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MormemextS- Pre»r

Jährlich 9 Bart.

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mit dem betreffen­den Postaufschiag. kie einzelne Nuar­mer 10 Pfg.

Himaner Artiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ sind Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

M 203.

Freitag Lew 31. August.

1877.

Amtlicher.

Der hier wohnhaft gewesene Goldarbeiter Fabian Meier aus Bieder, Kreis Geluhausin, hat sich heimlich von hier entfernt und seine Freu nebst zwei Kinder in hülfsbedürftigem Zustande zurückgelaffen. Um Nachricht über dessen Aufenthalt wird ersucht.

Hanau am 28. August 1877.

Der Landrath.

Konrad Müller III. auS Bruchköbel ist als Todtr«besch«uer für die käsige Gemeinde verpflichtet worden.

Hanau am 27. August 1877.

Der Landrath.

Verloren: Auf dem Wege von Wilhelmsbad nach Hanau eine« braunen Sommerüberzieher; dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Ein Portemonnaie, enthaltend ca. 2 Mark.

Hanau am 31. August 1877.

Königliche« Landrathsamt.

S I | t f | 4 t ».

(Diplomatische Aktenstücke.) Am 27, August find in London neue amtliche Schriftstücke über die Zustände in der Türkei ansßeßib« worden. Es findet sich darunter der Wortlaut der vielbe« lprochmen Depesche des Obersten Wrlleksiy an Lord Derby, die wie folgt, lautet: London den 6. Bug. »Bei meiner Ankunft von Bulgarien hatte ich die Ehre, Ew. Herrlichkeit mündlich Bericht über den Eindruck , zu erstatten, welcher im russischen Hauptquartiere, wie auch im allge­meinen in der russischen Armee das wiederholte Erscheinen anscheinend wohlbegründeter Berichte von Grausamkeiten russischer Truppen hervor- gerufen hatte. Diese Anklagerr^-de« russischen Autoritäten zufolge voll- komme« ohne Begründung, machten einen so tiefen Eindruck in Rußland und besonders in der russischen Armee, daß es für rathsam erachtet wurde, daß ich nach England mich begeben sollte, um der englischen Regierung alle Thatsachen zu unterbreiten, welche Dauk meiner Zuer- theilurg zum Kaiser!. Hauptquartiere und Dank meines Besuches vieler bulgarischer Dörfer zu meiner nnmittelbaren Kenntniß gelangt, n. Ew. Herrlichkeit ist es bekannt, deß ich, obgleich dem Stäbe des Kaisers von Rußland in Vulgärst« zrertheilt, nicht an der Front gewesen bin, noch persönlich die Dörfer besucht habe, in welchen die angeblichen Grausam- keiten begangen worden sein ftlün; doch habe ich «ichtSdestowenigkr viele glaubwüldige Personen, sowohl Russen wie Engländer gesehen, welche bei den verschiedenen Tuffen der Krieges anwesend waren und die ohne Ausnahme bi streiten, einen einzigen Fall von Metzeleien oder Grausam­keiten seitens der russischen Soldaten gesehen zu haben. Während mei­ner Anwesenheit im russischen Hauptquartier war ich täglich in Ver­bindung mit Personen, die nach der Front abginxen und zmückkehrten, und als die Zeitungen begannen, die Aufmerksamkeit der Publikums auf angebliche russische Gewaltthätigkeiten zu lenken, machte ich es mir zur Sonderausgabe, der Sache nachzuforschen, um Ew. Heul, den Thatbe­stand mittheilen zu können. Das Ergebniß meiner Nachforschungen, die ich wie gesagt, nicht nur bei Russen, sondern auch bei Engländer» an* stellte, haben mich zu der festen und ehrliche« Urberziugung geführt, daß die Behauptungen von russische« Grausamkeiten gänzlich ohne Begründung sind. Es ist gewiß möglich, daß solche Fälle vorgekommen sind, ohne zu «einer oder meiner Jvformanten Kenntniß gelangt zu sein; aber eS ist kaum möglich, daß Masseuwetzeleie» von den russischen Truppen be- gaugen wäre«, ohne daß die Thatsachen die Ohren der vielen Bericht- erfiatter englischer Zestunge» erreicht hätte«, welche die KriegSereignisse bo« Ecgin« an beobacht«t haben, ohne in irgend einer Weise bezüglich ihrer Biwegnngen beschränke worden zu sein. Ich hatte mannichfache Gelegenheit, diese Herre« zu befrage«, von dem« einige ZeUunge« der- treten, die der Politik Rußlands entschiede« feindlich gesinnt sind; aber alle für einen läugneten auf das nachdrücklichste, irgend welche Hand- taas gleich denen, deren die russischen Soldaten angeklagr wurden, sesehe« zu haben. Andererseits bezeugt«« sie viele Fleundschaftserwei« fuvgen seitens der Russen gegen türkische Eesengeve, mit welchen sie

