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M Wirthheim. Verkauft werden 3085 Raumm. Eichen- und Buchen- Gcheith., sowie größere Partieen Eichen-, Buchen- und sonstiges Laub- And Nadel-Brennholz (s. Nr. 51 „Han. Anz."). — 2) Freiherrl. Don Hutten'sche Rentei Romsthal; Zusammenkunft Vorm. 9 Uhr im Waldort Kleinwald, nächst der Straße nach Katholisch-Willenroth. Zum Verlaufe kommen: 230 Eichen-Stämme mit 195 Festmeter (s. Nr. 55 „Han. Anz."). — 3 Büdinqer Stadtwald; Zusammenkunft Vorm. 9 Uhr in Pferdsbach. Dem Verstriche sind ausgesetzt 105 Eichen- und 26 Nadel-Stämme, sowie 45 Buchen- und 4750 Nadel-Stangen (s. Nr. 57 „Han. Anz"). - Zur Verpachtung der Grasnutzungen an denCom- Munallandstraßen im Kreise Gelhausen auf die Dauer von 3 Jahren ist Vormittags 10 Uhr in das Gasthaus „zur Hoffnung" zu Gelnhausen Termin bezüglich der Frankfurt-Leipziger und Büdinger Straße ange- setzt (s. Nr. 55 „Han. Anz.").
— Für heute. Abendgottesdienst in der Marienkirche, gehalten durch Herrn Pfarrer Neuber; Anfang 7 Uhr. — Hanauer Stadttheater: Zum Benefice für Herrn Willy Rohland: Zum ersten Male: „Hasemann's Töchter", Original-Volksstück mit Gesang in 4 Akten von A. l'Arronge; Anfang 7 Uhr. — Abends 9 Uhr: Steigercorps bei Beck; Spritze Nr. 1 in den „3 Gänsen".
— Das dem Reichstag vorliegende Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaaren lautet: §. 1. Die Angabe des Feingehalts der Gold- und Silberwaaren ist nur nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen gestattet: §. 2. Auf Silberwaaren darf der Feingehalt nur in 800 oder wehr Tausendtheilen, auf Goldwaaren nur in 580 oder mehr Taufendtheilen angegeben werden. Der wirkliche Feingehalt darf Aeder im Ganzen der Waare noch auch in deren einzelnen Bestandtheilen bei Silberwaaren mehr als 8, bet Goldwaaren mehr als 5 Tausendtheile unter dem angegebenen Feingehalt bleiben. Bei Ermittelung des Feingehalts bleibt die Löthung außer Betracht. §. 3. Die Angabe des Feingehalts geschieht durch ein Stempelzeichen, welches die^Zahl der Tausendtheile und die Firma des Geschäfts, für welches die Stempelung bewirkt ist, kenntlich macht. Die Form des Stempelzeichens wird durch den Reichskauzler bestimmt. §. 4. Ausländische Waaren, deren Feingehalt durch eine diesem Gesetze nicht entsprechende Bezeichnung angegeben ist, dürfen feilgehalten werden, wenn sie außerdem mit einem Stem- Pelzeichen nach Maßgabe dieses Gesetzes versehen sind. §. 5. Für die Richtigkeit des angegebenen Feingehalts haftet der Verkäufer der Waare. Ast deren Stempelung im Jnlande erfolgt, so haftet gleich dem Verkäufer der Inhaber des Geschäfts, für welches die Stempelung erfolgt ist. §. 6. Gold- oder Silberwaaren, auf welchen der Feingehalt angegeben ist, dürfen mit anderen metallischen Stoffen nicht ausgefüllt sein; Verstärkungsvorrichtungen, welche im Innern der Waare angebracht sind, dürfen mit der letzteren metallisch nicht verbunden sein. §. 7. Mit Geldstrafe bis zu Eintausend Mark oder mit Gefängniß wird bestraft: 1. wer Gold- oder Silberwaaren, welche nach diesem Gesetz mit einer Angabe des Feingehalts nicht versehen sein dürfen, mit einer solchen Angabe versieht; 2. wer Gold- oder Silberwaaren, welche nach diesem Gesetze mit einer Angabe des Feingehalts versehen sein dürfen, mit einer anderen als der nach diesem Gesetz zulässigen Feingehaltsangabe versieht; 3. wer andere Waaren als Gold- und Silberwaaren mit einer nach diesem Gesetz für den Feingehalt von Gold- und Silberwaaren zulässigen oder einer ähnlichen Angabe versieht; 4. wer Waaren feilhält, welche mit einer diesem Gesetze nicht entsprechenden Angabe versehen sind. Mit der Verurtheilung ist zugleich auf Vernichtung der gesetzwidrigen Bezeichnung oder, wenn diese in anderer Weise nicht möglich ist, auf Zerstörung der Waare zu erkennen. §. 8. Dieses Gesetz tritt am 1. Juli 1879 in Kraft. An demselben Tage treten alle lan- desrechtlichen Bestimmungen über den Feingehalt der Gold- und Silberpaaren außer Geltung.
