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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Donuerftag Den 14. Februar.
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1878.
AmtlicheS. , 0
Die Gemeinderathsglieder Wilhelm Schönmeyer und Wilhelm Heckmann aus Bruchköbel sind als Ortstaxatoren verpflichtet worden.
Hanau am 1. Februar 1878.
Gefunden: Ein weißer Elfenbeinknopf. Ein Diamant (Glaserwerkzeug). Ein brauner Frauenschoß.
Hanau am 14. Februar 1878.
Aus Königl Landrathsamt.
General-Versammlung des landwirthschafl- lichen Kreis-Vereins.
Dienstag den 19. Februar, Nachmittags 1Ur Uhr, im Gasthaus zum goldnen Löwen in Hanau.
Tagesordnung:
1) Jahresbericht.
2) Bericht der Rechnungsrevisoren.
3) Wahl des Vorstandes für das Jahr 1878/79.
In der Versammlung werden noch Bestellungen auf Kleesamen angenommen um definitiv feststellen zu können, ob das bestellte Quantum den Bezug ermöglicht.
Diejenige Herren, welche ihren Jahresbeitrag pr. 1877/78 noch nicht entrechtet haben, werden ersucht denselben bis zum 19. d. M. an den Rechnungsführer Herrn Jung abzuführen. Von denjenigen Mitgliedern, welche den Betrag bis zu diesem Tage nicht entrichtet haben, wird angenommen, daß sie Einziehung durch Postmandat wünschen.
Der Vorstand.
Die Herrn Ortsvorstände werden ersucht, Vorstehendes gest, veröffentlichen.
Hanau am 9. Februar 1878.
Der Landrath.
zu
T a g e s f ch a «.
Das Stelldichein am Bosporus.
(A. d. Schw. Merk.»
Der Einmarsch der Russen in Konstantinopel ist noch nicht erfolgt, steht aber nach den neuesten Erklärungen des russischen Kabinets mit Sicherheit zu erwarten. Es müßte nur sein, daß Rußland sich noch eines anderen besinnt und, indem es auf den Einmarsch verzichtet, damit auch die Flotten der anderen Mächten vom Bosporus fern halten will. Der Umstand, daß die Fahrzeuge Oestreichs, Italiens und Frankreichs zum Aufbruch Befehl hatten, dann aber wieder Gegenbefehl erhielten, darf wohl dahin verstanden werden, daß man es vermeiden wollte, Rußland einen handgreiflichen Vorwand zum Einrücken in Byzanz dar- zubieten Allein Rußland scheint schon den bloßen Entschluß der britischen Regierung, nach dem Bosporus zu gehen, noch ehe derselbe ausgeführt ist, ja nachdem er sogar schon zum zweiten Male zurückgenommen ist, als hinlänglichen Grund anzusehen, seinerseits selbst keine Zeit mehr zu verlieren. Man darf sagen: wenn das britische Kabinet die Absicht gehabt hat, Rußland den Einzug in Konstantinopel möglichst zu erleichtern, so hat es überaus geschickt gehandelt. Ziehen aber die Russen wirklich in die Straßen der Hauptstadt des türkischen Reiches ein, so werden auch die Flotten der anderen Mächte nicht zögern wollen, daselbst zu erscheinen, und es kommt dann, freilich unter ganz anderen Umständen, zu der gemeinsamen Flottenaktion, die Rußland schon vor zwei Jahren vorgeschlagen hat. Unter diesen Umständen verliert dann der Entschluß der Engländer, dorthin zu gehen, viel von seinem aufregenden Karakter, sofern sie ja ganz Europa in den dortigen Gewässern antreffen weiden. Dieses Stelldichein der europäischen Flotten im Bosporus ist nichts anderes mehr als die Besiegelung der Thatsache, daß Europa vom türkischen Reiche Beschlag genommen hat. Wobei freilich Rußland im Voraus sich in den Besitz der werthvollstcn Pfänder gesetzt hat, unter welchen Pfändern das „Pfand der Freundschaft" nicht am leichtesten wiegt. Der Presse war schon vom 8. Febr. aus St. Peters-
bürg erzählt worden, in der russischen Hauptstadt werde versichert, daß der 1. Artikel der Friedenspräliminarien Rußland und die Pforte in ein Verhältniß bringen werde, welches einem Schutz- und Trutzbündniß sehr nahe komme. Rußland übernehme vorläufig die Sicherung der Türkei gegen auswärtige Feinde und die Aufrechterhaltung der Autorität der Pforte in dem ihr verbleibenden Gebiete. Die russischen Truppen würden zu diesem Zwecke einige Städte und wahrscheinlich auch Konstantinopel besetzen. Dieses Schutz- und Trutzbündniß sieht früheren Abmachungen (z. B dem Vertrage von Unkhiar Skelessi) sehr ähnlich und würde der überlieferten Orientpolitik des russischen Kabinets vollständig entsprechen. Jenes Stelldichein im Bosporus aber hat in diesem Augenblick nur noch einen Haken, aber einen gewaltigen; nämlich daß der Sultan die Dardanellen noch geschlossen hält und bisher keine Lust bezeugt, eine andere europäische Flagge in Byzanz wehen zu lassen, als die seines neuen Freundes, des Czar.
