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Hananer Anzeiaer

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erschein: täglich mit AuSnvdmk der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

unb SamnauS mit der Berliuer Provinzial Correipondenz.

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Samstag den 15. September.

1877.

Amtlicher.

Gefunden: Ei« Henkellorb. Ein Knaben- Strohhnt. Eine blas- carrirte Schleife. ca 8 Gescheit Kartoffeln in einem alten Sack ver­wahrt. Ein fein grflvchteter HundeHalSband.

Zn-elaufen: Ein junger glatthaariger dunkelbrauner Hund.

Hanau am 15. Skptbr. 1877.

Könial. LandratbSamt.

Wochenschau.

H. H. C. Aufsehen erregte hier und te eine ErwiderungSrete, welche Kaiser Wilhelm soeben beim Empfang der evangelischen Geistlichen der Rheinprovinz in Düsseldorf gehalten. ES sind namentlich die Stellen, welche betonen, daß deS Kaisers Ueberzeugung streng auf dem Grunde der evangel. Kirche beruhe, daß man auf diesem Grunde stehen bleiben müsse, da man sonst in'S Verderbe« gerathe, daß eS ferner eine Partei gebe, welche die Religion abgeschosst wissen wolle, daß die Kirchenver- fassung auch seiner Meinung nach verbssserungtbrdürftig. weil unsichere Elemente in die Vertretung gekommen, welche die Zerstörung der Reli­gion herbeiführen müssin Am Schlüsse sagte der Kaiser: Wir gehen einer schwere» Zeit entgegen, in der Sie eine schwere und große Stel­lung haben werden.

Der Wiener Reich-rath wurde kürzlich wieder eröffnet. I« Oester- reich-Ungarn nimmt man viel Antheil an dem Tode Thiert'. Der Präsident deS Wiener Abgeordnetenhauses hat der Frau Thiers ein Beileidstelegramm überkandt, liberale Wi-mr Abgeordnete haben einen Kranz mit Inschrift auf den Sarg niederlege« lassen. Auch ungarische Abgeordnete wollten dikS thu» und ersuchte» den österreich. Botschafter, in PariS um Bermittelung, dieser aber lehnte ab, weil er sich an keiner Demonstr atio» betheilige» könne. Die ungarischen Zeitungen haben nun nicht verfehlt, ihrer Entrüstung über diese Haltung Ausdruck zu ver­leihen. Kossuth hat wieder einmal einen offenen Brief an seine LandS- leute gerichtet, in dem er sein Bedauern darüber auSspricht. daß wir in traurigen Zeiten leben und noch immer auf dem Punkt sind, daß die Launen und Neigungen von 2 bis 3 Sterblichen in Pu-pur maßgebend sind und nicht der Volkswille. Der Exgouverneur gibt sodann darin dem Kaiser von Oesterreich den guten Rath, dem Wunsche UngarnS nachzukommen und den Russen den Krieg zu erklären, denn die deutschen Provinzen werde er doch über kurz oder lang abtreten müssen und dann könne er nur noch König von Ungarn sein und solcher nur dann blei- be», wenn er die Zuneigung der Ungarn genieße. Lange Zeit hatte Kossuth den Mund nicht soweit aufgetha«.

Am vergangenen Sonntag fand in PariS daS Lrichenbegängniß Thiers' statt, und zwar trug eS nur einen privaten Charakter. Die Regierung hatte allerdings beschloss!», den Verewigten auf Staatskosten ojfiziell beerdige» zu lassen. Allei» Frau Thiers merkte die Absicht, daß die Regierung diese Feierlichkeit gegen Thiers' Partei auSnutzen, die republikan. Deputirten und Senatoren aus dem Leichenzug auS- schließen und nur dem 16. Mai freundliche Grabreden halten lassen wollte. Frau ThierS stillte deshalb Bedingurgn», welche die Regierung veranlaßte, den Beschluß zurückzunehmen und so gestaltete sich die Sei« chenfeierlichkeit zu einer imposante» ripublika». Volksdemonstrativ». die durch keinen offizielle« Mißton beeinträchtigt wurde. Arb-r eine Million Menschen waren zugegen uno doch kam eS nicht zur geringsten Uttorb« nung. Die Bevölkerung von PariS benahm sich musterhaft und bewies somit, deß sie reif ist für eine freiheitliche StaatSvrrfassung. Urend- liche Deputationen und Delegirt- aus den Provinzen waren erschienen, selbst das diplomatische^CorpS, mit Ausnahme des spanischen und deS päpstlichen Botschafters, nahm am Lrichenbegängniß Theil. Von der Regierung und von Mec Mahon aber war Niemand erschienen. Diese hatte vielmehr die Truppen in den Departements Seine und Seine et Cife konpgnires lassen und rechnete wohl auf Unordnungen, die ein Einschreiten der Militärmacht zur Folge haben und die ersehnte Ver- Hängung deS BklagerungSzustandeS leidlich motivire« würden. Die Pariser thaten ihr aber diese» ©efeCen nicht. Mec Mahon bereist jltzt die Gironde. In seiner in Bordeaux gehaltenen Rede nennt er sich den

treuen Wächter der Verfassung", die nach den Wahlenohne Behin­derungen" auSgeführt werden solle. Der Marschall gibt jetzt sonach klein bei.

