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Sihrlich S Mari. H-lbj. 4 M. 50 $.

Virrteljährlich « Blatt 25 Psg. Kür auswärtig« Lbonnentc» «it dem betreffen, den Postaufschlag. Wie einzelne Num­mer 10 Psg.

«neuer Adriger

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.

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Samstag den 30. März.

1878«

Einladung zum Abonnement

auf den Hanauer Anzeiger,"

Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau nebst täglich beiliegendem UnterhaltungSblatt und der Proviuzial- Correspoudenz als wöchentliche Gratis-Beilage.

Inhalt: Amtliche Bekanutmachunae«, politische N «ig- ketten, kirchliche, standrsamtliche, Handels-, landwirthschaftliche und gemeinnützige Mittürilunge», Börsen und Marktbericht-, provinzielle und lokale Nachrichten, Bersteigernngs- und Ber- pachtungskaleudee, sowie Geschäfts- und Brtvat-Anzeigen jeder Art. Im Unterhaltungsblatt spann-nde und interessante Original» Novellen.

Abonnementspreis M 2 25 (excl. Post-Bestellgebühr für aus­wärtige Abonnenten). Für Inserate, welche anerkanntermaßen die weiteste Verbreitung finden, berechnen wir nur 10 Pf. pro ispaltige Zeile.

Bestellungen werden von sämmtlichen Postanstalten, sowie von der Expedition, Waisenhaus, Hammer gaffe 9. entgegengenommen.

Nicht gekündigte Abonnements werden als stillschweigend erneuert angesehen.

Die Expedition.

Amtliche»

Unter Hinweisung auf § 8 Absatz 3 des Reglements zur Aus­führung des Reichs-Jmpfgefetzes (Amtsblatt de 1875 S. 118) veran­lasse ich die Herrn Ortsvorstände über diejenigen im Kalenderjahre 1877 in anderen Orten geborenen Kinder, welche mit ihren Eltern oder sonstwie nach dort Übergängen sind, ein Verzeichniß nach den Rubriken 1 bis 5 der Seite 294 des Amtsblattes von 1874 abgedruckten Jmpf- liste aufzustellen und spätestens bis zum 5. April er. einzusenden.

Hanau am 27. März 1878.

Der Kreislandmesser a. D W. G o t t s ch a l k ist auf sein Nach­suchen von der Stelle eines Secretairs rc. bei Königlicher Zeichenaka­demie dahier entbunden und hiernach der Domainen-Rentmeifter Bell mit Versetzung der gedachten Stelle beauftragt worden.

Hanau am 21. März 1878.

Gefunden: Drei Regenschirme.

Zugelaufen: Ein weißer Hund mit gelben Ohren.

Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 5 Mark.

Hanau am 30. März 1878.

Königliches Landrathsamt.

Tagesscham Die Orientkrisis.

A. b. Trib.s

Wenn das Unerwartete in letzter Stunde nicht noch Wunder thut, so ist das Projekt des Berliner Congresses binnen Kurzem ein über­wundener Standpunkt. Die gestrigen Wuner Morgenblätlec halten den Congreß für gescheitert und betonen, an Oesterreich-Ungarn trete jetzt die Nothwendigkeit heran, an die Sicherstellung seiner Interessen zu denken. Auch der BrüsselerNord" hält den Congreß bereits für so total verunglückt, daß er es für nothwendig erachtet, die Mächte aufzusordein, an die Ordnung der orientalischen Wirren, ohne England zu gehen. Das klingt nun freilich mehr russisch als europäisch "Bis jetzt ist das britische Reich denn doch noch ein zu gewichtiges M tglwd des europäischen Concerts, als daß von einer europäischen Regelung der Orienlfragr ohne England die Rede sein konnte.

Angesichts der auf ein M nrmum gesunkenen Chancen des Con­gresses gewinnt die Reise Jgnaneff's, der vorgestern Nachmittag in Wien eingetroffen ist, ein erhöhtes Interesse. Ueber feine Mission ist zur

