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Wien, 18. Oft. Telegrsnrm desN. SB. Tageblatt". Aus ^(us, 16. d.: Vernröge der erhaltenen Verstärkungen konnten die RussW «N der gestrigen Schlacht der 30,000 Mann starken Armee Moukhtar Paschas 70,000 Mann gegenüberstellen. Manche KomMundo- stellen waren neu besetzt. General Solowief führte unter General -vermann die kaukasische' Grenadierdivifion zum Sturm. Bisher find über 4000 Gefangene eingebracht. An Tiflis herrscht freudige Er- . regung; demnächst soll auch die Offensive gegen Ismail Pascha ergriffen . werden.

Paris, 17. Okt, Abends. Die legitimistrscheu Organe be­ginnen eine heftige Polemik gegen die Bonapartisten. Der Monrteur will wissen, daß die konservative Minorität zwei Gruppen bilden werde. Die eine werde sämmtliche Konservative mit Ausschluß der Bouspar- Osten, die andere sämmtliche Bonapartisten umfassen. Die Zeitungen hätten durchaus unrichtig viele neue Deputirts als Bonapartisten be­zeichnet, welche sich der ersteren Gruppe anschließen würden. Diese konservative Gruppe werde etwa 115120 Mitglieder umfassen und zahlreicher als diejenige der Bonapartisten sein. Dieselbe werde durch DelHirte eine Verbindung mit den Bonapartisten unterhalten, aber wenn, wie vorauszusehen, die konstitutionellen Depntirte» der Majorität eine besondere Fraktion bilden würden, werde man mit dieser engere ;

a^ mit den Bonapartisten unterhalten. Grevy wird | am Freitag hier eintreffen. (Köln. Ztg.)

Äonstantinöpel, 17. Okt. Ein Telegramm Msukhtar Paschas aus Kars, 15. d., meldet: Heute früh trafen wir Vorkehrungen, uns auf der Straße nach Kars festzusetzen, als der Feind von Hadji- vali her debouchirte und den Awliarberg, welcher von 4 Bataillonen, mit 3 Geschützen vertheidigt wurde, angriff. Der Angriff richtete sich; sodann gegen unser Centrum bei Boulanik, welches sich trotz der als- Verstärkung herbeigeeilten Flügelbataillone nach vierstündigem unaufhör­lichem Anstürmen der Russen und dem verheerenden Feuer der Artillerie zurückziehen mußte. Der Feind besetzte den Awliarberg und alsdarm successive die übrigen strategischen Punkte auf der Seite von Kars, wo­hin wir uns mit einer Division zurückzogen, um einen Gegenangriff porzHereiten. Eine zweite Division, umfassend die Abtheilungen Rachid Paschas, Osman Paschas, Kiazim Paschas, Moussa Paschas und Chesket Paschas hielt die am Karadjadagh gewählten Positionen besetzt Der Feind erhielt sodann zahlreiche Verstärkungen und brächte 200 Geschütze, bedient von erfahrenen Artilleristen, in den Kampf. Mehrere unserer höheren Offiziere waren gefallen oder verwundet, 1*7» Regimenter Ka­vallerie und 4 Bataillone Infanterie wurden völlig zersprengt, außer­dem waren etwa 800 Mann außer Kampf gesetzt. (R.- u. St.-A.)

treffenden Hunswächtee Carl Schultheis durch den Extmkteur Bereits gelöscht war, als der Feuerwehrmann S. hinzukäm.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: die ii», der landwirthschaftlichen Verwaltung beschäftigten bisherigen Regierungs- Assessoren Metz zu Cassel und R o h d e zu Cassel zu Regierungs­Räthen zu ernennen, und dem Appellationsgerichts-Sekretär, Hofrath He user in Cassel, aus Anlaß seines fünfzigjährigen DienftjubMums- den Charakter als Geheimer Kanzlei-Rath zu verleihen.