§t§- Langendiebach, 11. März. Die gestern Abend von Mitgliedern der hiesige» Turngemeinde veranstaltete Abend-Unterhaltung mit theatralischen Aufführungen bot den Besuchern wieder einmal eine Unterhaltung besserer Art. Obgleich hierbei sehr zu berücksichtigen ist, daß man derartige Dillettantenleistungen nicht mit dem Maßstabe messen kann, den man z. B. bei einer Vorstellung in einem größeren Theater anlegt, so muß doch konstatirt werden, daß die hierzu ausgewählten Stücke so gespielt wurden, wie man es eben von ähnlichen Aufführungen nur verlangen kann, und bemühten sich die darstellenden Personen, ihren Rollen nach Kräften gerecht zu werden. Die Stücke verfehlten daher auch nicht ihre Wirkung auf die Lachmuskeln der Zuschauer auszuüben, was sich namentlich bei der an komischen Situationen so reichen Posse „E. S. S. oder die Ausstaffirung", sowie während der drastischen Erzählung des Juden Lewy in „Ein Billet von Pauline Lucca" zeigte.
— Wir glauben daher im Sinne vieler Besucher zu handeln, wenn wir an die Darsteller den Wunsch richten, auf der betretenen Bahn tüchtig fortzuschreiten (benn es darf nicht unerwähnt bleiben, und ist auch an Mtib für sich ganz selbstverständlich, daß noch sehr vieles vervollkommnet werden kann) und nach Möglichkeit recht bald wieder eine ähnliche Unterhaltung zu veranstalten. — Schließlich wollen wir noch bemerken,
daß auch der hiesige neugegründete Gesangverein, der während der Pau-?, sen einige Lieder zum Vortrag brächte, trotz seines kurzen Bestehens seine Aufgabe pünktlich löste, und wünschen wir diesem jungen Verein ein glückliches Gedeihen.
— Birstein, 8. März. In verflossener Nacht und besonders heute Morgen sauste der Sturm in hiesiger Gegend so arg, daß der noch übrige Theil des in der Abholzung begriffenen Sr. Durchl. dem Fürsten zu Jsenburg gehörigen Fichtenbestandes an der sog. Rosselbach — 1lt, Stunde unterhalb des Ortes gelegen — mit ca. 60—100 Stämmen theils entwurzelt, theils geknickt wurde. Da der Wald unmittelbar an die Straße nach Wächtersbach stößt, so wurde durch die fallenden Stämme die Telegraphenleitung zertrümmert und die Passage unterbrochen, so daß die Personenpost nicht nach Wächtersbach abgehen konnte. Obgleich den ganzen Tag über an der Beifeiteschaffung der Stämme gearbeitet wurde, gelang es doch erst gegen Abend die Straße wieder für Fuhrwerk passirbar zu machen, da Vormittags durch immer nachstürzende Stämme die Arbeit sehr gehindert wurde. (Hess. Beob.)
— Fulda, 12. März. Seitens Königlicher Regierung zu Kassel ist an das Landrathsamt dahier die Weisung ergangen, in Kürze die Bestellung einer Kommission von Sachverständigen zu bewirken, deren Aufgabe es sein wird, den Verkauf der Lebensmittel in hiesiger Stadt zu überwachen und gegen den Verkauf verfälschter, verdorbener und minderwerthiger Nahrungsmittel strafrechtliches Einschreiten zu veranlassen. Das „Fuld. Kreisbl." bemerkt hierzu: Es wäre im allgemeinen Interesse sehr zu wünschen, daß wie anderwärts so auch hier das Resultat der bei den verschiedenen Verkaufsstellen erhobenen und von Technikern untersuchten Lebensmittel unter Benennung der Quellen amtlich veröffentlicht würde, während das Publikum dieses gemeinnützliche Vorhaben wesentlich dadurch unterstützen würde, wenn es der betreffenden Kommission verdächtig erscheinende Lebensmittel zwecks genauer Prüfung zur Verfügung stellen würde. Die Stadtbehörden haben, wie wir hören, bereits 300 Mark zu diesem Zwecke bewilligt.
