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rrtmineme««- Preis:

Jährlich » »«rl. Hairj.4M.»P.

Vierteljährlich 2 Mark 25 Pfg. Für euSWirtiae Äbsnnexte« mit dem letreffett» de« Post-rffchlag. Sie einzelne Num­mer 10 Pfg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Pravinzial-Correspondenz.

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Montag den 8» Oktover

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Sie SspaU. Lei» 20 Psg.

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30 Psg.

1877

Amtliches. 1

Verloren: Ein schwarzer Tuchsack, enthaltend 1 Portemonnaie mit ea. 25 Mark in Gold und Papier, nebst 1 Taschenkämmchen; dem Finder eine Belohnung.

Gefunden: Ein Paar weiße Handschuhe. Zwei Schlüssel (1 großer und 1 kleiner). Ein Sack mit Acpfel; Empfangnahme beim Herrn Ortsvorstand zu Bruchköbel. Ein neues wollenes lila-schwarz- gestreiftes Halstuch.

Hanau am 8. Oktober 1877.

Königliches Landrathsamt.

T a g e s s ch a u.

Berlin, 6. Okt. Die Enquetekommission für daS Stempel- steuergesetz hat am 4. d. M. ihre Arbeiten beschlossen. Der Bericht befindet sich im Druck und ivird zunächst an den Reichskanzler ge­langen. (R.- u. St.-A.)

Frankfurt a. M., 6. Oktober. Heute wurde auf die Spitze des nun vollendeten Domthurmes die Kreuzblume unter entsprechender Feierlichkeit in Gegenwart der städtischen Behörden und der Mitglieder des Dombauvereins aufgesetzt.

Darmstadt, 6. Okt. Der gestern gemeldete Uhrendiebstahl hat zur allgemeinen Ausräumung aller Schauläden, welche Pretiosen führen, gestern Abend erstmalige Veranlassung gegeben. (Hess. Landztg.)

Gro ß-Umstad t, 5. Okt. Seit einigen Tagen ist man lebhaft mit dem Einheimsen der Kartoffeln beschäftigt. Der Ertrag ist gegen Erwarten günstig und man wird nicht zu hoch greifen, wenn Alan ihn einegute Mittelernte" nennt. In Groß-Umstadt selbst und in den nächsten Gemarkungen, wo schwerer Boden herrscht, gedeihen am besten die Zwiebel- und die Chardonkartoffel, dagegen meldet man uns aus Gemarkungen, wo vorwiegend Sandboden herrscht, daß auch die sog.Stockstädter Kartoffel" einen guten Ertrag liefere. Die Fäulniß ist, mit Ausnahme derAmerikaner", nicht so schlimm wie man das bisher befürchtet hatte.

Mainz, 6. Oft Bindemittel. In der heutigen Sitzung des PolizeigetichtS wurde ein hiesiger Metzgermeister, bei welchem kürz­lich ein bedeutendes Quantum Stärkemehl enthaltende Wurst confiscirt wurde, zu einer Geldbuße von 120 Mark verurtheilt.

Paris, 4. Okt. Es ist den liberalen Blättern entgegnet worden, die Bischöfe thäten nur ihre Pflicht, wenn sie die Gnade Got­tes auf die Wahl herabflehten; darauf antwortete das Journal des Debats heute.Freilich", sagt es unter Anderem,werden in allen christlichen und freien Ländern entweder Fasttage oder Gebete verordnet, so oft wichtige National-Jnterefsen in Gefahr sind; allein bei solchen Gelegenheiten fastet und betet man für Jedermann; man macht aus der Vorsehung nicht eine Wahlagentur, aus den Religionsdienern, Polizei- Agenten und aus dem Gebet einen weißen Anschlagzettel. Die Geschichte erzählt, daß zu einer Zeit, wo Napoleon I. Papst Pius VII. zwingen wollte, dem protestantischen England den Krieg zu erklären, der Papst ihm geantwortet, er sei der gemeinsame Vater aller Christen und habe folglich unter denselben keine Feinde. Warum reißt man das Ober­haupt der Kirche aus dieser großartigen und allgemeinen Vaterschaft heraus? Warum schleudert man den ersten Diener des Friedens in dieses schmutzige Gemenge der gouvetnementalen Anschlagzettel? Sind unter den Leuten, gegen welche die Bischöfe ihre Regimenter in Marsch Wib keine Christen ? Sind darunter nicht brave Männer, welche den göttlichen Segen weit eher verdienen, als all die lustigen Gesellen, für öeren Erfolg die Kirche den armen Andächtigen das Beten vorschreibt? Nem! man hat Unrecht, zu behaupten, die Bischöfe erfüllten ihre Pflicht, rndem sie zu dem Himmel flehen, er möge unsere Herzen erleuchten; fw thun dies nicht. Sie erflehen für uns nicht das Licht von oben; das Licht von viel weiter unten ist's! Ihre Kerzen zünden sie im Ministerium an, und die Kirche Frankreichs wandeln sie in ein Ver- waltungsbüreau um!" Die Mpublique Fran^aise, die Debats und nach ihnen die andern Organe der Linken haben die Liste der republi­kanischen Kandidaten für den 14. Oktober veröffentlicht. Diese Liste!

