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Aikhrlich 9 MarL HalSj. 4 W. 50 P.

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ZngleiD Amiliches Orgart für Kreis KNÄ Stadt HMKU.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzisl-Eorrespondemz.

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Ji 220. Donnerstag den 20. September»

1877.

KmMches«

Das AuSschreiben vom 7. d. M., betreffend Ermittelung des Aufenthaltsortes des Heinrich Gabel aus Ha«a«, wird als erledigt zmückgszoWN.

Hana« am 15. September 1877.

Der Landrath.

I« Folge Lorgebrachter Beschwerden über das Drachenfliege in der Nähe der Tklegrophenleitungm sowie auf ftlquenten Fahrstraßen werden die bezüglichen Verbote in Erinnerung gebracht.

DaZ Polizei'AusstchtL personal ist angewiesen Zuwrderhandelsde zur Anzeige zu bnug«.

Hanau am 19. September 1877.

__________________________Der Landrath.__________________________

Der gegen den LügelöWer JoyaaneS Klein haus von Sterb- fritz unter dem 18. Januar d. JZ. erlassene Steckbrief wird als erledigt zurückgezogen.

Hanau am 18. Sept. 1877.

Der Staats-Anwalt

Sporleder. vt. Michael.

LEgeKschkN. Der Krieg.

A. d. Trib.

Die letzten Nachrichten von Piew«a reichen bis zum Montag. Sie datiren aus Coustantinopel und bestätigen, düß die M-sim die Po­sitionen rings um den Platz noch besetzt halten. Die dem englischen Vertreter Lstzard Sem Sroßvezirr Witgetheilte Depesche habe nur ein partielles Gefecht betroffen, keinen allgemeine» Sturmangriff. Eine ent­scheidende Schlacht stetzt noch be.or. Echo» bis heute betragen die Verluste der Rußen und Rumänen in den Stürmen bei Plewna nach ganz vorsichtiger Schätzung 16,000 Mann.

Es gibt keine gründlichere Lerurthetlung der russisches Kriegfüh­rung, als diese Berluftziffer, welche bedeutet, baß jeder sechste Mann die Front als todt oder verwundet verlassen mußte. Ei« Heer, welches solche Verluste aufweist, ohne den Kampfplatz z« verlassen, gibt damit zwar eine bewunderungswürdige Probe der Ausdauer und Tapferkeit seiner Soldaten; aber in jener schaudererregesbe« Ziffer liegt eine An­klage gegen den russischen Generalstab und gegen Alles, was drum und dran hängt, für welche eine mrsschliche Verantwortung schwer denkbar ist. Capttän Brakenburg, der bekannt» Correspondsst derTime»", meldet als Augenzeuge, daß General Skobrlsff seine Bataillone zum Sturme gejagt, bevor noch die Linie vo» einhundert russischen Geschützen ihre Wirkung auf die Höhenstellungeu OSma» Pascha» gethan und des Bajonnet-Angriff vorbereitet hatte. Diese Darstellung entspricht ganz der «riezSmsnier der russischen Seueräle, die »ach wie vor an dem Suwaroff'jchen Worte festhalten:Die Kugel ist eine Thörin, das Bajonnet allein ist ein ganzer Mann." Die Folge« eines so derouttr- ten Zustandes aber können kaum ausbleibe». Noch ei» solcher Sieg, wie derjenige von Grivitza, und bald wird Rußland de« letzte« Mann feiner noch bereit stehende« fünf Armeekorps heraugezoge« habe«.

Inzwischen nehmen auch die Dingo zwischen Lom und Santa einen für die Rußen bedrohlich»» Charakter an. Wehemed Alt Pascha scheint endlich mit der so lange augekäudigten großen Offensive Ernst machen zu wolle». Die Constautiuopeler Berichte melde« ein Borrücken auf der ganzen Linie, doch handelt e« sich dabei zunächst wohl nur um größere RekognoScirungSgesechte. Eine Entscheidungsschlacht, das geht aus dem gänzlichen Schweigen der Petersburger Depesche« über die Vorgänge aus dem östlichen Flügel hervor, hat sich jedenfalls noch «tcht entsponnen. Indeß ist die türkische Arme, unter Mehemed Alt von der einzigen Vertheidig««,Sliuie der Ruße«, der Linie Bjela-Ttr- sowo, nur einen bis zwei Tagemärsche entfernt und Garden und Gre­nadiere sind noch weit. Die Situation der russisches Armee ist die gefährlichste, die «an sich denke« kann P

