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Freitag den 19» Oktober
1877.
Amtliches.
Die Herrn Ortsvorstände des Kreises werden hierdurch ersucht, Behufs Ausstellung einer Uebersicht der Feuerwehren des hiesigen Kreises nachstehendes Schema ausgefüllt binnen 14 Tagen anher einzureichen.
Hanau am 13. Oktober 1877.
Der Landrath.
Uebersicht der Feuerwehr der Gemeinde..........
Jahr 1877.
Namen der Gemeinde.
Feuerwehr:
Zahl der a) Steiger-, b) Spritzen-, e) Brandwache-
u. Rettungs-, d) Wasser-
Mannschaft.
Feuerwehr.
Löschgeräthe.
Zahl der
a) Leitern, b) Hacken, chRettungs-
Säcke, d) Feuer- eimer, e) Wasserfässer.
Feuerspritzen : a) Fahr- spritzen, b) Trag- spritzen.
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— Der bleibende Ausschuß des deutschen Handelstages hat dieser Tage in Berlin getagt. Die Besprechung über die Reform der Gewerbeordnung wurde von der T.-O. abgesetzt, weil die Angelegenheit bereits von den Regierungen in die Hand genommen ist und sich in vollem Flusse befindet. Der Antrag des Reichstagsabg. Hammacher, das Reichskanzleramt aufzufordern, dahin zu wirken, daß mit möglichst gleichmäßigen Grundlagen sich berührende Handelskammern in allen Einzelstaaten gesetzlich eingerichtet werden, wurde angenommen. In Betreff der Frage, ob neben den Handelskammern auch allgemeine Ge- werbekammern einzusetzen seien, wurde eine Kommission gewählt. Für die Reform der Aktiengesetzgebung erklärte der Ausschuß den gegenwärtigen Zeitpunkt für ungeeignet, beschloß, die Reichsregierung zu ersuchen, eine dessenungeachtet einzubringende Vorlage frühzeitig genug zu veröffentlichen, um der öff. Meinung Zeit zu geben, sich darüber zu äußern, und eine Kommission zu ernennen, welche eine solche Vorlage sofort durchberathen soll. Der Antrag des Kommerzienraths Meckel (Elberfeld) auf Einrichtung eines Handelsamts nach dem Muster des französischen conseil superieur wurde einer Kommission überwiesen. Alsdann trat der Ausschuß in die Debatte über die beantragte Enquete betreffend die Lage der Industrie. Bei dieser Berathung wurde der Antrag, die Reichsregierung zu einer Enquete aufzufordern, falls der neue Handelsvertrag mit Oestreich nicht bis zum 31. Okt d. J. zu Stande gekommen sein sollte, in namentlicher Abstimmung mit allen gegen 5 St. angenommen. In Bezug auf die Frage der Wechfelprotestaufnahme durch Postbeamte konnte die Versammluug ein allgemeines Bedürfniß zur Einführung dieser Neuerung nicht anerkennen, gab jedoch zu, daß dieselbe an solchen Orten, wo weder Notare, noch Gerichtsbeamte wohnen, wünschenswerth sein könnte, allerdings unter Haftbarkeit der Post- verwaltung. Von der Erörterung der Reichseisenbahnfrage wurde mit Rücksicht auf den neuen Tarif, der für die Eisenbahnverwaltungen in Aussicht genommen sei, zur Zeit abgesehen, jedoch wiederholt die Er- wartung ausgesprochen, daß das Reichseisenbahnamt in Bälde eine verstärkte und maßgebende Gewalt und Thätigkeit erlangen werde. Die Berufung einer Generalversammlung des Handelstages wurde abge- ^ (Schw. Merk.)