Die wichtigsten neuen Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz« sind folgende: Das Gros der rvff. Armee hat sich nach Westen gezogen und im Osten zwischen Jastra und Low nur etwa 2 Armeekorps unter dem Befehle des Thronfolgers zurückgrloffe». Circa ICO000 Mann, zu denen die Rumänen gehöre», umfaßten die türkische Et'lluug von Plewna und erstürmten nach mehrtägiger Vorarbeit der Artillerie am 9. Sept. einige Positionen, konnte» sich aber Plewna'« nicht bemächtige«. Lo- Watz wurde schon am 3. Sept. genommen, die türk. Behauptung, eS am 8. Sept. wieder gewonnen zu haben, bewahr heitite sich nicht. Gleich- zeitig fanden im Osten wieder blutige Schlachte» am Lom statt, wobei die Rustschuker Besetzung wieder erfolgreiche Ausfälle machte und die Russen auf Biela zurückgeworfen wurden. Bei der Erstürmung Plewna's zeichnete» sich die Rumänen aui und wurden vom Czaren besonders belobt. Im Schipkopasse währte der Artilleriekampf fort, Suleima» aber hat sich nach Kesanlik zurückgezogen, um dort seine Armee zu reorganisiren und Verstärkungen an sich zu gieren. Rcksic hat sich den Montenegriner« endlich ergeben. Der Aufstand im Kaukasus ist vollständig unterdrückt. Die Türke» flüchteten sich auf ihre Schiffe.

Tsse-scha«.

Dresden, 13. Septbr. Die verwitwete Königin Maria ist heute Nachmittag um 5 Uhr aeflorbe». Maria Leopoldine Anna Wil- Helwine, geb, 27. Januar 1805, bei f Königs Maximilian I. von Bai- ern Tochter; vermählt 24. April 1833 mit dem am 9. August 1854 verstorbenen König Friedrich Augusts

Bern, 14. S-Pt. Der tesfiner StaatSrath hat, de« bu«deS- räthliche« Vorstellungen nachgebesd, die Occupation Luganos aufgeho­ben, ohne daß die Gimeinde bis jetzt die Occvpationskosten gezahlt hüt. [RMn.'gtg.]

St. Petersburg, 13. Septlr. (R. u. St.-N.) OfficirlleS Telegramm aus Poradim vom 12. d. M., 10 Uhr 40 M nuten Abends. Gestern von Tagesanbruch an bis Nachmittags 3 Uhr wurde Plewna von uns beschösse», darauf begann der Sturm. Bis zum Abend waren 3 Siebenten der Türken auf der südliche« Front durch General Skobe« leff, und die große Grivitza-Redoute durch General Rsd oaoff genom­men. Letzterer wurde dabei leicht verwundet, der Commandeur des 17. Infanterie R-gimentS, Flügel-Adjutant Schliter, wurde getödtrt. Gene­ral Tobrowoliky, Chef der 3. Schützenbrigade ist gleichfalls getödtet. An btm Sturm auf die letzte Redoute nähme» 6 russische Bataillone und ein rumänisches Bataillon Theil. Erobert wurden 2 Fahnen und 5 Geschütze. Heute mit Tagesanbruch begann auf der ganzen Linie aufs Neue ein heftiges Feuer, unsere Truppen stehen angesichts der tür­kischen Befestigungen auf den gestern genommenen Pofilionen. Unsere Verluste am gestrigen Tage betragen allein über 5000 Verwundete, die Anzahl der Todten ist noch nicht festgestellt.

Konstantinopel, 13. Sept. Eine Depesche Hafiz Pascha« aus Novibazar vom 9. er. meldet: 5000 Montenegriner griffen eine am Fuße des Balkans errichtete Berschanzung an. Der Kampf dauerte 15 Stunden. Die Montenegriner wurden mit einem Verlust von 300 Todten geworfen.

Konstantinopel, 14. Septbr. DaS Bombardement von Rustschuk hat wieder begonnen. Die Kämpfe um Plewna bauern fort und soll Oimcn Pascha seine Positioneu tu| der numerische» Ueber» legenheit der russischen Streitkräste behaupte». <«.eugH8i

Aus Sistowa wird demN. W. Tagebl." unterm 14. ge­meldet : Die Tüike« haben die vorderen Schanze» bei Plewna in guter Ordnung und ohne dabei Gefangene zu verlieren, geräumt. Der Ver­lust der Russen beträgt im Ganzen 2000 Todte und 5000 bis 6000 Verwundete.