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Trschsint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage >ud Gamstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Dienstag den 13. November.
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Amtliches.
Behufs Vornahme der Bertheilung der nächstjährigen Gewerbesteuer für die Gast-, Speise- und Schankwirthe — Klasse C. — in Stadt Windecken und den ländlichen Ortschaften ist die Wahl von sieben Abgeordneten und ebenso viel Stellvertretern für eine dreijährige Periode erforderlich.
Hierzu ist Termin auf Donnerstag den 29. d. M., Vormittags 11 Uhr, in das landräthliche Bureau bestimmt worden.
Mit Bezugnahme auf die durch die Bürgermeister ergehenden besonderen Ladungen der Wirthe in Klasse C. bringe ich solches zur öffentlichen Kenntniß.
Hanau am 9. November 1877.
Bewerber um die neu gegründete zweite Lehrerstelle in Nieder- dorfelden, mit welcher neben freier Wohnung und 90 Mark für Heizung ein Einkommen von 840 Mark verbunden ist, wollen ihre Gesuche binnen 14 Tagen beim Schulvorstand einreichen.
Hanau am 7. November 1877.
Zur Wahl von sieben Abgeordneten und ebenso viele Stellvertretern behufs Vertheilung der Gewerbesteuer pro 1878/79 der Gesellschaft der Handeltreibenden Klasse A. 11. — wohin auch Bäcker, c Metzger und Bierbrauer, soweit dieselben nicht der Klasse B. überwiesen sind, gehören, — habe ich einen Termin auf Donnerstag den 29. d. M., Vormittags 1 0 Uhr, im landräthlichen Bureau anberaumt.
Ich bringe dieses mit Bezugnahme auf die schriftlich durch Vermittelung der Bürgermeister ergangene besondere Ladung der zur Klasse A. II. zugewie senen Gewerb etreibenden der Stadt Windecken und der ländlichen Gemeinden mit dem Anfügen zur Kenntniß, daß die Wahl der Abgeordneten für eine dreijährige Periode geschieht.
Hanau am 9. November 1877.
Der Landrath.
Tagesschau.
— Berlin, 10. Novbr. Im ferneren Verlaufe der gestrigen (12.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten befürwortete in der Debatte über Kap. 97 des Etats des Ministeriums des Innern „Polizeiverwaltung in den Provinzen", der Abg. Windthorst !(Meppen) die Verringerung der wachsenden Polizeikosten durch Aufhebung der Königlichen Polizeiverwaltungen in den Provinzen, z. B. in Celle, Göttingen und Bonn. Der Abg. Wagner (Stargard) bestritt die Nothwendigkeit derselben in den Städten, Göttingen, Celle, Cassel, Hanau, Marburg, Fulda, Wiesbaden und Ems und erinnerte die Regierung an ihr frühe- I res Versprechen, dieselben aufzuheben. Der Regierungs-Kommissarius erklärte, daß man die Aufhebung immer im Auge behalte, aber zur Zeit nicht für angemessen erachte. Der Abg. Dr. Hammacher vermißte bei dem in Rede stehenden Titel die Bemerkung „künftig wegfallend"; eine Beibehaltung des jetzigen Zustandes wäre eine Schädigung der ge- sammten Steuerzahler zu Gunsten einiger Städte. Der Abg. Dr. Meyer (Breslau) wünschte eine Regelung der Gehaltsverhältnisse der Bureaubeamten der Polizei in Breslau. Das Kapitel wurde genehmigt.
Bei Kap. 99 Titel 1 (Besoldung der Landgensd'armerie) beantragten die Abgg. Dr. Hammacher und Berger, das Gehalt für einen 1 neu in den Etat einzustellenden Brigadier (6000 Mk.) zu streichen. Der / Regierungs-Kommissarius hielt die Trennung der Gensd'armerie-Brigade ' in der Provinz Preußen nach der Theilung dieser Provinz für dringend nothwendig. Nachdem noch die Abgg. Wehr (Conitz), von Meyer (Arnswalde), Freiherr von Schorlemer-Alst, Richter (Hagen) und Dr. '-Uitquel das Wort ergriffen hatten, wurde der Antrag Hammacher an- l genommen. Bezüglich der Pensionen für die Gensd'armerie-Offiziere 1 WteI 9 desselben Kapitels) bemerkte der Abg. Dr. Frhr. von der Goltz, daß seit 18 71 eine Steigerung des betreffenden Fonds um 306,000 Mk. Abgetreten fei; die Besetzungsweise schädige den Dienst, weil es an Brigadiers fehle, die längere Zeit im Dienste ständen. Das Kapitel We bewilligt.
