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®6»iettesaCTl* P-eiL gätzrlich 9 Mari. Halbj. 4 M. 50 P. Nirrteljährlich 3 War! 25 Pf». Für auswärtige Abonnenten »i: Dem betreffen» Len Posiauffchlag. 'Sie einzelneNum- mer 10 $fg.

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Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage- und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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1878.

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Gefunden: Ein Hufeisen. Ein Notizbuch mit gelbem Mef- singbeschlag. Ein gelber Knopf, außen schwarz mit farbiger Krone. Ein weißes Säckchen (Mehlbeutel). Ein Köcher. Ein weißer Hals­kragen. Eine Dicke mit goldenen Ringchen, zu 3 s. g. Bismarcksketten.

Verloren: Ein blonder Haarzopf.

Hanau am 5. Februar 1878.

'__Königliches Landrathsamt.________

Die Herren Ortsvorstände der Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlächtern werden unter Hinweisung auf den §. 4 unserer Bestimmun­gen über die Erziehung von Waisenkindern in Familien ersucht, die Gesuche um Verpflegung von solchen Waisen auf Kosten des hiesigen Waisenhauses mit den tabellarischen Nachweisungen und den vorge- schriebenen Zeugnissen baldigst bei den Königl. Landrathsämtern anzu- bringen.

Hanau am 19. Januar 1878.

Königl. Waisenhaus- Vorsteheramt.

Schr ötter.

TageKschÄN.

Berlin, 4. Februar. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (58.) Sitzung beantragte nach einer Bemerkung des Abg. Dr. Techow vor der Tagesordnung der Abg. Windthorst (Meppen), den ersten Gegenstand der Tagesordnung, den Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung der Landgerichte und Ober-Landesgerichte, abzusetzen und in der Berathung des Ausführungsgesetzes zum deutschen Gerichtsver- fassungsgesetze fortzufahren.

Der Justiz-Minister Dr. Leonhardt erklärte, daß definitive Be­schlüsse des Staats-Ministeriums über den Schluß der Session noch nicht vorlägen. Er habe von vornherein das Ausführungsgesetz nicht von gleicher Wichtigkeit für diese Session gehalten, tote das sogenannte Sitzgesetz. Aber diese Erwägung sei nicht für ihn maßgebend gewesen, als er den Präsidenten gebeten habe, die Tagesordnung für heute in der jetzigen Reihenfolge festzusetzen. Demnächst dementirte der Justiz- Minister die Zeitungsnachrichten, daß er nicht mit dem nöthigen Nach­druck im Herrenhause für das Ausführungsgesetz eingetreten fei. Die Äommifsionsarbeiten würden auch, wenn das Gesetz in dieser Session nicht zu Stande komme, nicht resultatlos sein.

Außerdem sprachen die Abgg. Dr. Miguel, von Köller, Graf Be- thusy-Huc, Dr. Lasker und Windthorst (Bielefeld), sämmtlich im Sinne einer Hinausschiebung des Schlusses der Session bis zum Zustandekom­men des Ausführungsgesetzes. Der Abg. v. Bennigsen konstatirte den einstimmigen Wunsch des Hauses, dieses Gesetz noch in der gegenwärti­gen Session zum Abschluß zu bringen und sprach die Hoffnung aus, daß die Regierung diesem Wunsche bei ihrer demnächstigen Beschluß­fassung entsprechen werde. Der Abg. Windthorst (Meppen) zog hierauf fernen Antrag zurück.

(Fortsetzung folgt.) (R. u. St.-A.)

Berlin, 4. Febr. Die Reichstagseröffnung erfolgt Mittwoch Nachmittag 2 Uhr im Weißen Saale des königlichen Schlosses, und zwar, wie es allseitig heißt, nicht durch den Kaiser in Person.

m Berlin, 4. Febr. Der Kreuzzeitung entnehmen wir:Der Beschluß des Staatsministeriums, auf das Zustandekommen des Aus- suhrungsgesetzes zur deutschen Gerichtsverfassung für jetzt zu verzichten, wird einerseits auf den Widerspruch des Vicepräsidenten Camphausen, andererseits auf die Haltung des Justiz-Ministers Leonhardt zurückge- <jUhrt, welcher mit Rücksicht auf die Gestalt, die das Gesetz durch die Umarbeitung im Abgeordnetenhause erhält, eine Vereinbarung in irgend nner absehbaren Zeit nicht mehr für möglich gehalten zu haben scheint. ^Las Staatsministerium trat heute Mittag zu einer Sitzung im Abgeordneten- ?onie zusammen, um, wie verlautet, noch einmal in Erwägung zu ziehen, wann die Landtagssession zu schließen sei. Abgeordnete versch. Fractionen gtauoen annehmen zu dürfen, bis zum Samstag dieser Woche würden beide

^denfalls zusammen tagen und die Schließung der Session erfolge möglichen Falls erst später. Nach der neuesten Angabe soll nämlich das

Staatsministerium willens fein, das Herrenhaus zur Durchberathung des Ausführungsgesetzes zu bestimmen und dann würde das Abgeordne­tenhaus am Samstag stillschweigend sich vertagen, um erst wieder zu ei­ner Sitzung sich einzufinden, nachdem das Herrenhaus das Ausführungs- gesetz durchberathen hätte. Diese Annahme stützt sich auf den Ausgang der heutigen Debatte des Abgeordnetenhauses, worin der Wunsch zur Fertigstellung des ganzen Gerichtsorganisationsgesetz zum Ausdruck kam. Man glaubt, die Regierung werde diesem Wunsche Rechnung tragen und demzufolge von einer Nachfefsion wie von der Schließung des Landta­ges in dieser Woche Abstand nehmen." (Köln. Ztg.)