Der Abgeordnete Wehrenpfennig, welcher sich seit längerer Zeit im Abgeordnetenhause um das technische Schulwesen (Polytechnische- Institute, Gewerbeschulen, Fachschulen, gewerbliche Fortbildungsschulen) vielfach bemüht hat, ist nach derKöln. Ztg." schon seit längerer Zeit aufgefordert worden, das Referat über dieses Gebiet zu übernehme« und demgemäß als vortragender Rath ins Handels-Ministerium rinzutreten. Er hat sich dazu entschlossen, da das Gebiet ein politisch neutrales und von großer Wichtigkeit ist. Besonders in den unteren Instanzen des technischen Unterrichtswesens steht Preußen hinter andern Staaten, namentlich den süddeutschen (Württemberg) noch sehr zurück und wird manches Jahr der Anstrengung dazu gehören, um das nachznhole^ was dort (namentlich unter Anregung von Steinbeis) schon gethan ist. Je­denfalls gewinnt die Regierung an Herrn Wehrenpfennig eine sehr tüchtige Kraft.

Kassel, 18. Okt. Der frühere Cabinetsrath Schimmelpfeng. zu Prag hat nach derFr. Hess. Ztg." die gegen ihn erkannte 6*. monatliche Festungshaft in der Festung Ehrenbreitstein bis zum 14. M. verbüßt.

Aus der Umgegend.

DerFrankfurter Anzeiger" schreibt unterm 18. Oktober aus Frankfurt am Main: Der Gerechtigkeits-Brunnen auf demRömer-» berg, hat über Nacht ein ueues Kleid bekommen; er wurde mit Figuren; und Allegorien metamorphosirt und stellt nun die Segnungen des Frie-> deus dar. Nachdem vorige Woche ein Schreiner mit Hinterlassung- von 4 Kindern und Frau. Heimlich durchgegangen ist, folgte ihm diese Woche ein Schneider, der ebenfalls Frau und Kind , in sehr hilfsbedürf­tiger Lage zurückließ. Die Vorbereitungen für den Kaiserball, tut Saalbau nehmen immer größere Dimensionen an. Besonders sind die Verfertiger von Damentoiletten Tag und Nacht in Anspruch genommen. Wie leistungsfähig unsere Stadt in dieser Beziehung ist, geht daraus hervor, daß ein einziges großes Conseetionshaus. (F.), welches wegen seiner geschmackvollen Arbeit einen Weltruf genießt, innerhalb 5 Tagen 60 Roben für den Ball angefertigt hat.

DemFrankfurter Jntelligruzblatt" entnehmen wir folgende Notiz aus Frankfurt a. M. vom 19-, Oktober: Der Kaiser traf gestern Abend mit geringer Verspätung auf dem Neckarbahnhof ein und wurde daselbst von dem Oberbürgermeister und Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneten, ferner dem Herrn Oberpräsidenten von Ende, Regierungspräsidenten von Wurmb, Polizeipräsidenten Hergenhahn, end­lich von der Generalität und dem OffiziercorpS empfangen. Nach kur­zer Begrüßung bestieg der Kaiser seinen Wagen, in dem auch der Herr Oberbürgermeister Platz nahm, und fuhr unter lautem Hurrahruf dep. versammelten Menge in die Stadt hinein. Alsbald nach seiner Ankunft vor dem Postgebäude wurde der Kaiser auch dort von der ganzen Men-» schenmasse, die bis zur Allerheiligenstraße aufgestaut war, aufs Lebhaf­teste begrüßt und erschien sofort auf dem Balkon, wo er sich nach allen Seiten hin dankend verneigte. Kurz darauf fand ein Zapfenstreich statt, dessen Dauer jedoch mit Rücksicht auf den in Aussicht genommenen Fackelzug möglichst beschränkt wurde. Letzterer hatte sich inzwischen vom Mainquai aus bereits in Bewegung gesetzt und desilirte durch die Neue Mainzerstraße, Gallusthor, Gallns-Anlage, Friedensstraße und Kaiser­straße über den Roßmarkt nach der Zeil hin, an dem Postgebäude vorü­ber, wo der Kaiser wiederholt am Fenster erschien und auf die Hoch­rufe der Menge öfter auf den Balkon trat und nach allen Seiten hin dankte. Den Zug eröffnete das Banner der Stadt Frankfurt nebst ei­nem Musikcorps. Diesem folgte das Festcomitö, welches sich vor dem Postgebäude aufstellte. Hinter dem Festcomito fuhr eine Reihe bekränz­ter Wagen, in welchen die Veteranen aus dem Befreiungskriege sagen; das zweite Musikcorps eröffnete den Zug der Schulen, deren jeder eine Fahne oder Schild vorangetragen wurde. Hieran schloffen sich gleich­falls unter Vorantritt eines Musikcorps der Frankfurter Landwirthsch. _ Verein, die Gartenbau-Gesellschaft, die Bornheimer Landwirthe, der Kaufmännische Verein, der Verein der Schlesier nnd der Arbeiter-Bil- dungsverein; wieder ein Musikcorps und dann eine Reihe von Gesang­vereinen, welche während des Vorüberziehens Gesänge vortrugen. Auf ein fünftes Musikcorps folgte die Rudergesellschaft Germania mit weiß- grünen Lampions und transparenten Schildern, auf welchen ihre bei Wettfahrten errungene Siege verzeichnet waren, dann die hiesigen Fuß- und Stoß-Ball-Clubs, der Frankfurter Ruderverein mit verschiedenen Emblemen darunter ein von 4 Mitgliedern getragenes Schiff, dann der Frankfurter Turnverein, der Turnverein Niederrad, die Turn- gemeinde Boruheim, der Frankfurter Turn- und Fecht-Club und der | Fecht-Club Hermannia. Auf ein sechstes Musikcorps folgten die Waid- 1 männer Sachsenhaüsens mit einem Wagen, welcher einen Hirsch und

