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r M-Ä 26 Pf» Sär auswärtig« SboiiMUten mit dem betreffs«« 6« PsM-rftchloz. Lieeuizslire Num­mer 10 Bi«.

M 213.

Mulinier Inniger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespondenz.

Mittwoch den 12. September.

Wertteile» Prell,

M- ifpoMe« eermonbjdteek beten Rama

10 P.

Sie »»ath St» 20 W

»e^mgeSen« so Vk.

1877.

Amtliches«

Gefuudeu: Eine brsnne Weste.

Verlöre«: Ein großer weißer UmhängeTchawl.

Entlaufe«: Am 4. b. MtS. auf dem Wege von Langenselbold bis zum Bahnhöfe dortselbst ein weißer Pudelhund, geschoren bis auf Kopf »ab Nuttz« auf de« NamenRudel- hörend.

Zugelaufen: Ein weißer Spitz mit gelben Flecken.

Haran am 12. September 1877.

KSni«l L<>»d*atbSsmt.

Landwirthschaftticher Krris-Verein Hamn.

Nächste V-issmwlmcg Dienstag den 35. September im goldenen Löwen- in Hanau, Nachmittags 2*/» Uhr.

TaZeßordnnnß:

1) Bericht der Delegirten über bis Versammlung der Central- Vereins in Eschweze.

2) Bericht über die ErMkergshsifle, Restrenten: W. Sch«ppi«S» NüdigheiWer-Hof, W. Koch- Biuderdiebacker-Hof, Bürgermeister Zeh» KilianstäDte«, Bürgermeister Kopp. Großkrotzenburg.

3) BeschaffiMß und Wahl der Wintersaatgetreide.

4) Erneuerte Anregung der Fohlenweide.

5) Beschaffm g und Unterbrir-guntz deS vom Central-Verein dem Kreis- Verein zugefagtes Zuchtbullen.

6) Die noch in diefem Herbste in Haua« abz«halte«de OLst- und Gemüse- Ausstellung.

7) Die Mängel und Vorzüge der Nusstkllvng am 5 September.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, Vorstehendes bekannt z« Wachen.

Hanau am 11. September 1877.

,________________________Der V«»d»atb.________________________

Der gegen ven Loll.cmr-lk« Üi>i Engel vsn Damm garten zu» letzt unter dem 9. März h. J. erneuerte Steckbrief wird wiedertzolt erneuert.

Hsuan am 5. September 1877.

Der StsstS-Anwalt ________________GK»»an » __________

1 H < H « i t

Ein Besuch bei Gambetta.

A- d. Schw. Merk.

Der Debatte«r der Drerd. Ns^r., Dr. Bierey, hat Gambetta einen Besuch abpekattet usb berichtet darüber in feinem Blatte deS Ausfätzrlichr«. Wir entnahmen dieser Mitthki'uns FolgrsdeS:Das Vorzimmer Sambetta'S glich bei WLiner Ankunft dem EmpfsugSsaro« einer Ministers oder Kanzlers. Es liegt z« ebener Erde nach einem Garten iu der THSNsiär b'Asti«. In demselben Hanse brfisde« sich die KedaktisnLräUWs der von Gembetts reSlgirte» S'itsng Rössbliqse frangiifs. Das weite KrM»ch war mit etwa 40 Menschen g füllt, es glich emt® BiemMsck-; ich stsnd inmitten von Genatsre«, Abtzkoedneten, Jomnalisten, Beamten aus verschiedenen Ministerien, sowie zweier L§- putationen au« der Provinz. L tztere tarnen in Wahlanzelegenheiten, sie stsitetin Bericht ab ssn der SZimmusg des Landes, sie holten Wei» fuszen ein, wie die Wsh^Z-iLtion in Fluß zu drisgen oder zu steigern sei. Man sah Senfe aller Stände, von dem Senator von Fraskreich biß zum risfsch-n Gesellen, die Bristol.atie, Bo»rgeotfi- nutz der St» beiter stand, Stadt rur Land, Milttär wie Zivil war vertreten. Eben­so «annichfaltig war das Kopü« der Wartende«. Ais vorsichtiger Mann hatte ich mich mit einem neuen Frack ksstämilt; die zahlreichen Blouse« Männer, die in dem Vorzimmer neben des vornehmen Herren on robe warteten, belehrten wich, daß diese Bs ficht zu weit getrieben war, zu einem Demokraten kommt man in jeglichem Gewände. Gam» betta war so höflich, mich als Ausländer z« bevorzugen; einer seiner zahlreichen Gek-eiär- führte «ich nach kaum einer Viertelstunde Warte« i« sein EwpsangSkabinet. ES ist ein »mpvsanlr» Qua-rat, geschmückt

