W»Mti«nte»te- $«iä:
9«W4 9 Watt %a«i, 4M-KNP.
BiertÄliihrUch * Si«I 26 $fg. Für auSWSrttg« NLmiüenten mit dem betreffe», »e», PostarrfMag. Die einzelne Rum. mer 10 $td.
minier Anwiger
Zugleich Amtliches Orgau für Kreis und Stadt Hanau.
Insertisl»»» Preis»
M« i spall^e B«rmondzell» «K deren Stau»
10 Ps»
Die 2»aü. 3*to 20 $fe.
M 212.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ und Samstags mit der Berliner Prsvinzial Csrrespondenz.
Dienstag dex 11. September.
»^«»amgeSen.
so Bd.
1877.
Amtlicher.
Gesunde« i Ein Psar graue Glo ^Handschuhe. Em rother Kinderstrumps nebst welluer Schuh. Ein A-B C-Buch. Ein Hufeisen. Eine Scheerr. Em goldenes Medaillon.
Bei Herrn Dechert in der Badeanstalt liegen geblieben: 2 Spa- zierstöcke, 2 Taschenmesser, einige Cigarren spitzen, mehrere Halsschleifen, MavsS'tt-nknövfe, 1 Schlüssel und verschiedene andere Gegenstände.
Entflogen: Ein KansrienvoZel.
Hana«, am 11. April 1877.
Königliches LandrathSamt.
Lkges scha».
— Berlin, 8. Sept. „Kardinale sterben immer zu Dreien* sagt ein römisches Sprüchwort. Sellte dasselbe auch von großen Man- »ern Geltung gewinnen wollen ? Kaum hat Thiers die Augen geschlossen, so wird der NnßSbmZer Allgemeinen Zutuns telegraphirt, eS solle der Zustand Les Papstes seit gestern die Einstellung aller Audienzen nothwendig gemacht haben. Gleichzeitig erfährt freilich die römische Telegraphen. Agentur »Stefani" der Papst sei vorgestern Abend von einer leichten Ohnmacht Hess Gen worden, die indeß keinen be»n- ruhigenden Charakter trug. Gestern aber verließ der Papst erst spät sein Lager und nahm Uns gewöhrltchen Beschäftigungen wieder auf, obschos die Schwäche fortdanert. Wem soll man nun Glauben schenken? Pins IX. ist ein 85jätzriger Greis, der jeden Augenblick gefaßt sein muß, abberufen zu wersen. Die Nachricht von seinem Tode wird, wenn sie einmal einstifft, Niemand mehr überraschen. (Berl. Tgbl.)
— Dem BundeSrath, der sich demnächst mit der Regelung bei ApothekenwesenS beschäfrigen soll, wird eS an gutachtlichem Material nicht fehlen. In ihrer Versammlung zu Leipzig haben die deutschen Apothekerbrsitzer soeben zu den beiden Gesetzentwürfen über die Regelung des Apothtkenwesens, welche dem Bundesrath 6o$ liegen, Stellung genommen und sich, wie es nach Vorentscheidungen früherer Jahre nicht anders zu erwarten war, für den Entwurf des ReichskanzleramtS, also für Annahme des Prinzips der Reatkonzesfiou, entschieden. Im Einzelnen sind allerdings zahlreiche Aenderungen an den Bestimmungen bei Entwurfs als nothwendig oder wünschenLwerth bezeichnet worden.
— Die durch Beschluß des BundeSratheS bei Zollvereins vom 19. Mai 1869 festgestellten Bestimmungen über den Erlaß der Tabaksteuer wegen MißwachseS oder anderer Unglücksfälle enthalte» im letzte» Alinea des § 5 die Abordnung, daß ein Anspruch auf Steuererlaß nicht mehr stattfindet, wen» die Anzeige der Beschädigung länger als drei Tage nach ihrem Entstehe» unterlassen worden ist. Nachdem der Bnndeirath am 9. Mai d. J. beschlossen hat, daß, wenn der Steuer- Pflichtige aus entschuldbarem Versehen die Anzeige der Beschädigung länger als drei Tage nach ihrem Entstehen unterlassen hat,, und wenn trotz der FristverMmniß die Beschädigung noch ermittelt werde« kann, die obersten Landes-Finanzbehördk» aus BilligkeitSrücksichten einen Erlaß der Tabaksteuer gewähren können, so ist, «ach einem Cirkularerlaß deS Finanz-Ministers vom 1. Juli d. J., i» derartigen Fällen über die etwaigen Gesuche um Steuererlaß die Entscheidung bei Finanz- Ministers einzuholen. i«. * st-n»^
— In den deutschen Münzstätten sind bis zum 1. September 1877 geprägt worden an Goldmünzen: 1,149,462,180 Mark Doppelkronen, 359,704,720 Mk Kronen; 5,651,880 Mk. halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 223,155,359 Mk.; an Silbermünzen: 71,653,095 Mark 5-Markstücke, 97.288,586 Mk. 2-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 61,177,421 Mark 50 Pf. 50-Pfennigstücke, 35,717,922 Mark 80 Pf. 20-Pfennig stücke; an Nickelmünzen: 23,502,530 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke, 11,657,813 Mark 75 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 6,213,207 Mark 44 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,382,722 Mark 83 Pfennig 1-Pfennigstücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,514,818 780 Mark; an Silbermünzen: 409,349,190 Mark 30 Pf.; an Nickelmünzen: 35,160,344 Mark 45 Pfennige; to Kupfermünzen: 9,595,930 Mark 27 Pf.