enthält 352 Mitglieder der Gruppe der 363 und die von den Comites der Departements aufgestellten Kandidaten. Die 363 sind auf 352 vermindert durch den Tod von sechs Deputirten, Adrian, Brasme, Duvergier de Hauranne, Lefevre, Thiers und Vignes, und durch den freiwilligen Rücktritt von fünf andern. Unter den 533 Wahlbezirken von Frankreich, Algerien und den Colonieen sind nur sieben, in denen die Republikaner keine Kandidaten haben, nämlich drei in den Cötes du Nord, zwei im Nord, eine im Tarn und eine in den niedern Pyre- n6es. Bei den Wahlen im Februar 1876 betrug die Zahl dieser Wahl­bezirke 35. Die Regierung des Marschalls hingegen Hat in 46 Wahl­bezirken keine offiziellen Kandidaten, dazu gehören 16 im Departement der Seine. In Algier, Konstantine und Oran, d. h. in den drei De­partements von Algerien, hat Herr de Fourtou noch keinen Konserva­tiven finden können, der sich einer sicheren Niederlage aussetzen möchte. Rivalisirende republikanische Kandidaten findet man nur in sechs Wahl­bezirken, und alle haben sich verpflichtet, bei Doppelwahlen vor dem Kandidaten, der die meisten Stimmen hatte, zurückzutreten. 3n 31 Bezirken wird ein Wahlkampf zwischen Bonapartisten, Legitimisten und Orleanisten Statt finden. Wo die Bonapartisten die Legitimisten schla­gen, werden diese letzteren nicht für den bonapartistischen Kandidaten stimmen, wenn eine zweite Wahl zwischen diesem und dem republikani­schen Kandidaten nöthig werden sollte, sondern sich der Wahl enthalten. Wie schon oben gesagt, werden 11 ehemalige Deputirte von der Linken nicht wieder in die Wahl kommen, und der Zufall will es, daß auch 11 ehemalige Deputirte von der Rechten in dem nämlichen Falle find. Unter diesen befinden sich Herr de Castellane, der durch seine Familie unter Kuratel gestellt worden ist, Herr de Dalmas, ein bretonischer Deputirter, der gegen die Hetzereien der neuen Präfekten protestirt hat, Matthieu Bodet und General Allard. (Köln. Ztg.)

Paris, 6. Oktober. DasJournal officiel" veröffentlicht ein Rundschreiben des Ministers des Innern an die Präfekten, in wel­chem dieselben angewiesen werden, Maßregeln zu ergreifen, um alle perfiden Angriffe" gleichviel in welcher Form dieselben erscheinen zu unterdrücken, welche sich gegen die Regierung und den Marschall- Präsidenten richten und denselben fälschlich so darstellen, als ob unter klerikalen Einflüssen eine die Erhaltung des Friedens gefährdende Po­litik verfolgt werden könne.

Paris, 7. Oktober. Gegen Gambetta ist gutem Vernehmen nach wegen des heute veröffentlichten Wahlprogramms ein abermaliges gerichtliches Vorgehen in Aussicht genommen; zur Verhinderung der Verbreitung des Wahlprogramms sollen jedoch keine Maßregeln ange­ordnet sein. (Deutsch. Mont.-Äl.)

Telegraphische Nachrichten. (Köln. Z.) Daily News ist das einzige englische Blatt, welches eine Depesche feines Correspon- denten über die letzte Schlacht von Kars erhielt, und zwar aus dem russischen Lager, aus Rosrecheno vom 4. d. Sie lautet:Heute reti- rirten unsere Truppen aus den früher eroberten Stellungen, weil sie erschöpft und die Pferde ohne Futter und Wasser waren. Die Russen auf dem rechten Flügel umzingelten Kiziltepe um drei Uhr Nachmittags, als Ghazi Mukhtar, verzweifelt über die Bedrohung feiner Verbindung mit Kars, ihr Centrum mit ungefähr 20 Bataillonen angriff. Spione hatte ihm nämlich dieses als unsern schwächsten Punkt bezeichnet. Drei Plänklerlinien vorausschickend, avancirte er über die weite Ebene zwi­schen den beiden Armeen, während seine Artillerie bei Kiziltepe bemüht war, sein Vorrücken durch eine kräftige Kanonade zu decken. General Heymann commandirte die Russen, die unter den Augen des Groß­fürsten Michael fochten. Der Feind wurde mit wüthendem Geschütz - fetter empfangen, worauf die rufsischen Tirailleurs rasch vorrückten, ihn in wilder Flucht zurückschlugen und bis Einbruch der Nacht gegen Sar- batan verfolgten. Die vollständig demoralisirten Türken hielten nirgend Stand. Unsere Verluste sind noch unbekannt, doch werden über 2000 Mann als vermißt angegeben. Morgen wird längs der ganzen Front eine große Schlacht erwartet, durch die wir hoffen, Mukhtar's Verbin­dung mit Kars abzuschneiden und seine Lage hoffnungslos zu machen." Dieser Bericht stimmt mit den bezüglichen russischen Bulletins überein,