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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

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Montag den 27. Mai.

1878.

Amtliches

Für Edwin Rohm er zu Bockenheim ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanenverbande behufs seiner Auswanderung nach England nachgesucht worden.

Hanau am 24. Mai 1878.

Gefunden: Ein baumwollener schwarzer Regenschirm mit gel­bem Kettchen, ein schwarzseidener Regenschirm mit weißem Horngriff; beide auf dem hiesigen Wochenmarkt am 25. d. M. stehen geblieben. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein weißes gesticktes Taschentuch. Ein schwarzseidener Regenschirm.

Zugelaufen: Ein kleiner langhaariger Hund.

Verloren: Ein Gewerbeschein, auf den Namen Joseph Laber lautend.

Hanau am 27. Mai 1878.

_____________________Königliches Landrathsamt. ___________

LuzeAsHax.

— Der „R. u. St.-A." Nr. 122 enthält: Gesetz, betreffend Zu­widerhandlungen gegen die zur Abwehr der Rinderpest erlassenen Vieh- Einfuhrverbote. Vom 21. Mai 1878.

— Berlin, 25. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König ha­ben am Donnerstag, den 23. d. M., um 4^2 Uhr Nachmittags in Aller- höchstihrem hiesigen Palais den von Sr. Majestät dem Sultan von Marokko in außerordentlicher Mission an Allerhöchstdieselben abgeord­neten Botschafter Sid Tibi Ben Hima in feierlicher Audienz zu em­pfangen und dessen Beglaubigungsschreiben entgegenzunehmen geruht.

Als Vertreter des Auswärtigen Amtes wohnte der Audienz der Staatssekretär, Staats-Minister von Bülow bei.

— B erlin, 25. Mai. Reichstag. (Fortsetzung und Schluß.) In der gestrigen (55.) Sitzung wurde die erste Berathung des Gesetz­entwurfs zur Abwehr sozialdemokratischer Ausschreitungen zu Ende ge­führt

§. 1 der Regierungsvorlage wurde mit 251 gegen 57 Stimmen abgelehnt.

Da nach der Ablehnung des §. 1 die Regierung nach einer Erklä­rung des Staats Ministers Hofmann keinen Werth mehr auf die Ab­stimmung über die anderen Paragraphen legte, so war damit das ganze Gesetz erledigt. (Schluß 4 Uhr.)

In der gestrigen Abendsitzung, die um 73/i Uhr eröffnet wurde, erledigte der Reichstag noch die Frage, ob die Mandate der Abgg. Struckmann und von Reden, von denen der erstere zum Ober-Verwal- tungsgerichts-Rath, der zweite zum Ober-Gerichts-Rath ernannt ist, noch fortbestehen sollen, un- bejahte diese Frage auf Grund mündlicher Berichte der Geschäftsordmuutsk mmission, die von den Abgg. von Ber- nuth und Klotz erstattet wurde .

Der Präsident von Forckenbeck gab die übliche Uebersicht über die Thätigkeit des Reichstages während der Session.

Der Abg. Windthorst forderte darauf die Mitglieder des Reichs­tages auf, sich von ihren Plätzen zu erheben, um ihrem verehrten Prä­sidenten für die Umsicht, Energie und vollendete Unparteilichkeit in der Führung der Geschäfte zu danken. Der Präsident nahm die von allen Seiten mit Wärme gezollte Anerkennung für sich und die Mitglieder des Bureaus dankbar an.

Sodann verlangte der Präsident des Reichskanzler-Amts Staats- Minister Hofmann das Wort und erklärte:

„Se. Majestät der Kaiser haben mich beauftragt den hohen Reichs­tag zu schließen. Ich gestatte mir die Allerhöchste Botschaft zu ver­lesen:

„Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc.

thun kund und fügen hiermit zu wissen, daß Wir den Präsidenten des Reichskanzler-Amts Unseren Staats-Minister Hofmann ermächtigt haben, in Gemäßheit des Artikel 12 der Verfassung die gegenwärtige Sitzung des Reichstages in Unserem und der verbündeten Regierungen Namen am 24. d. M. zu schließen.

Urkundlich rc.

Gegeben Berlin, den 18. Mai 1878.

Wilhelm. von Bismarck.

Im Namen Sr. Majestät und der verbündeten Regierungen danke ich Ihnen für den Eifer und die Ausdauer, womit Sie sich in dieser langen und anstrengenden Session den Arbeiten des Reichstags gewid­met haben, und erkläre auf Befehl Sr. Majestät und im Namen der verbündeten Regierungen die Session des Reichstags für geschlossen."

Der Präsident von Forckenbeck schloß hierauf die Sitzung mit ei­nem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Versammlung begeistert dreimal einstimmte. (R. u. St.-A.)