selbst häufig ihre Lebensmittel theilten. Die Berichte englischer Korre­spondenten tu Schnwla hinsichtlich der Verwundung vieler Weiber und Kinder durch die Russen werden im kaiserl. Hauptquartier i« folgender Weise erklärt: Vor Kurzem stieß einige russische Reiterei auf einen Zug, den sie für eine« türkischen Transport, der Rustschuk verlassen, hielten, ««d forderte selben zur Uebergabe auf. Die Türken antworteten durch eine Gewehrsalve, welche zu einem Kampfe führte, in dem Frauen und Kinder leichtlich getödtet oder verwundet werden konnten, denn der ver­muthliche Trankportzug wies sich als eine Karawane türkischer Bauern aus, die Rustschuk mit ihrem Hsusgeräths verlassen hatten. Befehl wurde durch den Kaiser ertheilt, diese Sache gründlich zu untersuchen, aber der Bericht war noÄ nicht eingetroffen, als ich das Hauptquartier verließ. ES ist meine Pflicht hinzuzufügen, daß ich, obgleich ich durch­aus nicht an die angeblichen russischen Grausamkeiten glaube, die feste Ueberzeugung habe, daß der gegenwärtige Krieg ein Krieg ist, in dem wenig Pardon auf beiden Seiten weder gegeben, noch erwartet wird. Fälle von Plünderung durch russische Truppen sind zu meiner Kenntniß gelangt, aber nicht in großem Umfange. Ich habe auch von vielen Fällen von Brandstiftung und Plünderung durch die Bulgaren vernom­men ; aber ich glaube, daß alles ««gewandt wird seitens der russischen Sei. neben, um diese barbarischen und rachsüchtigen Menschen in Schran­ken zu halten, und eS sind mir Fälle bekannt, daß türkische Bauern thatsächlich um eine Kosakenwache zum Schutze gegen bulgarische An- ßtiffe gebet!« haben. Schließlich mll ich noch beifügen, daß meine lange Erfahrung mich russische Soldaten als gutartig und mildherzig und gänzlich unfähig solcher ruchloser GremsaNkeiten, wie sie ihnen bei» gemessen werden, kennen gelehrt hat. csqw. M-Mi

Der Reichs-Anzeiger veröffentlicht die Concessions-Urkunde be­treffend den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von St. Jngbert nach St. Johann (Saarbrücken) durch die Pfälzische Ludwigsbahn-Gesell- schaft.

Innerhalb der landwirthschaftliche« Vereine macht sich eine sehr lebhafte Agitation gegen die leider so vielfach auftretende und Vers derblich wirkende Verfälschung der Milch bemerklich. Die Vereine rich­ten vielfach Beschwerden und Anträge an das landwirthschaftliche Mi­nisterium und haben namentlich in letzter Zeit vorgeschlagen, es möge eine neue und strengere Art der Untersuchung Platz greifen, die dann obligatorisch überall eingeführt werden müßte. Dieser Vorschlag hat, wie man uns mittheilt, Beachtung gefunden und eine Conferenz von Mitgliedern des landwirthscheftliche« Ministeriums und des Ministeri­ums des Innern zur Folge gehabt. Wahrscheinlich wird man auch noch die Mitwirkung des ReichsgesundheitSamtS nachsuchen, da schließ­lich die Angelegenheit auch die Reichkorgane berühren muß. ($<».)

Das Rrichsgesundheitsamt schließt seinen Gericht über die Untersuchung eines Berliner Brunnens mit den Worten:Das kaiserl. Gesundheitsamt übe; gibt dieses Untersuchungkresultat der Oeffmtlichkrit mit der Bitte an die Aerzte und Sanitätsbehörden, beim Auftreten so« umschriebenen Typhus-Epidemie« gleiche Untersuchungen anstelle» und die Resultate derselben hirher gelange« zu lassen, damit die Bedeutung schlichten TrinkwasserS für das Zustandekommen von Infektionskrank­heiten, speziell Typhus, welche physiologisch ftstzustsllen bisher nicht ge­lungen ist, eine möglich aukgrdetzntr empirische Begrü«dung erfahre. Für eine Veröffeutlichung dieser Zufeudungen entweder einzeln, oder je nach Zahl in einer paffenden Zufammenstillung, wird alsdüLN ditsfritS Sorge getrage« werden." ^cs««. Mk-r»

Den mit Rußland in direktem Verkehr stehenden Ländereien droht eine neue Belästigung durch den allem Anschein nach seiner nicht allzuftruk« Verwirklichung entgegenstehendm Vorschlag angesehener russi­scher Eisenbahuln, die Frachtsätze für Personen- und Güterbeförderung in Zukunft in Gold statt wie bisher in dem landesüblichen Papiergeld zu erheben. Die von einflußreichen Bahngesellschafte« in dieser Hiu- ficht betriebene Agitation erweist sich bereits so erfolgreich, daß die russische Regierung die Einsetzung einer außerordentlichen Commission zur Prüfung deS Vorschlages befohlen t«t.^DaS Präsidium in dieser