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und Deine Kandidaten sind die geschworenen Feinde der Republik." Broglie suchte die maßlosesten Maßregelungen seiner Gehülfen mit der Zügellosigkeit der Leidenschaften und der unerhörten Enfesselung der Presse zu rechtfertigen. Fourtou gab zum Schlüsse den Gendarmen uneingeschränkte Macht und der Justizminister befahl, diejenigen Ma­növer strenge zu verfolgen, welche in der Verbreitung lügenhafter Ge rüchte über Allianzverhandlungen auswärtiger Mächte anläßlich der möglichen Folgen der Wahlen in Frankreich bestehen. Damit soll der üble Eindruck von der Reise des gegenwärtig in Wien weilenden Mi- nisterkandidaten Crispi u. s. w. geschwächt werden. Gambetta s Rede vor 7000 Borstadtwählern machte ungemeines Aufsehen, sowohl wegen seiner Mäßigung und Bescheidenheit, als auch wegen des scharfen Kam­pfes gegen den Clerikalismus. Zum letzten Male berief der gefeierte Redner die 363 resp. 400, gegen welche die Konservativen 280, also bei 534 Abgeordneten eine Mehrheit von 26 Stimmen für sich heraus- zählten. Beide haben den Bogen zu stark gespannt, doch die Republi­kaner mit mehr Schaden. Wegen seines Manifestes ist Gambetta in contumaciam verurtheilt worden.

In Armenien hat Großfürst Michael in den Kämpfen vom 2. bis 13. einige wesentliche Vortheile errungen, doch seinen Gegner noch nicht bezwungen. An der Donaumündung wurde wiederum durch Torpedo's ein türkisches Schiff in die Luft gesprengt.

Tagesschau.

Das Ober-Tribunal hat in einem Erkenntniß vom 25. Sept. 1877 von Neuem ausgesprochen, daß die Beschimpfung der Altkatholiken ebenso wie die der Katholiken überhaupt als eine Beschimpfung der katholischen Kirche auf Grund des ß. 166 Strafgesetzbuchs zu bestrafen sei.

Briefsendungen rc. für S. M. S.Ariadne" find von heute ab bis auf Weiteres nach Wilhelmshaven zu dirigen.

In Gotha bewilligten die Stadtverordneten 70,000 st. zur Erbauung einer Leichenhalle mit Apparat für Leichenverbrennung.

St. Petewsburg, 18. Oktbr. Eine Depesche desGolos" aus Jgdyr, 17. d., meldet: Nachdem Ismail Pascha Nachricht von der Niederlage Moukhtar Paschas erhalten hatte, hob er sein ganzes Lager auf und zog sich auf die Sora-Anhöheu zurück. Wie es scheint, beab­sichtigt er, das von den Russen besetzte Territorium vollständig zu räu­men. Die Kunde von der Niederlage Moukhtar Paschas hat unter den türkischen Truppen großen Schrecken hervorgerufen. Oberst- Lieutenant Pedina nahm heute im Dorfe Surga, zwischen Ragismar und Nachitschewan, einen Pascha gefangen, welcher eine Artillerie-Bri­gade befehligte, sowie einen Bataillons-Commandeur, 21 andere Offi­ziere und 300 Soldaten. Beim Abgänge der Depesche ertönte von den Bergen her Geschützfeuer. (R. u. St.-A.)

Sonst au tinopel, 18. Okt. Der Regierung zugegangene Be­richte über das Bombardement von Sulina melden, daß außer 25 Kriegsfahrzeugen und Flössen auch 20 Mörser der bei Kilia ausgestell­ten Batterien von der Landseite aus an dem Bombardement Theil nah­men. Vier Häuser wurden zerstört, 48 Häuser, darunter auch die Woh­nungen der auswärtigen Konsuln, wurden beschädigt.

Lokales.

Hau au, 20. Oktober 1877.

