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Zugleich Amtliches Organ für. Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Dienstag den 18. September
187?.
Landwirthschaftliche Winterschule zu Marburg.
Stundenplan.
II. ClaH« (I, Semester.)
Anorganische Chemie 4 Grundes. Die Elemente: »Wasserstoff, Sauerstoff, C^lor, Jod, Schwefel, Stickstoff, Phosphor, Kohlenstoff, Silicium, Salti», Natrium, Esleiu«, Magsesium, Aluminium, Eisen re." Die BrrbiKdLNgen: „Wsffer, Salzsäure, Schwefelwafferstoff, Schwefelsäure, schwestize Säure, Ammosiak, Salpetersäure, Phosphor« fänre, Kikirl äure, Kalk, Kreide, Gips, Thonerde re."
Physik 2 Stufen. Allgemeine Eigenschaften der Körper; ein« fache Ma>Gmm (Hebel, Rolle, schiefe Ebene, Keil, Schraube); Zwischen «aschmen (Schwungrad, Crutrifugalregulator, Pendel rc); mechanische ErscheiLLKren flüssiger Kö per (Adhästo», Cohäsion, Capillarität, EndoL- mose; Drr-ck flüssiger Körper, commuuieirende Gefäße, artesische Brunnen, tzhdrauüsMe Pc-ffs re)
Ban und Ernährung der L«lt«rgewächse 4 Stunden. We« sen der ZiRr; Gewebe; Organe (Stü»«, Wurzel und Blatt); Bestäu« bung, Befruchtung, Samen, Frucht; Keimungs', Athwung»., Asfimi- lations- und BerdiwstvMSprcekß; Gtüffmecysel.
Ban und Ernährung der Nutzthiere 2 Stunden. Knorpel«, Knochen , gilt», Muskel«, Nervengewebe, Gewebe der Schleimhäute und der Oberhaut; Verdauung»- und ResptrationSapparat; Apparat der Harnorpme; KrffMchkl; Blut-, Fleisch- uud FettbildunZ.
Thierkrankheiten 2 Stunden. Ueber das Wesen und die Nr« sache» der Stafetten; KmnkheMsiWptouee, Diagnose, Prognose rc.; Fieberfornun, Kolik, Magen« und Darmentzündung, ecuter Katarrh der Rasenschleimhaut, chronischer Katarrh der Nascnschleimhaut, Drüse, Wmm $esb Rstz der Pferde; Allgemeines über Lahmheiten, Wunden re.
Pflauze«kra«kheite» 1 Stunde. Die durch Pilze verursachten Krankheuen es EAltmKewächse^ (Rost,^Brand, Mutterkorn, Kartoffel« krankheit, M-Httbau rc.)
Bodenkunde 2 Stunden. Die wichtigsten in die Bodenbildung eingehenden »merslim und Gesteine;^ Entstehung und geognostische BirbreitanE des Bodens.
Düngerlehre 2 Stunde«. Stallmist, Compost, Aschen, Moder«, Kalk, Mertzkl-, G^prdüngung; die wichtigsten der künstlichen Düngmittel, wie Knochtnmchh Perugus-o, Bakerguavo, Chilisalpeter, schwefelsaures Ammouiakjirkz Staßfmter Kalisalze, Superphosphate re.
Geometrie 2 Stunden. Lehre von den Winkeln, Dreiecke«, Harallelog'awme« und dem Rauminhalt geradliniger Figuren.
Rechnen 4 Grunde». Unter steter Berücksichtigung der landwirth« schaftlichen Verhältnisse: Wiederholung der vier Grundrechnungsarten; gemeine und DccismlbrüKe; Resolvire« und^Rtduciren; Regel de tri; Bielsatz; Q -adrat« und Kubikwurzel.
Deutsch 3 Stunde«. Grammatik (Wort- und Satzlehre, Ortho« graphie« und Jnterpunktionilehre); Briefe, GeschäftSaufjätze, Gesuche, Anzeigen an Behörden rc.
Schönschreibe« 1 Stunde. Nach kalligraphischen Borlegeblätter«. Zeichne« 1 Stunde. Freie» Handzeichnen und besonder» geo- Metriswec Z«O«e«.
Geographie ««d Geschichte s2 Stunde«. Geographie von Deutschlanv mu besonderer Rücksicht aus die landwirtschaftliche« Ber- Hältnisse; das Wichtigste aus der deutsche«, preußische« und hessischen Geschichte bis zu« Jahre 1815.
Wöchentlich 32 Stunden.
I. Klaff« (II. Semester).
Organische Chemie ««d landwirthschaftliche Technologie
4 Stunden. Alcohole, Aetherarte», Fette, Seffen, fette »nb äthrrrfche Oele, Kohlenhydrate (Zellstoffe, Stärke, Zucker re.), organische Säuren, Eiwktßstoffe rc.; Bier-, Branntwein«, Stärke« .und Zuckerfabrikation, Oel- md Sisißgewinnung, M-Hl-, Brot-, Butter«, Käsebereituug re.
