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«ronneme«»»- Preik:

Jährlich 9 Mari. Halbj. 4 M. 50 P.

Vierteljährlich 9 Marl 25 Psg. Für auswärtige

Abonuenten mit dem betreffen, den Postausschlag. Die einzelne Num­mer 10 Psg.

Hamim Adriger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

J»serti»«1- PrcU:

Die ispaltige Varmondzeile ob. bereu Raum

10 Psg.

Die Lspalt. Zeile

20 Psg.

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30 Pf,.;

M 52.

Samstag sey 2. März.

1878.

Amtliches.

Das Sommer-Semester am Königlichen pomologischen Institute zu Proskau in Schlesien beginnt Anfang April.

Anmeldungen zur Aufnahme haben unter Beibringung der Zeug­nisse schriftlich oder mündlich bei dem unterzeichneten Direktor zu er­folgen. Derselbe ist auch bereit, auf portofrei Anfragen weitere Aus­kunft zu ertheilen.

Proskau, im Februar 1878.

Der Direktor des Königlichen pomologischen Instituts.

_____________Stoll._________________________

Am 12. und 13. März er. findet die Pferdemusterung im Kreise Hanau statt. Die Musterung wird beginnen:

1) für die Ortschaften und Gutsbezirke der Amtsgerichtsbezirke Hanau, Windecken und Langenselbold am 1 2. März, Mor­gens T1^ Uhr, in Wilhelmsbad;

2) für die Ortschaften und Gutsbezirke der Amtsgerichtsbezirke Bockenheim und Bergen im letzteren Orte am 13. März, Mor­gens 8 Uhr.

Die Herren Ortsvorstände haben dafür Sorge zu tragen, daß sämmtliche Pferde mit Ausnahme der nachstehend bezeichneten vorgeführt werden:

a. der Fohlen unter 3 Jahren,

b. der Hengste,

c. der Stuten, die entweder hochtragend sind oder noch nicht länger als 8 Tage abgefohlt hMen In beiden Fällen ist eine vom Ortsvorstande ausgefertigte Bescheinigung vorzuzeigen.

d. der zum Dienstgebrauch der Beamten im Reichs- oder Staats­dienste, sowie der zur Ausübung des Berufes der Aerzte und Thierärzte nothwendigen Pferde,

e. derjenigen Anzahl Pferde der Posthalter, welche zur Beför­derung der Posten kontraktlich gehalten werden müssen,

Die Herren Ortsvorstände haben sich in den anberaumten Termi­nen persönlich einzufinden.

Hanau am 16. Februar 1878.

Für den Friedrich O s i u s aus Hanau, Sohn des Adolf Osius in Lindheim, ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Ver­bände, behufs Auswanderung nach Amerika, nachgesucht worden.

Hanau am 24. Februar 1878.

Der Landrath.________________________

Wochenschau.

R. F. In der durch die Steuerverhandlungen im Reichstage her­vorgerufenen inneren Krisis für Deutschland ist zunächst eine Stauung eingetreten. Man hat die Steuerreformen einstweilen vertagt, bis die Budgetkommission melden wird, daß sie die Steuervorlage der Regie­rung in den Papierkorb habe wandern lassen. Wie man dann die heikle Finanzfrage zu reguliren versuchen wird, gehört in das Reich der Ver­muthungen. Sonst ist zu der Steuerreformfrage zu bemerken, daß die sehr erschütterte Stellung des als Bundesrathsmitglied fungirenden preußischen Finanzministers Camphausen sich durch einige Erklärungen des Fürsten Bismarck wieder etwas befestigt hat. Sonstige Klärungen der Situation in der Steuerfrage fehlen und wir begnügen uns damit die Stellung der gemäßigt liberalen Partei, welche bekanntlich im Reichstage eine nahezu dominirende Stellung einnimmt, zu kennzeichnen. Dieselbe ergibt sich aus nachstehenden Forderungen: Dem Reiche ge­bühre eine größere Selbstständigkeit seines Finanzsystems durch Erhöhung der eigenen Einnahmen. Es müsse dieses Ziel aber auf Grundlage einer umfassenden, klar übersichtlichen und abschließenden Finanzreform herbeigeführt und dürfe nicht lediglich auf Vermehrung der Einnahmen hingesteuert werden. Es sei ferner unentbehrlich, sowohl im Reiche wie in den Einzelstaaten die staatsrechtlichen Garantiern zu gewähren, durch welche die Volksvertretung einen maßgebenden Einfluß auf die jährliche fisestsetzung der Einnahmen und Ausgaben und demgemäß auf die Ge- fammtfumme der dem Volke zugemmheten Belastung gewinnt. Endlich

müsse das Reich eine festgegliederte Organisation der Regierung erhal­ten, welche eine tüchtige Wahrnehmung aller Regierungsgeschäfte und insbesondere eine selbstständige Finanzverwaltung verbürgt.

Seit dem Beginn der Woche arbeitet der Reichstag mit großem Eifer an der Fertigstellung des Reichsetats. Am anspruchvollsten trat dabei natürlich der Militäretat auf, der summa summarum mit 327,815,954 Mark figurirte. Die alten Klagelieder wegen der kolossalen Höhe des Militäretats waren diesmal im Reichstage nicht zu vernehmen, obwohl man verschiedene Positionen zur näheren Berathung an die Commissionen verwies. Ohne sonderliche Zwischenfälle wurden ferner im Reichstage erledigt die Etats für das Reichsjustizamt und das Reichseisenbahnamt. Bezüglich des Reichseisenbahnamtes bemerkte Fürst Bismarck, daß sich die Funktionen desselben noch mehr entwickeln wür­den. Bei der Berathung des Etats für das Auswärtige Amt wurde dem deutschen Botschafter in London die im vorigen Jahre verweigerte Gehaltserhöhung genehmigt. Auch sprachen sich einzelne Abgeordnete dahin aus, daß man in manchen auswärtigen Staaten die Consulate vermehren solle. In der fortgesetzten Etatsberathung wurde bei der Position des Rechnungshofes auf Antrag des Abg. Richter-Hagen eine kleine Absetzung vorgenommen. Bei der Berathung des Erats für das neu einzuführende Centralbureau für den Reichskanzler entstand ein großes Wortgefecht, in welches sich auch der Reichskanzler sehr zu Un- gunsten seiner Gegner mischte. Obwohl vorläufig vertagt, wird der Etat für das Centralbureau des Reichskanzlers jedenfalls in einer der nächsten Sitzungen des Reichstages genehmigt werden.

In Oesterreich haben angesichts der russisch-türkischen Abmachungen die ernstesten Erwägungen Platz gegriffen. Nach einem fünfstündigen Kronenrathe, dem der Kaiser Franz Josef präsidirte, ist der Beschluß gefaßt worden, einen Credit von 60 Millionen für diplomatische (soll wohl heißenmilitärische") Maßregeln aufzunehmen. Der österreichische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Graf Andrassy, hat in einer längeren Rede ausgeführt, daß die russischen Friedensbedingungen die österreichischen Jutereffen erheblich schädigen würden und deßhalb müsse Oesterreich Maßregeln treffen, um seinen Forderungen auf dem Congresie Nachdruck zu geben.

In dem englischen Ober- und Unterhause wird die meiste Zeit der Sitzungen mit dem dort so beliebten Frage- und Antwortspiel ver­bracht. Irgend ein Volksvertreter richtet eine Frage an die Regierung und diese antwortet gewöhnlich damit, daß ihr nichts Officielles über die ungefragte Sache vorliege, oder sie macht Mittheilungen, die Keinem etwas Neues sind. Im Gegensatz zu diesen ruhigen gegenseitigen Aus­einandersetzungen fand in den Reihen des LondonerMob" am letzten Sonntag ein ziemlich lebhafter unparlamentarischer Ideenaustausch in Sachen der orientalischen Frage statt. Es wurden an diesem Tage zwei Meetings im Hydepark abgehalten. Das eine sollte der Regierung das Vertrauen des englischen Volkes aussprechen, das andere eine Resolution für unbedingte Aufrechterhaltung des Friedens fassen. Die erstere Ver­sammlung wurde rasch beendigt, da die Menge die in Vorschlag gebrachten Resolutionen enthusiastisch aufnahm und eilten dann Viele nach dem zweiten Meeting, welches eben begonnen hatte, um die Abhaltung der­selben zu verhindern. Es kam hierbei zu einer Schlägerei mit Fäusten und Stöcken, doch fanden ernstere Ruhestörungen nicht statt. Die Zahl der Personen, welche an den beiden Meetings theilgenommen hatte, war übrigens eine respektable, es belief sich dieselbe auf etwa 100,000. Doch ungeachtet der Interpellationen im Parlamente und trotz der in den öffentlichen Versammlungen gefaßten Beschlüsse nimmt die Handlung auf dem Welttheater ihren ungestörten Fortgang und kann England den Fehler, daß es sein Stichwort versäumte, d. h. sich seiner Zeit dem Dreikaiserbunde nicht anschloß, nicht wieder gut machen. Von dem gegenwärtigen Schauplatze des Welttheaters, dem Orient, ist die Nach­richt eingegangen, daß in der dicht bei Konstantinopel gelegenen Stadt San Stefano der Abschluß der Friedensverhandlungen zwischen den russichen und türkischen Unterhändlern erfolgt und die Unterzeichnung desFriedens von Konstantinopel", wie derselbe ofsiciell bezeichnet werd, stattgefunden habe. Der Großfürst Nikolaus hat in Folge bissen sein