(Eingesandt.) Ist es bei guten und glänzenden Geschäftszeiten ein von sehr wenig vaterstädtischem Sinn zeugendes Gebahren, von Auswärts und von Auswärtigen, welche hier mit Wander- lagern rc. feil halten, zu kaufen, so ist dies Verfahren gar nicht hart genug zu verurtheilen bei einer so geschäftsstillcn Zeit wie die jetzige, wo jeder Geschäftsmann hier seine liebe Noth hat bei seinen Waarenvor rächen, welche er besitzt und dem wenigen Absatz, welchen er findet, sich aufrecht und damit seinen Kredit für die Zukunft zu erhalten. . Bedeute man doch, daß die städtischen pekuniären Verhältnisse immer schlechter werden müssen, wenn die hiesigen Ladenbesitzer von ihren Mitbürgern so vernachlässigt und Fremden gegenüber hintenangesctzt werden. Es gibt genug Leute hier, die, wenn ihnen zufällig keine Zeit ; mehr übrig bleibt, außerhalb zu kaufen, alsdann erst in hiesige Läven gehen und die Nase rümpfen, wenn ihnen nicht Dutzende von jeder Gattung vorgelegt werden, bedeuten aber nicht, daß sie selbst mit ihrem immerwährenden Außerhalbkaufen schuld daran sind, daß der hiesige Geschäftsmann sich nicht stärker affortiren kann. Möchten diese wenige Zeilen Nick dazu helfen, daß Hanau's Einwohner auch in Hau an einkaufen und die Marotte, außerhalb und in Wander- la g er n rc. zu kaufen, den hiesigen Geschäftsleuten und der ganzen Stadt zu Nutz und Frommen fallen lassen. st.

B . Wegen Ausfüllung und Abholung der Gebäudesteuer-Formu­lare bis längstens den 27. d. Mts. wird auf die in unserem heutigen Blatte abgedruckte Bekanntmachung des Herrn Oberbürgermeisters hin- . gewiesen.

Im Vorzimmer der Steuerkommission int Neustädter Rath­hause wurde gestern das Licht vom Leuchter gestohlen, ein Beweis, wie

nothwendig eS in jetziger Zeit ist, bei größeren WerthgegenstandS« bot* sichtig zu sein.

Zuchthaussträfling Adam Sauer aus Unterafferbach, der vor« vergangene Nacht einen Fluchtversuch aus hiesigem Gefangenhause be- abstcytigte, versuchte gestern Morgen durch Oeffnen einer Ader seinem Leben ein Ende zu machen. Die Wunde ist, so viel wir hören, nicht lebensgefährlich und befindet sich Patient nach Umständen wohl.

(Testament serö ffnnng.) Montag den 22. Oktober, Vor­mittags 9 Uhr, findet bei Kgl. Amtsgericht III dahier die Eröffnung von zwanzig daselbst hinterlegten Testamenten statt (s. Näheres Nr.

237Han. Anz.").

Versteigerungs- und Verpachtungs-Kaleuder für Montag den 22. Oktober.

Holzversteigerung in der Oberförsterei Salmünster; Termin Vorm. 9 Uhr im Gasthauszum Löwen" zu Salmünster. Zum Verkauf kom­men : 2000 Raumm. Eichen- und 90 do. Buchen-Scheith., 14 do. Bir- ken-Stammknüppel, 500 do. Kiefern-Scheith. und 400 do. Kiefern- Reiserknüppel, sowie 70 Hundert Laubholz-Wellen (s. Nr. 237Han. Anz."). Ebenfalls Bonn. 9 Uhr kommen im Kämmereilokal dahier (Neustädter Rathhaus, gleicher Erde, Eingang vom Hof) 13 Parzellen städtischer Grundstücke (Garten, Wiesen und Ackerland) zu öffentlicher Verpachtung auf 3 Jahre (f. Nr. 243Han. Anz.") Vorm. 10 Uhr werden in landgräflich hessischer Hofgärtnerei zu Philippsruhe ca. 40 Malter Roßkastanien gegen Baarzahlung verkauft (s. Nr. 245Han. Anz."). Vorm. 11 Uhr sollen im hiesigen Gerichtsgebäude Wand­uhr, 2 Kommoden, Schreibpult mit Aufsatz, Spiegel, Tisch, Sopha und eine Nähmaschine gegen Baarzahlung versteigert werden. Nachm. 2 Uhr kommen durch Herrn Taxator W. Seiffert im Gasthauszum Elephanten": Möbel, darunter Bettstellen mit Sprungfedermatratzen, Spiegel in Gold- und Nußbaumrahmen, Bettwerk, Leinengeräth und sonstige Haushaltungsgegenstände zum Verkauf gegen Baarzahlung.

