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Bierleljährlich « Mark 25 W Für auswärtige
Lbsmienten mit dem betreffenden Postausschlog. Sie einzelne Nnut» wer 10 Bfg.
Lumner Aipmtr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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SaMstaß den 26. Januar.
1878.
Amtliches.
Nach Ablauf des ersten Jahres, in welchem mit dem Samen- Prüfungswesen im hiesigen Vereinsbezirke begonnen wurde, ist dessen Wichtigkeit erst recht hervorgetreten, aber ebenso die Nothwendigkeit, daß alle Interessenten, Landwirthe sowohl wie Samenhändler, auch den nöthigen Gebrauch davon machen und dabei so vorgehen, wie die Statuten für die Samen-Prüfungsstation vorschreiben.
Da es leider! mehrfach vorgekommen, daß Händler, mit der Station in unerlaubter Weise Reclame machend, Kleesaaten für seidefrei verkauften, die sich später als scidehaltig erwiesen, so empfehle ich allen Interessenten Folgendes nachdrücklich zur Beachtung:
1) Es soll kein Landwirth Kleefarnen kaufen, ohne sich Garantie von dessen Freisern von Kleefelde gewähren zu lassen.
2) Die Mitglieder der landwirthschaftlichen Vereine, der Ortsgemeinden rc. müssen ihren Bedarf an Äleesaat gemeinschaftlich kaufen, nachdem sie zuvor bei dem Vorstände des betr. landwirthschaft- lichen Vereins sich nach der besten Bezugsquelle erkundigt haben.
3) Die gekaufte Saat soll alsdann zur Nachprüfung der Samen- Prüfungsstation zu Marburg eingeschickt werden.
4) Es darf mit dem Ankauf nicht bis kurz vor der Aussaat gewartet werden, man muß sich vielmehr rechtzeitig gutes Saatgut beschaffen, um dasselbe nach dem etwaigen Auffinden von Seidesamen oder anderen schädlichen Unkräutern oder falls eine Verfälschung mit gefärbtem Sande und Gelbklee (die sehr häufig geübt wird) nachgewiesen ist, zurückgeben zu können.
5) Der Samenhändler darf nur gute seidefreie Saat verkaufen, wenn er auf den Namen eines reellen Kaufmanns Anspruch machen will.
Zum Reinigen der Saat von Seide kann die Hohenheimer Seide-Reinigungsmaschine sehr empfohlen werden, welche bei der Kanstei der Königl. Württembergischen Land- und Forstwirth- schaftlichen Akademie zu Hohenheim bei Stuttgart zu bestellen ist und 163 Mark kostet. Erlaubt der Umfang des Geschäfts die Anschaffung dieser Maschine nicht, so muß der Händler seidefreie Saat von einem größeren Geschäfte sich beschaffen und diese nachprüfen lassen.
6) Die Probenahme muß sehr sorgfältig aus verschiedenen ' Theilen des HaufiNs, des Sackes rc. geschehen und die Probe selbst in einem Gewicht von 250 Gramm (Vs Pfund) an die Prüfungsstation eingcschickt werden.
7) Die Probe ist zweckmäßig in einer guten starken Musterkapsel ein« zusenden und kostet nur 10 Pfg. Porto. Die Kapsel muß den Namen des Absenders und eine beliebige Nummer tragen.
8) Grassaaten dürfen niemals ohne Garantie für eine bestimmte Ziffer von Reinheit und Keimfähigkeit, wie sie sich nach den letztjährigen Zusammenstellungen als Durchschnitt ergibt, gekauft werden und der Händler sollte in feinem eigenen Interesse die schwierige Keimkrasts-Prüfung niemals selbst vornehmen.
9) Proben, welche einer Unrersuchung unterzogen werden sollen, sind an Dr. R. D eetz, Vorstand der Samen-Prüfungsstation zu Marburg, franco emzujchicken.
Cassel, den 16. Januar 1878.
Der Vorsitzende des landwirthschaftlichen Central-Vereins.
Wendelstadt.
Für den Georg Carl Franziska Osius aus Hanau, Sohn des Adolph Osius aus Hanau, wohnhaft zu Waldheim in Sachsen, ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanenverband, behufs Auswanderung nach Amerika, nachgesucht worden.
Hanau-am 17. Januar 1878.
D e p e s ch c n.
