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Preis:

Jährlich 9 Mori. Hawj. 4 M. SS P.

Vierteljährlich , Mark SS Pfg.

, Kür auswärtige Bb-nnenteu

Wit dem betreffen» len Postausschlag. Kie einzelne Num­mer 10 Pfg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Snferstelle»

PrriI l Die IfbaBte« Garmvndzeile * leren Mao«

10 Pfg.

Sie «statt. SrOl

80 Pfg.

Sie SfbattigegeHa so $tg.

Dienstag den 16» Oktober.

1877.

Amtliches.

Bekanntmachung, die Rinderpest betreffend

Nach §. 11 der Justruction vom 9. Juni 1873, Maßregeln gegen die Rinderpest betreffend, bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß so eben der Ausbruch der Rinderpest zu Geisenheim, Regie­rungsbezirk Wiesbaden, amtlich konstatirt worden ist Die Gefahr der Einschleppung dieser Seuche in den diesseitigen Bezirk liegt somit sehr nahe und machen wir die Eingesessenen des Bezirks deshalb darauf auf­merksam, daß nach §. 4 des Gesetzes vom 7. April 1869 (Bundesge­setzblatt S. 150, Amtsblatt 1870 S. 333), betreffend Maßregeln gegen die Rinderpest, ein Jeder, welcher zuverlässige Kunde davon erlangt, daß ein Stück Vieh an der Rinderpest krank oder gefallen ist, oder daß auch nur der Verdacht einer solchen Krankheit vorliegt, ohne allen Ver­zug der Ortspolizeibehörde Anzeige davon zu erstatten hat und daß die Unterlassung schleunigster Anzeige für den Viehbesitzer selbst, welcher sich dieselbe zu Schulden kommen läßt, jedenfalls den Verlust des An­spruchs auf Entschädigung für die ihm gefallenen oder getödteten Thiere zur Folge hat.

Cassel, den 12. Oktober 1877.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern. Kühne.

Unter Bezugnahme auf die in Nr. 43 des Kreisblattes von 1877 abgedruckten Bekanntmachungen werden die Herrn Ortsvorstände hiernach angewiesen, ungesäumt die Revision der Rindviehbestände wöchentlich vorzunehmen. In Gemeinden über 1000 Seelen sind Revisionsbezirke zu bilden. Bis auf Weiteres ersuche ich an jedem Sonnabend einen Revisionsbericht an den Landrath gefälligst einzusenden. Besonders ist neu in die Ortschaft eingeführtes Rindvieh zu kontroliren. Die Vieh­händler sind zur größesten Vorsicht aufzufordern, auch zu verpflichten, von jedem in die Ortschaft eingeführten verkauften oder vertauschten Stück Rindvieh bei 30 Mark Strafe dem Ortsvorstande ungesäumt Anzeige zu machen.

Hanau am 15. Oktober 1877.

Der Landrath.

Entlaufen: Ein kleiner schwarzer Hund mit weißer Brust.

Gefunoen: Ein Lotterie-Loos.

Hanau am 16. Oktober 1877.

. __________________Königliches Landrathsamt.______________________

Grundstücks-Verkanf, resp. Verpachtung.

Das in der Gemarkung Oberrodenbach belegene Domanial- grundstück

Karte Lit B. Nr. 60 2^. Acker O,o5os Hektar Wiese, die

Weiherwiese" genannt,

soll in einer zweiten Licitation alternative zum Verkauf und zur Ver­pachtung ausgeboten werden.

Termin hiezu ist auf

Freit«« den 19. dieses Monats,

Vormittags 9 Uhr, in die Fickert'sche Gastwirthschaft zu Oberrodenbach anberaumt worden.

Der Termin wird eine Stunde offen gehalten und auf angemessene Gebote erfolgt der Zuschlag, ohne Abhaltung einer weiteren Licitation.

Die Kaufbewerber haben dem unterzeichneten Beamten, auf Ver­langen, ihre Zahlungsfähigkeit nachzuweisen, was durch Hinterlegung des zehnten Theiles des gebotenen Kaufpreises baar oder in inländi­schen Werthpapieren nach dem Tagescours geschehen kann.

Hanau, am 14. Oktober 1877.

Der Königliche Domainen-Rentmeister (7142) ______________________ Bell.___________________________

Grundstücks-Verpachtung.

Zur anderweiten sechsjährigen Verpachtung der nachverzeichneten Domanialgundstücke, als:

a. Gemarkung Heldenbergen:

Flur V. Nr. 295 = 0,764 Hektar Wiese unter den Weinbergen;

b. Gemarkung des Schlosses Nanmburg:

Karte Q. Nr. 15 = l,ago Hektar Obst- und Grasgarten, in zwei

Theilen,

Q. 6 = O,i8o Land, das krumme Baumstück,

soll eine zweite öffentliche Licitation abgehalten werden.'

