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M 98.

Samstag den 27. April.

1878.

AMtliches.

Durch Beschluß des Kreistages vom 24. April er. sind zu Be­zirks- Jmpfärzten pro 1878 bestellt:

Kreis-Physikus Doktor von Möller zu Hanau für den 1., 2. und 4. Jmpfbezirk, enthaltend die Stadt Hanau und die Gemeinden resp. Gutsbezirke Dörnigheim, Groß-Auheim, Groß-Krotzen- burg, Hochstadt, Kesselstadt, Kilianstädten, Mittelbuchen, Oberdorfelden, Philippsruhe mit Fasanerie, Wachenbuchen, Wilhelmsbad, Wilhelms­baderhof, Bergen, Berkersheim, Bischofsheim, Doltenfelderhos, Fechen- Heim, Gronau, Gronauerhof, Preungesheim und Seckbach.

Doktor Jacobi I. zu Bockenheim für den 3. Jmpfbezirk, enthaltend die Stadt Bockenheim und die Ge­meinden Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim und Praunheim.

Doktor Calaminus zu Langendiebach für den 5. und 6. Jmpfbezirk, enthaltend die Gemeinden resp. Gutsbe­zirke Hüttengesäß, Langenselbold, Neuwiedermuß, Niederrodenbach, Ober- rodenbach, Wolfgang, Langendiebach, Ravolzhausen, Rückingen, Bruch- köbel, Kinzigheimerhof, Nieoerissigheim, Oberissigheim, Roßdorf, Rüdig- heim und Rüdigheimerhof.

Doktor Hartwig zu Windecken für den 7 Jmpfbezirk, enthaltend die Stadt Windecken und die Ge­meinden resp. Gutsbezirke Eichen, Erbstadt, Marköbel, Beyersröderhof, Niederdorfelden und Ostheim.

Hanau am 26. April 1878.

Der Landrath.

Tskekscharu

Berlin, 26 April. (Köln. Ztg.) Der schon neulich er­wähnte, heute auch von der Agence Russe verbreitete Gedanke, daß sich die betheiligten Mächte erst über die Grundlagen möglichst verständigen sollten, so daß der Congreß das im Wesentlichen alsdann erzielte Ein- Verständniß zu vervollständigen und zu genehmigen hätte, soll neuer­dings, namentlich von Oesterreich, begünstigt werden, ob mit Aussicht auf Erfolg, steht dahin. Der Zustand des Fürsten Bismarck wird nach verlässigen Mittheilungen als in keiner Weise Besorgniß einflößend bezeichnet. Es soll in dem Befinden des Kranken bereits eine erfreu­liche Besserung eingetreten sein. Nach der Tribüne hatte der gegen­wärtig zum Besuch am hiesigen Hofe weilende König Oskar von Schweden dem Reichskanzler telegraphisch den Wunsch ausdrücken lassen, ihn während seiner Anwesenheit persönlich hier begrüßen zu können, worauf alsbald auf demselben Wege die erste Nachricht von der bis da­hin geheim gehaltenen Erkrankung einlief, der dann kurze Zeit darauf das Zeitungstelegramm folgte. Eine Betheiligung des Fürsten an den Weiterarbeiten deS Reichstages in dieser Session gilt inzwischen als unwahrscheinlich.

Der Minister des Innern und der Finanz Minister haben durch Reskript vom 5. d. M. bestimmt, daß in Verwaltungsstreitsachen, wenn der Regierungs-Präsident im öffentlichen Interesse gegen die Entschei­dung des Bezirks-Verwaltungsgerichts Revision eingelegt und die hierauf ergehende Entscheidung des Ober-Verwaltungsgerichts dem Revisions­kläger die baaren Auslagen des Verfahrens und des obsiegenden Theils zur Last gelegt hat, diese Kosten auf die Staatskasse zu übernehmen sind.

Dresden, 26. April, Nachm. Die Kaiserin sprach in der heutigen Sitzung der Delegirten zum Verbandstage der deutschen Frauen- Hülfs- und Pflegvereine folgende Worte:

Im Namen der Frauen-Vereine Deutschlands, deren Vertreter hier versammelt sind, danke ich Ihrer Majestät der Königin für ihre gü­tige Einladung nach Dresden und für das schöne Vorbild der Wohl- thätigkeit, das sie uns gewährt. Zugleich aber danke ich mit der Königin und mit den hier nicht anwesenden deutschen Fürstinnen sämmtlichen Vereinen für ihre treue Berufsersüllung. Unser gemein­schaftliches Werk wird in dem Herzen des Volkes fortleben, für das es bestimmt ist. Dies walte Gott!

Nach der Sitzung der Frauen-Hülfsvereine stattete die Kaiserin ei­nen Besuch im Palais des Prinzen Georg ab, besichtigte das jüngst eröffnete Carolahaus, fuhr sodann in die deutsche Heilstätte nach Losch- witz, speiste bei den sächsischen Majestäten in Strehlen und reist heute Abend nach Berlin zurück. (Köln. Ztg.)

