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Hmmer Ameuer.
Zngleich AMtlicheS Organ für Kreis und Stadt Hsnau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial^Correspondenz.
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Donnerstag den 13. September
1877.
ANtliche».
Die Herrn Bürgermeister wollen diejenigen Personen, welche für daS Jahr 1878 Gewerbeschein zum Gewerbebetrieb im Um» herziehen wünsche«, mittelst ortsüblicher Bekanntmachung anfforder«, ihre Gesuche vor dem 1. Oktober b. J. hier a«zubri«gen, dieselben auch darauf aufmerksam machen, daß rll-, welche dieses Unterlasten, sich die nachtheiligen Folgen verspäteter Anmeldung lediglich zuzuschreiben haben.
Hanau am 10. September 1877.
Der Landrath.
Am 25. v. Mt8. sind in der Rrdda bei Heddernheim 2 Deckbetten i und 1 Kissm geländet. Empfangnshme resp. Meldung bei Königliche« Amte zu Höchst am M.
Hanau am 13. September 1877.
Königliches Landrathsamt.
Der 25 Jahre alte Taglöhner Heinrich Gabel aus H-nau soll mter Polizeiaufsicht g«stM; werde«. Um Benachrichtigung über besten zeitigen Bufenttzaltsort wird ersucht
Hanau am 7. September 1877.
Der Laudrath.
TKgeSscha«.
— Der Diskont der Reichsbank ist von gestern ab auf 5 Prozent und der Lombard. ZmSfuß für Waaren wie Effekte» auf 6 Prozent er« höht worden.
— Bonn, 10. Gept. Am 12. Sept. feiert nach dem „Schw. Werk." Dr Ludwig Philtppso», emrrtttrter Rabbisxr, seit 41 Jahre« Redakteur Bet von ihm begründeten Zeitung des Jadenthums, sein bOjähriges SchriftsteSerjubiläum. «M 12. Sept. 1827 erschien sein erstes Werk, eine deutsch-metrische Uebersetzung der kietnen Propheten. (Halle, R«ff) Heinrich Kurz schenkt ihm, in seiner Geschichte der deutschen Literatur, besondere BeachtUNg und gibt im 4. Baude S. 351 a von ihm eine LrbkuSsktzze. Gleich MendelSsotzu in Destau am 27. Dez. 1811 geboren, hat er auf die Kultur und die innere Umbildung seiner Glaubensgenossen 6tbeule»b ein gewirkt. Sein 1839 begonnener großes Bibelwerk für Jsrs-liten ist trotz seines hohen PreiseS in 2. Auflage erschienen; z« der bei Hakberger erschteneulN DorLstchm Prachtbibel für Jsraeliten hat er den T xt geliefert; und die von ihm gegründete Bibel- anstalt für Jsraeliten hat die h. Schrift unter den Juden allzemei» verbreitet. Als Publizist hat er für die politische Gleichstellung feinet GlaubenSgeuoff » mit Erfolg nuerschrocken gekSmpft. Roch heute wirkt er mit jugendlicher Begeisterung für die religiöse Regeneration des Judenthums und ist darum der bestgehaßte Gegner der Z-loten.
— Wesel, 7. September. Gestern wurden hier 2 fremde Männer wegen Verausgabung falscher Markstücke verhaftet. Bei denselben wurden über 1000 solcher Falsifikate vorgefunden. Die eingeleitete Untersuchung wird das Nähere ergebe».
— Dr esoen, 12. September. Die vrrwittwete Königin Maria ist an der Lmkenentzündurg erkrankt. DaS heute auSgegebene Bulletin bezeichnet den Zustand derselben als Besorgniß erregend. — Für den am 12. und 13 Olmber d. J. hier tagende» sächsische» Gemeindetag ist folgende Tagesordnung festgestellt worden: 1) Verfälschung der! Nahrvrgs- uns Genußmittel: Oberbürgermeister Dr. Nndrä aus Chem- ; «itz, Korreferent Bü> germeistrr Kühn, FrankenberL; 2) Borschläge zur AbänLetung des UnttrstLtzungrwohnsitz'Gesetzes: Hofrath Ackermann, DreSden, und 3) Angele^enherten der Schankkonzessionen: Bürgermeister Ludwig-Wolf aus Großenhain, Korreferent Vize-Bürgermeister a. D. Dr. Gtephani aus L-ipzig. m. u. «».-«.)
— München, 11. September. Der hiesige Erzbischof, Gregor von Schirr ist heute Mittag mit den Sterbesakramente» versehe« worden.
