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Hmauer lustiger.

Mgleich Amtliches Organ für Kreis ««d Madt Hanau.

Erschein» täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belietrist-ich« Anlage, and Samstags mit der Berliner Provinzial' Torr^vondenz.

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Dsnnerltaq den 15. November.

1877.

Amtliches.

Gefunden: Eine neue graue Schürze. Eine rothe Kaputze.

Verloren: Ein Tuchrock. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein desgleichen mit ca. 10 Mark; dem Finder eine Belohnung.

Hanau am 15. November 1877.

Königliches Landrathsamt.

Tagesschau.

Berlin, 14. Novbr. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen (13.) Sitzung sprachen zum Etat der Forstverwaltung über den Antrag des Abg. von Meyer noch die Abgg. Ur.Weichensperger, Dr. Miguel und Richter (Hagen). Der Finanz- Minister Camphausen, bat, die Forstfrage nicht, wie es in dem Anträge geschehen sei, mit der Domänenfrage zu vermischen, da die Domänen eine, wenn auch an sich unnöthige Garantie für die Staatsschuld ge­währten. Dem Anträge des Abg. Schellwitz gemäß wurde der Antrag Meyer der um 7 Mitglieder verstärkten Budgetkommission überwiesew Es folgte der Etat der Verwaltung für Handel, Gewerbe und Bauwe­sen. Bei Kap. 12, Tit. 4 der Einnahmen: Gebühren für die Prüfung der Feldmesser, besprach der Abg. Sombart die ungenügende technische Ausbildung derselben. Der Besuch des Polytechnikums sei ihnen er­schwert, weil zur Aufnahme in dasselbe ein Zeugniß der Reife von ei­nem Gymnasium oder einer Realschule erster Ordnung verlangt werde. Der Handels-Minister Dr. Achenbach erklärte, daß höhere, wissenschaft­liche Anforderungen auch in Zukunft an die Geometer nicht gestellt werden würden, doch sei es die Absicht, daß die in den eigentlichen Staatsdienst tretenden Geometer einen Kursus an einer höheren poly­technischen Schule durchzumachen. Die Aufnahmebedingungen für diese Anstalten würden dem nicht entgegenstehen, man würde eben mit Rück­sicht aus die Geometer Vorschriften erlassen, die ihnen den Besuch der Anstalt gestatten. Auf eine Anfrage des Abg. Richter (Hagen), ob Verhandlungen über eine vom Reichskanzler Fürsten von Bismarck als zweckmäßig angedeutete Aenderung in der Organisation des preußischen Handels-Ministeriums im Gange seien, erwiderte der Handels-Minister Dr. Achenbach, daß ihm von derartigen Verhandlungen nichts bekannt geworden sei. Bei Kap. 70 (technische Lehranstalten) wies der Abg. Schmidt (Stettin) auf die bedeutenden Verschiedenheiten in den Gehäl­tern der Direktoren und Lehrer bei den Bau- und Gewerbe-Akademien zu Berlin, sowie bei den polytechnischen Anstalten in Hannover und Aachen hin. Der Abg. Lüders verlangte Spezialfachschulen, besonders Baugewerbeschulen, in Verbindung mit den bestehenden Gewerbeschulen, wie dies mit dem besten Erfolge in Sachsen schon seit vierzig Jahren der Fall sei. Der Handels-Minister Dr. Achenbach bemerkte, daß die Regierung, wie der vorliegende Etat schon zeige, in der vom Vorredner gewünschten Weise ferner vorgehen werde. Der Abg. Reincke (Eckern- förde) fragte, ob für die Baugewerbschulen nicht feste dauernde Zuschüsse gewährt werden könnten, worauf der Regierungs-Kommissar erklärte, daß die jährlich höhere oder niedrigere Bemessung dieser Beiträge Vor­behalten werden müsse. Auf eine Anfrage des Abg. Rauthe (Görlitz), ob die Regierung nicht eine mildere Praxis bei der Auszahlung der Wohnungsgeldzuschüsse an die Gewerbeschullehrer walten lassen könne, erwiderte der Regierungs-Kommissar, daß die Regierung dieser Anre- zuug nicht Folge geben könne.

Zu Tit. 11b.: Stipendien und Unterstützungen für die Ausbildung der Kunsthandwerker, bemerkte der Abg. Cremer, daß es uns nicht an Theoretikern, sondern an tüchtigen Praktikern fehle, und daß es wün- schenswerth wäre, wenn die Staatsregierung sich die Errichtung von Lehrwerkstätten angelegen sein ließe; die reichlichen Dispositionsfonds würden die Mittel hierzu darbieten. Dieser Titel so wie der Rest des Etats wurden genehmigt. (Forts, folgt.) (R. u. St.-A.)

DerPost" zufolge ist der im Reichs-Justizamte ausgearbeitete Entwurf einer Gerichtsgebühren-Ordnung für das Deutsche Reich so weit fertig gestellt, daß in den nächsten Tagen derselbe den Bundesre­gierungen zur Kenntnißnahme und zur Information ihrer Vertreter im Bundesrathe zugehen wird.

