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Mgleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausushme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Montag den 24. September

1877.

Einladung MM Abonnement

auf den „Hanauer Anzeiger", amtliches Organ für Kreis und Stadt Harrn«, nebst täglich beiliegendem Unterhaltung-blatt und der Pr-Vinzial^ Correspoudenz als wöchentliche Gratis-Beilage.

Inhalt: Amtliche Bekannlmachnngen, politische Neuigkeiten, kirchliche, standesamtliche, Handels-, landwirthschaftliche und gemeinnützige Mittheilnnge«, Börsen- «nd Marktberichte, pro­vinzielle und lokale Nachrichten, Bersteigernngs« und Verpach- tungskaleuder, sowie Geschäfts- und Privatanzeigen jeder Art. Im Unterhaltungsblatt spannende «nd interessante Original- Novellen.

Abonnementspreis M. 2.25 (exel. Post-Bestellgebühr für aus­wärtige Abonnenten). Für Inserate, welche anerkanntermaßen dio weiteste Verbreitung finde», berechneußuur 10 Pf. pro Ispaltige Zeile.

Bestellungen werden von sämmtlichen Postanstalten, sowie in der Expedition, Waisenhaus, Hammergaffe 9, entgegengenommen.

Nicht gekündigte Abonnements werden als stillschweigend erneuert angesehen.

______________________Die Expedition»

Tagesscha«.

— Berlin. 22. Sept. (Köln. Ztg.) Wit dem 1. Oktober geht nun positiv die DreSdenerzBahn auf sie preußische Regierung über, und die Bestimmungen, welche dieses Verhältniß zu regeln haben, treten bereits in Kraft. Die Bahn wird der Direktion kder RiedrrsHkflsch- Märkischen Eisenbahn unterstellt, welche durch eine Lommisfio» die Di« rektorialgeschäste verwalten läßt. In dem Beamtinpersonal ist vorläu­fig eine Veränderung nicht eingetreten. Bezüglich weiterer Eisenbahn »Werbungen durch den preußischen Staat schweben «och mancherlei Berhandlunge«. — Alle von ultramontouer Seite verbreitete« Nachrich­ten über eine mildere Anwendung der Waigesetze find grundlos. Auch werden die zu ««ternehmenden Kollektivschritte betreffs des in den Schulen zu ertheilenden katholische« Religionsunterrichts keinen Erfolg haben, nachdem die. Forderung, diesen Unterricht ledizlich durch solche Personen ertheile«, zu lasten, die von der Kirche beauftrazt seien, zurück- gewiesen ist. — Falsches russisches Papiergeld taucht jetzt in solche» Waffen auf, daß vor Annahme desselben nicht eindringlich genug ge­warnt werden kann. — Die Zahl der Ober-LaudeSgerichte wird, wie «an hört, mehr betrage» als die der 11 Provinzen. Wie es heißt, würden auf die Rheivprovinz zwei kommen.

— Berlin, 22. Sept. Fürst BiSmarck ist heute Mittag 12 Uhr 40 Minuten mit der AnhaltisHe« Bah« hier ««getroffene und im offenen Wagen in Begleitung seiner beiden Söhne in seine Wohnung gefahren.

— Der „R. u.sSt.-A." schreibt: Wie wir Höre«, beruht der Grund de» Aufschubs in dem Beitritt der Argentinische« Republik zum Welt­postverein darin, daß die auf den Beitritt bezüglichen, verfassungsmäßig der Genehmigung der dortigen gesetzgebenden Versammlung unterliegen­de« Vertrags-Urkunde« in der Argentinischen Hauptstadt nicht mehr rechtzeitig eingetroffen sind, um dem dort jüngst versammelt gewesenen Kongresse noch unterbreitet werden zu können. Die Angelegenheit ist deshalb bis zum nächsten Zusammentrrtr« des Kongresses vertagt wor­den.

— I» den deutschen Münzstätte« st«d bis zum 15. September 1877 geprägt worden an Goldmünzen: 1,149,462,180 Mark Doppel- krönen, 361,428,250 Mk. Kronen; 7,682,975 Mk. halbe Krone«; hiervon auf Privatrechnung: 223,155,359 Mk.; an Silbermünzen: 71,653,095 Mark 5-Markstücke, 97,288,586 Mk. L-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 62,116,708 Mark — Pf. 50-Pfennigstücke, 35,717,922

Mark 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 23,502,530 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke, 11,657,813 Mark 75 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 6,213,207 Mark 44 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,382,722 Mark 83 Pfennig 1-Pfennigstücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,518,573,405 Mark; an Silbermünzen: 410,288,476 Mark 80 Pf.; an Nickelmünzen: 35,160,344 Mark 45 Pfennige; an Kupfermünzen: 9,595,930 Mark 27 Pf.