— Von den ultramontanen deutlichen Blättern war eS dem Sigl'schen »Vaterland" vorbehalten, dem verstorbenen Thiers den Esels
tritt zu versetzen; Herr Sigl sagt nämlich von dem verstorbenen Staatsmann:
„Thiers hat eine große und wichtige Stelle in Frankreich gespielt und Vieles auf dem Gewissen. Er war der größte Intrigant Frankreichs, der seiner lächerliche» Eitelkeit, seinem grezenlosen Ehr« geize, der einseitigen doktrinären Schablone des Liberalismus und seinem diabolischen Hasse gegen ein kräftiges Königthum Alles opferte, namentlich aber die Ruhe, das Wohl und die Zukunft Frankreichs. Seine Politik war ebenso kleinlich, wie tief unsittlich, ohne Charakter, ohne höhere Ziele, ohne die Spur einer moralischen Idee. Sie trug eine Hauptschuld, daß die Revolution in Frankreich permanent geworden ist, daß fast kein Boden mehr vorhanden ist für ein vernünftiges, kräftiges, energisches Regiment. Sie unterminirte Alles, sie opferte Alles, sie corrumpirte Alles. Dcr Mann ist todt und Frankreich hat keinen Grund, den Tod dieses eitlen, geschwätzigen, intriganten Doctri- »ärS Thiers zu beklagen. Er ist der größte Schwätzer Frankretchs, das Ur- und Vorbild der ideenlosen, egoistischen, liberalen Bourgeosie gewesen."
— Wülhaufe», 9. Sept. Heute erschien Me 1. Nummer des neuen Blattes der Expreß, politische Bettung, welche 6mal wöchmtlich tu deutscher und französischer Sprache zu Mülhausen tzerauSgegebr» wird. Verantwortlicher Verleger des Expreß ist L. Zow, ehemaliger Direktem-LSrant deS Jnd. alsseien. — Gleichzeitig macht das in Samburg wöchentlich erscheinende Blatt, das Echo de la Sarre, die Mittheilung, daß es durch Beschluß des Oberpräsidiums ermächtigt worden ist, politische Gegenstände zu brtzsndel».
— Wien, 11. S-Ptember. Nach einer Meldung des „Pester Lloyd" wirs sich der ungarische Fi»a«z< Minister Ende der Woche nach Wie» begeben, um den bevorstehende» Termin für dir Emission der ungarischrn Goldreste frkzustelle».
— Wien, 12. September. (R.- «. St.-Anz.) Wie das „N. W. Tageblatt" wissen will, wäre eine für Serbien vortheilhafte russischserbische Kosvention zu Stande gekommen; Serbien oezi-he monatlich 4 ÄiHtenen Fratzes Subsidiengetder, Rußland werde beim Friedensschluß auf einen Gebietszuwachs für Serbien Bedacht nehmen und sichere Serbien «amrntlich des größten Theil von^Altferbien bis über Prifch« tina hinaus, sowie den Rifchajer Kreis bis Sofia zu. Auf irgend« welchen Theil von Bosnien mache sich Serbien aber keinerlei Hoffnung. Die Aktiou soll am 20. d. M. beginnen, Fürst Milan reise am 18. nach Alexinatz ab, ein Flügel-Adjutant des Kaisers von Rußlasd werde sich in seinem Gefolge befinden.
— Paris, 10. Sept. Wen» das Getragen der Pariser Republikaner als maßgebend fäs das ganze republikanische Frankreich gelten kans, so ist man zu der Annahme berechtigt, daß letzteres mit den re* volutivtzären Nrb-rlieftrMgm definitiv gebroche» hat und »unmehr, wie feige Nachbarvölker, m Loch in der Durchführung des Chst-ss der friedlichtN ©sttoiäiung, in dem Fortschritt auf gesetzlichem Wege feine höchste Ehre findet. Seit dem Tode ThürL' hatte die Regierung und die Ltaktisnäre fresse offenbar Alles sufWloien, um die LeiLmschafte» der Maffm zu entfesselt?. Thiers, der populärste Mann des Augen- Lliös, den ein großer Theil der BevM««»g als den wahre» Gründer der fravzöfischt» RrpubUk ansleßt, wurde, bevor er »och zur Erde ge* trsgm war, vo» Blättern Wie Gaulois, P§yz, Figaro mit Schmähungen überschütt; t, die ganz Europa mißbilligte ; die Regierung ließ Alle- ruhig geschehe» usd genehmigte mit ihrem Stillschweigen sogar die rück- sichtLlose» Angriffe der offiziösen Prtss- gegen den berühmt-n Berstor- bknen, der vor wenigen Jahren noch der Leiter der Geschicke Frankreichs und der Gebieter des j tz'gen Präsidenten der Republik war. Aber nicht zufrieden damit, weilten die taktlosen Rathgeber der letzter« sich auch noch der Leiche bemächtigen und, getrennt von feinen Freunde», umringt von den Leuten, die ihn zu feinen Lebzeiten verfolgt, verleumdet und vo» der Regierung herabgestürzt hatten, sollte TtzierS zur Gruft geschleppt werden. Ihrer Ueberlteferusg getreu, kleinlich und gehässig» zog die Regierung ihre ossiziellen Ehrenbezeugungen sofort wieder zurück, als sie sah, daß die Familie und Freunde des Berstorvenen in die pro-
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