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J^o, 28. SaMMA UM 2. Februar. 1878.
Umtliches
Im Frühjahr dieses Jahres findet eine allgemeine Musterung des Pferdebestandes statt.
Die Herrn Ortsvorstände ersuche ich deshalb, alsbald den in ihren Gemeinden vorhandenen Pferdebestand aufzunehmen und sich hierzu des nachstehenden Schemas zu bedienen. Fohlen unter 3 Jahren, Hengste, die zum Dienstgebrauch nothwendigen Pferde der Beamten im Reichsoder Staatsdienste, sowie die zur Ausübung des Berufes nothwendigen Pferde der Aerzte und Thierärzte und diejenige Anzahl Pferde der Posthalter, welche zur Beförderung der Posten kontraktlich gehalten werden müssen, sind nicht mit aufzunehmen. Die aufgestellten Nach- weisungen wollen die Herrn Ortsvorstände bis zum 10. Februar er. hierher einreichen.
Nachweisung
von den in der Gemeinde N. N. vorhandenen Pferden.
Lfde. Nr-
Namen des Besitzers.
Anzahl der Pferde.
Bemerkungen
Kreise offizie,
Zum Militair Commissa s Hanau ist der Major im 2. Hessischen Husar
Hanau am 19. Januar D
r der Pferde-Musteru Schnackenberg, e en- Regiment Nr. 14, 1878.
er Landrath.
ags- Commission des tatsmäßiger Stabs- bestimmt.
Die Herrn Standesbeamten zu Kinzigheimer-Hof, Rüdigheimer- Hof, Fechenheim, Seckbach, Praunheim, Hütlengesäß und Marköbel werden an die alsbaldige Einsendung der Nebenregister zu den Standes- büchern pro 1877 erinnert.
Hanau am 25. Januar 1878.
Der Landrath.
Die Herren Ortsvorstände der Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern werden unter Hinweisung auf den §. 4 unserer Bestimmungen über die Erziehung von Waisenkindern in Familien ersucht, die Gesuche um Verpflegung von solchen Waisen auf Kosten des hiesigen Waisenhauses mit den tabellarischen Nachweisungen und den vorgeschriebenen Zeugnissen baldigst bei den Königl. Landrathsämtern anzu- bringen.
Hanau am 19. Januar 1878. Königl. Waisenhaus-Vorsteheramt.
S ch r ötter.
Wochenschau.
L. C. Die guten Beziehungen des deutschen Kaiserhauses und besonders unseres Kronprinzen zu der Familie des Königs Humbert I. werden trefflich durch ein Telegramm gekennzeichnet, welches der Kronprinz bei seiner Rückkehr von Rom nach Berlin am 20. d. Mts. von Ala aus an König Humbert gerichtet hat. Dasselbe lautete im Text: «Bevor ich die Grenze überschreite, wünsche ich Dir, Margherita und Italien alles Gute. Ich flehe zur Vorsehung für Dein Reich. Es folgt eine Umarmung von Deinem Bruder Wilhelm." — Sogar bei der ultramontanen Geistlichkeit Spaniens hat der Tod König Victor Emanuels sein Nachspiel gefunden; der Erzbischof von Toledo hat nämlich den Pfarrer an der San Sebastiankirche zu Madrid abgesetzt, „weil derselbe ein Requiem für König Viclor Emanuel hielt."
Die Antirepublikaner haben in Frankreich von ihren Gegnern keine Schonung zu erwarten; dies erhellt deutlich genug aus einer Rede Gambetla's, welche derselbe bei einem Bankett in Belleville am 27. v.
Mts. gehalten hat. Wir sind im Begriffe, den Feinden des allgemeinen Stimmrechtes den Prozeß zu machen, meinte Gambetta, betonte aber auch andererseits, daß die Republik feststehen würde, wenn man die Politik der Klugheit, Mäßigung und Reformen sortsetzte. Gambetta sprach auch die Ueberzeugung aus, daß selbst die gegenwärtige Majorität des Senates gegenüber dem Willen Frankreichs nachgeben werde — Der Duc Decazes hat sich bereit erklärt, seine Kandidatur im Seum zurückzuziehen und somit die Wahl des Kandidaten der Linken, Victo Lefranc. zu ermöglichen, wenn die Majorität der Deputirtenkammer als Gegenleistung seine Wahl zum Deputirten von Reget Theniers gutheißt: möglicherweise kommt dieser Vergleich zu Stande. Es ist bereits eme Commission damit beauftragt, die ungesetzlichen Wahlmanöver der Regierung des 16 Mai zu untersuchen und man zweifelt in Frankreich nicht daran, daß da- Ministerium Fourtou und Genossen in den An klagezustand versetzt werden.