Stunde noch nichts Näheres bekannt; doch kann es wohl keinem Zweifel unterliegen, daß er mit sehr wichtigen Aufträgen betraut wurde. Je­denfalls beweist diese Reise, daß Rußland die Eventualität eines Schei­terns des Congreßprojekts bereits in Rechnung zieht und eine ander­weitige Lösung vorbereitet. Wo diese Lösung auf friedlichem Wege allein noch zu finden wäre, darüber wird in letzter Linie trotz aller Lästerungen wohl nur das Dreikaiserbündniß Auskunft zu geben im Stande sein Inzwischen wird nichts versäumt, um die Welt auf das Schauspiel eines russisch-englischen Krieges mit allen seinen Zuthaten vorzubereiten. Rußland macht, wie eine Kabeldepesche derTimes" meldet, in den Vereinigten Staaten in aller Stille ausgedehnte Ankäufe von Kriegsmaterial. Eine Ladung ging am 19. d M. von New Aork nach Kronstadt ab, die u. A. 8400 Kisten mit Patronen umfaßte. Eine weitere Ladung wird, wie eS heißt, für das Schwarze Meer vorbereitet. DemGlobe" zufolge beabsichtigt die russische Regierung die Bildung eines Geschwaders von Kriegsdampfern für die Ostsee. Diese Schiffe werden von Kaufleuten in Riga und Reval erworben werden, und nach gehöriger Equipirung sollen sie eine Armatur von gezogenen Kanonen erhalten, ähnlich denjenigen, die an Bord von Kreuzern ä laKon stantin" verwendet werden. Auch werden sie drei Torpedokutter auf dem Verdeck mit sich führen Ihre Mannschaften werden theilweise aus Seeleuten der Handelsmarine zusammengesetzt werden.

In England andererseits ist die erste Heeresabtheilung mobilisirt; die zweite steht so bereit, daß auch sie jeden Augenblick in Bewegung gesetzt werden kann Ungefähr 80,000 Mann sind somit zur unmittel­baren Verfügung vorhanden Zufolge der neulichen Aeußerung des Oberbefehlshabers der Gesammtstreitkraft von England, des Herzogs von Cambridge, darf im Kriegsfall auf die Bereitwilligkeit ganzer Miliz- Regimenter in jeder Grafschaft zum auswärtigen Dienste gerechnet wer­den, wie auch auf die gleiche Anerbietung von etwa 20,000 Mann auS den Freiwilligen-Schaaren. Die Stärke der Miliz belauft sich gegen­wärtig auf 135,000 Mann. Jede Grafschaft hat eine Anzahl Regi­menter zu stellen, die, gleich der Linie, durch Anwerbung zusammenge­bracht werden. Ergibt^sich in einer Grafschaft nicht die erforderliche Mannschaft durch freiwilligen Eintritt, so wird zur Loosziehung unter der Bevölkerung geschritten ein Fall, der indessen noch nicht vorge­kommen ist Die Zahl der Milizmannschaft bestimmt das Parlament je nach Bedarf und Gutdünken. Eine Erhöhung bis zu einer Ziffer, die etwa einem auf allgemeine Wehrpflicht gegründeten Heeresbestand einer festländischen Macht entspräche, kann durch Parlamentsbeschluß jeden Augenblick erfolgen. Da England außer seiner Linie, seiner Mi­liz, seiner Schaar berittener Gutsbesitzer und seinen unter Waffen stehenden Freiwilligen, noch etwa 600,000 ehemalige eingeübte Mitglie­der dieser letzteren Bürgertruppe besitzt, so würde die Verallgemeinerung des Milizwesens schnell eine bedeutende Streitkcaft auf die Beine bringen.

Der Reichskanzler hat die in der Sitzung des Reichstags vom 25. Februar d. I. in Aussicht gestellten amtlichen Mittheilungen über die zwischen dem Reich und Nicaragua schwebende Differenz dem Bun­desrath und dem Reichstag in Form einer Denkschrift nebst Aktenstücken zugehen lassen. Diese Dokumente sind in einer Beilage zu Nr. 76 des R u St A." abgedruckt.

Berlin, 29. März. Reichstag. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen (24) Sitzung folgte die Berathung mehrerer der Budgetkommission übelwwscner Positionen des Etats für die Verwal­tung des Reichsheres. Dieselben wurden nach den Kommissionsanirägen angenommen

Für die Ausgrabungen in Olympia wird eine vierte Rate im Be­trage von 150,000 Mk «sortiert und bewilligt.

Bei dem KapitelMüuzwesen" kündigte der Abg. Schröder (Lipp- stadt) eine Reioluiion an, welche die Regierung auffordecu solle, den Silberverkauf zu fiftiren und mit der Ausprägung von Silbermünzen vorzugehen. Der Redner kritisirte dann die Einführung der Goldwäh-