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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstag- mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Samstag Den 9. Februar.
1878
Amtliches.
Schüler, welche an einer Realschule zweiter Ordnung einen sechsjährigen Lehrcursus mit gutem Erfolge absolvirt haben, erwerben die Zulassung zur Aufnahme in die Gärtnerlehranstalt zu Potsdam dadurch, daß sie durch eine besondere, an einer Realschule erster Ordnung abzu- legende Prüfung im Lateinischen ihre Reife für die Secunda der Realschule erster Ordnung in diesem Fache nachweisen.
Cassel, den 25. Januar 1878.
Königliche Regierung, Abth. des Innern.
Kühne.
G efuuden: Ein Portemonnaie mit Geld und anderen Sachen. Ein leeres Portemonnaie. Eine gedruckte Schürze.
Verloren: Ein Kinder-Gummischuh.
Hanau am 9. Februar 1878.
Königliches Landrathsamt.
Wochenschau.
L. C. Graf Sct. Vallier, der neuernannte französische Botschafter in Berlin, welcher am 31. v. Mts. in feierlicher Audienz dem Kaiser Wilhelm seine Beglaubigungsschreiben überreichte, hat in einer bei dieser Gelegenheit gehaltenen Ansprache hervorgehoben, daß es ihn bei seinen persönlichen Sympathieen für Deutschland besonders befriedige, dem deutschen Kaiser „den Wunsch wechselseitiger Einstimmung und herzlichen Einvernehmens (le dösir de mutuelle har- monie et de cordial entente) aussprechen zu können, von welchem die Regierung der französischen Republik dem deutschen Reiche gegenüber beseelt sei. Die Gefühle der französischen Regierung entsprächen denjenigen der Nation, welche nach den Wohlthaten eines dauernden Friedens nach Außen und gesicherter Zustände im Innern (d’une stabilitö assurde ä l’intörieur) verlangt (aspire).“ Kaiser Wilhelm versicherte darauf dem Botschafter, „daß es auch sein Wunsch fei, Frankreich unter die befreundeten Nachbarn Deutschlands zählen zu können und daß seine Regierung in Allem zusammenwirken würde, um die Beziehungen guter Nachbarschaft zwischen dem deutsch« n Reiche und der französischen Republik aufrechtzuerhalten und zu befestigen." — In einer Sitzung der badischen zweiten Kammer bemerkte der badische Fmanzminister, daß die Regierung zwar nicht prinzipiell gegen eine Erhöhung der Tabakssteuer sei, eine Steuer von 24 Mark wäre jedoch zu hoch und eS sei höchstens eine solche von 18 Mark zulässig; würde diese Steuer überschritten, so wüßte Baden gegen das ganze Gesetz stimmen. Auch Mecklenburg soll bezüglich des Tabakssteuer-GejetzentwurfeS anderer Meinung sein wie die Vorlage und die Annahme desselben im Bundesrathe ist demnach durchaus nicht einstimmig erfolgt. — Der frühere Gouverneur von Straßburg i. E. General der Infanterie v. Schachtmayer ist dazu bestimmt, den verstorbenen Kommandeur des 13. (Kgl. Württemberg.) Armeekorps, General v. Schwartzkoppen, in diesem Kommando zu ersetzen.
Der Vatikan hat nach der Thronbesteigung König Humbert'S an alle katholischen Mächte und England einen formellen Protest gegen die Thronbesteigung NamenS des Papstes erlassen, worin „die legitimen Rechte des heiligen Stuhls" Vorbehalten sind. König Humbert hat danach nicht für gut befunden dem Papst seine Thronbesteigung auch nun osstzlcll bekannt zu geben. Der jetzt sehr leidende Papst hat per«
wohl friedlichere Gesinnungen, wird aber stets durch das Kar- mnals-Kollegium überstimmt und muß nolens-volens seinen Namen zu diesen gänzlich erfolglosen und nur aufreizenden Protesten hergeben.