Berlin, 4. Februar. «Köln. Ztg.) Gestern Nachmittag kurz vor 1 Uhr ist ein Eisenbahnunglück bei Lübbenau l Station der Gör- litzer Bahn) durch Zusammenstoß zweier Züge entstanden. Drei Perso­nen sind todt, zwei Passagiere schwer, ein Passagier und fünf Fahrbe- amte leicht verletzt.

Die nationalliberale Fraktion trat heute, Sonntag, Vormittag zu einer Berathung zusammen, über ihre Stellung zu dem neuesten Be­schluß der Staatsregierung, den Landtag im Laufe dieser Woche zu schließen, demnach also auf die Durchberathung des Ausführungsgesetzes zur Gerichtsverfassung zu verzichten. Der Abgeordnete Lasker wies Darauf hin, daß das Herrenhaus, resp, dessen Justiz-Kommission, deren Hauptmitglieder Beseler und Vermuth zugleich dem Reichstage angeboren, sechs bis acht Wochen zur Berathung des Gesetzes gebrauchen würde. Es wäre doch in hohem Grade unschicklich, daß während dieser langen Zeit die zugleich dem Abgeordnetenhause angehörenden Mitglieder des Reichstages Diäten beziehen sollten. Lasker beantragte, an erster Stelle morgen das Sitzgesetz zu berathen, und dann, unbekümmert um den Be­schluß der Staatsregierung, das Ausführungsgesetz jedenfalls noch zu Ende zu diskutiren und zu erledigen. Dieser Antrag fand die Zustim­mung der Fraktion. Es verlautet, daß von Varzin aus der Schluß der Session gewünscht worden sei. Das in Umlauf gesetzte Gerücht, als habe das Ministerium, im Hinblick auf die in Abgeordnetenkreisen herrschende Verstimmung, darüber nach Varzin berichtet, um einen an­deren Beschluß zu extrahiren, wird uns als unbegründet bezeichnet.

(Deutsch. Mont.-Bl.)

Deutsches Reich. Gegen die von Deutschland angeregten Bestrebungen nach einer Reform der russischen Zollpolitik und Erleich­terung des Grenzzollverkehrs an der deutsch russischen Grenze macht sich in den Kreisen der russischen Schutzzöllner eine lebhafte Agitation be­merkbar. Die sonst sehr gemäßigtePetersburger Börsenzeitung", das Organ der Schutzzollpartei, geräth in große Erregung bei Besprechung der in Petersburg zwischen den Vertretern Deutschlands und Rußlands stattfindenden kommissarischen Verhandlungen, welche sie auf Abstellung etwaiger Mißstände im Zollwesen beschränkt zu sehen wünscht. Das Blatt weist jede Andeutung einer Ermäßigung des Tarifs energisch zu­rück und fordert die Regierung in schroffer Weise auf, keine Zollherab­setzungen zu Gunsten Deutschlands eintreten zu lassen. Leider scheint es, als ob es dieser Aufforderung bei der russischen Regierung gar nicht bedürfe. (Trib.)

(Diplomatische Aktenstücke.) Im englischen Parlament ist eine weitere Folge der diplomatischen Korrespondenz über die orien­talische Frage vertheilt worden, welche folgende bemerkenswerthe Akten­stücke enthält: Nach einer Depesche von Luftus an Derby vom 30. ^an. erklärte Gortschakoff in Beantwortung der Depesche Derby's bezüglich der Endgültigkeit der Friedensgrundlagen: es seien für den Waffenstill­stand gewisse Grundlagen nothwendig, welche jedoch, soweit sie Europa beträfen, nur als Präliminarien und nicht als definitiv betrachtet werden sollten; Fragen von europäischem Interesse sollten Mit den Vertrags­mächten geregelt werden. Eine andere Depesche von Lostus d. d. 30. Jan. besagt: Gortschakoff erklärte, der letzte Artikel der Friedensbedin­gungen bezüglich des eventuellen Einvernehmens betreffs der russischen Interessen an den Meerengen sei unbestimmt und unnöthig; er (Gortscha­koff) habe nichts dagegen, denselben überhaupt zu unterdrücken. Gort­schakoff bestritt ferner, daß besagter Artikel sich auf ein Separateinver- nehmen zwischen Rußland und der Türkei beziehe, und ermächtigte Lord