25. Jan., 11 Uhr 15 Min. Vorm. Wasserstaus heute früh 8 Uhr in Lohr 2,95 Meter, hier 2,14 Meter über Null. Wasser im Steigen. ' Stadimagistrat Aschaffenburg.
Frankfurt, 25. Jan, 5 Uhr 47 Min. Nachm. Wasser in Haßfurt heute 3,40 M., Würzburg 2,79 M., Wasser im Steigen.
Polizeipräsidium: Leykam.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 26. Januar 1878.
Der Landrath.
Gefunden: Drei Fläschchen Rothwein-, ein Fläschchen Branntwein- (Proben) enthaltend, sowie ein leeres Fläschchen. Ein goldenes Hemdenknöpfchen. Ein Portemonnaie, einige Pfennige nebst Gummi enthaltend.
Hanau am 26. Januar 1878.
Königliches Landrathsamt._______________
Landwirtschaftlicher Kreis-Verein dahier.
Am 27. d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird im Saal des Gasthauses zum Riesen dahier der Direktor der landwirthschaftlichen Winterschule zu Marburg Herr Dr. Rudolph Hesse einen Vortrag über „den Bau und die Herrührung der landwirthschaftlichen Culturpflanzen" abhalten, wozu die Mitglieder und Freunde der Landwirthschaft zu recht zahlreichem Besuche hiermit eingeladen werden.
D er Vorstand.
Die Herrn Bürgermeister werden ersucht, Vorstehendes in ihren Gemeinden bekannt zu machen.
Hanau am 24. Januar 1878.
___________________________Der Landrath.__________________________
Wochenschau.
L. C. Dem Vernehmen nach ist nunmehr zwischen Fürst Bis- marck und der nationalliberalen Partei eine Vereinbarung zu Stande gekommen, nach welcher die Nationalliberalen 3 Portefeuilles erhalten sollen, deren Träger der „äußersten Rechten" der Partei entnommen werden. Die Ablehnung des Antrags auf Erhöhung der Tabakssteuer, welcher von dem Finanzminister Camphausen eingebracht ist, soll diesen zur Niederlegung seines Amtes veranlassen. Die nächsten Tage werden kehren, was an diesen Meldungen richtig ist. — Der Kronprinz des Deutschen Reiches- ist von seiner Reise nach Rom bereits zurückgekehrt; jedenfalls mit dem Gefühl der Befriedigung, da ihm sowohl von Seiten des Königs Humbert, als auch von Seiten des italienischen Volkes, ein herzlicher und enthusiastischer Empfang zu Theil geworden ist.
König Humbert I. von Italien hat am 19. d. Mts. den Eid auf die Verfassung vor dem Parlamente geleistet und in einer danach folgenden Rede versichert, daß er sich zur Aufgabe machen würde, nach dem Vorbikde seines Vaters würdig zu regieren. — Durch ein Dekret hat derselbe alle wegen politischer oder Preßvergehen Verurtheilten begnadigt und zugleich angeordnet, daß bei anderen Vergehen, wenn dieselben keine höhere als eine sechsmonatliche Strafe nach sich ziehen, das | Strafverfahren eingestellt wird.
Die Tendenz-Nachrichten gewisser Blätter, daß Oesterreich, England und auch Italien, Rußland offiziell erklärt hätten, ihre Regierungen würden in einen Separatfrieden der Kriegführenden nicht einwilli- gen, können wir heute als vollständig falsch konstatiren; weder Oesterreich, England oder gar Italien ist bis heute aus der Reserve heraus- getreten.
Die Franzosen können immer noch nicht ihre üble Laune darüber verbergen, daß der Kronprinz des Deutschen Reiches von der Bevolke- rung Italiens so enthusiastisch begrüßt wurde und bei seinem Empfange auf dem Bahnhöfe zu Rom eine ganz andere Rolle als ihr Marschall Canrobert gespielt hat; dieser kam nämlich mit seiner Begleitung in Cioilkkeidung an (einige Herren seiner Begleitung hielten die Reisetaschen in den Hänien), wurde auf dem Bahnhöfe mit militärischen Ehrenbezeigungen empfangen und war genöthigt über die ausgestellte Ehrenkompagnie „im Paletot" die Musterung abzunehmen. Diese ... ane ärgert nun die eitlen Franzosen, gewaltig, obgleich Marschall Canrobert, welcher nicht durch die französische Gesandtschaft von diesem Empfange