_ Dw französischen Konservativen, welche bisher die französischen „Hoskrerse" gemieden hatten, weil die Republikaner „obendrauf" sind, sang.n wieder an sich in den Salons des Elyise, bei Marschall Mac »jabort, zu zeigen; ein Umstand, der in republikanischen Kreisen zu aürrhand beunruhigenden Gerüchten Anlaß gibt. Ein Beweis, daß die Republikaner, die.Konservativen, noch fstrchten, jedenfalls sie nicht unter«
“ Das rechte Centrum bei franzasischen Senates hat be- Wlossen, auch bei der dritten Abstimmung behufS Wahl eines lebens
länglichen Senators die Kandidatur des Duc Decazes aufrecht za erhalten und erst nach dessen voraussichtlich „dritten Durchsall" weitere Beschlüsse zu fassen
Das österreichische Ministerium Auersperg, welches besonnt!ist; seine Entlassung wegen der österreichisch-ungarischen Ausgleichsfrage yex langt hatte, ist nunmehr angesichts der jetzt zum Austrag komm nden orientalischen Frage auf seinem Posten geblieben. Ein Handschr iben des österreichischen Kaisers an den Mosten Auersperg nennt zwar die „Ausgleichsverhandlungen" als Grund der Neuberufung des Mniiste- riums, es ist jedoch anzunehmen, daß die Neubildung des Ministeriums im Hinblick auf die demnächst stattfindende „Wiener Konferenz" unterlassen wurde.
Innerhalb toi inner Tage haben sich hochwichtige Ereignisse zugc- tragcn: der Waffenstillstand und die Friedenspräliminarien sind am 31 Januar zu Adrianopel unterzeichnet worden und der österreichische Ministerpräsident Graf Andraffy hat die europäischen Mächte zu einer „Konferenz" nach Wien ringeladen; sämmtliche Mächte haben ihre Zu,- stimmung erklärt und werden auf der Konferen; bei den BerHandlungen über die Regelung der Orientfrage vertreten sein. Auch Rumänien und Griechenland sollen das Verlangen gestellt haben, zu riej<r Kou erenz zu gelassen zu werden und ihre Stimmen geltend machn zu bürfm; ob die europäischen Großmächte diesem Verlangen entsprechen st noch .wei- felhast. — In Rumänien ist die Stimmung eine gedrückte und den Russen augenblicklich durchaus nicht günstig; der russische General und Diplomat Jgnatiew bat nämlich im Auftrage seines Ezann Alexander an die rumänische Regierung das Ansinnen gestellt, dieselbe möge Bes- sarabien an Rußland abtreten und dafür als Entschädigung die den Türken abgcnommcw Dobrudscha annehmen. Rumänien fühlt nun seine Integrität durch dieses russische Ansinnen bedroht und hat allen graetat Mächten sowohl hiervon, als von seinem Verlangen zu den Friedensverhandlungen hinzugezogen zu werden, offizielle Mittheilung cemacht — Von drn eigentlichen Waffenstillstands-Bedingungen ist bis je^t soviel bekannt, daß die Türken alle Donaufestungen, Widdin, Rustschuk, Silistria, sowie das zwischen letzteren beiden Festungen liegende befestigte Turtukaj und in Asien Erzcrum räumen müssen. In letzterer Stadt war das Elend bereits auf das Höchste gestiegen. Ohne Vorräthe und ohne Brennholz in dem kalten Klima, verloren die Türken durchschnittlich täglich durch den Typhus gegen 200 Menschen. Der Kommandant Ismail Haki Pascha selbst lag im Sterben. Batum bleibt im türkischen Besitz. — Auch die Serben und Montenegriner haben die Feindseligkeiten gegen die Türken eingestellt, erstere aber noch kurz vorher Wranja erobert und dabei 1700 Türken und einen Pascha gefangen genommen. — Die befestigten Orte Schabljak, Spusch und 16 kleine Forts haben den Montenegrinern unbedingte Uebergabe angeboten und außerdem haben sich die nordalbanesischn Hauptstämme der Dvkodschin, Mirdita und Dibra nunmehr mit Fürst Nitita versöhnt — Wämend also die Hauptfeinde der Türkei eine „Kunstpause" machen, hat Grie chinland den KriegSpfad betreten und ist in der That mit 12,000 Mann in Thessalien eingerückt, um, wie der griechische Minister Delijannis dem türkischen Gesandten Photiades Bey erklärte, die Griechen in Thessalien, EpiruS und Makedonien gegen die Angriffe der Tscherkessen zu schützen. Uebrigens erklärte Czar Alexander am 1. Februar bei einer Revue: „Wir sind noch lange nicht zu Ende und wir müssen uns bereit halten, bis wir e.mn dauerhasten, Rußland würdigen Frieden erreicht haben.'"
Tagesscha»-
— Berlin, 8. Febr. Reichstag. (Fortsetzung) In der gestri- gen (2.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß die Allgemeinen Rech- nungen über den Haushalt des Deutschen Reichs vom Jubre 1873 ein« gegangen seien.
Auf der Tagesordnung stand die Wahl der Präsibrnün und Schriftführer, Der Abg. Windthorst beantragte, das frühere Bureau per acclamationem und zwar zum Präsidenten den Abg. von Forckenbeck, zum ersten Vize-Präsidenten den Freiherr n Schenk von Stauffeuberg