Für heute. Alte Beck'sche Kohlenkasse: Abends '/-910 Uhr Erste Einzahlung im neuen Kassenlokal zurKarthaune".

Markt sehr gut befahren; Preise wie folgt: Butter 95 Pf. bis 1,05 Mk, Eier 6 und 7 Pf., Käse 6 Pf., Zwiebel 20 Pf. und Weschkorn 25 Pf. das Doppelliter, Kartoffeln 4,50 bis 5 Mk. --- 10 ) Kilo, Weißkraut im Hundert 7,50 bis 10 Mk., Wirsing 510 Pf. und Blumenkohl 5070 Pf. der Stiel, junge Hahnen 1,40 bis 2 Mk., ein Huhn 1,05 bis 1,10 Mk., eine Ente 1,80 bis 2 Mk., eine Gans 34 Mk., ein Spanferkel 36 Mk, Fische: gewöhnliche 2025 Pf., bessere Sorten 5060 Pf. und Hecht 1 Mk. das halbe Kilo, Holz 11 bis 11,50 Mk.

Wohin gehen wir morgen? Vergnügungs - Anzeiger für Hanau und Umgegend.

Morgen Nachm.: Kesselstädter Nachkirchweihe (bei dieser Gelegen­heit Nachm. von 38 Uhr auch Concert und Abends von 8 Uhr an Ball auf derSchönen Aussicht").Dörr's Felsenkeller": Nachm. von 4 Uhr abMusikalische Unterhaltung." Hanauer Stadttheater: Zum zweiten MaleFerröol", Schauspiel in 4 Akten von Victorien Sardon, deutsch von R. Schelcher (die erste Aufführung wurde günstig kritisirt).- Abends 7 Uhr: Große Tanzstunde im Gasthaus zur Post" und in derSchwed. Krone", sowie großes Tanzkränzchen in derReichskrone".

(Sehenswürdigkeiten.)Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (im Alistädter Schloß): Geöffnet Sonntags von Vormit­tag 11 bis Nachm. 1 Uhr.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den frühe­ren Direktor des literarischen Bureaus des Staats-Ministeriums, Dr. Wehrenpfennig, zum Geheimen Regierungs-Rath und Vortragenden Rath im Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten zu er­nennen.

Die Omnibusfahrten zwischen Brückenau und Jossa erhalten vom 18. d. M. ab folgende Einrichtungen: Aus Jossa 5 Uhr 25 Min. Nachm. nach Ankunft der Züge, aus Elm 4 Uhr 57 Min. Nachm. und aus Gemünden 3 Uhr 41 Min. Nachm. In Brückenau 8 Uhr 5 Min. Nachm. Aus Brückenau 12 Uhr 45 Min. Nachm. wie bisher. In Jossa 3 Uhr 25 Min. Nachm. wie bisher. Zum Anschluß an die Züge 3 Uhr 41 Min. nach Elm und 4 Uhr 47 Min. Nachm. nach Ge­münden.

Kassel, 18. Okt. Vor Kömgl Kreisgericht fand heute die Verhandlung des Rechtsstreits der hessischen Agnaten gegen den preußi­schen Staat wegen der Ansprüche der ersteren auf den Hausschatz des Kurhauses Und auf die zur Radicirung der Hofdotation bestimmten Romainen statt. Das erkennende Gericht bestand wie bei den früheren Verhandlungen aus den Kreisgerichtsrätheu Göbell (Vorsitzenden) und v. Adelebsen und Kreisrichter Vierhaus, während die Agnaien von den Rechtsanwälten Dr. Renner und Laymann (letzterer für Prinz Wilhelm von Hessen) und der Fiskus von Dr. Weigel vertreten war. Die Publikmion des Erkenntnisses wird am 22. November d. I. stattfinden.

(Fr. Hess. Ztg.)

Fulda, 17. Okt. Am 14. d. M. wurden die geistlichen