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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt HanM.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer B'ilage, und Samttags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.
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Freitag den 26. Oktober
1877.
Auf den Hanauer Anzeiger kann für November & Dyember Lei allen Postanstalten sowie bei der Expedition, Waisen- haus, Hammergaffe 9, abonnirt werden.
Tagesschau.
— Der Contre-Admiral Batsch, Chef des Stabes der Kaiserlichen Admiralität, ist nach Auflösung des Uebungsgeschwaders nach Berlin zurückgekehrt.
— Briefsendungen rc. für S. M. S. „Ariadne" sind vom 25. bis inkl. 27. d. Mts. nach Plymouth und vom 28. d. Mts. ab nach Rio de Janeiro zu dirigiren.
— Die Kommission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich hat ihre diesjährigen Berathungen unter dem Vorsitze des Präsidenten des Reichsoberhandelsgerichts Dr. Pape im Geschäftshause des Reichsjustizamts zu Berlin am 17. Sept. eröffnet und am 20. Okt. geschlossen. Hierzu bemerkt der Reichsanz.: Die 5 Redaktoren, denen die Aufstellung des Entwurfs übertragen ist, hatten im Laufe ihrer nach dem Schlüsse der vorjährigen Kommissionssitzungen fortgesetzten Arbeiten es für angezeigt erachtet, über eine Reihe wichtiger Prinzipienfragen die Entscheidung der Kommission herbeizuführen. Die Vorlagen, welche sie zu dem Zwecke ausgearbeitet hatten, betrafen folgende Gegenstände: I. aus dem allgem. Theile: 1) die Anspruchsverjährung, 2) die unordentliche Verjährung; II. aus dem Sachenrecht: 1) das Pfandrecht an Schiffen, 2) die Erwerbung der Dienstbarkeitsrechte an Grundstücken und das Verhältniß solcher Rechte zum Grundbuche; III. aus dem Obligationsrechte: 1) die Uebertragung der Forderungen, 2) die natürlichen Verbindlichkeiten, 3) das einseitige Versprechen als Grund der Verpflichtung zum Worthalten (Vertragsantrag), 4) das einseitige Versprechen als Grund der Verpflichtung zur Erfüllung (Auslobung, Versprechen zu Händen Dritter, Jnhaberpapiere); IV. aus dem Familienrechte: die Obervormundschaft; V. aus dem Erbrechte: den Erbeinsetzungsvertrag und die Schenkungen von Todeswegen; VI. aus dem Familienrechte und dem Erbrechte: das Erbfolgerecht der Ehegatten. Die Kommission hat diese Vorlagen in 21 Sitzungen eingehend berathen und die darin aufgestellten zahlreichen Thesen, mit einigen Ausnahmen durch sachliche Beschlüsse erledigt. Je eingehender und erschöpfender die einzelnen Erörterungen waren, um so begründeter ist die Erwartung, daß die Redaktoren durch die Berathungen und Entscheidungen, welche sich an dieselben knüpfen, für die Fortsetzung ihrer Arbeiten in gleicher Weise gefördert worden sind, wie dies der oben erwähnte Bericht von den Ergebnissen der srüheren Kommissionssitzungen hervorzuheben vermochte. Ob jedoch die in diesem Berichte ausgesprochene Hoffnung, die Entwürfe würden schon im Jahre 1878 zum Abschluß gelangen, sich verwirklichen werde, ist einigermaßen zweifelhaft geworden. Die von den Redaktoren zu besiegenden, insbesondere aus der bei verschiedenen Rechtsmaterien ebenso mühevollen als unentbehrlichen Feststellung des gegenwärtigen Rechtszustandes im ge- sammten Gebiete des Reiches entspringenden Schwierigkeiten haben sich «zahlreich und erheblich erwiesen, daß die Vollendung der Entwürfe sich nicht unwahrscheinlich in das Jahr 1879 hinein verzögern und eine Berathung der Kommission, wie die diesjährige im Herbst 1878, noch erforderlich werden möchte. (Schw. Merk.)
. — Die von dem Handelsminister angeordnete Untersuchung der bei den Eisenbahnen Angestellten auf Farbenblindheit ist jetzt in vollem Gange, und es liegt auf der Hand, daß eine solche Untersuchung inner- halb der einzelnen Eisenbahnbereiche sehr zeitraubend ist, weil sie eingehend sem muß. Sie erfolgt nach der von dem Augenärzte-Dr. Stil- ling in Kassel vorgeschriebenen Methode mittels der zu diesem Zwecke gefertigten Farbentafeln, welche die in Betracht kommenden Farben: grün, roth, gelb, blau in verschiedener Anordnung und in Quadraten
enthalten. Das Anschauen dieser Tafeln führt alsbald zu dem Ergebnisse, ob der Anschauende regelrecht sehen kann oder farbenblind ist. Dieselbe Untersuchung wird auch bei Schiffsführern, Steuerleuten, Lotsen und Matrosen angestellt, und man nimmt nach den bisherigen Ergebnissen an, daß es in Deutschland 5 Prozent solcher Farbenblinden sind.