— Berlin, 25. Mai. Der Congreß soll verstärkte Aussichten gewinnen. Neuerdings verlautet, derselbe werde wahrscheinlich die in­zwischen vereinbarten Grundlagen feststellen, sich dann behufs der Ar­beiten verschiedener, zum Theil lokaler Commissionen vertagen und später wieder zur Schlußabstimmung zusammentreten.

— Der Prozeß gegen den Frhrn. v. Los beschäftigt« dieser Tage den 1. Kriminalsenat des Obertribunals in Berlin. Der Senat erkannte dem Anträge des Vertheidigers, Rechtsanwalt Lützel, gemäß auf Ver­nichtung des zweiten verurtheilenden Erkenntnisses, und zwar, wie auch vom Vertheidiger hervorgehoben worden, da der Angekl. den Fürsten v. Bismarck darüber als Zeugen vorgeschlagen hat, ob der an den Kai­ser erstattete Bericht vom Jahre 1873 bezügl. der Ernennung des Gra­fen Harry v. Arnim zum Botschafter am k. englischen Hofe ein wahr­heitsgetreuer gewesen sei. Der Angekl. behauptete unter Berufung auf das eidliche Zeugniß des Fürsten v. Bismarck, daß dieser Bericht un­richtig gewesen sei. Wenn nun der zweite Richter eo ispo annimmt: qu. Bericht sei ein wahrheitsgetreuer gewesen, und deßhalb die eidliche Vernehmung des Fürsten v. Bismarck abgelehnt, so sei dies unkorrekt und es müßte daher die Vernichtung des Erkenntnisses ausgesprochen werden, wobei unerörtert bleiben müsse, ob für die Folge der Fürst v. Bismarck zu vernehmen sei rc.

— In Bromberg starbsnach kurzer Krankheit der Oberlehrer der Realschule, Prof. Dr. Stürmer, der Verfasser der „Geschichte der Eisenbahnen", 49 Jahre alt. In seinem Spezialfache, der Statistik auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens, war er nach den Worten Dr. Petermann's in Gotha „die einzige Autorität in Europa". Zahlreiche ehrende Zuschriften aus Italien, England und selbst aus den nordamerik. Freistaaten wurden ihm zu Theil, noch vor wenigen Wochen eine Ein­ladung zu dem im August statt findenden Kongreß der Sozietät der Wissenschaften nach Dublin. Sein plötzlicher Tod wird allgemein be­trauert. (Schw. Merk.)

— Metz, 21. Mai. Die diesjährige Aushebung in unserem Bezirk ist nunmehr zum Abschluß gekommen. Das Ergebniß ist, wie der „Schw. Merk." schreibt, namentlich im Vergleich zu den Vorjahren ein günstiges zu nennen, da etwa 75°/o der militärpflichtigen jungen Leute sich vor der Musterungskommission einfanden. Dieser Prozentsatz vertheilt sich höchst ungleich auf die Stadt- und Landbezirke. Während letztere durchschnittlich die normale Anzahl von Rekruten liefern, zieht es die männliche Jugend der Städte immer noch vor, durch Auswan­derung sich der Militärpflicht zu entziehen Doch zeigt sich auch hierin wenigstens einige Besserung. Daß namentlich die Landbevölkerung sich mit dem deutschen Militärwesen befreundet hat, ergibt sich auch aus der Zahl der eintretenden Kapitulanten Es ist solches besonders für die hiesigen Truppen von erheblicher Wichtigkeit, als dadurch d-e Mög­lichkeit gegeben ist, die Ausbildung der nur der französ. Sprache mäch­tigen Rekruten ihren eigenen, als Unteroffiziere fungirenden Landsleuten zu übertragen.

— Wien, 25. Mai. Der Ausgleichsausschuß des Abgeordneten­hauses hat das Gesetz, betreffend das Uebereinkommen mit der Bank in Betreff der 80 Millionenschuld in der Fassung des Herrenhauses ange­nommen, sodann den Zollsatz für Rohkaffee mit 24 Fl., für gebrannten Kaffee mit 30 Fl., die Position für Baumwollen- und Wollenwaaren, sowie das Zoll- und Handelsbündniß nackter Regierungsvorlage ge­nehmigt.

— Stockholm, 25. Mai. Der Reichstag ist heute ohne Thronrede geschlossen worden. Das Budget steht mit Einnahme und Ausgaben im Gleichgewicht. Der Reichstag beschloß eine neue Anleihe von 182/s Millionen Kronen.

— Paris, 24. Mai. Gestern Abend wurde von den Deputirten des national-republikanischen Cercle den Delegirten der auswärtigen