*rs«tteme«tA- Preis'
Jährlich 9 Mark. Halbj. 4 M. 50 P.
Vierteljährlich
8 Mark 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nunr- m?r 10 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
awfertl»*
Prei»t
Die Ispalchp earmonbjda * deren Rar»
10 Ps,.
Sie 2ipaIL Lew
20 Psg.
Die SjpaltigcZeile M Pfg.
M 16. SaMMß den 19. Januar.
1878.
Amtliches.
Die Herrn Ortsvorstände von Großauheim, Oberissigheim, Roßdorf, Rüdigheim. Bergen, Berkersheim, Seckbach, Eckenheim, Langendie- bach und Marköbel werden an Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 28. Septbr. e., Nr. 230 des Hanauer Anzeigers, in Betreff der Ermittlungen der in den letzten beiden Jahren bedungenen Pacht- u. Kaufpreise der Grundstücke innerhalb 8 Tagen, hiermit erinnert.
Hanau am 12. Januar 1878.
Depesche.
Wafferstand in Hahfurth heute Vormittag 9 Uhr 3,20 Meter, in Würzburg 11 Uhr 1,80 Meter, Wasser im Steigen.
Frankfurt a. M., 18. Jan. 1878 (6 Uhr 26 Min. Nachm.)
Polizeipräsident Hergenhahn.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 19. Januar 1878.
Der Landrath.
Gefunden: Ein Portemonnaie mit etwas Geld. Eine schwarze Mütze ohne Schild mit Band. Ein buntes seidenes Knüpftüchelchen.
Verloren: Eine badische Prämien-Obligation von ICO Thlr., Nr. 82937, nebst Talon Ein Talon zu einer bad. Prüm.-Obligation von 100 Thlr. Nr. 90644.
Entlaufen: Ein weißer Spitzhund, schwarz gefleckt, mit braunem Kopf; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Zugelaufen: Ein junges graues Hündchen mit weißer Brust und Pfoten.
Hanau am 19. Januar 1878.
Königliches Landrathsamt. _________
Wochenschau.
L. C. Der Termin für die Eröffnug des deutschen Reichstages ist noch nicht genau bestimmt (ist jetzt bereits bestimmt. D. Red.) und dürfte diesbezüglich das neuerliche Unwohlsein des Fürsten Bismarck nicht ohne Einfluß sein. Am 15. Nachmittags hielt der Bundesrath unter dem Präsidium des Staatsministers Hofmann eine Plenarsitzung. Uebermittelt wurden den betreffenden Ausschüssen Vorlagen bezüglich der Entwürfe eines Gerichtskostengesetzes und der Gebührenordnungen für Gerichtsvollzieher sowie für Zeugen und Sachverständige; Entwurf eines Gesetzes über die Beglaubigung öffentlicher Urkunden; Nachweise über die bei den deutschen Münzstätten im Jahre 1876 erfolgten Gold- und Silberausprögungen, sowie ein Antrag Preußens betreff! nd den Entwurf eines Gesetzes über die Besteuerung des Tabaks. Beschlossen wurde die Sitzung mit verschiedenen Mittheilungen über den verlängerten Handelsvertrag mit Italien, den Etat der Reichsheeresverwaltung, Marineverwaltung, Post- und T-legraphenverwaltung 1878/79.
D.r Kronprinz des Deutschen Reiches, welcher auf persönlichen Wunsch diese Mission übernommen hat, ist bereits zur Theilnahme an den Leichenfeierlichkeitcn des verblichenen Königs Victor Emanuels II. sowie zur Begrüßung des Königs Humbert in Rom ein- getroffen. Demselben ist sowohl auf der ganzen Reise als auch bei sein r Ankunft m Rom ein enthusiastischer Empfang zu Theil geworden. Auf dem Bahnhöfe wurde derselbe von dem Prinzen v. Carignan, den italienischen Ministern, dem Personal der deutschen Botschaft, den Spitzen der röm. Behörden, vielen Deputirten und Offizieren empfangen. Der Kronprinz sprach den Ministern Depretis und Crispi „den Schmerz und die Theilnahme aus, welche der Kaiser, die Mitglieder des Königshauses und die deutsche Nation beim Tode Victor Emanuels empfänden."
Das Letchenbegängniß wird am. 17. statt finden und die Beisetzung in der Panth.onkirche zu Rom. Der Papst H.t befohlen, daß allen Anforderungin bezüglich der Begräbnißfeiertichkeit Folge gegeben werde und gestattet, daß die Geistlichkeit an derselben sich betheiligen könne. Die ultramontanen italienischen Blätter sprechen mit großer Anerken
nung über die politischen und militärischen Fähigkeiten des verblichenen Königs.
