Einzelbild herunterladen
 

506 ’

Mk. 420.03, welche nach Bremen eingesandt wurden. Die Zahl dev hiesigen Mitglieder beträgt gegenwärtig 156 mit Beiträgen in der Höhe von Mk. 364.60. p

— Major Schultze, Direktor der Pnlverfabrik in Metz (früher Direktor der hiesigen Pulverfabrik) ist zum Oberstlieutenant be­fördert.

Versteigerungs- und Verpachtungs-Kalender für Donnerstag den 25. April.

Von Vormittags 10 Uhr ab sollen im Langendiebacher Gemeinde­wald, Distrikt Unterwald, 40 Eichen Stämme von 5—13 m Länge und 40 -70 cm Durchmesser versteigert werden (s. Nr. 94 „Han. Anz “).

— Für heute Abends 9 Uhr: Steigercorps bei Beck; Spritze Nr. 1 in den „3 Gänsen".

— Im Laufe des Oktober wird am Lehrerseminar zu Schlächtern für Volksschullehrer ein Cursus im Turnen stattfinden.

— Fulda, 23. April. Der seit dem 7. März spurlos ver­schwundene Handelsmann Meyer Plaut von Wehrda, welcher bekannt­lich in Hosenfeld zuletzt gesehen worden ist und sich von da nach dem naheliegenden Heckenhof zwecks Ueberbringung von Waaren begeben wollte, ist am 19. d. M. vom Bürgermeister Best und Saffian Wiegand von Kleinlüder sowie von dem Bauer Ihrig zu Finkenhof in der Nähe dieses bei Kleinlüder gelegenen Hofes in dem Lüderflusse todt aufgefun­den worden. Am Kopfe der Leiche zeigte sich eine tiefe Wunde und um den Hals derselben befand sich ein Strick, sowie ein mit verschie­denen Gegenständen beschwerter Sack. Die Vermuthung, daß hier ein Verbrechen vorliegt, hat sich durch die am Sonntag stattgefundene ge­richtliche Obduction der Leiche vollständig bestätigt erwiesen, indem die an derselben befindliche starke Kopfverletzung als Todesursache konstatirt worden ist. Nach dem Befund und der Aussage der Gerichtsärzte ist anzunehmen, daß die Leiche des höchst wahrscheinlich durch Erschlagen mittelst einer Axt ermordeten Plant nur einige Tage vor der Auffin­dung in's Wasser geworfen wurde und vorher anderwärts versteckt ge­halten worden ist. Von Seiten der hiesigen Staatsanwaltschaft werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Licht in diese dunkele Affaire zu bringen und soll bereits der Besitzer des Heckenhofes, Vinc nz Ritzel, als der That dringend verdächtig verhaftet worden sein. (Fuld. Krsvl.)

— Hersseld, 19. April. Ein frecher Mord ist vorgestern Abend auf einer Wiese, wenige Minuten von Mühlbach, verübt worden. Der Förster Paul von Mühlbach, ein 26 Jahre alter unverheiratheter Mann, der vor wenigen Monaten seine Stelle angetreten hat, stellte einen Mann, der eine erlegte Rehgeis mit sich führte. Letzterer legte sofort auf den Förster an und gab ihm eine volle Schrotladung in den Unterleib, so daß der Getroffene alsbald zusammenbrach. Auf seine Hülferufe und Nothschüsse erschienen Leute, welche ihn nach seiner Be­hausung trugen. Diese Nacht ist der Arme verschieden. Als den Thä­ter hat er den Küfer Johannes Siebert von Aua bezeichnet. Der muthmaßliche Verbrecher ist bereits verhaftet. (K. T.)

Aus der Umgegend.

— Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 23 April au8 Frankfurt am Main: Die zweite Meßwoche entsprach den Hoffnungen, welche wir jüngst von ihr hegten. Es zeigte sich Kauflust, das Geschäft ging unter den Verhältnissen, da keine hohe Ansprüche gestellt wurdrn, leidlich; die Verkäufer sind zufrieden. Hoffen wir, daß der Schluß dem seitherigen Verlauf entspricht. — Fürst Carl von Löwenstein hat die materiellen Mittel zur Erhaltung der katholischen Schule in Bockenheim hergegeben.