Berlin, 19. Sept. Die hier erscheinendeGermania" setzt ihre polnische Agitation fort. Nachdem sie in der Nr. 194 die preußi­schen Polen offen zur Losreißuvg aufgefordert, tritt sie »ruerdinßS mit einem förmliche« Programm zur Wiederherstellung eines polnischen Reiches hervor. Hand in Hand mit diesen Umtriebm gehen die Ver- dächtißM§en polnischer Blätter : daß Preußen eine Grenzerweiterung in Russisch-Polen erstrebe. DieNorddeutsche AllzemeiKe Zeitung" erklärt dem gegenüber:daß bei der preußischen Regierung nie eine Absicht zur Vergrößerung des polnischen Besitzes bestanden hat, daß eine solche Ab­sicht auch nie in Erwägung gekomme« ist, und daß nie irgendwelche Verhandlungen oder Besprechungen in dieser Richtung stattgefunden ha- ; ben." Am 17. d. M. ist die Kommission zur Ausarbeitung des Ent­wurfs eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches unter dem Borsitze des ReichS-OberhandMgerichtS-Präsidenten, Wirkliche« Geheimen Raths Dr. Papk, in den DiensiräumrK des ReichS-Justizamts hierselbst zusammen« getreten. Die letzte Versammlung der Kommission fand vor eine« Jahre, vom 18. September bis 25. Oktober, statt, und ziemlich dieselbe Zeitdauer dürften auch die jetzigen Sitzungen in Anspruch nehmen. Wie man hört, ist die Ausarbeitung sämmtlicher RechtSgMete seit der letzte« RechevschafissbleZung vor der GesamMtkomMission bedeutend gefördert worden, und es ist Aussicht vorhanden, bis Ende nächsten JahreS die fünf Theilentwürfe vollendet zu sehen. (*. » ®v«s».

Zu den wesentlichen Erfordernissen eines Wechsels gehört be* künstlich unter AnLerem der Name des BezogenenIund der Zahlungs­ort; als Zahlungsort gilt der bei dem Namen des Bezogenen angege­bene Wohnort desselben, insofern nicht ein eigener Zahlungsort angege­ben ist. In Beziehung auf diese Bestimmung der Allgemeinen deutsche« Wechselordnung yat das ReichS-Oberhandelsgericht, I. Ssuat, in einem Erkenstsiß vom 4. September d. J. ausgesprochen, daß die Nichtangabe des Wohnortes des Bezogenen den Wechsel nicht ungültig macht, wenn nur in irgend einer anderen Weise aus Zem Wechsel zu ersehen ist, a« welchen Ort Zahlung geleistet werden soll.

Darmstadt, 19. Sept. Heute Früh traf, von Karlsruhe kommend, St. K K. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reiches hier ein und fuhr direkt mit unserem Großherzog nach dem Manöverfeld der Kavalleriedivision, um bmn Uebungen gegen einen markirten Feind beizuwohnen. Am Sonntag, den 23., treffen Seine Majestät der Kaiser mit zahlreichem Gefolge, Nachmittags 4 Uhr 35 Minuten ein «nd wird Allerhöchstdersel'se die Division am 24. bei Weiterstadt-Büt­telbor«, am 25. bei GrieZheim besichtigen. Am 24. Nachmittags 5 Uhr werde« die Offiziere der Division vor Seiner Majestät dem Kaiser ei« Renne« auf dem Artillerie-Schießplatz abhalten. Am 26. findet noch­mals eine Nebung bei Büttelborn-Weiterstadt statt, und werden die Truppen nach einem Ruhetage am 27. am 28. in ihre Garnisonen zu« rückkehren. (Hess. Landesztg.)

Gieße», 18. Sept. Die Empfangsparade der Kriegerver­eine der hessischen Landes Verbandes vor Sr. Majestät dem Kaiser, Sonntag den 23. Sept. in Darmstadt, nimmt größere Dimenfionen a« als Anfangs erwartet u»d gehofft wurde. Aus unterrichteter Quelle geht de« »Gieße«, r Anz." die Mittheilung zu, daß sich bereits am Sonntag 2500 Ttzeil«eh«er angemeldet hatten, welcher Zahl der Darm­städter Berei« mit 400 Mann hi»zutritt. Inzwischen sind noch weitere Meldungen eingezangen, so daß nahezu 4000 Mann in Parade stehm werde«. Die Be«ühu»ge», für den hiesige» Verein in Darmstadt ge­meinschaftliche« Mütagstisch zu beschaffen, haben bis jetzt keinen Erfolg gehabt, da anf alle Schreib-« die Antwort einging:Bedaure sehr, es ist alle« bestellt." Es mag die» einen Begriff von der Menschenmaffe geben, wel^ amKaisertag" in Darmstadt zusammenströmen wird.

Salzbur g, 18. Sept. Fürst Bismarck, welcher, nach einem Telegr. derKöln Ztg.", gestern Abend 8'/, Uhr hier eintraf, wurde von dem Grafen Anbrassy am Bahnhof empfange« und auf da» herz­lichste begrüßt. Graf Andraffy begleitete den Fürste« in da« Hotel Eu­ropa, wo Beide noch gestern Abend miteinander conferirten. So viel bis jetzt verlautet, soll Graf Andraffy bereit» heute wieder abreifen, während Fürst Bismarck erst morgen Salzburg verlasse« würde.