— Hamburg. Eine neue „Sorte“ von Auswanderern, die man bisher sicht kannte, sied die Bulgare» und Gerben, die in letzter Zeit i« Trupps hier ein treffen, um jenseit! des Oceans eine Bessere Heimath sufzusuchen. Die Leute befinden sich, meistens in pekuniär guter Ber- faffung. Richt minder bilde» die Rnssen aber noch immer den wesent­lichsten Theil der an sich jetzt geringen Auswanderung.

— Sternen, 20. Sept. Die Bürgerschaft nahm gestern den ihr vorgelegten Gesetzentwurf wegen Besteuerung des Gewerbebetrieb» im Amherziehen mit blos formellen Abänderungen an, desgleichen einen Ge­setzentwurf wegen Einführung von Gewerbegerichten, der dem Hambur­ger Gesetze nachgebildet ist.

— Kiel, 20. Sept. Auf heute Nachmittag 3 Uhr war die Taufe und der Stapellauf auf der zweite», auf der Norddeutschen Werft zu Gaarden für die Kaiserliche Marine erbauten Korvette C. anberaumt. Die Feier war vom schönsten Wetter begünstigt. Die Offiziere der Kaiserlichen Marine und des Holsteinischen Znfauterir-RegimentS Nr. 85, die fremdländischen Konsuln sowie die Mitglieder des Berwaltungt- raths rc. waren zu derselben erschienen, und präcis um 3 Uhr vollzog der Contre- Admiral Werner auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers die Taufe der Korvette, und zwar auf des Namen „Blücher."

— Ktraßburg, 19. September. Vor einigen Monaten er­schien eine Broschüre: „Elsaß. Lothringen, seine Vergangenheit, feine Zukunft", welche die Einrichtung des ReichSlandes als Bundesstaat und Kaiserland empfahl. Der hier zum ersten Mal angeregte Gedanke hat seither manchfache Zustimmung gefunden; und es dürfte demselben die Zukunft gehöre«. Neuerdings spricht sich auch ein bekannter Staats­rechtslehrer und Politiker, Prof. v. Schulte in Bonn für Berwirklichuug obigen Borschlags aus. In Nr. 5 der D. Revue bespricht v. Schulte die Wirkungen des ReichSgesetzeS vom 2. Mai 1877, nach welchem LandeSgesetze mit Zustimmung deS Bundesraths vom Kaiser erlasse« werde« können, wen« der Landesausschuß von Elsaß- Lothr. denselben zugestimmt hat. ES wirb nun darauf hingewiesen, daß durch dieser Gesetz der bisherige grundsätzliche Verhältniß des Landes zum Reich geblieben ist, sofern in der That das Reich noch Souverän von Elfaß- Lothr. ist. Es fragt sich aber, ob nicht schon jetzt die Möglichkeit einer weiteren Bildung gegeben ist. Auf Grund eines Ueberblicks über die politischen Verhältniße und Parteien im Reichsland sowie die bisherige Thätigkeit des LandeSauSschusseS kommt denn auch v. Schulte zu dem Schkß, es seien zunächst die Besugniffe des auf 50 (statt bisher 30) Mitglieder verstärkten LandesauZschusses dahin zu erweitern, daß dem­selben auch die Initiative in Bezug auf die Gesetzgrbu«g zukäme. Da­mit hätte der LandeSauSschuß so ziemlich den Charakter der Volksver­tretungen in den Linzelstaate» erreicht. Allein die staatsrechtliche Stel­lung des Landes selbst bliebe so unbestimmt als zuvor. Eine endgültige Einrichtung der Landes erfordert die gesetzliche Regelung seiner ver­wickelten SouveränitätSverhältniffe. Und in den Vorschlägen zu Abän­derung letzterer stimmt v. Schulte ganz mit dem Grundgedanke« der Eingangt erwähnte« Broschüre überew. Er findet es absonderlich, daß der Bund oder dar Reich Souverai» ist, es erscheint ihm sehr einfach, den Kaiser zum Souverai« des SanbeS zu machen, der ohnehin ichon die Staatsgewalt hier auSübt. Damit entfiele die Bielköpfigkeit der Regierung, Kaiser und elsaß. lothr. Landtag übten die Gesetzgebung, mit einem Wort: Elsaß-Lothr. würde Bundesstaat, wie Baden, Württem­berg rc. mit Vertretung im BundeSrath. v. Schulte nennt dies eine Lösung, welcher er Verwirklichung wünscht. Wir glauben, daß dieser Wunsch überall im Reiche getheilt wird, wo man für dieses herrliche Laub ein Herz hat. Denn es wird sich im Grunde keiner der Bundes- staaten in der Rolle, Bruchtheil des SouveraiKs über ein deutsches Ge-