Die russische Regierung hat bekanntlich vor etwa einem Jahre

den Grenzverkehr dadurch sehr erheblich erschwert, daß sie die Zahlung der Importzölle in Gold anordnete, eine Maßregel, welche dadurch noch drückender wurde, daß die Annahme nur einzelner weniger ausländischer Goldmünzen gestattet war. Infolge der zahlreich eingelaufenen Petitio­nen und Proteste, hervorgerufen durch die bedeutende Courssteigerung der begünstigten Goldmünzen, hat die russische Regierung endlich nach­gegeben, die Zahl der bei der Zollabfertigung anzunehmenden Gold­münzen erheblich zu vermehren. Was deutsche Valuta betrifft, so ist erlaubt worden, daß außer den bisher zugelassenen Zwanzigmarkstücken fernerhin auch Zehn- und Fünfmarkstücke in Gold gezahlt werden kön­nen. Der Cours derselben ist in folgender Höhe berechnet worden: Doppelkronen = 8 Rub. 58 Kop., Kronen = 4 Rub. 29 Kop., halbe Kronen 2 Rub. 14 Kop. (Trib.)

Das englische Wochenblatt Spectator bringt einen Artikel über diefinanzielle Lage Preußens". Wenn andererseits ausgesprochen wurde, Preußen und mit ihm das Reich, dessen Theil es ist, seien fast zu arm, um wirklich groß zu sein, so entgegnet darauf das erwähnte Blatt:Weit entfernt davon, daß Preußen als Staat sich in den ge­ringsten Geldverlegenheiten befinde, gibt es in Europa, mit Ausnahme Englands, kein Land, das so gründlich mit Mitteln für jede große Aktion, Krieg eingeschlossen, versehen ist. Die Milliarden mögen dahin- geschwunden sein, aber sie haben doch wenigstens theilweis produktiv gewirkt, durch Herstellung besserer Verkehrsmittel. Das Volk mag schwer besteuert sein, aber es ist nicht mehr beschwert als früher, und es ist gleich dem englischen nach gesunden Grundsätzen besteuert, welche die geringst denkbaren Unkosten mit sich führen, während der Credit des Staates so gestiegen ist, daß Preußen 100 Mill. zu 4 pCt. borgen könnte, eine Quelle der Kraft, welche in gleicher Weise nur Großbri­tannien besitzt. Eine preußische Anleihe, sagen wir von 20 Mill. (Pfd. St.) zu 4 pCt., würde in London in einigen Tagen ausgenommen wer­den und ein Deficit von 2 Mill. jährlich, fortgesetzt für ein halb Jahr­hundert, würde seine finanzielle Lage nicht ernstlich gefährden. Das ist eine glänzende Lage, nicht eine Lage die zu bemitleiden ist." Wenn ferner behauptet wird, Preußen werde ärmer, so ist der Spectator außer Stande, Gründe für solche Behauptung zu entdecken.Daß der Handel daniederliegt, ist wahr, aber das ist überall der Fall, und in Deutsch­land ist das bloß sichtbarer, weil, während es Fabriken hat wie Eng­land, deren Reinerträge, Dank der Dürftigkeit des Bodens und der Unbedeutendheit der angesammelten Capitalien, im größeren Verhältnisse zum gesammten Reinertrag aus all^n Landeseinnahmen stehen."

Karls ruhe. Die großherzogliche Staatsanwaltschaft hat nach demMannh. Tagebl." in dem bekannten Prozeß gegen hiesige Metzger wegen Lebensmittel-Fälschung gegen das ergangene Urtheil den Rekurs angezeigt, weil die Anklage wegen Betrugs abgewiesen wurde.

Worms, 12. Nov. Vorgestern packte ein Individuum in der Nähe des Bahnhofes von Groß-Rohrheim die erwachsene Tochter eines dortigen Bahnbediensteten bei den Haaren, hielt ihr den Mund zu, schnitt deren Zopf ab und verschwand spurlos in der Dunkelheit.

Pesth, 10. Nov. Im Vordergrund der politischen Erörte­rung steht entschieden die nach dem Abbrüche der Zollvertragsverhand­lungen mit Deutschland von Seiten der Monarchie zu befolgende Han­delspolitik, deren von den Ministerien Tisza und Auersperg vereinbarte Tendenz ihren Ausdruck in dem heute dem Parlamente vorgelegten, jedoch noch der Motivirung entbehrenden allgemeinen Zolltarif findet. Der Eindruck desselben ist ein dem Ministerium höchst ungünstiger. Nach den mehrfachen feierlichen Versicherungen Tisza's, daß die schutz- zöllnerischen Neigungen der Oestreicher ihre Bäume nicht in den Him­mel werden wachsen lassen dürfen, erscheint der Tarif als eine sehr demüthigende und die Interessen Ungarns geradezu preisgebende Kon­zession. Hier setzt denn auch die Opposition in wirksamster Weise ihre Hebel gegen das Ausgleichswerk an. Graf Albert Apponyi verlangte nicht umsonst die Vorlage aller Dokumente, welche den Verlauf und die Ursachen des Abbruchs der Verhandlungen mit Deutschland zu beleuchten vermögen. Mit gutem Grunde glaubt man daraus entnehmen zu kön­nen, daß die Schuld der Vereitelung des Zollvertrages die Oestreicher treffe und demgemäß eine der Ausgleichsgrundlagen durch sie-wesentlich