Darmstadt, 23. April. Neuerdings ist wieder stark davon die Rede, daß Preußen die alleinige Verwaltung der Main-Neckarbahn wolle und wahrscheinlich auch erhalte. Dem Psälz. Kur. wird hierüber aus Darmstadt geschrieben: Diese Bahnlinie von Frankfurt nach Hei­delberg steht bekanntlich in gemeinsamer Verwaltung der Staaten Preu­ßen (als Nachfolger der ehemals freien Stadt Frankfurt), Baden und Hessen, welche zugleich, jeder Staat innerhalb seines Gebietes, Eigen­thümer dieser frequenten Bahn sind, die noch niemals unter 6 pCt. Zinsen getragen hat. Der Uebergang an Preußen allein soll in der Weise bewerkstelligt werden, daß Hessen und Baden zwar ihre Eigen­thumsantheile behalten, Preußen jedoch allein die Verwaltung führt und jährlich den beiden andern Staaten Rechnung stellt. Möglich, daß die­ser Plan bereits ein Stück Arbeit des neuen preußischen Handelsminister Maybach, vordem Präsident des Reichseisenbahnamtes, ist. Je weiter das G biet der preuß. Staatsbahnen reicht, desto sicherer kann die Idee der Reichseisenbahnen faktisch und materiell, wenn auch noch nicht for­mell, Förderung und Vorschub finden. (Schw. Merk.)

Roß wein. In der Nacht vom 15. d. M. ist in aller Stille der inhaftirte Direktor des hiesigen Vorschuß-Vereins, Stadtrath Brückner, nach dem Bezirksgericht Mittweida überführt worden. Der Eassirer Kade hingegen befindet sich noch im Gefängniß des hiesigen Gerichtsamtes. Die Unterbilanz des Vorschußvereins beziffert sich auf 970,881 Mark und die Belastungssumme für jedes einzelne Vereins­mitglied auf 2500 Mark.

Wien, 25. April. Meldnngen derPol. Korresp.": Kon­stantinopel, 25. d. M. Die Erhebung der Muhamedaner und bulga­rischen Muhamedaner nimmt in Bulgarien, speziell bei Rhodope, immer größere Dimensionen an. Man schätzt die Zahl der Aufständischen auf 25,000, denen 30,000 Russen gegenüberstehen. In Folge einer Ueber- einkunft des russischen Hauptquartiers zu San Stefano mit der Pforte soll eine Kommission aus russischen und türkischen Offizieren an Ort und Stelle den Ursachen des Aufstandes nachforschen und über die Mit­tel der Pazifizirung berathen.

Rom, 25. April. Die an die Patriarchen, Primate, Erz­bischöfe und Bischöfe gerichtete päpstliche Encyclica beginnt nach der Köln. Ztg." mit den Worten:

Leo XIII. hat, zum päpstlichen Stuhle berufen, das Bedürfniß gefühlt, den Hirten der Kirche sowohl einen Ausdruck seiner Liebe zu geben, wie dieselben in dem gegenwärtigen Kampfe für die Kirche und das Heil der Seelen zu stärken." Sie geht dann über zu einer Schil­derung der Zeitübel und sagt:Gleich von Anbeginn unseres Ponti- ficates bietet sich uns ein trauriges Schauspiel der Uebel, von denen das Menschengeschlecht von allen Seiten bedrängt ist: dieser so weit sich ausdehnende Umsturz der höchsten Wahrheiten, welche gewissermaßen die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft bilden, diese Keckheit der Geister, die keine berechtigte Macht dulden mag, diese stete Ursache von Zer­würfnissen, woraus innere Kämpfe und wilde und blutige Kriege ent­stehen; die Verachtung der Gesetze, welche die Sitten beherrschen und die Gerechtigkeit schützen; die unerklärliche Gier nach vergänglichen Din­gen und die Vergessenheit der ewigen, bis zu jener wahnsinnigen Wuth, in welcher so viele Elende allenthalben nicht scheuen, gewaltthätige Hand an sich selbst zu legen; die unbesonnene Verwaltung, Verschleuderung Unterschlagung der öffentlichen Güter; die Unverschämtheit derjenrzen die, wenn sie am schlimmsten betrügen, sich das Ansehen von Vorkc m pfern für Vaterland, Freiheit und jegliches Recht zu geben bestrebt sino; endlich jene durch die innersten Glieder der menschlichen Gesellschaft schleichende tödtliche Seuche, welche dieselbe nicht zur Ruhe kommen laßt und sie mit revolutionären Umwälzungen und unheilvollen Folgen be­droht." Der Grund dieser Uebel so heißt es weiter liege nach der Ueberzeugung des Papstes in der Geringschätzung und Verwerfung