Victor Emauuel P. ist auch eines Königs würdig gestorben; seine letzten Worte, welche er an den Kronprinzen Humbert richtete, lauteten: „Ich empfehle Dir Festigkeit, Liebe zum Vaterlande und zur Freiheit." — König Humbert hat am 12. die Eidesleistung der Truppen von Rom entgegengenomnun und wurde dabei von denselben mit Zurufen warm begrüßt.
In Frankreich ist von Seiten der Liberalen die Entlassung des Generals Ducrot als Commandirender des 8 Armeekorgs sehr günstig ausgenommen worden Ebenso ist der als eifriger Bonapartist bekannte General Durant de Villars von dem Posten des General-Sekretärs der Ehrenlegion enthoben worden In diesen Kreisen hat es auch unangenehm berührt, daß der Papst dem Bischof von Angers die Berechtigung ertheilt hat, den Zöglingen der katholischen Fakultäten Diplome auszu- stellen. Dem Vernehmen nach soll daraufhin der französische Unter« richtsminister Bardoux an den Minister des Aeußern, Waddington, das Ansuchen gerichtet haben, dem päpstlichen Nuntius, Meglia, und durch diesen dem Cardinal Simeoni, wegen dieser Einmischung der römischen Curie in eine sranzösische Staatsangelegenheit, Vorstellungen zu machen. Es ist somit ein Anfang mit ultramontanen und republikanischen Gegensätzen auch in Frankreich gemacht und es ist zu erwarten, daß die jetzige Regierung gegen jeden Hebelgriff der Ultramontanen energisch Vorgehen wird. — In Paris haben in drei Bezirken Stichwahlen für den Municipalrath stattgefunden, in welchen die republikanischen Kandidaten Sieger blieben.
Die Vermähluug des Königs Alfonso von Spanien wird um einige Tage verschoben werden, wegen des Todes König Victor Emanuels. Bei der Berathung der spanischen Kortes über die von König Alfonso beabsichtigte Heirath hat Moyan gegen diese Verbindung gesprochen und nachzuweisen gesucht,, daß dieselbe für Spanien nachteilig sei. Der spanische Ministei Präsident Canovas bei Castillo suchte darauf die Aeußerung von Moyans zu widerlegen
Der ungarische Ministerpräsident Tisza hat an die Stadthauptmannschaft in Pesth einen Erlaß gerichtet, durch welchen socialistische Verbindungen in Ungarn untersagt werden; demgemäß wurde noch am 12. eine Arbeiterversammlung sowie eine Arbeitervereinsversammlung verboten.
Das Unsichere der englischen Politik erhält auch dadurch wieder eine Illustration, daß das englische Mittelmeergeschwader nach der Levante beordert ist; Lord Beaconsfield scheint Angesichts der entscheidenden russischen Waffenerfolge den Muth verloren zu haben sich den Annectionen Rußlands, welche die englischen Interessensphäre berühren würden, äußeisten Falles ernstlich entgegenzustellen. Außerdem werden die Zustände in den englischen Kapkolonieen auch das ihrige dazu beitragen, um die englische Aktionspolitik gegen Rußland zu erschüttern. Nach den neuesten Nachrichten aus Kapstadt vom 11. Dezbr. v. I. ist die Situation der Kapkolonisten keine beneidenswerthe. Die Kaffern haben den englischen Truppen bereits kleinere Treffen geliefert, in denen sie große Erbitterung und große Tapferkeit gezeigt haben sollen Das Gouvernement wirbt bereits Freiwillige unter den Kolonisten und in Kurzem sollen Massenaufgebote der Kolonisten zum Kriegsdienste erfolgen
Da die Hauptarbeit von den Russen auf dem Kriegsschauplatze gethan ist, sind die Nachrichten von dort von geringerem Belang als früher. Dazu kommt, daß große Schneemassen militärische Operationen für den Augenblick fast unmöglich gemacht haben. Die Türken haben Tatar Basardschik geräumt, nachdem sie es in Brand gesteckt hatten.
Zwei türkische Monitors haben Eupatoria und Theodosia bom- bardirt, ein Vorgehen, welches Angesichts der Waffenstillstandsverhand- lungen, auf die Russen kaum einen günstigen Eindruck machen wird, zumal'es mit dem Kriegsgebrauch in Wiverspruch steht. Der von den Türken angerichtete Schaden wird für diese nicht den Werth des verschossenen Pulvers ausmachen; verschiedene Gebäude sind beschädigt und einige wenige Menschen getödtet und verwundet. — Die Serben haben