Zum Kap. 100 „Allgemeine Ausgaben im Interesse der Polizei", und zwar zu Titel 1: Geheime Ausgaben, sprachen sich die Abgg. Windthorst (Meppen) und Richter (Hagen) gegen die Bewilligung aus, die Abgg. Dr. Lasker und Graf Bethusy-Huc vertheidigten dieselbe aus allgemein politischen Zweckmäßigkeitsgründen. Der Staats-Minister Dr. Friedenthal beschränkte sich darauf, dem Abg. Windthorst (Meppen) gegenüber die Insinuation zurückzuweisen, als ob sich die Regierung bei der Verwaltung des Vermögens der depossedirten Fürsten strafrechtlich verfolgbare Handlungen habe zu Schulden kommen lassen, und verwies den Abg. Richter (Hagen), der Mittheilungen über den Stand des „Welfenfonds" zu erhalten wünschte, auf den Weg der Interpellation. Der Dispositionsfonds wurde gegen die Stimmen des Centrums, der Polen und der Fortschrittspartei bewilligt.
Sehn Kap. 101 „Strafanstaltsverwaltung" wurde von den Abgg. Knörcke und Dr. Techow eine Gleichstellung der Gehälter der Strafan- staltslehrer mit den Strafanstaltsinspektoren gewünscht. Der Regierungskommissar erwiderte, daß er bei der dritten Lesung über die gerügten Ungleichheiten nähere Auskunft geben werde. Vom Abg. Berger wurde die Frage der Gefangenenarbeit angeregt. Der Staats-Minister Dr. Friedenthal versprach, die Frage gründlich zu erwägen, auch einem von dem Abg. Richter geäußerten Wunsche gemäß eine Enquete über den Umfang der Gefangenenarbeit in den niederrheinischen und westfälischen Gefängnissen und ihren Einfluß auf die dortige Schlosserindustrie anstellen zu lassen. Dieses Kapitel und der Rest des Etats des Mi- nisteriums des Innern wurden genehmigt. Schluß SVa Uhr. Nächste Sitzung, Dienstag den 13 d. M., 11 Uhr.
(Fortsetzung folgt.) (R. u. St.-A.)
— Berlin, 9. Nov. Die Minister des Innern und der Justiz haben unterm 21. v. M. unter Abänderung der Bestimmungen vom 19. Februar v. J. diejenigen Tage festgesetzt, an welchen jüdische Gefangene nicht zur Arbeit angehalten werden sollen. Außer den Sabbathen sollen sie an 14 näher anfgeführten Feiertagen wider ihren Willen nicht zur Arbeit angehalten werden. „Gefangene, die in diesem Falle von der Arbeit befreit sind, können dagegen an den Sonntagen und an den christlichen Feiertagen mit geräuschlosen Arbeiten beschäftigt werden." Außer den 13 streng gefeierten jüdischen Feiertagen ist noch ein Tag „Purim" freigegeben.
— Berlin, 12. Nov. Die seit Ende voriger Woche erwähnte, in London herrschende Besorgniß vor einem russisch-türkischen Separatfrieden mit Preisgebung der Dardanellen erklärt die Schwankung der heutigen Times, die dafür mit dem Bemerken plaidirt, daß England dabei nur auf Bedingungen hinwirken könnte, welche für die neutralen Staaten möglichst günstig wären. Dies bestätigt, daß Disraeli's Rede in der Guildhall hauptsächlich Englands Stellung für ein solches Vor- kommniß wahren wollte. (Köln. Ztg.)
— Briefsendungen rc. für S. M. S. „Ariadne" sind bis inet. 1. Dezember er. nach Rio de Janeiro (via Bordeaux) zu dirigiren.
— Die „Saar- und Moselzeitung" berichtet über einen Wahlsieg der Liberalen in Trier wie folgt:
„Die heute beendeten Stadtverordnetenwahlen haben in unserer, auswärts so vielfach als „Hochburg des Ultramontanismus" bezeichneten Stadt mit einem so glänzenden Siege der liberalen Partei geendet, daß das Ergebniß weit über die Grenzen der Rheinprovinz hinaus Beachtung verdient und unsere freisinnige Bürgerschaft mit Recht darauf stolz sein darf. Bei der Neuwahl von 11 Stadtverordneten hat die liberale Partei in allen drei Klassen aufs Glänzendste gesiegt und trotz der unerhörtesten Anstrengungen der hiesigen Centrumspartei ist derselben jetzt auch ihr einziger Vertreter, den sie noch in der Stadtverordnetenversammlung besaß, bei der diesmaligen Wahl verloren gegangen. Die Wahlbetheiligung war in allen Abtheilungen so rege wie noch nie, denn es haben durchschnittlich 75 pCt. der Wahlberechtigten gestimmt. Die Stadt Trier dürfte nun wohl in Rheinland-Westfalen die einzige Stadt mit überwiegend katholischer Bevölkerung sein, die in ihrer städtischen Vertretung nur Liberale und auch nicht ein einziges ultramontanes Mitglied besitzt. Hoffentlich wird man nun „draußen im Reiche", wo