mit einiges Kunstwerken in Bronce; ein in der Mitte stehender großer Tisch ist bedeckt mit Zeitungen, Broschüren, Karte« aller Art; läuxS den Wöndc» laufen grau gepolsterte Soptzas, Allis verkündet den ein» zigen Zweck des Gemaches, hier vereinigen sich bei einem Manne, der schon einmal mächtig in die Geschicke seines Vaterlandes einHrgriffe« hat, xnb der bestimmt scheint, dies zu wiederholen, die Drähte der Po­litik. Gambetta empfing mich in einfachem Hass kleid: eine kurze, dun- k-lbls«? Hausjacke ließ das ansehnliche Embonpsint deS Politikers in bedenklichem Grade hervmtreten; violette Hausschuhe zrizten trotz ihrer Goldstickerei, daß Gambetta eine Hsusfra« fehlt, die ihren Mann sich nicht in schlechter FarbeuznfsmMmstkLung kleiden läßt.Die Politik ist meine Fr«u, meinte im Za«ft des Gespräches Gambetta, ich habe keine Zeit, mit einem irdischrn Engel mich zu bejchäfÜgrK.- Fast kam es mir vor, als interviewte Gambeita mehr mich, als ich ihn. Seine erste Frage war nach der Stimmung des drutschen Sattel gegen Frank­reich. Ob Dentschlsnd einen Krieg wünsche? Ich vtrsicherte ihm, ba| bei « alle divkesdsn uud arbeitendsn Menschen eben ElohirKn-gskriez verabscheuten, daß Deutschlaud ßen Frieden wolle, aber such einig sein werde, wenn man seinen Besitzstskd in Frazs tielle.Und wie ist die StimmNng Dentschlsutzs gegen BiSmmck?- Ich habe mich «dlich »r« müht, Gambetta hierüber WghcheÜsgztreA aufznkiären. Gr-mbetta war im Zllgrmtiuen wohl orientirt. Er wie alle Franzose« halten Bikmmck für ein enormes Genie; der Grund dotzon ist ein spezifisch ftaszösischer: KiSmaick hat Frankr ich grdkMüthigi; wer dsL fertig gebracht hat, hat sich anf einen Platz im Kumpel der Unsterblichkeit abounirt. Dsß eS neben BiSmarck so etwas wie ein opferwilliges deutsches Volk gibt, daran denkt kein Franzsse. Ein Mann von der GZergis Aambrtta's fühlt sich außerdem von der Thatkraft Bißmarck's kongenial berührt! Vambktta wollte missen, was Stfmarö wohl für ein Gebiet der Thätig­keit in der inneren Polit k zunächst fich ansfuHen Würde; denn daß er nach dem Berlaufe des Kulturkampfs ««d des ReichseiftAbshuprojekts sich auf etwas Neues stürzen werde, um feistes Stein nicht tzrrdsnkM zu lasst«, war Gambetta klar.Wir in Frankreich wollen Friede« und Lichts als Frieden-, wiederholte Sambesis mehrere Mals, und ich beeile mich hiuzuzufüZkn, daß wir bisher jeder Franzose das gesagt hat. Ueber die ftanzösi chen SozialdemskrateK sprach sich Gambetta mit großer Seelemshe aus; trotz der BerbekHe« der Kommunarden Scheute die Sozialdemrk atte in Frankreich keine so große Gefahr wie in Lsutsch-» land, der französische Arbeiter fei ruhiger, bessnnener, nicht fs pha«» tastrsch, uud namentlich fei er patriotisch gesinnt. Ich warnte Gambrita vor den Folge«, welche ein Triumph der Prießerpatt« in Frankreich für die Erhaltung des Friedens nach sich ziehen würde; er drückte feinest lebhaften Abscheu gegen kas Pfaff-nreZiment aus.

@ ne Anzahl höherer Milttär, welche in Berlin ihre« W» kungskreiL haben, an ihrer Spitze der kommandirmde Gmeral des Garde- kmp», Pri«z August vo« Wllmemberg, find Mch demBchw. Merk.- 6@n dem Kaiser zur BeimotzsWk s« ^n Manssers LeS 8. LrmeLkskpz (RheiLlsnd) beordert worde«. Diese Generale haben am 7. MrLiw Ver- lasst« »nd sich d'.rekt nach Köln bqgtbev. Es ertzrlt daravs, daß jer-rn Manöver« eine ganz 'besondre müttärische «edmtvsg betgelest wird, unb «Z verrautet auch, dsß über den B-rlauf der UebungeZ beso«drrS kiNgetzende Berichte erschrtnen Wrrdsn, womit tzervorrszendr Militärische Aursritäten beauftragt morde« sind. (BermuthliH handelt es sich ins» besonders um die E p obung des us«« Ex-rzierreglemests. Diez»^ streute Fechkmr- hatte in dem deLtsH-frarzöstschen Kriege vielfach ; einer nötiges AnflöfWZ der Oibsusg geführt. Acht ist der Grunds § sufgeft-llt, daß die Treppe stets eines ZwtzeitLichen Führung sollte unter­stellt bleibe«, u«S daß MinSefteuS der Kompagntefützrer die taktische Einheit seiner Kompagnie aufrecht erhalten sollte. Zu Folge dav-n haben die takiischrn Äew gangen der Infanterie einen gasz ander-?4 Ctzarakier ergehen, bei dem die Sorge um Aufrechterhaltung der O « nung sich mchr als in den festen Jützren bemerklich macht, bei d N aber doch niemals die höchste Schonung von Meufchenleben bergest n wird.)