— Franfurt, 18. April. Gegen einen Hauseigenthümer wurde Strafantrag gestellt, weil er mit noch einigen Leuten in die Wohnung seines Miethers, der nicht zum Ausziehen zu bewegen war, während dessen Abwesenheit eindrang und sämmtliche Thüren und Fenster aus- hob und wegfahren ließ. Die auf diese Weise der zugigen Nachtlust ausgesetzte Familie hat einstweilen auf Kosten des Hausherrn ein Logis in einem Hotel bezogen. — Ein zehnjähriger Junge aus Sachsenhausen - fand auf einem Hofe daselbst eine Dickwurzelmaschine. Unbekannt mit dem Mechanismus desselben, aber neugierig denselben kennen zu lernen, steckte er den Zeigefinger der linken Hand in eine Oeffnung, rief einen anderen Jungen herbei und befahl diesem, die Maschine in Bewegung zu setzen. Dadurch wurde ihm der Finger so verletzt, daß er sofcrt ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte.

— Offen bad), 22. April. Gestern Nachmittag, am ersten Osterfeiertage, wurde unsere Stadt durch Feuerlärm allarmirt. Im Gräflich Schönbornischen Revier Heusenstamm, ganz in der Nähe des Grafenbruchs, war ein Waldbrand entstanden, der zwar durch die rasch herbeigeeilte Hülfe bald wieder gelöscht wurde, immerhin aber 5—6 Morgen gemischten Bestandes mehr oder weniger, je nachdem das Feuer durch trockene, leicht brennbare Stoffe sich rasch, nach dieser oder jener Seite hin verbreiten konnte, ruinirte. Wie bereits ermittelt, wurde der Brand durch einige hiesige junge Bürschchen veranlaßt, die vorher auf dem Grafenbruch gekneipt hatten, sich dann im Wald niederlegten Ci­garren rauchten und die dabei gebrauchten noch brennenden Streichhölzer

Ausstellung unter dem Vorsitz deS Ackerbau- und Handelsminffters eine Versammlung ab, um die Staaten zu bestimmen, welche die Präsident­schaften und die Vicepräsidentschaften der neun Gruppen der Ausstellung erhalten sollen. Die Versammlung bezeichnete die Vorstände wie folgt: 1. Gruppe: Präsidentschaft Italien, Vicepräsidentschaft Frankreich und Schweden. 2. Gruppe: Präsidentschaft Frankreich, Vicep äsidentschaft Vereinigte Staaten und Frankreich. 3. Gruppe: Präsidentschaft Frank­reich, Vicepräsidentschaft Schweiz und Frankreich. 4. Gruppe: Präsi­dentschaft Oesterreich, Vicepräsidentschaft Frankreich, Portugal oder Dä­nemark. 5. Gruppe: Präsidentschaft Belgien, Vicepräsidentschaft Frank­reich und Schweden. 6. Gruppe: Präsisentschast England, Vicepräst- dentschaft Frankreich und Rußland. 7. Gruppe: Präsidentschaft Frank­reich, Vicepräsidentschaft Spanien und Frankreich. 8. Gruppe: Präsi­dentschaft Frankreich, Vicepräsidentschaft Oesterreich und Frankreich. 9. Gruppe: Präsidentschaft Niederlande, Vicepräsidentschaft Frankreich, Portugal oder Dänemark. Deutschland, welches sich nur bei der Kunst­ausstellung betheiligt, ist natürlich in keiner Gruppe vertreten. Außer den deutschen Kunstwerken wird übrigens doch noch ein deutsches Er- zeugniß auf der Ausstellung erscheinen, das deutsche Bier der Brauerei von Henninger Söhne in Frankfurt a. M. Deren pariser Vertreter in Paris, Keller und ^.ochls, haben nämlich mit den Gebrüdern Catelain, welche die beiden Luxus-Restaurants der Ausstellung (das eine auf dem Marsfelde, das andere auf dem Trocadero) hergestellt haben, einen Con- tract abgeschlossen, dem zufolge diese nur das erwähnte frankfurter Bier verkaufen dürfen. Die beidkn Restaurants wurden gestern eröffnet. Das Bier ist trefflich, aber theuer, da der Schoppen, der nicht über­mäßig groß ist, zu 50 Centimes verkauft wird.