Physik 2 Stunden. Mechanische Erscheinungen luftförmiger Körper (Druck der athmosphärischen Lust, Barometer, Heber, Saug- und Druckpumpe Heronsball, Feuerspritze, Luftpumpe); Mieroseop; Wärme
lehre (Wärmeerregung und Wärmeleitung, A«Sdchnu«Z der Körper durch Wärme, Thermometer); Berdunstung, Dampf und Dampfmaschine; Meteorologie.
Specieller Pflanzeuba« 3 Stunden. Anbau der Getreidkarte«, Hülsenfrüchte, KNoLen- und Fnttergewächse, Oelftüchte, Gespinnstpflau« zen, des HspfesS, Tabaks re.
Fütter««gslehre 2 Stundeu. Die gebräuchlichsten Futtermittel; Zubere-tung derftlhen; Nährstoffserhältmffr; FAiterung der Schweine, des S^akvikh-S. Nindvikhe» und der Pferde.
Thierkraukheite» 2 Stunden. Mauke, Pocken, Manl- und Klauenlesche. Lungenseuche, MilzSrandformeK, Msderpst; Snochen« brüchizkeit, Gklenkseuche, Traberkrankheit; Drehkrankheit, Fin«Lk!rsnkheit, Lrichivosk-, LcheregelfeRÄe rc.
Pflanzeukrankheite« 1 Stunde. Die durch Jnsicte«, Würmer, ütMssptzänichs und Boseneinflüfft hervorgeruftuen KrankhMen der CultursewäKK.
Bodenkunde 2 Stunden. Die verschiedenen BodenartM, wie Sand-, Lehm-, Thon-, Kalk-, Mergel-, Gips-, Humus- und Salzhöhen; Bode»bearb?itvn8 re.
Wirthschafts- und Betriebslehre 2 Stunden. Die Factoren der Productio« (Arbeit, Eaptta! und äußere Natur); Geld- und Credit« Wesen (Börsen, Baukm, Wechsel, Seiten und andere Papiere); Steuern und Zölle; Berstcherungswesen; WirthsHaftSeimiHtung und Wirth« schaftSbetrieb.
Viehzucht 2 Stunden. Art- und McebeMiff; ZuHtMrLhsdm; VererbuDf,; Pferde-, Risdsieh-, Schaf- u»d Schweineraccn.
Geometrie 2 Stunden. Lehre vom Kreis; Feldmeste« und Ni« velliren; Planzeichnen.
Rechne« 3 Stunden. Unter steter Berücksichtigung der land« wirttzschafUichen Berhälmiste: Precent-, Termin- und MischungSrech« u»ng; g smrtrischeS Rechnen (Längen-, Flächen- und KörperbereSnung).
Deutsch 8 Stunde«. Bearbeitung landwirthschaftlicher Themata «»ter B nvtzilnß eines lSAdwirtbichafUsche« Lesebuches.
Landwirthschaftliche Buchführung 1 Stunde. Praktisch, Uebungen.
Zeichnen 1 Stunde. Unterweisung in der Anfertigung von Flurpläne», im Zeichne« landwirthschaftlicher Maschinentheile, in dem Ent« werfen von Bauriffen rc.
Geographie und Geschichte 2 Stunden. Mathematische Geographie toter Rücksichtnahme aus Meteorologie; deutsche, preußische u»d hessische Geschichte vo« 1815 bis auf die «emste Zeit.
Wöchentlich 32 Stunden.
£ t g e » f ^ t i.
— Ueber die feierliche Grundsteinlegung zu dem Rationaldenkmal auf dem Niederwalde durch Ihre Majestäten den Kaiser und König und die Kaiserin-Königin wird dem ,W. T. G." gemeldet:
R üdesheim, 15. Spt. Die heutige Einweihungsfeier ist gestern Abend durch Freudenfeuer aus allen Bergen, heute früh durch Glockengeläute und Böllerschüffe eingeleitet worden. Die Fahrt Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiseri«, Allerhöckstwelche Vormittag» 10 Uhr von Koblenz abgefahren waren und um 12 Uhr in AimannShause« eintrase« glich einem fortgesetzten Triumphzuge. Alle Städte an den Ufern hatten geflaggt, an alle» Etsenbahnstatione« hatten sich Vereine vnd Schulen zur Begrüßung aufgestellt, alle Rheinschiffe trüge« Fest- flaggen und die Dampfer faluttrten. Bon ASmannShausen, wo Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm den Herrschaften Sich «»schloß, erfolgte die Fahrt nach^dem Niederwalde in einem au» 24 Equipage« bestehenden Zuge.
Bei der Ankunft auf dem Niederwalds wurden Ihre Majestäten von dem Forstpersonal in^waidmännischer Weise begrüßt. Der Fest- platz war prächtig geschmückt, und unzählbare Menschenmasse« au» dem ganzen Rheingau, aus Mainz, WieSvaven und Frankfurt aus demselben zusammengeströmt. Der Ober-Präsident der Provinz,Hannover, Gras zu EulenburZ, hielt die Festrede.