— Die Nordd. Allg. Ztg. bespricht die innere Lage Frankreichs und schließt mit den Worten : „Wie die Dinge sich nun einmal gestaltet haben, erscheint die Republik, die aufrichtige liberale Republik in Frankreich beinahe als der beste Bürge einer friedlichen Politik, und die Faktoren, welche an der Seine so eifrig dahin streben, anderen Gestaltungen die Bahn zu ebnen, dürften doch wohl erst zu überlegen haben, ob mit dem Gelingen ihrer Pläne nicht auch jene freundschaftlichen Beziehungen erschüttert werden, die zu allseitigem Vortheil das Frankreich von 1871 mit den anderen Völkern verknüpften und welche aufrecht zu erhalten und mehr und mehr zu befestigen im Besondern in Deutschland von Jedermann gewünscht wird."
— München, 25. Okt. Der Erzbischof von München-Freising, Scherer, ist gestern Abend um 6V2 Uhr gestorben. (Köln. Ztg.)
— Wien, 24. Okt. Der Correspondent der „Pol. Corr." in Rom berichtet vom 21. Okt.: Anläßlich des republikanischen Wahlsieges in Frankreich haben in mehreren größeren Städten Italiens stark pro- noncirte republikanische Demonstrationen stattgefunden; in den meisten derselben aber, namentlich in Neapel und Mailand, scheinen die französischen Wahlresultate blos den Vorwand geliefert zu haben, um für eine italienische Zukunfts-Republik zu demonstriren.
— Paris, 24. Okt. Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Grant, traf diesen Abend um 7 Uhr in Paris ein; die gesummte amerikanische Kolonie empfing ihn im Nordbahnhofe, die Regierung war durch den Einführer der Botschafter vertreten.
— Aus Schweden berichtet man, daß die Versuche, deutsche Kohlen nach Schweden zu exportiren, aufgegeben werden müssen, weil in Folge der hohen Bahnfrachten bis zu den Verschiffungsorten sich schnell die Unmöglichkeit einer Konkurrenz mit dem englischen Markt herausgestellt hat.
— Der N. Fr'. Pr. wird aus Krakau unterm 20. Oktober telegraphirt: „Nach Berichten aus Moskau ward dort ein beträchtliches Quantum Waffen mit Beschlag belegt, welches als altes Eisen ankam und für die Nihilisten bestimmt war. In Petersburg und Moskau wurden Menschenansammlungen auf der Straße verboten." Dasselbe Blatt meldet unterm 22. d. Mts.: „In Warschau wurden mehrere Russen verhaftet, bei denen Broschüren revolutionären Inhaltes und Aufrufe gefunden wurden, welche eine Verfassung für Polen und Rußland fordern." Die „Presse" meldet aus Moskau vom 17. Oktober: Das Gerücht von Aksakow's Verhaftung war auch hier verbreitet, ist jedoch unbegründet. Aksakow fährt fort, den panslawistischen Kreuzzug gegen den Islam zu predigen, die Vermehrung der Armee und Errichtung von Freiwilligen-Bataillonen zu fordern. Mit Phrasen, wie „das Rußland Alexanders II. müsse das Rußland Swjätoslaw's werden", wird die Menge Haranguirt. Fürst Tscherkaski agitirt ebenfalls gegen die herrschenden Parteien. In seinen Briefen an Gleichgesinnte fordert er die Versorgung der Wittwen und Waisen der gefallenen Soldaten. „Selbst wenn man, um diese heilige Pflicht zu erfüllen, die adeligen Pensionate einziehen müßte, hätte der Staat für die Hinterlassenen zu sorgen. Die Aristokratie möge ihre Kinder selbst erziehen".
— Madrid, 24. Oktober. Der Regierung zugegangene Nachrichten melden die Gefangennahme Estrada's, des Präsidenten der cuba- nischen Republik.
— Telegramme. Artillerie- und Vorpostengefechte werden von den verschiedensten Seiten des Kriegstheaters gemeldet, so vom Schipka- paß, woselbst die Türken neue schwere Batterieen spielen lassen, so von Plewua, woselbst die Russen ihrerseits neue Batterieen ihrer schweren Belagerungsgeschütze demaskiren, so auch vom Schwarzen Lom, woselbst die Türken am letzten Sonntag den 21. gerade so wie Sonntag vor acht Tagen bei Jenikiöi mit verhältnißmäßig kleiner Macht einen Ueber- gang über den Fluß versuchten, aber durch das Cherson'sche Infanterie-