— Amsterdam, 20. April. Die Niederländische Bank hat den Cours für Goldmarken und Sovereigns von 1660 auf 1662 erhöht.

— Rom, 22. April. (Köln. Ztg.) Man versichert, der Papst habe auf den Rath der Aerzte sich entschieden, den Sommer außerhalb des Vaticans an einem noch zu wählenden Orte zuzubringen. — Hin­sichtlich neuer Cardinalsernennungen ist noch nichts bestimmt. Die Ver­handlungen der Curie mit Rußland dauern fort.

— London, 23. April. Der „Times" wird aus St. Petersburg, vom gestrigen Tage, gemeldet, die Diskussion über die Ausführung des Vorschlages des gleichzeitigen Abzuges der russischen Truppen und der englischen Flotte aus der Nähe Konstantinopels habe bis jetzt kein Re­sultat ergeben, werde aber in freundlichem Geiste fortgesetzt. Die Ver­handlungen dürften sich lange hinziehen, da die Entscheidung der streiti­gen Punkte technische Erhebungen von Spezial-Kommissaren an Ort »nd Stelle erheischten. Wenn die Londoner und die St. Petersburger Regierung sich geeinigt hätten, werde es nöthig sein, von der Pforte Garantien zu verlangen, daß sie, falls die weiteren Unterhandlungen scheiterten, der Wiederherstellung des status quo keine Hindernisse be­reite.

— St. Petersburg, 23. April. Das „Journal de St. P6- tersbourg" erwartet den baldigen Zusammentritt des Kongresses, meint aber, der bloße Zusammentritt desselben sei noch keine Garantie für den Frieden. Es sei nothwendig, daß dem Kongresse ein umfangreicher und offenherziger Meinungsaustausck zwischen den Kabineten vorangehe. Wenn daS Londoner Kabinet zwar den Frieden wirklich wünsche, aber größere Vortheile für England mittelst Einschüchterung Rußlands zu erreichen glaube, so fei dies ein gefährliches Spiel, welches nicht zum Frieden, sondern zum Kriege führen dürfte. Wenn aber Lord Beacons- fields Demonstrationen den Krieg bezweckten, so müsse auf ihn die Ver­antwortlichkeit dafür gegenüber England und Europa fallen.

— New - Iork, 22. April. Der Dampfer „Spam" von der National-Dampffchiffs Compagnie (C. Messing'sche Linie) ist heute hier eingetroffen.

Lokaler.

Hanau, 24. April 1878.

— Sicherem Vernehmen nach hat der Baugewerk-Verein zu Hanau, Mitglied des Verbandes deutscher Baugewerkmeister, beschlossen, daß seine Mitglieder von Ostern d. I. an nur Lehrlinge auf Grund eines vom Verein festgestellten Lehrvertrags in die Lehre nehmen dürfen. In die­sem Lehrvertrage ist das Aushalten der Lehrzeit, Besuch einer Fortbil­dungsschule und nach vollendeter Lehrzeit eine abzulegende Gesellenprü­fung zur Bedingung gemacht.

Dieser Beschluß oes Baugewerk-Vereins ist nur mit Freude zu be­grüßen, und es wäre zu wünschen, wenn recht viele Bauhandwerker aus Hanau und Umgegend sich dem Verein, der die Hebung des Bauge­werbes durch Ausbildung der Fachgenossen anstrebt, anschließen wür­den. —§—

— (Deutsche Gesel lschaft zur Rettung Schiff­brüchiger.) An Mitgliederbeiträgen für 1877/78 sind eingegangen Mk. 381.90 und ein außerordentlicher Beitrag von Mk. 3. Die 3 ausgehängten Sammelbüchsen haben einzebracht: in der Sonne Mk. 36.38, im Carlsberg Mk 3.05, im Bürgerverein Mk. 2.70, zusammen Mk. 427.03; die abzüglichen Erhebungskosten getragen Mk. 7, bleiben