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Hanauer Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Auönahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Corttspondenz.
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M 266. Mittwoch den 14 November. 1877.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Auf Grund des Allerhöchsten Erlasses vom 1. d. M. (Gesetz- Samml. S. 225) mache ich hierdurch darauf aufmerksam, daß die bereits durch Bekanntmachung vom 21. Juni 1875 zur Einlösung öffentlich aufgerufenen Preußischen Kassenanweisungen vom 2. November 1851, 15. Dezember 1856 und 13. Februar 1861
a. in Berlin
bei 1. der General-Staatskasse,
2. der Kontrole der Staatspapiere,
3. der Kusse der Königlichen Direktion für die Verwaltung der direkten Steuern,
4. dem Haupt-Steueramt für inländische Gegenstände,
5. dem Haupt-Steueramt für ausländische Gegenstände,
6. der unter dem Vorsteher der Ministerial-, Militair- und Bau- Kommission stehenden Kasse,
b. in den Provinzen bei 1. den Regierungs-Hauptkassen,
2. den Bezirks-Hauptlasten in der Provinz Hannover,
3. der Landeskasse in Sigmaringen,
4. den Kreiskassen,
5. den Kassen der Königlichen Steuerempfänger in den Provinzen Schleswig-Holstein, Hannover, Westphalen, Hessen-Nassau und Rheinland,
6. den Bezirkslassen in den Hohenzollernschen Landen,
7. den Forstkassen,
8. den Haupt-Zoll- und Haupt-Steuerämtern, sowie
9. den Neben-Zoll- und den Steuerämtern
nur noch bis zum 30. März 1878 zur Einlösung angenommen werden, nach diesem Zeitpunkte aber ihre Gültigkeit verlieren, und alle Ansprüche aus denselben an den Staat erlöschen.
Berlin, den 5. Oktober 1877.
Der Finanz-Minister Camphausen.
Behufs Vornahme der Vertheilung der nächstjährigen Gewerbesteuer für die G ast -, Speise- und Schankwirt he — Klasse C. —■ in Stadt Windecken und den ländlichen Ortschaften ist die Wahl von sieben Abgeordneten und ebenso viel Stellvertretern für eine dreijährige Periode erforderlich.
Hierzu ist Termin auf Donnerstag den 2 9. d. M., Vor- ^^' iu das landräthliche Bureau bestimmt worden.
, Bezugnahme auf die durch die Bürgermeister ergehenden besonderen Ladungen der Wirthe in Klasse C. bringe ich solches zur öffentlichen Kenntniß. *
Hanau am 9. November 1877.
Bewerber um die neu gegründete zweite Lehrerstelle in Nieder- vorfeldem mit welcher neben freier Wohnung und 90 Mark für Heizung ein Einkommen von 840 Mark verbunden ist, wollen ihre Gesuche binnen 14 Tagen beim Schulvorstand einreichen.
Hanau am 7. November 1877.
Zur Wahl von sieben Abgeordneten und ebenso viele Stellver- rretern behufs Vertheilung der Gewerbesteuer pro 1878/79 der Gesell- M der Handeltreibenden Klasse A. II. — wohin auch Bäcker, Metzger und Bierbrauer, soweit dieselben nicht der Klasse B. überwiesen ^gehören, — habe ich einen Termin auf Donnerstag den 2 9. o. M., Vormittags 1 0 Uhr, im landräthlichen Bureau anberaumt. . -^ bringe dieses mit Bezugnahme auf die schriftlich durch Vermittelung der Bürgermeister ergangene besondere Ladung der {1‘ zugewiesenen Gewerb etreibenden der «tadt Windecken und der ländlichen Gemeinden mit dem Anfügen zur
Kenntniß, daß die Wahl der Abgeordneten für eine dreijährige Periode geschieht.
Hanau am 9. November 1877.
Die Herrn Bürgermeister wollen dafür Sorge tragen, daß die ihnen mit dem Formular zur neuen Klassensteuer-Rolle und Einkommens- Nachweisung zugesandten Liquidationen der Kosten-Vorlagen baldigst hier berichtigt werden, wie dieses von einigen Herrn Ortsvorständen bereits geschehen ist.
