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diejenige« Gewässer oder Strecken derselbe« ganz oder theilweise außer Kraft zu setzen, welche nicht ausschließlich Unserer Hoheit unterworfen sind.

§ 18. Alle auf den Gegenstand dieser Verordnung bezüglichen, auf Gesetz oder Verordnung beruhenden Vorschriften treten, soweit sie den Vorschriften dieser Verordnung entgegenstehen, außer Kraft.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und teigedrucktem Königlichen Jnsiegel.

Gegeben Berlin, den 2 Nvvember 1877.

(L. S.) Wilhelm.

Friedenthal.

Gefunden: Ein Cigarren-Etui. Ein Schellengeläute. Zwei grau-wollene gestreifte Pferdedecken.

Hanau am 28. Januar 1878.

___________ Königliches Landrathsamt.____________________

Der Spengler Ludwig Gerhard aus Zeitz, dessen Aufenthalts- «rt hier unbekannt ist, wird auf die Anklage:

am 13. August 1876 aus dem Rückwege von Großsteinheim nach hiesiger Stadt — in hiesiger Gemarkung — die 19 Jahre «he Dienftmagd Elisabethe Keßler von Lohrhaupte» mit einem Stocke dergestalt wiederholt vorsätzlich auf den Rücken geschlagen, daß der Stock in Stücke zersprang und die Keßler am Rücken mehrere Verletzungen davontrug, daß er s»«it die rc Keßler vorsätzlich körperlich mißhandelt bezwse. an der Gesundheit beschädigt habe, vorgesehen in den §§. 223 und 232 St.-G.-B.

zur Hauptverhandlung auf den 2 7. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, in das Sitzungszimmer des hiesigen Königl. Amtsgerichts, Ab­theilung IV , unter der Androhung vorgeladen, daß auch im Falle sei­nes Ausbleibens nach Maßgabe der §§. 350 und 464 St.-P.-O. zur Beweisausnahme und Urtheilsfällung geschritten werden wird, sowie, daß das Urtheil und weitere Verfügungen nur durch Anschlag im Ge­richtsgebäude bekannt gemacht werden.

Hanau am 8. Januar 1878.

Der Polizei-Anwalt

Sch »lling.

Der Schreinergeselle Gottfried Heinrich Krämer aus Gablenberz in Württemberg, dessen Aufenthaltsort hier unbekannt ist, wird auf die Anklage:

Anfangs Juli 1876 a. einen Geldbetrag von 10 Mark, welchen ihm seine damalige Geliebte, die ledige Maria Heil aus Sterbfritz, jetzt hier, in hiesiger Stadt eingehändigt hatte, um solchen vorüber­gehend für sie aufznbewahren, in eignen Nutze« verwendet, b. einen Regenschirm im Werthe von 5 fl., welchen er in Gegenwart der 2C. Heil dahier an sich genommen, um ihn in deren neues Logis hier zu tragen, bei seiner am 12. Juli 1876 von hier erfolgten heimlichen Abreise nach Gießen in der Absicht, den Schirm fü sich zu behalte«, mitgenommen, daß er somit ihm anvertraute fremde bewegliche Sachen, bezwse. eine fremde bewegliche Sache, die er im Besitz hatte, rechtswidrig sich zugeeignet habe, — strafbar nach den §§. 246 und 74 St.-G.-B.

.zur Hauptverhandlung auf den 27. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, in das Sitzungszimmer des hiesigen Königlichen Amtsgerichts, Ab­theilung IV., unter der Androhung vorgeladen, daß auch im Falle sei­nes Ausbleibens nach Maßgabe der §§. 350 und 464 St.-P.-O. zur Beweisaufnahme und Urtheilsfällung geschritten werden wird, sowie, daß das Urtheil und weitere Verfügungen nur durch Anschlag im Gerichts- ^ebäudc bekannt gemacht werden.

Hanau am 8. Januar 1878.

Der Polizei-Anwalt

___________________ Scholling.

Tagesschau.

. — Berlin, 26. Jan. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) (52.) Sitzung. Nach längerer Debatte über Erörterung der Frage der Exe­kutivgewalt der Königlichen Commissarien für die bischöfliche Vermögens- Verwaltung wurde der Antrag der Kommission unter Streichung der Worte, welche eine Rückerstattung der Exekutivstrafgelder verlangen, an- genomme«.

Das Haus beschäftigte sich demnächst mit Wahlprüfungen und er­klärte die Wahlen der Abgg. Denicke, Günther (Fraustadt), Tschuschke, Schopis, Worzewski, Wagner (Stargard), Noack, Bohtz, Holtze und Serlo für gültig, die der Abgg. Hausmann und Jansen für ungültig.

Um 4 Uhr wurde die Sitzung geschlossen und die nächste Sitzung -auf Montag 10 Uhr anberaumt

(Fortsetzung folgt.) (R. u. St -A.)

— St. Petersburg, 26. Jan. Dem griechischen Kabinet ist bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge, um nicht neue Verwickelun­gen herbeizuführen, von hier aus die möglichste Moderation anempfoh­len worden. — Die von der „Times" in einem Berliner Telegramm

gebrachte Nachricht, daß in Rußland eine neue Einberufung von Mann­schaften von ausschließlich über 40 Jahren stattfinden würde, wird von anthentischer Seite als durchaus unbegründet bezeichnet — Der Be­fremden erregten Kreditforderung des englischen Kavinets muß durch die inzwischen in London erfolgte Mittheilung der Bedingungen, welche Rußland der Pforte stellt, jeder Vorwand entzogen sein; jeder Prätext, daß Rußland in die englische Interessensphäre hineingreifen wolle, fehlt. Den Waffenstillstands-Äbschluß mit Friedenspräliminarien hat Rußland allein mit der Pforte zu vollziehen, wie es schon mehrfach erklärt hat, unbeschadet der späteren Mitwirkung der Mächte bei den bezüglichen internationale« Vertragsbestimmungen. Berücksichtigen die ruffichen Friedensbedingungen die englische Interessensphäre, so bedarf es kaum der Versicherung, daß sie den Interessen Oesterreich volle Rechnung tragen.