. ^? Stapellauf der auf der kaiserl. Werft in Danzig als i
,4sr)a$ für dre Arcona erbauten Korvette fand, wie schon erwähnt, am |
Samstag Nachm. statt. , Da der Chef der Admiralität, General der Jnf. v. Stosch, dienstlich verhindert war demselben beizuwohnen, so war der Oberwerft-Direktor, Kapitän z. S., Livonius mit der Vollziehung des Taufaktes betraut worden. Als Ehrengäste wohnten der Feier Deputationen des Offizierkorps, die Vorstände der k. Behörden, des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und der Kaufmannschaft bei; auch hatte sich ein sehr zahlreiches Publikum eingefunden. Eine Ehrenwache, sowie das Musikkorps des Grenadierrcgiuients Nr. 4 waren an der Steuerbordseite des Schiffes aufgestellt. Nachdem Alles zum Ablauf geordnet, bestieg Livonius die Rednerbühne und hielt, das neue Schiff auf den Namen Moltke taufend, nach der D. Z. folgende Rede: So oft auf hiesiger Werft ein kunstreiches Werk des Schiffbaues vollendet und fertig gestellt war, um in die Fluth Hinabzugleiten, waren die Gefühle aller derer, die dem Taufakt beiwohnten, freudig erregt, daß ein neuer Zuwachs derjenigen Schöpfung zu Theil wurde, an deren Emporblühen die gesammte Nation einen besonders innigen Antheil nahm. Heute aber blicken wir nicht nur mit Freude, sondern auch mit gerechtem Stolz auf dies neue Werk, das Erstlingswerk im Eisenbau auf hiesiger Werft, weil es eine ganze Reihe abschließt von schöngebauten und wohlkonstruirten Schiffen, die innerhalb dieses Jahres die Baustätte verließen, und dem Bestand der Flotte eingereiht wurden, und weil diese erhöhte Thätigkeit im Bau der Schiffe sowohl, wie in allen übrigen Zweigen der Marineverwaltung uns kund gibt, daß aus geringen Anfängen die deutsche Flotte sich in überraschend kurzer Zeit zu einer machtgebietenden entwickelt hat, die nunmehr befähigt ist, die beiden Aufgaben, die der Kriegsmarine gestellt sind, zu erfüllen, nämlich den Wohlstand des Landes fördern zu helfen durch Beschützung des Handels und Wahrnehmung aller unserer auswärtigen Interessen, sowie anderntheils dem Feinde, der es wagen sollte, unsern Frieden zu stören, wohlgerüstet und kampfbereit eutgegenzutreten. Dieses Schiff, dem wir im Begriff sind, einen Namen beizulegen, gehört derjenigen Klaffe an, die dem ersteren Zwecke vornehmlich zu dienen bestimmt sind; deshalb sind seine Seiten nicht eisengepanzerte zu entscheidungsvollem Ringen; dennoch aber trägt es daselbst in stattlicher Zahl dereinst diejenige wirksame Waffe, deren eiserner Mund der Ungebühr gegenüber laut zu werden und solche zurückzuweisen bestimmt ist. Althergebrachter Sitte gemäß, pflegt man häufig den Schiffen solche Namen beizulegen, welche auf bestimmte Eigenschaften Hinweisen, die das Schiff zur Geltung bringen soll; und wo diese Eigenschaften in Personen verkörpert sind, die um derselben willen sich hoch verdient gemacht haben, da wird auch der Name solcher verdienstvoller Männer, sie zu ehren, dem zu taufenden Schiffe verliehen. Der gefeierte Name nun, der diesem Schiffe werden soll, ist in Aller Munde, er steht an der Spitze der Feldherren aller Zeiten und wird genannt und gerühmt werden bis in alle Zukunft, so lange noch das Waffenwerk besteht; er schließt in sich den Begriff militärischer Unfehlbarkeit, das Gekröntwerden mit dem denkbar größten Erfolg. So taufe ich dich denn, du schönes stolzblickendes Schiff auf Befehl Sr. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers und Herren, mit dem hehren Namen Moltke. Selbst keines Menschen Feind, bist Du eine Gewalt, welche den Feind in einer Größe und Ausdehnung niedergeworfen hat, wie die Jahrhunderte es nur ausnahmsweise erleben. Groß im Rathe Deines Kaisers und Herrn, klar, sicher und kühn in den Lagen, wo das Schicksal der Völker zu entscheiden ist; edel, frei und bescheiden, so bald Deine Person allein in Betracht kommt, bist Du ein leuchtendes Beispiel jedem Soldaten und Vaterlandsverfechter. Mögest Du Schiff. mit stolzem Namen getauft, nie fehlen auf den oft mit Gefahren umringten Bahnen, die Du zu durchlaufen bestimmt bist; möge, ob Du nun die Wege des Friedens wandelst, oder ob Du im Kampfe ringst, sei es mit äußeren Feinden, sei es mit den tobenden Elementen, der glückliche Erfolg Dir jederzeit zur Seite stehen. Fahre hin und sei auch Du ein stets treues und scharfes Werkzeug Deinem Kriegsherrn, jedem Deutschen eine zuverlässige Stütze seines Wohles und Gedeihens, dem Feinde aber ein Schrecken. Das gebe Gott! Die Champagnerflasche zerschellte auf den ersten Wurf an den Vordersteven des stattlichen Schiffes und unter den Klängen der Nationalhymne und des Preußenliedes sowie brausender Hurrahs glitt dasselbe langsam und stolz in sein Element hinab.