— München, 8. September. (Allg. Ztg.) Se. Kaiserliche
Hoheit der Kronprikz hat bezüglich der nunmehr zu T»de geführte« diesjährige» Jsspizirurg der Truppen in Würzburg, Bamberg, Nürnberg und der Kavallerie-Disisio» bei Stranbing, sowohl hinfichtlich der MH«««Z der T-uppe«, als ihrer Leistunzen und taktischen Ausbildung, «ach jeder Richtung hin Seine vollste Zufriedenheit und Anerkennung in einer die bey rische Armee höchst ehrenden Weise kuu^gegebe«. — Die SinberufunZ des Landtags zum 27. d. M ist nunmehr erfolgt.
— I» Wien hat sich ein Bereis gegründet, welcher beschloß, ähnlich wir in England, auf den Bahnhöfen große Briefkasten aufzu- pelen uns das reisende Publikum zu ersuchen, in diese die, von ihnen gelesenen Zeitungen oder sonstige kleine ihnen evtbehrÜH gewordene Schriften hmemzulegen, um solche in die Krankensäle der Spitäler aus- zuthülm. Eine Einrichtunss, die sich auch für Deutschland sehr empfehlen möchte!
— Wie«, 9 September. (R.- u. St.-Nuz.) Telegramm der .Peefie* aus Lestia»j«: Gestern Nachmittag verkündeten Freudenschüssr ! nxb Tlockengeläute dir Kspitulation von Rikfie, das sich dm Montene- ! gri»ern ergeben hat. — Nach einem Telegramm der »Poüt. Starr." auS Kaisern vom heutigen Tage, haben sowohl die Garnison von Nikfie. welche sich mit 19 Befallen den MontenegriKern auf Gnade und Ungnade ergebe» hat, wie auch die EinwohneL von Nikfir die Erlaubniß erhalte«, sich nach Gsezks z«rßckzuziehe«.
— Ueber Mee MahosS Reise nach Born erfährt WM nachträglich einige Einzelheiten, aus todten tzervorgeht, daß diese Reise daS würdige Seitenstück der Fahrt nach Cherboarg gewkse«. In Rosnne, der letzten Etstro«, wo man eben die Nachricht von Thiers Tode erhalten tzatie, ist der Marschall mit Hochrufen auf die Republik Md auf Gsm« betta empfangen worden md wie in Cherbourg Mir man dir Marseillaise. Von den 170 Bürgermeistern, welche zum EmpfangZ deS Staatsoberhauptes beschieden waren, haben sich nur einige dreißig kingefunden.
(Schw. Werl.)
— Die Rede, welche Jules Grövy, der frühere Präsident der aufgelösten Stammet, bet die Führung der Linken bekanntlich übernehmen soll, an ThierS Grabe hielt, lautet nach der „Köln Ztg.- :
»Meine Herren! Inmitten dieses einstimmigen Bedauern und Lobes, welches sich von allen Seiten am Grabe deS vom Tod getroffenen großen Bürgers erhebt, wo so viele bewegte Worte in der franzöfischen uns fremde« Presse, in den beredten Worten, welche Sie so eben hörten, in den Ergüssen des Freundeskreises das herrliche Leben bei Herrn Thiers, seinen wunderbaren Alles erfassenden und d»rchdri«ge»dr« Geist, seinen bew«nderA«KsNürdigrn, gesunden Menschenverstand, diese Haupi- errusgenschaft des Staatsmannes, seine unvergleichliche Beredsamkeit, seine Schätze des Wisiens und der Erfahrung, die kostbare Frucht fe<> zigjähriger anfgeklärter Studien, welche durch eine lange Beschäftigung mit der Geschichte gereift wurde«, seine heiße Liebe für sein Land, bx denkwürdige», ihm geleisteten Dienste feiern: was könnte ich da noch sage«, das nicht ein schwacher Widerhall dieser hehren Anerksnnm-g wäre! Ich will indeß einen Augenblick Ihre Aufmerksamkeit auf das hinlenken, was der Hauptzug des politischen Lebens bei Herrn Thiers war; ich spreche von feinem Anschluß an dir Republik. Herr Thiers gehörte lange Znt jener Schule der constiintiSAkZen Monarchie an, welche in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts einen so lebhaften Glanz um sich verbreitete. Wie fast alle Männer seiner Zeit, glaubte er in dieser Einrichtung die Regierung der Ration durch sich selbst, diesem unbesiegbaren Bedürfniß der modernen Ration, gefunden zu haben. Er glaubte, in unser Land die englische Regierung verpflaszen zu könn , ohne darauf zu achten, daß in Frankreich die Zeit für immer die soe a • len Elemente vernichtet hat, auf welchen diese Regierung ursprünglich in England gegründet wurde, und daß in einer in dm demokratischer, Zustand übergegangenen Gesellschaft diese verspätete Einsührusg sm Anachronismus war. Das Schauspiel unserer Unglück-fälle ^wies dies später diesem großen Geist, als er seine Blicke rückwärts richtete unb die Ereignisse prüfte, welche in 75 Jahren acht Regierungen durch gewaltsame Revolutionen vernichtete» — ein unerhörter Vorgang in d s Geschichte der Welt! —; er sah, daß die Ursache der so häufigen Um-