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Würste«». Preis:

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» Mark 25 Pf» KLr auSwLrttg« Wvnnent«»

Mt dem betrefft»- »e» Post-ufjchla,. Steeinzelne Num­mer 10 PM.

M 247.

Hannuer Anzeiaer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Montag den 22. Oktoder.

Prei»! »i- l»am«*

10 Pf,.

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80 *&;

1877.

Amtliches.

Die Herrn Vorstände der Landgemeird-n und silbstständigen GutSbezirke haben nachstehenden Erlaß, daS Viehseuchen-Gesttz betr., alsbald in Ausführung zu bringen.

Zur Bereitung der in Kewäßheit des Viehkeuchen-Gesktzes vom 85. Juni 1875 bezw des Reglemenis vom 11 De-ember 1875 ent­stehenden Ausgaben ist für das Jahr 1878 nach Verfügung des Herrn Lard-s DirectsrS vom 29 Siplember d. I. die Erhebung einer zwei- fachen Abgabe für Pferde,

für jedes Pferd also Lmal 20 Pf. = 40 Pfenn'ge und einen einfachen für Rindvieh,

für jedes Stück R ndvieh also 5 Pfennig erforderlich.

Die Herrn Crt ss stäub? bezw. Gute Vorstände haben deshalb die ZWung des Viehdeftand-s MH Aufstellung der Verzeichnisse nach der diesseitigen Verfügung vom 31. Oktober' v. I. des vbgabepflichtigeu Viehes mit der Spee fication der zu entrichtenden Abgabe' Beilage vor- zunehmen und die oben vorgeschriebenen EinheitSsiitz- im Januar 1878 zur Erh'bung zu bringen uud aus Erledigung des g s mmten Elhebungs- geschöftS der Art Bedacht zu nehmen, daß die B.-rzer^ntsse der Land- grMrudkn und Gutsblzüke zur Feststellung bis zum 15 Januar ausser eingslissirt werden, wogegen die Voistiinde der Siädte ihre Verzeich­nisse an die Könißliche Regi rung einsenden.

Die entsprechende Lmahl Formulare nämlich

!) Titel- und E^l-Kshogey eines von den Gemeinde- (DutS-) Vochäuden Lufzustllleden Verzeichnisses des Pf rde und R »dbestandeS,

2) die nöthige Anzahl Bösen der zu jenen Verzeichn ssi« gehört- gkn FblieferunI!scheint» wuh?» den Herpn Vorständen der Sana» geweiMn und ftlbststäudigea Eutsbiznke inter Couvrrt k. H. zugr- fand; werden.

Sollte einer «der der andere der Herrn Vorstände einer Erläu­terung bedürfen so ist man diesseits doz« gern bereit.

Hanau den 17. Oktober 1877.

Der Landralh.

Bewerber um die erledigte 2. Stelle an d r katholischen Schule in KhöMuheiN w.rdeü zur E-nreickung der B,w rbum Szesuche und Zeugniss-n aufgefordert. Mit dergStelle ist ein Likkommeu von 900 Mark «röst SO Mark für H izuM und freie Wohnung »«bunten.'

Hunau am 16. Oktoo-r 1877.

Drr Landratß.

Tazesscha«.

Die Generalrathswahlen in Frankreich.

(«. d. Schw. Merl)

Paris, 18. Okt. Alle Parteien legen sich in den Städte« we­nigstens Rechnung davon ab, daß die auf den 4. November anberaum- ten Wahlen der General- und Arrondissementsräthe keine geringere politische Tragweite haben, als die soeben vorgenommenen legislativen Neuwahlen. Wie man sich erinnert, sitzen nur 75 lebenslängliche Se­natoren im Senat, während von den 225 Nichtlebenslanglichen alle 3 Jahre ein Drittel, also 75, durch die Generalräthe, Arrondissementsräthe und Delegirten der Gemeinderäthe erneuert wird. Diese Drittelser- uenerung, die zwar erst in das Jahr 1879 fällt, müssen die Republi­kaner jetzt schon mittelst der Generalrathswahlen vorbereiten und ihr Interesse gebietet ihnen, womöglich noch größere Anstrengungen in die­ser Beziehung zu machen, all für die Wahl vom 14. Oktober, wenn sie ihr Regime endlich definitiv begründen wollen. In der letzten Kam­mer haben die Republikaner ja eine so große Mehrheit gehabt, daß sie ganz sicher waren, sogar bei einem für sie möglichst schlechten Ausfall der Wahlen, nicht in die Minderheit zu fallen. Der Verlust von etwa 30, Sitzen, den sie am vorigen Sonntag erlitten, hat deßhalb auch keine praktische Bedeutung für sie; nach wie vor werden die Republikaner die unumschränkten Herren der Kammer bleiben. Bei den bevorstehenden Generalrathswahlen aber haben die Republikaner dafür zu sorgen, daß

