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JK 238» Donnerstag den 1L Oktober.
1877.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Herbst-Controll-Verfammlungen im Kreise Hanau finden an nachstehenden Orten, Tagen und Stunden statt:
4 Bezirks-Compagnie:
am
23. Oktober
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24.
25.
26.
cur., früh 10 Uhr, in Mittelbuchen,
am
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10 und 11 Uhr, j Hanau, Kasernen
10 und 11 Uhr, J Hof,
10 Uhr, in Langenselbold;
23. Oktober
24.
25.
26.
26.
5. Bezirks-Compagnie: - ^ 9 Uhr,
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Bockenheim,
schreiben, als sich verdrängen. Der Plan der Regierung ist offenbar der, mit der neuen Kammer das Budget, für das man sehr günstige Ziffern zufammengestellt hat, zu vereinbaren, politischen Konflikten möglichst aus dem Wege zu gehen, im Nothfall auf den Senat sich zu stützen und einstweilen sich in der Gewalt zu befestigen. Damit ist Zeit gewonnen. Der Einführung des republikanischen Regimes bleibt ein Riegel vorgeschoben, inzwischen wurzelt sich die Verwaltung tiefer im Lande ein und bereitet den Boden für neue und, wie man hofft, angenehmere Wahlen vor; der Marschall aber hält inzwischen den Platz warm für den vom Vatikan Erkorenen, der, wenn die Stunde gekommen ist, das Schwert Frankreichs für die Sache Roms führen foll. Wie das französische Volk vorläufig über diesen Plan denkt, darüber wird es am nächsten Sonntag keinen Zweifel lassen.
Bemerken
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in Mainkur, in Bergen.
veröffentlicht, daß die zum
Er-
scheinen verpflichteten Leute sämmtliche Militairpapiere mit zur Stelle zu bringen haben.
Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche bis spätestens 18. Oktober er. an die betreffende Bezirks-Compagnie resp, das diesseitige Commando gerichtet werden.
Gleichzeitig werden sämmtliche Mannschaften, welche etwaige Wohnungsveränderung bei dem Bezirks-Feldwebel noch nicht gemeldet haben, aufgefordert, diese Meldung unverzüglich zu bewirken.
Frankfurt a. M., den 8. Oktober 1877.
Königliches Kommando des Reserve-Landwehr-Bataillons
Frankfurt a. M. Nr. 80.
Tagesscham Der Wahlkampf in Frankreich. (A. d. Sckw. Merk)
Nur noch wenige Tage, und das französische Volk wird sein Urtheil sprechen über die Regierung des 16. Mai, über welche John Lemoinne in den Debats das schneidige Wort gesagt hat: „Frankreich wird gegenwärtig nicht in Paris oder Versailles, sondern in Rom regiert." Wie das Manifest des Marschalls und das Testament Thiers' den Wahlkampf einleiteten und gleichsam die Parole auf beiden Seiten austheilten, so bezeichnen jetzt das Rundschreiben Fourtou's und die Wahlansprache Gambetta's den Höhepunkt des erbitterten Kampfes. Fourtou stellt noch einmal, den Hirtenbriefen der Bischöfe zum Trotz, die klerikalen Einflüsse auf die Regierung dreist in Abrede, und gibt seinen Beamten Weisungen, wonach geradezu sämmtliche Wahlansprachen und Reden der Republikaner nach Willkür verfolgt werden sönnen. Gambetta aber hat in seinem Wahlprogramm für vas empörte Gewissen des freisinnigen Frankreichs noch einmal die glücklichsten Töne gefunden. So beredt als scharf formulirt er die Anklagen gegen die Regierung, reißt ihr die Maske vom Gesicht, stellt ihren klerikalen Charakter an den Pranger und wiederholt, was er schon in seiner Liller Rede dem Marschall ins Gesicht gesagt hat, daß ihm nach dem Votum vom 14. Okt. keine andere Wahl bleibe, als sich zu unterwerfen, oder abzudan- ken. Eine feste Siegeszuversicht, ein fast übermüthiges Vorgefühl des Triumphes klingt aus Gambetta's Worten. Eben jenes geflügelte Wort, 86 soumettre ou se dömettre, hat ihm jüngst einen Prozeß und eine Verurtheilung zugezogen: es klingt wie absichtlicher Hohn, daß er es jetzt abermals dem Marschall in's Gesicht schleudert. Dieser hat denn auch nicht mit der Antwort gezögert. Gambetta ist von Neuem vor die Richter gerufen worden, man hält sogar seine Verhaftung für wahrscheinlich. Ein neues Anzeichen dafür, daß der Marschall und seine Umgebung entschlossen sind, dem Dilemma, das ihnen Gambetta vor- hält, Trotz zu bieten und vielmehr „bis an's Ende" zu gehen. Es ist Eaum mehr ein Zweifel erlaubt, daß am 14. Oktober eine republikanische Mehrheit gewählt werden wird. Es ist aber ebenso gewiß, daß die “j^ darum kümmern wird. Weder abdanken wird der Marschall noch sich unterwerfen: er bleibt und läßt sich so wenig vor
