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Samstag den 5. Januar.
1878.
Amtliches.
Gemäß §. 23 der Ersatz-Ordnung vom 28. September 1875 — Amtsblatt Nr. 46 S. 269 -, sowie der Instruktion vom 16. Mai 1876, die Führung der Rekrutirungs-Stammrollen betreffend (Amtsblatt Seite 109) haben die Herrn Ortsvorstände unverzüglich nachstehende Bekanntmachung viermal zu erlassen:
„Alle Militairpflichtige vom Jahrgang 1858 und ältere, welchen eine endgültige Entscheidung von den Ersatz-Behörden noch nicht ertheilt ist, haben sich in der Zeit vom 15. Januar bis 15. Februar er. bei dem Ortsvorstande, bei Meldung der im Gesetze angedrohten Strafen und Nachtheile, zur Rekrutirungs-Stammrolle zu melden.
Dienstboten, Haus- und Wirthschaftsbeamten, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen, Fabrikarbeiter und andere in ähnlichen Verhältnissen stehende Militairpflichtige, sowie ferner G und Zöglinge anderer Lehranstalten haben sich an demjenigen Orte zur Stammrolle zu melden, woselbst sie in Lehre oder Arbeit stehen, bezw. wo sich die Lehranstalt befindet.
Die in das militairpflichtige Alter tretenden zum einjährig freiwilligen Dienste Berechtigten haben, insofern sie nicht bereits in den activen Dienst eingetreten sind, unter Vorlage des Berechtigungsscheins bei Unterzeichnetem ihre Zurückstellung mündlich oder schriftlich zu beantragen.
Für solche Militairpflichtige, welche ohne an einem anderen Orte im deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherren die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Meldung der im Gesetze an- gedrehten Strafe.
Jeden angemeldeten Militairpflichtigen resp, deren Anmelder haben die Herrn Ortsvorstände auf die Bestimmungen der pos. 8 des §. 23 der Ersatz Ordnung ausdrücklich aufmerksam zu machen. Diese lauten: „Militairpflichtige, welche nach Anmeldung zur Stammrolle im Laufe eines ihrer Militairpflichtjahre ihren dauernden Aufenthalt oder Wohnsitz nach einem anderen Aushebungsbezirk oder Musterungsbezirk verlegen, haben dieses behufs Berichtigung der Stammrolle sowohl beim Abgänge der Behörde oder Personen, welche sie in der Stammrolle ausgenommen hat, als auch nach der Ankunft an dem neuen Ort derjenigen, welche die Stammrolle führt, spätestens innerhalb dreier Tage zu melden."
In den Stammrollen sind nicht blos die angemeldeten Militairpflichtigen einzutragen, sondern auch alle sich am Orte aufhaltenden Militairpflichtigen zu ermitteln.
In Betreff der Anlegung und Führung der Rekrutirungs-Stammrollen werden die Herrn Ortsvorstände auf die Eingangs beregte Instruktion besonders aufmerksam gemacht.
Die Stammrollen nebst Belägen der Jahrgänge 1856, 1857 und 1858 sind bis zum 15. Februar er. hierher einzureichen.
Hanau am 2. Januar 1878.
Der Landrath.
Susanne Fassing, geborene Schäfer, zu Dörnigheim ist als Hebamme vereidigt.
Hanau am 3. Januar 1878.
An Stelle des aus dem Gemeindeamte ausgeschiedenen Bürgermeisters Schuch zu Praunheim versieht der Beigeordnete Euler die Geschäfte des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Praunheim. Zum Stellvertreter desselben ist das Mitglied des Gemeinderaths Bender ernannt worden.
Hanau am 2. Januar 1878.
Bewerber um die erledigte 2te Schulstelle in Bergen, mit welcher ein Einkommen von 900 Mark neben freier Wohnung und 90 Mark Brandentschädigung verbunden ist, wollen ihre Gesuche bei dem Schul- Vorstände daselbst einreichen.
Hanau am 2. Januar 1878.
Gefunden: Ein schwarzer Boa-Pelz. Ein Bruchband. Ein K-B-C-Bnch. Ein Rechnenbuch mit der Aufschrift „Anton Klug".
Ein Heft mit der Aufschrift „zur Geisterstunde". Ein Militairpaß für Johann Drechsler.