Termin hiezu ist auf

künftigen Freitag den 19 dieses Monats,

Nachmittags 4 Uhr, an Ort und Stelle anberaumt und wollen sich die Pachtbewerber auf Schloß Naumburg versammeln.

Bei angemessenen Geboten wird der Pachtzuschlag, ohne Abhaltung eines weiteren Termins, ertheilt werden.

Es wird bemerkt, daß bei dieser Verpachtung die auf Schloß Naumburg wohnenden Beamten, durchaus keinen Vorzug genießen, viel­mehr auch Privaten unbeanstandet als Pachter zugelassen werden.

Hanau, am 14. Oktober 1877.

Der Königliche Domänen-Rentmeister (7143) Bell.

Tagesschau.

Die russische Regierung hat mit Herrn Krupp in Essen einen Vertrag abgeschlossen, der Letzteren verpflichtet, vorläufig aus ein Vier­teljahr monatlich mindestens 350 schwere Geschütze zu liefern. Weitere Aufträge stehen in Aussicht.

Paris, 15. Okt. (Telegramm derKöln. Ztg."). Bis jetzt sind die Ergebnisse von 375 Wahlen bekannt. Gesiegt haben 248 Re­publikaner, von welchen 227 zu der Gruppe der 363 gehören, und 117 Conservative, von welchen 80 zu der Gruppe der 158 gehören; 8 engere Wahlen haben Statt zu finden. Die Republikaner haben 30 Sitze an die Konservativen, die Konservativen 14 Sitze an die Republikaner ver­loren. Von einzelnen Wahlen ist weiterhin noch zu melden, daß der Herzog Decazes in Libourne durchgefallen ist. Der radical-bonapar- tistische Jules Amigues ist in Cambrai, der frühere Unter-Staatssekre­tär der Justiz unter Cissey, Numa-Baragnon, welcher am 20. Februar nicht wieder gewählt wurde, im Garde-Departement gewählt. Der Bo­napartist Raoul Duval ist nicht gewählt. Der frühere Präsident der republikanischen Linken, Decoüvoux, einer der 363, ist im Cher-Depar- tement von dem Fürsten Arenberg geschlagen worden.

Paris, 15. Okt., Abends. Das endgültige Ergebniß der Wahlen ist noch nicht bekannt die letzten genauen Zahlen gaben 315 Republikaner, 195 Anhänger Mac Mahons und 13 engere Wahlen, von denen die Mehrzahl konservativ ausfallen würde; doch steht so viel fest, daß 42 von den 363 nicht wiedergewählt wurden, darunter auch Paul R^musat. (Köln. Ztg.)

St. Petersburg, 14. Oktober. Offizielles Telegramm aus Calarach, 11. cr.: Gestern versuchten die Türken in einigen zwanzig Barken bei Nacht die Donau zu überschreiten und auf das rumänische Ufer Überzugehen, um die von den Rüsten bei Gura Borcei errichteten Erdwerke zu zerstören. Die Türken, welche bis zu den Befestigungen vorgedrungen waren, wurden durch ein lebhaftes Gewehrfeuer von 1000 Mann, welche am Tage dort gearbeitet und sich auf Befehl des Gene­rals Herschelmann, Commandeur der 24. Division, in den Trancheen verborgen hatten, aufgehalten. Die Verluste der Türken betrugen 50 Mann todt oder verwundet, die der Russen 3 Mann todt. 15. Okt. Telegramm desGolos" aus Karajal vom 13. d. Mts.: Ein Theil der russischen Truppen ist auf dem Marsche nach der Rückzugslinie der Türken nach Erzerum. Heute versuchten die Türken einen Angriff auf den Berg Jagni, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschla­gen. Dieselben hatten eine Masse Todter und Verwundeter, ließen eine große Anzahl Waffen zurück und ergriffen die Flucht. Drei türkische Offiziere wurden gefangen. Unsere Verluste sind unbedeutend.

Konstantinopel, 15. Oct. Reuf Pascha meldet aus Schipka vom 13. ds.: Das Wetter ist heute wieder schön. Wir haben die Positionen des Feindes recognoscirt und festgestellt, daß derselbe neue Verschanzungen errichtet hat. Das Artillerie- und Gewehrfeuer dauerte den ganzen Tag, wir haben drei Todte und drei Verwundete. Einge­brachte Gefangene sagen aus,, der Feind fei durch zwei neue Bataillone verstärkt worden. Ein Telegramm Schefket Pascha's üomT.1. besagt: