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Zngleich Änliches Drgo für Kreis und StsLL Hanau.
Erscheint täglich mit AuSushme 6er Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und SamfiagS mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.
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M 226 Donnerstag den 27. September
1877.
G« ist zur Kenntniß gelangt, daß die zu Abwe«d««g des der Landwirthschaft durch BerbeützeNftröuchrr drohenden SchaderrS uuterM 3. Juli 1876 (Amtsblatt G. 194) für den RtßierMgS bezirk erlaffme Polizei-Berordnnng nicht überall mit der erforderlich» Energie geh«o» habt wird, daß deshalb «mch in diesem Jahre wieder an verschiedenen Orten nachweisbar durch den GroSpilz (s. g. Befall, Berscheinen) erheblicher Schaden am Wintergeiraide verursacht worden ist. Bei der ganz unzweifelhaften Gefahr, welche der Berberitzenstranch dem Getraide bringt, erscheint dessen AksrsttMg in der Nähe der Ackerländer dringend geboten und muß deshalb strengste Handhabung der gedachten Polizei-Verordnung erwartet werden.
Hanau am 22. September 1877.
Der Landrsth.
Tk-esscha». s
— Berlin, 26. Sept. Se. Majestät der Kaiser und König find gestern Abend um 7 Uhr 10 Minuten mittelst Extrazuges von Darm- stadt in Baden-Baden eisßetroffk» und am Bahnhöfe von den zur Zeit dort anwesenden Fürstlichkeiten und diplomatischen Vertretern, sowiefden Spitzen der Behörden und dem Stadtrathe empfangen worden. Auf! dem Wege von dem BahAhose zu der festlich geschmückte« Stadt, auf ‘ welchem die Schulen und verschiedene Musikcorps Aufstellung gesom» * men hatten, wurden Se. Majestät ven der zahlreich ^herbeigeströmten ' Bevölkerung mit jubelsden Zurufen begrüßt.
— Die in Bersicheruugs-Berträzen enthaltene« Policebedingungm, find nach einem Erkenntniß des ReichL-Ober,Handelsgericht», I. Senat, vom 4. Sept. 1877, in VerstHerusßsstreitigkeitm vom Richter wohl zu beachten, auch wenn fie den Umständen nach zwecklos erscheinen, oder kein Interesse »erliegt, anf ihrer Erfüllung zu bestehe«. ,6i steht dem ; Richter dir Gefugniß nicht zu, sich über Polierbedingu«grn blos deshalb, weil er sie für zwecklos und unerheblich erachtet, willkürlich hin« wegzusetzen, vielmehr kann er zu der Ansicht, es sei unter gewissen Um- stände« von einem strengen, dem Wortlaute entsprechenden Vollzüge solcher Bedingungen Umgang zu nehmen, nur im Wege der Interpretation, d. h. indem er den BertragSwillen ermittelt und feststrllt, gelangen."
— S. M. Schiffe „Hertha" und „Albatroß" gehe«, telegrophi- ! scher Nachricht zufolge, am 25. d. M. Nachmittag» von Gibraltar nach ! Malta in See. — BriefsendUAge« re. für G. M. S. »Hertha" gab ; bis inel. 26. b. M. nach Malta und vom 27. b. M. ab «ach Smyrna zu dirigire«.
— Mit dem Eistrete« der Herbststürme haben auch die Schiffs- stra«dungen begonnen wieder häufiger zu werden. Aber die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist überall am Platze und hilft, wo fie kann. Ein neuer Fall von Rettung aus Seegefahr wird von Hafenmeister Polack au» Tuxhafen in Folgendem mitgeihrilt: Am 16. | Sept., UVi Uhr Bormitiag», erhielt ich von Neuwerk ein Telegramm, $ daß 2 Schiffe auf Wittsand gestrandet seien, zugleich mit dem Ersuche», die Station Dohnen zu benachrichtige«, da man in der nebligen Luft die Signale zwischen der Insel Neuwerk und Dohne» nicht erkennen könne. Ich sandte sofort einen reitenden Boten nach dem Sogt in Duhne«, welcher in der That auch noch nicht» von einer Strandung erfahren hatte. Sofort wurde da» Duhner Rettungsboot Ernst Merk durch 6 Pferde soweit als möglich ins Watt gefahren und der Versuch lltmacht, die Unglücktstelle zu erreiche«. Jedoch erst am 17. Sept., um ° Uhr Morgens, sollte die» gelingen. Da» verunglückte Schiff war der deutsche Dampfer Adler, mit Holz von der Ostsee «ach WilhelmShaven bestimmt. Der Dampfer war bereit» am 16. Sept., Morgen» 8 Uhr,
SB.« Sturm gefiraitbet; die Brandung war sofort über °°r SHiff gestürzt und hatte alle» auf dem Verdeck Befindliche, sowie auch dre Böte mit fort gerissen, während eS der Besatzung nur mit Senauer Roth gelungen war, sich in die Maßen zu flüchte«. Mit ein- tretender Abbe hatte die Besatzung auf Deck kommen können, doch nicht» Genießbare» mehr im Schiffe vorgefunden. Sei der zweiten Fluth hatte
die BesatznnI trotz der Befürchtung, daß die Masten über Bord schlagen würde«, abermals Schutz in denselben gefMt, «nd die ganze lange Nacht bei dem furchtbaren Unwetter darin ohne Nahrung zugebracht. Zu rechter Zeit traf das RrttuußSboot ein, denn die Schiffbrüchigen warm bereits so ermattet, daß sie sich nicht lange mehr hätten festhalten könne«. Aber auch jetzt «och verhindert« bie furchtbare Brandung eine Annäherung des Rettungsbootes; dasselbe mußte Arker auswrrftn und erst, Nachdem mittelst einer Lttne eine Verbindung mit dem Wrack Her- gestellt war, gelang es der RLttNugsmannschaft, die SchiMrüchigen zuerst aus dem Hintermast und dann aus dem Bordermast zu retten. Nachdem die sämmtliche» Schiffbrüchigen, 12 an der Zahl, gerettet waren, mußten Anker n«h Seiten gekappt werden, da ein Aufhiffen deS Ankers mit größter Gefahr für das schwer beladene Rettungsboot ver- bmden Kkwesen wäre. Erst Nachmittags um 5 Uhr wurde das Festland glücklich erreicht, und die Schiffsrüchigen ererben in gute Pflege genommen. Die Rettungsfahrt hatte volle 29 Stunden gedauert und die armen Schiffbrüchige« waren 33 Stunden ohne Nahrung dem scharfen Winde und schlimmen Wetter preiSgegeben. Der Kapitän bei ver- nnzlEckten Dampfers sprach sich sehr lobend über das kaltblütige und besonnene Benehmin der RrttnngsWSnnschsft aus. Da» Rmwerker Rtttungsboot hatte sich ebenfalls zur Rettung ausgemacht, wurde jedoch von dem Duhner Rettungsboot überholt. Der Dampfer ist total Wrtzck. (Schw. Merk.)
— Darmstadt, 26. Stpt. Ss. Majestät der Kaiser reifte gestern Nachmittag Vsö Uhr nebst hohem Gefolge per Extrazug nach Baden-Baden. Da» Publikum hatte sich auch z«r Abreise überaus zahlreich eittgefnnben und bildete vom ResideNzschloß die RheiKstrsße entlang bis zum Bahstzvf Spalier, brächte dem Kaiser und dem KrsNpriuz lebhafte Ovationen. So wären nun die frönen Kaisertage mit ihrem bewegten Leben und Treiben vorüber, wehmüthig hören wir die Geschäfte, insbesondere die Wirthe, klagen: „ach, we«n doch immer ein solcher Verkehr in unserer Stadt wäre!" — Feldmmfchall Molike verweilt bis Morgen noch in unseren Mauern und tritt dann die bereits besprochene Generalstahs-UshuNgSreift an.
— Wie«, 25. Septbr. Telegramm der „Presse" aus Tiflis vo« gestern: Die Türken sind nach dem letzte«, für dieselben ungünstigen Gefechte bei Halfula über die Grenze nach dem Gouvernement Gajazid zurückgegangru und haben, etwa 20 Werft von der Grenze entfernt, ein Lager bezogen. — General TsHernajrff hat da« Hauptquartier Krankheitshalber »erlassen und befindet sich im Bads Borzom.
— Wien, 26. Septbr. Telegramm des »N. W. Tageblatt" aus Belgrad, 25. d.: Die serbische Regierung hat gestern eine Note an die Pforte abgesandt, vou welcher den hiesigen Vertretern der auswärtigen Mächte Abschriften MergeLm werden sollen. In der Note wird unter der Versicherung, daß Serbien niemals an einen Friedenbruch gedacht habe, die Entferuunz der an der Grenze zusammengezogmen türkischen Truppen verlangt.
— Londosn, 25. Septbr. Das Manifest von Thier» wird von »Daily News" als »das letzte Worte eines großen Staatsmannes" mit größter Achtung brhanLelt. Ein Versuch des französischen Ministeriums, die Verbreitung dirs» wichtigen historischen Schriftstückes zu verhindern, könne nur auf die Regieru«g selbst zurückwi-ken und dieftlbe schwächen. Ganz Frankreich werde die ThierS'schen Worte als die estscheideKde Verurtheilung der Usurpatoren ansehen. Thiers habe damit ein politisches Vermächtniß hinterlassen, das beinahe für sein plötzliches Dahin- scheiden Ersatz leiste. Nur Wenigen sei es vergönnt gewesen, nach dem Tode dem Vaterlsude zu dienen. Thiers habe eS gethan, ja, er würde als lebender Staatsmann kaum solche Wirkung haben erzielen könne«, wie jetzt durch diese Stimme aus dem Grabe. Hätten Frarrzoftn nach dem Tode des gefeierten Mannes noch zögern sönnen, für die Republik zu stimmen, Thiers selbst mache die Zögernden jetzt entschlossen. Achn- lich sprechrn sich die anderen Blätter auS. »Wir beneiden nicht", sagt »Times", „die EmpfiudunZm des HerzogS v. Broglie und des Herrn de Fourto», wenn sie mit all bett despotischen Vollmachten, die sie sich genommen haben und anwende«, gezwungen werden, die BeröffentüHung