— Petersburg, 26. Jan. Die „Agence Russe" meldet: Die Keuntnißnahme von den russischen Bedingungen hat England die Ueber­zeugung von der Mäßigung Rußlands gegeben. Die Krise ist beseitigt und wird, wie man hoffen darf, keine weiteren Folgen haben.

— St. Petersberg, 26. Januar. Offizielles Telegramm aus Tiflis vom 25 d.: In der Nacht zum 22. d. besetzte daS Detachement des General Komaroff, ungeachtet des stürmischen Schneewetters, die Brücke über den Jmirkew, griff die starke Position der Türken bei dem Dorfe Doliekhan an, und brächte dem Feinde, welcher 2 reguläre und 6 irreguläre Bataillone stark war, eine vollständige Niederlage bei. Die Türken flüchteten theils in der Richtung auf Artwin, theils in daS be­nachbarte Gebirge. Ein Gebirgsgeschütz, eine große Menge von Mu­nition, viele Waffen und das Lagergeräth fielen in die Hände der Russen. Der Verlust der Russen betrug 2 Todte und 14 Verwundete.

— Konstantinopel, 25. Jan., Abends 6 Uhr 45 Min. Die „Agence HavaS" meldet: Die Pforte hat die Friedensbedingungen Ruß­lands angenommen. Die Friedenspräliminarien sollen morgen in Adria­nopel unterzeichnet werden, wohin sich die Bevollmächtigten begeben ha­ben. — Die Pforte hat, wie heute verlautet, mehrere Punkte der russi­schen Friedensbedingungen acceptirt. Die Fragen wegen Abgrenzung Bulgariens und Oeffnung der Meerenge sollen einem Kongresse vorge­legt werden.

Spezialtelegramme des „Deutschen Montag s - Blatt".

— Wien, 27. Jan., 1 Uhr 30 Min Gestern Abend reifte Bot- schaftsrath Fonton mit wichtigen Depeschen der österreichischen Regie- rrng nach St. Petersburg. — Aus Konstantinopel kommt die Nachricht, Safet Pascha habe gegen fremde Botschafter geäußert, die Türkei werde den diktirten Frieden annehmen, sie unterzeichne aber damit den Unter­gang der Türkei. g

— London, 27. Jan., 11 Uhr 30 Min. Von den hiesigen po­litischen Persönlichkeiten, die infolge ihrer Stellung ein unbefangenes Urtheil haben, wird die ganze Episode der versuchten englischen Ein­mischung als ein vorübergegangenes „heiteres Nachspiel" zu der Tragödie des Kriegs bezeichnet. Minister Carnarvon ist das alleinige Opfer, weil er dem Premier BeaconSfield persönlich verhaßt ist, da er diesen stets als „Parvenu" .behandelt hatte.

L tatet.

Hanau, 28. Januar 1878

— Gestern wurde Herrn Dr. Th. Merz gelegentlich seines 50jäh- rigen Dottorjubiläums durch Herrn Oberbürgermeister Saffian (Herr Landrath v. Schrötter war durch Unwohlsein verhindert) der rothe Äd- lerorden 3r Klasse mit der Zahl 50 feierlichst überreicht, ihm durch denselben auch im Namen der städtischen Körperschaft gratulirt. Außer­dem sandte die medizinische Fakultät zu Marburg dem Jubilare ein Ehrendiplom ; weiter beglückwünschte eine Deputation der hiesigen Herren Aerzte den Kollegen zu seinem Ehrentage. Ein Festessen, das man dem Jubilare zu Ehren zu verunstalten in Aussicht genommen hatte, lehnte derselbe dankend ab. — Möge es dem wackeren Ehrenmann vergönnt sein, noch recht lange sich einer ungetrübten Gesundheit zu erfreuen.

—r. Sicherem Vernehmen nach wird Montag den 4. Februar d. I. der durch seine Reisen in Afrika und Nordasien rühmlichst bekannte Naturforscher Dr. Brehm aus Berlin im Auftrage der Wetterauischen Gesellschaft in unserer Stadt einen Vortrag über sibirische Volksver- Hältnisse („die heidnischen Ostiaken") halten. Man will es nicht unter­lassen, auch an dieser Stelle die Mitglieder der Wetterauischen Gesell­schaft, sowie alle sonstigen Freunde der Naturwissenschaften auf diesen jedenfalls höchst interessanten Vortrag aufmerksam zu machen.

— Heute wird vom Herrenhause der Bericht der Justizkommission über Sitz der Oberlandes- und Landgerichte entgegengenommen.

— Leider vor nicht zahlreicher Zuhörerschaft — einigen 50 Per­sonen, davon jedoch ein großer Theil erfreulicher Weise der Landbevöl­kerung angehörend — hielt der Direktor der landwirthschaftlichen Win­terschule zu Marburg, Herr Dr. Hesse, auf Veranlassung des land­wirthschaftlichen Krelsvereins gestern Nachmittag im „Riesensaale" einen Vortrag über Bau und Ernährung (nicht Herrührung wie, durch einen Schreibfehler veranlaßt, in diesem Blatte zu lesen war), der land­wirthschaftlichen Kulturpflanzen. In klarer, leicht faßlicher Weise, wer-