— Ueber das bevorstehende Kaiser-Manöver des 11. Armeekorps meldet die „Allg. Militär-Ztg.": In diesen Tagen sind einige Bestimmungen bekannt geworden, welche in Bezug auf die großen Herbstübungen des 11. Armeekorps von Allerhöchster Stelle erlassen worden sind. Hiernach werden die Hauptmanöver dieses Corps in der Nähe von Wabern im niederhessischen Kreise Fritzlar stattfinden. Seine Majestät gedenkt den Uebungen persönlich beizuwohnen und beabsichtigt zu diesem Zwecke in der Zeit vom 8. bis 13. in Kurhessen, resp. Kassel und Wilhelmshöhe zu verweilen. Am Montag den 9. September soll die große Kaiser-Parade des Armeekorps stattfinden, am 10. ist Ruhetag, und am 11. wird ein Corps-Manöver gegen einen markirten Feind ausgeführt werden; während des 12. und 13. Septbr. sollen endlich die Divisionen gegen einander manöveriren. Seine Majestät der Kaiser gedenkt am 8. Septbr. Abends in Schloß Wilhelmshöhe einzutreffe« und 2 Tage in demselben die Wohnung zu nehmen, worauf das Hoflager verlegt werden soll; am 14. wird Seine Majestät nach dem Elsaß abreisen, um den Uebungen des 15. Armeekorps beizuwohnen. Das 11. Armeekorps hatte zum ersten Male im Jahre 1874 sein Kaiser-Manöver und wurde von Sr. Majestät in der Nähe von Friedberg inspicirt, es ist bekanntlich das stärkste des Reichsheeres und umfaßt 3 Divisionen; gewiß werden die bevorstehenden Herbstübunzen ein ebenso interessantes wie lehrreiches Schauspiel gewähren.
A«s der Umgegenb.
— Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 12. März aus Frankfurt am Main : Die Ende dieser Woche zur Eröffnung gelangende Hühner-, Tauben- und Vögel-Ausstellung dürfte wohl die großartigste werden, die noch in Frankfurt gehalten wurde. Die Anmeldungen sind so zahlreich aus ganz Deutschland eingelaufen, daß sich die weiten Räume der landwirthschaftlichen Halle als Fast zu klein erweisen. — Kommenden Donnerstag hat sich der weibliche Redakteur einer hier erscheinenden Gerichtszeitung wegen einer durch die Presse begangenen Beleidigung vor dem Stiasrichter zu verantworten. — Ein Schreiner in Bornheim, der das Maß zu einem Sarge nahm, zog sich dabei eine Blutvergistung zu und liegt jetzt hoffnungslos darnieder.
— (Frankfurter P roduktenmarkt vom 11. März 1878.) Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier Mark 23; Weizen fremder, je nach Qualität, Mk. 23—24. Roggen Mk. 16— ITVs. Gerste Mk. 19—23. Hafer Mk. 13—lö1^. Kohlsamen Mk. —. Erbsen Mk. 19-23. Wicken Mk. 17. Linsen Mk. 19-23. Rüböl im Detail Mk. 76.
— Dem „Frankfurter Jntelligenzblatt" entnehmen wir folgende Notiz aus Frankfurt a. M. vom 13. März: Vor einigen Tagen taufte sich ein in der großen Sandgasse in Bockenheim wohnender Mann zwei doppelläufige Pistolen, lud dieselben scharf, ging damit nach Hause und sagte zu seiner Frau: Die eine Pistole ist für mich, die andere für Dich; da ich von meinen Geschwistern doch verachtet bin, so wollen wir heute Mittag um 4 Uhr auf den Friedhof gehen und uns das Leben nehmen. Während dieser Rede ging eine der Pistolen los und traf bis