Die österreichisch ungarische Busgleichskrisis befindet sich immer noch im gleich n Stadium wie früher, d. h. beide Reichshälsien haben wohl die Aussicht auf einen Ausgleich, entwickeln aber nicht die nöthige Einsicht, um einen solchen zum Wohle des Landes bald zu Stande zu bringen. Dieser leidige Arsgleich charakterisirt die Zerrissiu- Heit der Parteien und die Zerrissenheit der Kronländer im österreichischen Staate zur Genüge. Nach den Meldungen eines ungarischen Blattes gibt es in der Regierungspartei des Pesther Abgeordnetenhauses in der Ausgleichsfrage wieder 4 Parteien und dieselbe zerfällt in Solche, welche den Ausgleich nicht wollen; in Solche, welche den ungarischen Ministerpräsidenten K. Tisza um jeden Preis wollen; in Solche, welche d.n Ausgleich wollen; und endlich in Solche, welche abwarten, was geschehen werde. Bei dieser Musterkarte von Wollenden, Nichtwollenden, Anderswollenden und Abwartenden kann Oesterreich-Ungarn wahrscheinlich auf den Ausgleich noch ernige Zeit warten. .
Die berühmte orientalische Frage kann selbst den politstchsten Politiker heutzutage vollständig konfus machen Die Weltblätter überbieten sich in Sensationsmacherel und „Originalkorrelpondeuzen zuverlässigerer- Berichterstatter", und eben solchen Telegrammen von denen immer drei Viertheile gelogen und das dritte Viertheil — nicht wahr ist. Nur so viel steht fest, daß sämmtliche Meldungen über den Abschluß eines russisch-türkischen Waffenstillstandes, sowie der Friedenspräliminarien völlig verfrüht waren und daß selbst die Großmächte in Folge der in dieser Hinsicht stets zweideutigen und sich durch Versprechungen nicht bindenden Politik Rußlands, über die nächsten Absichten dieser Macht keine genaue Kenntniß haben. Rußland marschirt ruhig weiter nach Konstantinopel, unbekümmert, wie es scheint, um die Lamentationen des englischen Kabinets, welches in schwankender Politik in den letzten Monat, n das Mögliche geleistet hat. So war z. B. Lord Hornby auf Befehl des Kabinets von Set. James mit der englischen Flotte schon in die Dardanellen eingefahren, um Rußland gegenüber zu demonstrir,n; kaum war aber die englische Flotte eingelaufen, als Lord Beaconsfield, dem jedenfalls vor den Folgen seines Schrittes Rußland gegenüber graute, auch schon die Flotte wieder heransbeorderte und sie in der Stärke von 10 Panzerschiffen am Eingänge der Meerengen Stellung nehmen ließ. Dieses Vorgehen sowie das sonstige Benehmen Englands in der Orientfrage hat jedenfalls nicht dazu beigetragen, die Achtung Europas vor der englischen Macht und Bedeutung zu erhöhen. — Ju Folge der Herausbeorderung der Flotte aus den Dardanellen soll der entschiedene Gegner der englischen Aktionspartei, Lord Derby, das Portefeuille des Ministeriums des Auswärtigen beibehalten haben, welches er vorher niederzulegen bebsichtigte. Es bleibt abzuwart-n, ob das englische Parlament die Subsidienfoiderung der Regierung für allenfallfttze Kriegsvorbereitungen bewilligen wird; jedenfalls i)t im Lande und in Parlamente heute noch eine starke Oppositionspartei, weich: die Erhaltung des Friedens will und sich gegen bie Votirung des Kredites au- sprechenwrrd. ^ ^^ ^ ^ Ruhestörungen; am 26. versammelten sich neuen 10,000 Personen, denen der Krieg gegen die Türkei nicht seriell genug erklärt werden kann, vor den Ministerhotels und warfen