Hanau am 13. November 1877.
Der Landrath.
Gefunden: Ein Abzugs-Attest nebst Steuerzettel für Werkmeister Carl Bender. Ein Köcher. Eine weiße Manschette. Ein weißes Taschentuch, A. 8. 6 gez.
Hanau am 14. November 1877.
Königliches Landrathsamt.
Tagesschau.
Die Krisis in Frankreich.
(A. d. Sckw Hier!)
Langsam entwickelt sich die merkwürdige Krisis, in der sich das französische Staatswesen befindet, aber von Tag zu Tag verstärkt sich der Eindruck, daß die Dinge einem verhängnißvollen Ende zutreiben. Es ist, als ob jetzt die Parteien sich scheuten, irgend einen voreiligen Schritt zu thun, der dem Gegner gewonnenes Spiel gäbe. Mit Mäßigung harren die Republikaner der Dinge, die geschehen sollen, und langsam reifen die Entschlüsse im Elysee, wenn es nicht etwa die bloße Rathlosigkeit und Verwirrung ist, was dort bedächtige, zögernde Ueber- legung scheint. Jeder Theil scheint dem anderen die Verantwortung sür das, was geschehen soll, zuwälzen zu wollen. Die Kammer wartet, was der Marschall thun wird; der Marschall läßt die Beschlüsse der Kammer an sich herankommen. Die erste parlamentarische Woche ist vorüber und sie hat keine Veränderung in der politischen Lage herbeigeführt. Der Senat vertagte sich nach zwei kurzen Sitzungen bis zu dem Zeitpunkte, wo die Aktion in der Kammer voraussichtlich begonnen haben wird; er gab seine Absicht kund, einstweilen die Rolle des Zuschauers zu spielen und erst dann einzugreifen, wenn der Konflikt zwischen der Regierung und der direkten Landesvertretung ausgebrochen sein wird. Er bezeigte keine Lust, auf den Ausgang dieses Konflikts im Voraus durch ein dem Ministerium Broglie-Fourtou gewährtes Vertrauensvotum einzuwirken. Der Senat ist also vertagt und wird voraussichtlich erst Mittwoch wieder auf den Schauplatz treten. Die Kammer hat ihre bisherigen Sitzungen ausschließlich auf die Vorbereitungen zu ihrer Konstituirung verwandt, welch letztere aber am Montag vollzogen sein wird, so daß nun die Eröffnung des Kampfspiels unmittelbar bevorsteht. Es heißt, daß erst von der Art und Weise, wie seine Minister in der Kammer behandelt werden, Mac Mahon seine weiteren Entschlüsse abhängig mache, allein die Aussicht, daß er den Spruch des allgemeinen Stimmrechts anerkennen, daß er einlenken, ernstlich eine Aussöhnung suchen werde, ist so gut wie aufgegeben. Nach Allem, was man aus dem Elysee hört, ist der Marschall zum Widerstände entschlossen. Die klerikale Sippschaft des Senats und der Kammer, die Legitimisten, die Bonapartisten, sie alle stoßen ihn auf den Weg des Konflikts. Die Orleanisten selber, die nämlichen Orleanisten, welche in den Koulissen des Senats das Ministerium Broglie bekämpften, indem sie ihm die beabsichtigte Vertrauenserklärung verweigerten, tragen im Elysee dazu bei, den Marschall in seinen Planen zu bestärken. Man hat ihn davon zu überzeugen gewußt, daß die Feindseligkeit gegen das Kabinet blos eine Personenfrage sei, und daß er an seiner Politik nichts zu ändern brauche, um wieder Herr der Lage zu werden. Die Ergeben- heitsbetheuerungen der Monarchisten und Bonapartisten folgen einander im Elysee den ganzen Tag; es scheint, als ob die verschiedenen Parteien eifersüchtig einander überwachten, damit keine der andern den Rang in der Gunst des Staatsoberhauptes ablaufe. Die Wahrscheinlichkeit ist