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Hanauer Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanaru Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, ' und Samstags mit der Berliner KrovinziastCorrespondenz.

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JE 217.

Montag den 17. September.

1877^

Amtlicher.

Die Herren Mrgermeist«- zu Mittelbuche», Marköbel, Wachen- Luche», Döruigheim, Keffelstadt, Hochstadt, Seckbach, Roßdorf, Riederisfigheim, Ostheim, Eiche», Bischof-Heim, Fechenheim, Niederrooeubach neo Laugeudiebach wolle« sich Eo»«abe«d den 22. d M., Morgens 10 Uhr, aus dem landräthuchen Bureau ge­fälligst »ivfiude», um wegen einer wichtige» Gemeinde-Ankelegenheit ver­nommen zu werden.

Hans«, am 14. Septbr. 1877.

Der Ls«drath.

Kefuuden: 20 Mark bssr. Eine kleine Fleisch-Mulda. Hana«, am 17. Septbr. 1877.

Könial. La«drstbSa«t.

T » ß e » f ch a «.

Die Zusammenkunft Bismarck's und Andraffy's wird nach der Post" am Mittwoch in Salzburg erfolgen.

S. M. S. «Leipzig* ist am 13. September er. zur Abhaltung von Probefahrten i« Kiel in Dünst gestellt worden. S. M. Schiff «Bineta* ist am 13. Sept. er. von Bahia nach Plymouth in See ge­gangen.

I» den deutschen Münzstätte» find bi» zum 8. September 1877 geprägt worden au Goldmünzen: 1,149,462,180 Mark Doppel­krone«, 361,228,250 Mk Kronen; 6,621,430 ® L halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 223,155,359 Mk.; an Silbermünzen: 71,653,095 Mark b-Markstücke, 97,288,586 Mk. S-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 61,601,832 Mark 50 Pf. bO-Pfenniastücke, 35,717,922 Mark 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Rickelmünzen: 23,502,530 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke. 11,657,813 Mark 75 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 6,213,207 Mark 44 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,382,722 Mark 83 Pfennig 1-Pfennigstücke. GesammtauSprägung: an Goldmünzen: 1,517,311 860 Mark; an Silbermünzen: 409,773,601 Mark 80 Pf.; an Nickelmünzen: 85,160,344 Mark 45 Pfennige; 68 Kupfermünze«: 9,595,930 Mark 27 Pf.

Aus den a« de« Greisen der Thüringischen Eiseubahngesellschaft adjaeirendr« Feldern eines Gutsbesitzers war durch Flugfe«er aus den vorü8erfahre»»e« Lokomotiven die Grute zum Theil zerstört worden. Die Verluste wurden auf mehr als 4000 Mk. festgestellt, welche der Ge­schädigte von der Eismbatzngesellschast einforderte. Düse verstand sich jedoch nur zur Leistung vo« etwa 1800 Mk., den etwaigen Werth der erst halbreife« Früchte zur Zeit des Brandes, und ließ den Rest gegen sich Linklagen. Das Appellationsgericht zu Raumburg verurtheilte die verklagte Gesellschaft zur Zahlung der ganzen Schadensumme, und das Ober-Tribunal, I. Senat, btfiäiigte bei vorrichterliche Erkenntniß, in­dem es motlvirend Mi füllte; Als Zeit bei Verlustes kann nicht die der Beschädttzung der noch ungkerntete« Früchte und ihrer damaligen Beschaffeutzeit, vielmehr nur diejenige Zeit angesehen werde», i« welcher der Besitzer dir dazu reifen Früchte eingeerutet, eingebracht hat, auch dadurch tM den Stand gekommen ist, die gewonnenen Früchte durch eige­ne» Verbrauch oder durch Umsetzung z« verwerthen. i«. * ebe.)

3« Zeitz find vor wenigen Tagen bei verschiebe»!» Kaufleu­te«, die sich mit dem Vertrieb von Traubenbrustsyrup, Fenchelhosig- Wasser, LUionese rc. beschäftigte», sämmtliche Borräthe der betreffenke« Waaren polizeilich in Beschlag genommen und »ach dem Rathhausr be­fördert worden.

Neustadt a. d. Orla. Mit Rücksicht auf die jetzt billigere» Hopfenpreift macht das Direktorium der hiesigen Braugenossenschaft be« o-^'i^.?" Hektoliter Einsach-Bier von jetzt ab 10 Mark, und das Liter 10 Pfennige kostet.

Mainz 10. Lept. Die »Deutsche W,i»Ztg." schreibt: Seit 14 Tage» macht sich, wenn auch langsam, einiges Liben im Weinver- rause bemerkbar. Sowohl bissere und mittlere, auch kleinere Weine wurde» verkauft. Die Preise fangen mit der Nachfrage au sich zu be- ftstigeu. Nur Faßbedars bei de» Winzer« erleichtert in einzelne« Fälle«

de« Einkauf. Die eigentliche Ursache der Festigkeit liegt keiseswegs in des GeschäftSverhältnisik», wohl aber i» des sehr geschwundeue« Hoff« nuuge« auf die diesjährige Ernte. Das fortgesitzt »«günstige Wetter läßt bis r|t nur eme geringe Qualität erwarten, wodurch das so groß erhoffte Quantum jedenfalls such sehr beeinträchtigt wird.

Pfullendorf, 12. Septbr. In «nftrem Nachbarorte Linz ist gestern der nesgebaute KirSthurm bis auf Stockhöhe eisgestürzt- Unter den Trümmern wurde« 13 Arbeiter »erschüttert; 1 war sofort todt, 10 sind schwer verwundet, 2 nur leicht beschädigt.

PariS, 18 Septbr. Mit der Reift nach Bordeaux ist es ergange« wie mit des Reis?« nach Brest ««d Eherbourz. Wen» dem Marschall M-e Mahon noch ei» Zweifel über die Gesinnung des Ls«de» geblirbe» war, so m»ß derselbe jetzt geschwunden sei». Ueberall ist der Präsident der Republik mit dem nämliches Ruf empfangen wsrdm und überall hat die BsvS keruug gezeigt, daß sie von einer Aenderung der GtaatLform nichts höre« will. 8« Bordeaux gab sich diese Hesinrung noch viel k«tschiede«er kund, als in des Städten, welche der Marschall früher besucht hatte. Das Zeugniß der einheimischen Presse ist darin einstimmig. Bis i« die späte Nacht haben die Bewohner von Bordeaux Mae Mahon mit dem Rufe: »Es lebe die Republik!' verfolgt. ES half Nichts, daß die Behörde elle Gasfiammsn »«slöfchen lirß, feie Kundzebuug dauerte unter feiue« Fenster» ffsrt und die Behörde gab ihr eigen absolut feindseligen Charakter dadurch, daß sie die Lewaffuete Macht einschreite« lirß. Die ganze Nacht, während derr» sich Mas Mahs« in Eordkavx asshielt, bliebe« Trupps« vor dem Nachtquartier det PrSfidk«ieu und auf des groß?« Plätze» der Stadt sufgeftrllt u»d starke Patrouillen durchzozen die Straße». Die Eiuwshnerschsft scheint dadurch zu erhöhtem Eifer a«gestachelt worden z» sein, daß ma« dem Asftrete« Mae Mahon'S einen durchaus militärischen Anstrich gegebe» ist. Der Präsident der Republik erschie» zu Pferd» und in großer Warschallßusifsrm mit einem fast ganz militärischen Gefolge. Richt »nr die republiksNische« Blätter von Bordeaux zeigen sich von dem Auftreten der Osfiziklle« wenig erbaut, auch die »ichtrepublikansiche Preff» verhehlt «icht, daß die von der ReKiernng gngeordnete Demoustratio» eine verfehlte gewesen. Ei« höchstkonservativeS Blatt von Bordeaux, der Courrier de Is Giro«d», schließt seinen Bericht über Mae Mahon'- Besuch mit dieser Moral:Der Minister bei Innern, welcher Zeuge von der Haltung der Bevölkerung gewese», hat sich überzeugen könne», daß die offizielle« Kandidaturen der Stadt Bordeaux zuwider finb." Und dabei fahren die mi«isteriellen Blätter »ss Pari» fort, »e® dem e»thusiastischen Empfange i« Bordeaux zu spreche«! Der Tssps gibt «ach einem Lokalblatte die Rede, womit der Kardinalerzbischof Donnet den Marschall in der Kathedrale dieser Stadt empfing. Das NNtsblatt, welches überhaupt seit dem 16. Mai bei de» Steifen bei StsMober« Haupts feie Äußerungen der Prälaten sehr summarisch abfertigt, ohne daß die Prälaten oder dir klerikalen Blätter sich darüber beklaz^m, hatte auch von DoKnet'S Aniprache keine Notiz SeuommeK. Dichlbe läßt a» Ergebenheit für Mae Mahon nichts zu wünschen übrig. Der Kardinak versichert n. A., daß der Marschall die letzte Hrfftiunz des gläubigen Volkes ist, daß Gott ihn am gewählt hat, daß Gottes Hand über ihm ist und daß seine friedliche Aufgabe bis zum Ende durch die Segnungen des Papstes gefördert werden wird. Mae Mahsn ist gestern f-Sh von Bordeaux abgereist und Nachmittags 1 Uhr in PärigRrpx angetemmen. Auf die Begrüßung des Bürgermristerk antwortete er nur mit einigen Worte», womit er daran erinnerte, daß die Dordogne die Heimsth eines berühmte» Soldaten, des Marschalls Bugeast, sei. In Mouliss ist ein regierungtfteundlicheS Blatt gegründet worden, welcher den Titel ber Marschall" führt. Mit der Wahl dieses Titels habe« die G-Snder dem Pathen dieses Blatter einen schlechtes Gefallen gethan. Mehrere Pariser Blätter eröffne» eine Polemik gegen d n Marschall von Moulins, von der folgesde wchige Kritik der Frara; eine Vorstellung geben mag: »Der Marschall behauptet, daß er der Fahnenträger der konftrvativen U»ion sei, in Wahrheit ist er Nkmandez Fahnenträger, denn man Sans nicht zugleich bet Fahnenträger der Imperialisten und derjenige der Royslisten fein, deren hinkender Friede gegkbrne« Falls in einen Bär-