Hanau am 5. Januar 1878.
______________________Königliches Landrathsamt._______________ Landwirtschaftlicher Kreis-Verein Hanau.
Nächste Versammlung Dienstag den 15. Ianuar 1 8 7 8, Nachmittags l1/* Uhr, im Gasthaus zum goldnen Löwen in Hanau. Tagesordnung:
1) Verschiedene wichtige Mittheilungen;
2) Besprechung über den Termin der Beschaffung von Simmenthaler Vollblutthieren;
3) Kleefarnen und Sommersaatgetreide. Mitglieder, welche gute Sä- frucht haben, werden ersucht, Proben zum Verkauf oder Tausch mit zu bringen.
Der Borst and.
Die Herrn Bürgermeister werden um gefällige Publikation ersucht.
Hanau am 4. Januar 1878.
Der Landrath.
Tagesscham
— Für die Verwaltung des Sperrmaterials der Kriegshäfen zu Kiel und Wilhelmshaven sowie für die Verwaltung der Fischtorpedos ist je ein Torpedodepot in Friedrichsort und Wilhelmshaven eingerichtet worden. (R. u. St.A.)
— Nach der neuesten Benachrichtigung sind Briefe für die Korvette Ariadne nach Panama zn richten. Damit ist also konstatirt, daß auch dieses Kriegsschiff sich nach Zentralamerika, und zwar wie die Korvette Leipzig nach der Westküste begibt, während dasselbe nach der australischen Station bestimmt war. Anscheinend hängt auch die Abänderung dieser Reiseroute mit der gegen Nicaragua beabsichtigten Aktion zusammen. Auffälliger Weise laßt der in Aussicht gestellte amtliche Bericht über diese Angelegenheit noch immer auf sich warten.
— S. M. Glattdecks-Korvette „Augusta", 10 Geschütze, Kommdt. Korv.-Kapt. Hassenpflug, hat Sidney am 15. September 1877, Nachmittags, verlassen und ist am 4. Oktober vor Nukualofa aus den Tonga- Inseln zu Anker gegangen.
Briefsendungen zc. für S. M. S. „Medusa" sind vom 4. d. M. ab bis auf Weiteres nach Cura^ao zu dirigiren.
— Der Ausbau der Festungen an der Ostgrenze Deutschlands schreitet, wie man von militärischer Seite mittheilt, rüstig vorwärts. In Posen ist der Ausbau der 3 detachirten Forts bei Serzyce und Gurczin im Laufe der Bauperiode 1877 so weit gefördert worden, daß das innere Mauerwerk vollendet ist. Im Baujahre 1878 sollen die äußeren Bauwerke ausgeführt werden. Bei dem Bau der 3 Forts jenseit der Warthe machen die Erdarbeiten große Schwierigkeiten. Im Jahre 1880 hofft man die 10 projektirten Forts fertig zu stellen. Noch weiter fortgeschritten sind die neuen Befestigungen bei Königsberg. Das große, 1 Meile nördlich von der Stadt liegende Fort Quednau ist im Aeußeren jetzt schon ganz vollendet, die übrigen 5, an derselben Seite der Festung liegenden Forts werden in diesem Jahre eben so weit und im Frühjahre nächsten Jahres die 3 südlich von Königsberg in Angriff genommenen Forts im Rohbau vollendet sein, so daß am Schlüsse des Jahres 1879 die Neubefestigung Königsbergs ausgeführt sein wird. (Schw. Merk.)
— Seit einem Jahre sendet das Münchener Franciscanerkloster durch Vermittelung der dortigen preußischen Gesandtschaft Bier an den deutschen Kaiser und den. Fürsten Bismarck. Diese so harmlosen Bierlieferungen bilden den Gegenstand heftiger Anfeindungen zwischen den extremen und den gemäßigten Ultramontanen; während nämlich Letztere in diesen Biersendungcn nichts Auffallendes erblicken können, eifern die Extremen gewaltig gegen die Franziscaner und gönnendem „liberalen" Fürsten Bismarck nicht einmal einen Tropfen guten bayerischen Bieres.
(Trib.)
— Dem Eastern Budget wird aus Wien geschrieben: Bet dem gegenwärtigen Stande der orientalischen Frage kann ferner an die Erhaltung des Status quo in der Türkei nicht gedacht werden; alles, was