H»o>«nemeMt»« SrelS:
Jährlich 9 W-rL Paldj. 4 M. 50 P.
Bierteljötzrlich » Work 25 Diz. Für auSwärlig« Abonnenten mit dem betreffen» den PoLnufschlag. Die einzelne Nummer 10 Via.
iMmN MNtz«.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hausn.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Swftrtfrt» Prek»,
Die ikp-ltix, AarmondzcM o». deren Kaum 10 $fg.
$h «[»alt. Bein
20 $fg.
Li»r!hsMg-8rii, so B?».
M 209. Freitag den 7. September» 1877«
Amtliches.
Die Herrn Ortsvorstände wolle« die RekrutirMgS« Stammrollen hier abholen resp, durch zuverlässige Boten abholen lassen.
Hanau am 6. September 1877.
Der Lrmdrath.
Das AuSschreibk» vom 28. v. MtS. in Nr. 203 deS Hanauer Nnzeitzer, betreffend den Aufenthalt deS GoldarbeiterS Fabian Meier aus Bieder, wird hiermit als erledigt zurückgezogen.
Hasan am 3. September 1877.
Der Land-ath._________
£ # g e » | $ e
— Das gegen die Berfälchung von Nahrurg-'mittels vorzubeni- tende Reichzgesetz wird, wie man hört, viKt in erster Reihe die Be- strafurg von Fälschu^n in das Auge fassen, da «ach dieser R chtu«g hin bereits durch das Strafgesetzbuch das Nöthige angeordnet ist; möglich übrigens, daß auch «i«e Verschärfung des Strafmaßes beastrogt: wird. Der Hauptpunkt, den die Gefetzßebung in'S Auge fassen will, s betrifft die gesitzUche Kontrole der Ber stetiger, bezw. bir B rkäufer der Nahrungsmittel. Hauptsächlich wird man dann weiter auf Verschärfung der Arzeigepfl'cht hinwnken; also das neue Gesetz wird mehr auf die GNtdrckMs des FörscherS, als auf feine Bestrafung hinarbeite«. SS wird beibsichtgt, dem BundeSrathe den entsprechenden Entwurf wo möglich bis zum Spätherbst zu unterbreite«. i
— Ein in jüngster Zeit ergangsmS ObertribunalZ-Etkenniß spricht ! folßenden Rechtsgrundsatz auk: „DaS Ein, reifen in das Innere des ’ Schulwesens ist dem Beruft kreise der Schulvorsteher gänzlich entzogen und dem Lokal Schulivspeltor zugewiesen. Betritt ein Schulvorstcher : die Schulstube während des Unterrichts, um sich ein Eivtzreif-n in daS Innere des Schulwesens anzumaßen, so macht er sich deS Hausfriedens« SruchS schnidig."
— Ein Gläubiger, welchem der Schuldner nach feiner erfolgten ZahlungLeiNftellLKg zur Sicherung der Forderung ein Hypotheken« Instrument cedirt hat, macht sich, nach einem Erkenntniß des Ober« Tribunals vom 12, Juli 1877, durch die Annahme des Instruments nicht stafbar. „Der §. 309 der Konkurs-Ordnung", führt das Er« kenntntß deS Obertribunals aus, „will den Gläubiger nur dann bestraft wiffen, wenn derf lbe nach erlaagter Kevntn'ß von der ZahlungSein« st-llurg zu seiner Begünstigung und zum Nachtheile bet übrigen Gläubiger mit dem GemeisschulSner oder dessen Erben einen besondere« Vertrag ein^eht. Es folgt hieraus, daß, to-nn der Gemeinschuldner schon für jede räch etfolgtet ZahlungSeinsttllirng Mternommeoe Befrie- digung oder Begünstigung eines einzeln-n Gläubigers zum Nachtheile der übrVen strafbar ist, der Gläubiger für die bloße Annahme einer solchen B friedigung oder Begünstigung noch nicht strafbar wird, seine StrafLark.tt vielmehr erst eintritt, wenn er zu bitfem Zwecke mit dem Gemeinschuldner oder dessen Erben thun besonderen Vertrag geschloffen, also auch f>imfeit§ eine auf Erreichung dieses Zweckes gerichtete Thä« tigkeit entwickelt hat." [«.«. st-anu
— Den Deutschen hat der bekannte New $Mfer Sesator Rorcae Conkling bei seiner Rückkehr von einer Reise aus Europa ein allerdings spätes Ehrenzmgniß aukgeftrllt, das aber in Amerika immer noch an» gebracht ist, weil dort noch vielfach die Verleumdungen der Franzosen geglaubt nnd weiter verbreitet werden. I« einer Rede, die er in Nrw- ^öi! hielt, bemerkte er: „AlS ich von London nach Paris kam, fiel mir Eins aus, dessen Sie sich g ut erinnern werden» die Grotzmuth Deutsch- landS und der Deutschen Sie wird Einem so recht klar in den Palästen und Gärten von Versailles. Diese prächtigen, mit KunstsLätzen, welche den Vöikrrn deS halbe» Europa geraubt wurden, angefüllten Räume waren im letzten deutsch-französischen Kriege von den Herren Deutsch- ^E vijetzt. Und, wie Sie wissen, wurde im großen Saale des Schlosses zu Versailles König Wilhelm zum Deutsche» Kaiser erhoben, während seine Soldaten dort alsinrhalbr» eirquaitirt waren. Aber »irgends verübten dabei die Deutsch n auch nur die geringfügigste That der Gewalt oder der Rache. Versailles ist vulleicht bat prachtvollste
Befitzthum Frankreichs, aber zugleich ist Versailles ein Majestätischer Denkmal der erhabenen Grotzmuth der Deurschen. Ich freute mich die« fet Anblick ß nicht allein, weil er ein Triumph der Menschlichkeit ist, sondern auch wegen der Ehre, welche er auch unseren Hiesigen vom Lande des Rheins stammenden Mitbürgern macht." (K. Z )
— Crefeld, 3. Sept. Gestern an dem allgemeinen Na6oNas« feiertags ist hier in dem schönsten Theile bet Ostallee das von Walger --fertigte Denkmal Kml Wilhelm's, des Komponisten der Wacht am Rhein, feierlich enthSllt worden. An dem Fistzug nahmen nahezu 4000 Persosen Theil. Die Festrede hielt der StadtverordLkte W. Elfts, und der Oberbürgermeister Roos, der dem Komite für das schöne der Stadt überwiesene Ehrendkvkmal dar,?tZ, brächte das Hoch auf den Kaiser aus. Nachdem Wilhelm's prächtiges Lied »Das ganze Herz dem BMrlWd" (T-xt von Emil RitterhsuL) gesungen, wurde die Büste des Tondichters mit 6tm Lo-brerktanz geschmückt, weil er sich, wie van Kiwpm betonte, UNsterblicheS B-rdtenst erworben um das deutsche Lied. Am Nachmittaz war großes Bankett in der Zrntralhc-llr.