Lokales.

Hau au, 19. Oktober 1877.

Der zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilte (erhielt erst kürzlich zu einer 12jährigen Zuchthausstrafe von hiesiger Strafkammer eine drer- lähriae Husatzstrase diktirt) Adam Sauer von Unterafferbach in Bay- ern versuchte gestern Abend aus dem hiesigen Gefangenhause heraus und auf freien Fuß zu kommen. Sauer schlug dem Getangenwärter berm Ausschließen die Laterne aus und suchte ihm eine Decke über den Kopf zu werfen welcher Plan mit drei anderen Sträflingen verabredet ge­wesen sein soll. Glücklicherweise gelang den Sträflingen der ausgeheckte Plan nicht.

- ub Ueber 2000 Hanauer waren gestern in Frankfurt, um sich Die gelegentlich des Kaiserbesuchs stattgehabten Festlichkeiten anzusehen.

Eiu hiesiger Metzger, welcher vor einiger Zeit verdorbene Wurst verkaufte und deshalb zur Anzeige kam, wurde heute Morgen zu einer Strafe von 10 Mark verurtheilt.

Zwei Metzgerburschen ließen gestern Nachmittag, um einen Schoppen in der Fecher'schen Wirthschaft zu trinken, auf ganz kurze Zeit ihren Wagen, worauf sich ein Geraube befand, bei dem Sodawasser- Häuschen stehen. Beim Zurückkehren fehlte das Fleisch, doch bemerkten sie noch den Dieb, wie er mit demselben dem L>tcinheunerthor zulref. Demselben nachjagen, ihn einholen, das Fleisch abnehmcn, sowie ihm eine gehörige Tracht-Prügel zu verabfolgen, war ebenfalls nur das Werk eines Augenblicks.

Eine uns gestern vorgezeigte, von Herrn I. P. Kußwurm gezogene Kartoffel repräsentirte das respektable Gewicht von 1 Kilo 20 Gramm.

Wersteigerungs- und Verp«chtuugs-Kalender für Samstag den 20. Oktober.

Vormittags 10 Uhr läßt Königliche Steuerkasse I ein Herrnloses Schaf bei Gastwirth Zeh in der Vorstadt meistbietend gegen Baarzah- lung versteigern.

Für h eute und morgen. Heute: Hanauer Stadtthea- tcr:Der Veitchenfresser", Lustspiel in 4 Aufzügen von G. v. Moser; Anfang 7 Uhr.Vorschußverein Langenselbold, eingetragene Genossen- schast: Abends 8 Uhr Generalversammlung im Gasthauszum Adler."

(Berichtigung) Bezüglich der.Notiz in gestriger Nummer, den ausgebrochenen Brand in einer hiesigen Cigarrenfabrik betreffend, wird uns von kompetenter Seite mitgetheilt, daß das Feuer von dem be­