits gemachte Wahrnehmung, daß die bisherige Strenge der Untersuchung und die Confiscation verdächtiger Nahrungs- und Ge­brauchsmittel eine erhebliche Abnahme hervorgetretener Mißstände zur Folge gehabt hat. Der Gesetzentwurf betreffend die Anzeigepflicht bei dem Auftreten gemeingefährlicher Krankheiten, welcher dem Bundesrath zu Anfang dieses Monats zugegangen ist, dürfte auch in der jetzigen Session des Bundesraths nicht mehr zum Abschluß gelangen, da er doch sUi im nächsten Jahr an den Reichstag kommen kann. Er ist wahr- schernlich, daß man gleichzeitig ein Leichenschaugesetz vorlegen wird.

B erlin, 29 Mai. Köln. Ztg.) Die Nachricht von dem be-

.s.',. ~ m** '. ^lai. RVIN. Zig.) ^ie yiuu/nuii oun oem ve- dem stillen Wohlgefühl geblickt zu haven, Daß es zwar «scyaoe jet um m viucftritt des CultuSministerS Dr. Falk hat ganz besonders das Blutvergießen, aber Deutschland am Ende doch keinen ganz geringen rJLr[retJen große Bewegung hervorgerufen. Am Montag Abend Vortheil aus einem solchen Kriege ziehen werde. Versuchen wir uns hatten Deputation des Deutschen und des mehr als 10,000 Mitglieder klar zu machen, ob das wirklich in Aussicht steht. Ein Krieg würde in. allen Provinzen der Monarchie zählenden Preußischen Lehrervereins I den direkten Verkehr der russischen Ostseehäfen mit England unterbrechen.

Audienz bei dem Minister, wobei der Vorsitzende des Preußischen Leh­rervereins, Reclor Kuhlo aus Bielefeld, in einer Ansprache die Ver­dienste hervorhob, die der Minister sich um die Schule erworben habe, auf deren innere wie äußere Hebung er stets bedacht gewesen, um sie zu befähigen, ihren hohen Aufgaben immer besser nachzukommen, nicht nur der Verbreitung nützlicher Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern in erster Linie auch der Pflege wahrer Religiösität und echter deutscher Sitte, vornehmlich der Liebe zu Vaterland und Kaiser. In diesen Be­strebungen habe sich der preußische Lehrerstand mit dem Minister stets im Einklänge gewußt. Noch sei auf dem Gebiete der Schule viel zu thun; die gesetzliche Regelung des gesammten Unterrichtswesens sei in nahe AuSsicht gestellt, und gerade in dieser wichtigen Zeit wäre es sehr zu beklagen, wenn Herr Falk nicht mehr an der Spitze der Schulver- waltung stände. Der Redner verlas darauf eine Adresse des Preußi­schen Lehrervereins. Der Minister antwortete, er habe bei seinem Amts­antritte der Schule allerdings ferner gestanden, doch sei ihm dieselbe während seiner sechsjährigen Thätigkeit immer theurer geworden. Eine solche ihm am Herzen liegende Wirksamkeit gebe man nicht leicht auf, doch hätten sich zu der Zeit, als er um seine Entlassung eingekommen sei, die Schwierigkeiten dermaßen aufgethürmt, daß er nicht anders ge­konnt habe. Für die Schule sei bis jetzt nur wenig erreicht, doch feien überall schon Anfänge gemacht und diese Keime würden nicht leicht ver­wischt werden, möge nun die Entscheidung in Betreff seiner Person nach der einen oder nach der anderen Richtung hin ausfallen. Ueber dem Entwurf des Unterrichtsgesetzes habe ein eigenthümliches Mißgeschick ge­waltet. Zunächst habe derselbe sechs Monate lang bei dem früheren Finanzminister geruht; wenn dieser ihm die Erklärungen, die er 14 Tage vor seinem Rücktritte gemacht, gleich anfangs gegeben hätte, so würde man sofort darüber in Berathung getreten sein, wie hoch die augenblicklichen Mehrforderungen für die Schule sich belaufen würden und wie viele einer späteren Zeit vorzubehalten seien. Der Gesetzent­wurf sei gründlich und gewissenhaft bearbeitet worden. Oft habe man bei den Verhandlungen schließlich ganz andere Anschauungen gewonnen, als die, von denen man ausgegangen sei. In den Motiven seien jedoch jedesmal die Wege, auf denen man zu den Entscheidungen gelangt sei, mitgetheilt. Er dankte den Deputationen für ihr Erscheinen und be­merkte dann dem Vorsitzenden des Preußischen Lehrervereins, daß er die Religion der Schule bewahrt wissen wolle. Man habe ihm vielfach vorgeworfen, er beabsichtige die Verdrängung der Religion aus der Schule. Man habe ihn sogar gewissermaßen für das Hödel'sche Atten­tat verantwortlich machen wollen. Gegen solche Angriffe schütze aller­dings das gute Gewissen. Jedoch sei die eben gegebene Erklärung in dieser Hinsicht für ihn eine große Genugthuung.

Die von auswärtigen Blättern gebrachte Nachricht, daß die Einladungen zu einem Kongresse bereits an die Kabinette abgegangen seien, wird durchW. T. B." als unbegründet bezeichnet. (R. u.St.-A.)

Die Verordnung vom 5. Juli 1847, betreffend das Spiel in auswärtigen Lotterien, ist, nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals

vom 2. Mai 1878, weder durch Einführung setzbuchs vom 14. April 1851, noch durch Strafgesetzbuchs berührt worden.

Briefsendungen rc. für S. M. S.

des preußischen Strafge- Einführung des deutschen Hertha" sind von heute vom 8. Juni er. ab bis

ab bis zum 7. Juni er. nach Gibraltar und auf Weiteres nach Plymouth zu dirigiren.

Altenkirchen, 25. Mai. Wie dieNeuw. Ztg." hört, ist es dieser Tage dem. in Kirchen stationirten Gensdarmen Chivara ge­lungen, im Walde nahe bei Kirchen eine Falschmünzerbande bei voller Thätigkeit mit einem großen Borrath falscher Zweimarkstücke und mit dem Handwerkszeug aufzuheben und dingfest zu machen.

Den öfters gerühmten kaufmännischen Gewinn eines englisch- ruffischen Kriegs für Deutschland schlägt das Brem. Hdlsbl. ziemlich gering an. Dasselbe schreibt: Manche unserer Landsleute scheinen bis­her auf den sich verschärfenden Gegensatz Englands und Rußlands mit dem stillen Wohlgefühl geblickt zu haben, daß es zwar Schade sei um