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{jmiitr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstag» mit der Berliner Provinzial-Korrespondenz.

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M 284.

Mittwoch den 5. Dezember.

1877.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Bei der, dem Plane gemäß, heute vor Notar und Zeugen statt- gefundenen 65sten Serien-Ziehung des vormals kurhessischen, bei dem Bankhause M. A. von Rothschild & Söhne zu Frankfurt a. M. aufgenummenen Staats-Lotterie-Anlehens vom Jahre 1845 sind folgende 80 Serien-Nummern gezogen worden:

19 192 232 329 448 515 530 599 701 765 976 977 1134 1152 1346 1621 1634 1669 1684 1823 2081 2151 2184 2215 2251 2281 2366 2433 2564 2585 2659 2795 2819 2871 2918

3404 3456 3610 3910 3954 3961 4039 4048 4052 4086 4130

4234 4400 4633-4642 4700 4734 4884 4910 4961 5102 5148 5197 5224 5417 5485 5593 5610 5640 5681 5724 5804 5854 6013 6033 6073 6076 6303 6373 6381 6485 6510 6560 6621 6661.

Wir bringen solches hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.

Cassel, den 1. Dezember 1877.

Königliches Regierungs- Präsidium.

von Brauchitsch.

Landwirtschaftlicher Lreismrein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 15. Dezember, Nach­mittags 2^2 Uhr, im Gasthauszum Riesen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Die Obstbaumzucht. Referenten: Bürgermeister Ebert zu. Bischofsheim; Ferd. Schwarz zu Baiersröderhof.

2) Beschaffung von Sommersaatgetreide und Kleejamen. Referent: W. Schupp ins zu Rüdigheimeihof.

3) Stutenbesichtigung.

4) Beschaffung von Zuchtvieh. Referent: Ferd. Schwarz.

5): Sonstige Mittheilungen.

Der Vorstand.

Die Herrn Bürgermeister des Kreises wollen Vorstehendes in ih­ren Gemeinden bekannt machen.

^H Hanau am 1. Dezember 1877.

Der Landrath.

Tagesschau.

Die Dinge in Frankreich.

(A. d. Schw. Mcrl.>

Die Hoffnungen, welche die öffentliche Meinung an den Empfang der beiden Kammerpräsidenten durch den Marschall knüpfte, sind schnell wieder zerstoben. Es ist bezeichnend für die öffentliche Meinung in Frankreich, daß sie das erste schwache Anzeichen, aus der jetzigen Krisis glücklich herauszukommen, mit rührender Gulmüthigkeit und Hoffnungs­freude begrüßte; so tief ist der Wunsch nach Frieden, daß schon ein ferner Hoffnungsstrahl wie eine Erlösung empfunden wird. Die repu­blikanischen Blätter mäßigten einen Tag lang ihre Sprache, selbst die Börse gerieth in eine sanguinische Wallung. Heute ist die Enttäuschung AM so größer, je glücklicher man für eine Weile aufgeathmet hatte. Nachdem man sich einen Augenblick dem Vertrauen hingegeben hatte, daß die Dinge endlich eine bessere Wendung nehmen werden, erträgt man um so unwilliger den Ruckfall in die alte Unsicherheit. Der Marschall hat auch durch die Vorstellungen der beiden Präsidenten des Senats und der Kammer sich nicht umstimmen lassen. Er wiederholte, daß es ihm unmöglich sei, mit der Linken zu gehen. Den Vorständen des Pariser Handelsstandes, die ihn zur Umkehr beschworen, antwortete er gleichfalls mit einem'schroffen Nein. Und dieselbe Antwort wird den anderen, zür Zeit vorbereiteten Eingaben zu Theil werden, welche dem Marschall die Nothlage der Geschäfte an's Herz legen, die Schuld auf die Reaktionären wälzend, wie umgekehrt diese die Schuld davon auf die Republikaner wälzen. Die abermalige Verschärfung der Lage spricht sich bereits in dem Entschluß der Linken aus, das Budget un­bedingt M verweigern. Gibt die Kammermehrheit diesem Beschluß Folge,