— Metz, 2. ®f$L Die Dikpositionm für das Eintreffen der zur Verfiä.ksng der Gmniion M'.tz destimmten Truppm find bereits getroffen. DaS 9 Drag -Reg. wird im Laufe des Heutigeti Tsgks, daS braunschA. Jnf.-Reg. Nr. 92 übermorgen hier ehitreffen, um sofort an den Herbfimr-LöüerR Theil zu nehmen. DaS gleichfalls hierher bestimmte 3. rhnn. Jnf. Reg. Nr. 29 Dagegen wird erst am 19. h. MtS- hier aslangen, nachhem eS die Manöver des 8. ArMeekmps, dem es bis jetzt angehörte, Witgemacht hat. Auch das 1. rhein. Fsßartill.' Rez. Nr. 8 wird erst in feine neue Garnison komme«, w-nn feine Uebungen auf der WahNer Halde beenbi^t sein werden. Mit AuSnahKS der neuen Kaserne zu Devartt leS Ponts. werör» bis 15. Sept. sämmtlich« zur Avfnahme der beifläilies Garnison bestimmten GsbaMMeitm, einschließlich der erweitm ten Proviantmagszins fertig sein, so daß Sir q Mutiern gut Bet den Bürgern nur vorÜdergchkKd «sthwendig fti» werden. — An den Forts Friedrich Karl, AlvenSlebe» und Sameft sind gegenwSrtig Soldaten in größerer Anzahl beschäftigt, um Schanze« und Geschützständs zu errichten. Während nämlich die Feldtruppen in die Manöver ays-- gerückt sind, wird die Festung?actillerie größere Usbunge» veranstaltr», d«neu die Idee zu Grunde liegt, daß obige Forts vo» einem feindlichen Armeekorps mit entsprechender Anzahl von Beschützen angegriffen werden.
(Schw. Siert)
— Wien, 6. September. Telegramm des „N. W. Tageblatt" aus Schumla, 4. d. Nachts: Die Hauptarme? Mehemsd Klis hat ihren Bormarsch über BuziSma ob Kadikiöi fortgesetzt, heute Abend Obretnik besitzt und ihre Bottruppm bis zwei Stusde« von Biela entfernt vor« geschobeu. Türkische Kavallerie ist gegen Pyrgos abgk«ak!gtn, um die dort bon de» Russe« erbaute Brücke zu zerstören. — Gin Abgesandter des Großfürsten Nikolaus ist hier eingerroffen. — Telegramm der i,Pufft" aus Sistowa: Der Großfürst Nckolans hat sein Haeptq-rartirr von Gornji Stuben nach Bulgareni verlegt. Am Montag hat der Bau der Eisenbahn von Frateschti »ach SiMLitza begonKtn. ts. & st»H«.
— Wie«, 6. September. Telegramm der „Prsffr" aus TifliS: Großsürft Michael ist in dem Haupiqamtier in Karajol eingetroffen und hat perchslich das KoMmando übeutommra. Man erwartet für die nächstes Tage LRtschrtdsndr Kämpfe östlich von Kars. tat». st^a.)
— Paris, 5. Sept. (Köln, ßtg.) Ueber die Nachricht von ThierS' Tode war ©ambuta zuerst äußerst bestürzt. Heute ist er ruhiger, steht die La^e kaltblütiger an unb glaubt, daßlsdas liberal-repMi« kanischr Frarkrerch dem Prozramm des Brrstorbknen treu bleiben werde. Er hat krintswegs die Absicht, die Oberleitung der rkpubLtkanische« Partei zu übernehme«, sondern bietet alltS auf, G^ö y dazu zu bestim« mrn. Ja den diplomütischen Kreisen hält Ea« den Tod Ses Herrn Thiers eben für kein großes Unglück. Man hatte zwar große Sympathie für ihn, da man aber überzeugt ist, daß die Klerikalen den Sieg in Frankreich nicht erringen könne«, so meint man Loch, man habe eS gerade nicht zu bed nern, daß gr anheim heute der Mann fehle, der allein dem Auslande zu imponiren verstand und dort deffen Ansihen, obgleich er «icht mehr an der Gewalt war, ausrechtzuerhalteu wußte. Thier«