die monarchische Mehrheit des Senats gesprengt werde diese Mehr­heit, welche die ernstliche Bethätigung der Verfassung und überhaupt des parlamentarischen Regimes unmöglich macht, die stets darauf Hiu- arbeitet, die im Jahre 1880 fällig werdende Revidirung der Verfassung in monarchistischem Sinne vorzubereiten, die bisher Alles aufgeboten hat, um dem Lande die Republik überdrüssig zu machen. Wenn es den Republikanern nicht gelingt, am 4. Nov. eine starke republikanische Mehrheit in die Generalräthe zu bringen, so erringen die Monarchisten den bebeutexben Sieg, der ihnen am 14. Okt. nicht zu Theil gefallen ist. Die Schwierigkeit der Republikaner liegt nur darin, den Wählern in der kurzen Zeit noch die Wichtigkeit der Generalrathswahlen recht begreiflich zu machen; sie sind seit Monaten so sehr mit Manifesten und Wahlrundschreiben, langen Reden und hochtrabenden Leitartikeln förmlich bombardirt worden, daß man ernstlich befürchtet, die Wähler wollten sich endlich und zwar gerade im wichtigsten Augenblick, von den unaufhörlichen Strapatzeu der Politik ausruhen. Es wäre dies in der That nicht zum Verwundern. Am Sonntag über 8 Tagen finden die legislativen Stichwahlen statt und am darauffolgenden Sonntag schon wieder die Generalrathswahlen; in der Zwischenzeit wieder die bekann­ten Stimmenbewerbungen mittelst Manifesten, Reden und Flugschriften. Die Regierung hat offenbar auf eine nach solchen politischen Bearbeit­ungen unausbleibliche Erschlaffung der Wähler spekulirt, als sie die so entscheidenden Generalrathswahlen, die nach dem Gesetze schon vor einem Monat hätten stattfinden fallen, so kurz nach den legislativen Neu­wahlen angesetzt hat; denn die Erschlaffung, das Gehenlassen der Wäh­ler hat bekanntlich hier immer zunächst das Interesse der Regierung befördert. Zudem sind die Wähler nun während ihres ganzen Lebens daran gewohnt gewesen, sich bei den Generalrathswahlen ihren Mann gar nicht von der politischen Seite anzusehen; er war ihnen nur der Vertreter rein lokaler Interessen, wie Eisenbahnbauten, Wege, lokale Steuervertheilung rc. Es wird deßhalb schwer halten ihnen jetzt in so kurzer Zeit begreiflich zu machen, nachdem man ihnen die Wahlen vom 14. Okt. s» entscheidend hingestellt, daß es in Wahrheit noch unendlich mehr für die republikanische Zukunft Frankreichs darauf ankomme, ant 4. Nov. republikanische Generalräthe und Nrroudissementsräthe zu er- nennen. Wenn die Regierung mit ihrem offenbar sehr schlauen Plan Erfolg hat, so wird die moralische Rückwirkung der Wahlen vom 4. Nov. den Sieg der Republikaner vom 14. Okt. vom praktischen Stand­punkt aus ganz bedeutungslos machen.

Berlin, 21. Oktober. Heute Vormittag 11 Uhr wurde der Landtag durch den Vicepräfidenten des Staatsministeriums Staats- und Fingnzminister Camphausen mit folgenden Worten eröffnet: Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages!

Seine Majestät der Kaiser und König haben mir den Auftrag zu ertheilen geruht, den Landtag der Monarchie in Allerhöchstihrem Namen zu eröffnen.

In der heute beginnenden Sitzungsperiode werden Sie Ihre Thä­tigkeit nächst der Fürsorge für die finanziellen Bedürfnisse des Staates der Berathung wichtiger Organisationen auf verschiedenen Gebieten des staatlichen Lebens zuzuwenden haben.

Was die Finanzlage betrifft, so ist das Ergebniß des Jahres 1876 ein über Erwarten günstiges gewesen; dagegen ist für das laufende Verwaltungsjahr der bei Feststellung des Staatshaushalts-Etats geheg­ten Voraussetzung entgegen, der Matrikularbeitrag zum Haushalt des Reiches bedeutend erhöht worden. Es sind ferner einzelne Einnahme­zweige hinter demjenigen Maße ihres Erträgnisses, auf welches unter normalen Verhältnissen zu rechnen sein würde, erheblich zurückgeblieben. Andrerseits sind für neue Bedürfnisse, namentlich zu einer den Interessen des Landes entsprechenden kräftigen Förderung der noch in großem Um­fange nothwendigen öffentlichen Bauten bedeutendere Mittel in Anspruch zu nehmen, als sich unter den erwähnten Verhältnissen darbieten. Aus diesem Grunde und da gerade in der gegenwärtigen Zeit, wo der Ver­kehr, noch vielfach darnieder liegt, eine ausgedehntere Thätigkeit auf dem Gebiete des Staatsbauwesens mit besonderem Nutzen geübt werden