so werden sich hieraus die weiteren Schritte entwickeln. Wahrscheinlich wünscht der Marschall und die hinter ihm stehende Kamarilla nicht» anderes als die Budgetverweigerung. Denn dadurch wird erst die Mehrheit des Senats für die Kammerauflösung gewonnen. Audiffret- Pasquier hat zwar dem Marschall erklärt, daß die Konstitutionellen des Senats die abermalige Auflösung nicht gutheißen würden, aber offenbar hofft man im Elysee, sie doch noch mürbe zu machen, und man hofft dies zu erreichen eben durch die Verweigerung des Budgets von Seiten der Kammer. Genehmigt der Senat die Auflösung nicht, dann freilich würde dem Marschall nur übrig bleiben, sich zurückzuziehen; genehmigt er sie aber, so wird der Wahlkampf des verflossenen Sommers mit gesteigertem Eifer in das Werk gesetzt werden. Es bleibt dann dem Marschall immer noch Zeit an den Rücktritt zu denken, wenn die neuen Wahlen kein besseres Ergebniß liefern als die vom 14. Oktober. In­zwischen ist die Ungeduld und Erbitterung im Steigen. Bisher gab e» noch Leute, welche den Marschall damit zu entschuldigen suchten, daß er über die wahre Lage nicht aufgeklärt sei, da seine Umgebung weder eine freisinnige Zeitung, noch einen Mann, dessen sie nicht vollständig sicher, in's Elysee dringen ließ. Diese Entschuldigung kann jetzt nicht mehr geltend gemacht werven; man kann nicht mehr sagen, daß Mac Mahon in seiner Beschränktheit nicht ahne, worauf seine Politik abzielt. Er hat die Wahrheit gehört, von Männern, deren Aufrichtigkeit-ihm nicht zweifelhaft erscheinen kann. Wenn also trotzdem keine Aenderung eintritt, so muß man wohl den Marschall persönlich für den Zrfftand des Landes verantwortlich machen.

Berlin, 4. Dezbr. Abegeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (27.) Sitzung stand zur ersten Berathung der Gesetzent­wurf, betreffend die Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden und der Verwaltungsgerichte in städtischen Gemeinde-Angelegenheiten im Gel­tungsbereiche der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875. Der Mi­nister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten, Dr. Friedenthal, be­merkte in einer einleitenden Rede, daß man die in der Vorlage getroffe­nen Bestimmungen schon in das Kompetenzgesetz ausgenommen haben würde, wenn nicht damals gleichzeitig eine Städteordnung zur Bera­thung vorgelegen hätte, in welche man diese Bestimmungen um der Connexität des städtischen Gemeinderechtes willen lieber habe aufnehmen wollen. Das Gesetz gelange unter der denkbar ungünstigsten Situation an das Haus, es trete aber in vielen Punkten bisher bureaukratische Befugnisse an die Selbstverwaltungsbehörden ab und halte sich überall in den Schranken der erforderlichen Nachtragsbestimmungen zum Kom­petenzgesetz, nachdem die Städteordnung nicht zu Stande gekommen sei. Die Staatsregierung sei entschlossen, unverzüglich an die Ausarbeitung von Gesetzentwürfen zu gehen, welche für den Gesammtumfang der Mo­narchie, einschließlich der Provinz Posen, die Gesetzgebung der Kreis­ordnung ausdehnen sollen. Gleichzeitig würde sich daran die organische Regelung der provinziellen Verhältnisse anschließen. Dieselben würden von dem Geiste der neuen Verwaltungsgesetzgebung getragen sein, aber die provinziellen Eigenthümlichkeiten berücksichtigen. Es müßten sodann diejenigen kommunalen Aenderungen getroffen werden, welche zum orga­nischen Zusammenwirken nothwendig seien. Die Organisation und Kom­petenz der Staatsbehörden den Selbstverwaltungsbehörden gegenüber werde gleichzeitig geregelt werden, und würde hier der Ort sein, die nöthigen Aenderungen in den bisherigen Zuständigkeitsbefugnissen ein­treten zu lassen. Erst wenn man diese Verhältnisse klar geregelt habe und deren Resultate übersehen könne, werde man die Garantien besitzen, welche dem Staate nöthig seien, um ein Gegengewicht gegen die größere Emanzipation zu bieten, welche man in Zukunft den Kommunew Werbe gewähren müssen. Er könne zwar nicht bestimmt versprechest) daß diese Vorlagen dem Hause in der nächsten Session zugehen würden, für un­ausführbar halte er aber die bereits in Angriff genommene Aufgabe nicht, bei der die Erfahrung der Selbstverwaltungsbehörden bestimmend mitwirken werde. (Forsetzung folgt.) (R. u. St.-A.)

Berlin, 4. Dezbr. DieNordd. Allg. Ztg." bespricht nach einem Telegr. des.Frkftr. Jnt.-Bl." die jüngste Rede Lord Derby'»