— Berlin, 9. Oktbr. Die „Post" berichtet: Heute Vormittag wurde in einer Sitzung im Reichsjustizamt, an welcher neben den Mitgliedern dieser Behörde Commisfare des preußischen Justiz-Ministeriums Theil nahmen, die Berathung des Abschnittes über die Gebühren im Strasproceß beendigt. Sodann soll in einer oder in mehreren aufeinanderfolgenden Sitzungen die Schlaßredaction des ganzen Entwurfs der Gerichtsgebührenordnung erfolgen, so daß noch im Laufe diefes Monats dieser wichtige Theil der Reichsjustizgesetzgebung dem Bundesrathe zugehen wird. Die Vorarbeiten für eine Rechtsanwaltsordnung sind im Reichsjustizamt so weit gefördert, daß eine Vorlage in der nächsten Session des Reichstages zu erwarten steht. Der Stand der Arbeiten bezüglich einer Reform der Actiengesetzgebung laßt jedoch eine Vorlage bezüglich dieser Materie für die nächste Session noch nicht mit Bestimmtheit erwarten. Bezüglich der Vorarbeiten für eine Revision der Gewerbeordnung wird uns anderen Nachrichten gegenüber versichert, daß die bezügliche Vorlage zwar nicht zu denjenigen gehören wird, mit welchen der Bundesrath sich zuerst zu beschäftigen haben wird; die Absicht aber, eine solche Vorlage, wenn irgend thunlich, auch in der nächsten Reichstagssession einzubringen, ist nicht ausgegeben worden.
— Berlin, 10. Oktober. Die Sensationsnachrichten über die erschütterte Stellung dieses oder jenes Ministers, wie sie chronisch vor jeder Landtagssession auftauchen, und auch diesmal wie die Pilze aus der Erde wuchsen, haben sich wieder als eitel Trug erwiesen. Wie man uns von wohlunterrichteter Seite schreibt, sind alle derartigen Mittheilungen, wie sehr sich einzelne derselben auch auf genaue Informationen zu stützen scheinen, als völlig gründ- und haltlose Combinationen zu bezeichnen. Es tritt nicht die entfernteste Aenderung im Kabinet ein, in der allernächsten Zeit auch nicht bezüglich des Ministers des Innern. Der letztere hat allerdings, obschon nicht offiziell, dem Fürsten Bismarck den dringenden Wunsch ausgesprochen, von den Geschäften entbunden zu werden, der Fürst hat ihn jedoch mit diesem Gesuche an den Kaiser gewiesen, und es wird nun abzuwarten sein, ob der Kaiser geneigt ist, dem Wunsche des Grafen Eulenburg zu entsprechen. Derselbe ist, wie ihm näherstehende Personen behaupten, allerdings leidend aus dem Seebade nach Berlin zurückgekehrt. (Trib.)
— In den deutschen Münzstätten sind bis zum 29. September 1877 geprägt worden, an Goldmünzen: 1,149,469,100 Mark Doppelkronen, 361,478,250 Mark Kronen, 10,355,980 Mark halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 223,162,297 Mark; an Silbermünzen: 71,653,095 Mark 5-Markstücke, 97,288,586 Mark 2-Markstücke, 143,512,165 Mark 1-Markstücke, 63,263,524 Mark 00 Pf. 50-Pfenniq- stücke, 35,717,922 Mark 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Rickelmünzen: 23,502,530 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke, 11,657,813 Mark 75 Ps. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 6,213,207 Mark 44 Pf. 2-Pfennia- stücke, 3,382,722 Mark 83 Pf. 1-Pfennigstücke. Gesammtausprägung an Goldmünzen: 1,521,303,330 Mark; an Silbermünzen: 411,435,292 Mark 80 Pf.; an Nickelmünzen: 35,160,344 Mark 45 Pf.; an Kupfermünzen: 9,595,930 Mark 27 Pf.
— Die „Köln. Ztg." schreibt: Es befinden sich noch weitere zwei, der Corvette Stosch ganz gleiche Fahrzeuge im Bau, von denen eins am 13. d. M. den Stapel der kaiserlichen Werft zu Danzig verlassen