— Berlin, 12. Februar. Reichstag (3. Sitzung) Fortsetzung An Vorlagen sind eingegangen: 1) ein Gesetzentwurf, betreffend die Einlösung und Präklusion der von dem vormaligen Norddeutschen Bund: ausgegebenen Darlehnskassenscheine; 2) ein Gesetzentwurf, betreffend das dem Reiche gehörige, in der Voßstraße in Berlin gelegene Grundstück; 3) ein Gesetzentwurf, betreffend die Besteuerung des Tabaks; 4) die Uebersicht der vom Bundesrath gefaßten Entschließungen auf Beschlüsse des Reichstages aus den Sessionen 1877, 1876, 1875, 1874 II. und 1873; 5) ein Gesetzentwurf, betr. die Erhebung von Reichsstempelabgaben. Außerdem sind dem Reichstage zugegangen: 1) die Zusammenstellung des Ergebnisses der Reichstagswahlen vom Jahre 1877; 2) die Zusammenstellungen der in den einzelnen Bundesstaaten zur Erhebung kommenden Stempelsteuern oder den Stempelsteuern gleich zu erachtenden Steuern rc.; 3) die sechste Denkschrift über die Ausführung der Münzgesetzgebung ; 4) eine Denkschrift, betr. die Aufgaben und Ziele, die das Kaiserliche Gesundheits-Amt sich gestellt hat, und über die Wege, auf denen es dieselben zu erreichen hofft; 5) eine Uebersicht der Resultate des Ersatzgeschäftes in den Bezirken des I. bis einschließlich XV. Armee-Corps für das Jahr 1876; 6) eine Nachweisung der am 1. Dezember 1877 verfügbaren Bestände bei den übertragungsfähigen Titeln der fortdauernden Ausgaben des Reichshaushalts-Etats; 7) der Bericht über die Verwaltung der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen und Luxemburg im Jahre 1876; 8) 30 Druckexemplare der Borlage für den im Dezember v. I. zu Straßburg versammelt gewesenen Landes- ausschuß von Elsaß-Lothringen, sowie der Sitzungsberichte.
Die Abtheilungen sind gewählt und haben sich wie folgt konsti- tuirt: I. Abgg. von Saucken-Tarputschen (Bors.), von Vahl (Stellv.), Krieger (Weimar), Mensel (Schriftführer); II. Dr. von Schwarze (Bors.), Dr. Weigel (Stellv.) Graf von Schönborn-Wiefentheid, von Puttkamer (Lübben) (Schriftf.); III. Dr. Loewe (Bors), Graf von Kleist-Schmen- zin (Stellv), Dr. Franz, Dr. Slevogt (Schriftf.); IV. Graf von Moltke (Bors), Dr. Pfeiffer (Stellv.). Bernards, Dr. Harnier (Schriftf.); V. Dr. Bamberger (Bors.), Dr. Lucius (Stellv), Dr. Wendel, von Gerlach (Schriftf.); VI. von Bernuth (Bors.), von Forcade de Biaix (Steüs.-, Schneegans, Dr. Gensel (Schriftf.); VII. Dr. Hänel (Bors.), Frhr. von Ende (Stellv.), Frhr. von Hor neck-Weinheim, Richter (Weißen) (Schriftf.)
Bor der heutigen Sitzung wurde die Geschäftsordnungskommlffion von 14, die Petitionskommission von 28, die Rechnungs- und die Wahlprüfungskommission von je 7 Mitgliedern gewählt. Die letztere soll durch Nachwahl auf 14 Mitglieder verstärkt werden. Konstrtmrt haben sich bereits die Petitionskommission: Abgg. Stephan: (Bors.), Hoffmann (Stellv.), Sommer, von Psetten, Horn und von Reden (Schriftf), und die RechnungSkommission: Rickert (Bors.), Strecker (Stellv.), Horn und von Reden (Schriftf.)
Es gelangte zur Verlesung: 1) ein Schreiben des Reichskanzlers, betreffend die Wahl des Bundesraths- Mitgliedes, Ober-Regierungs- Raths Freiherr» von Raesfeldt, zum Mitgliede der Verwaltung des Reichs-Jnvalidenfonds in Stelle des Königlich bayerischen Ministerial-