Einzelbild herunterladen
 

Aro««emr«ts- Preisr

Jährlich 9 Mark. HaIbj.4M.S0P.

Vierteljährlich

2 Mark 25 Pkg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen» den Postaufschlag. M einzelne Nmn-

6« 10 PfS.

JK 202.

Hiinniitr Antriiur.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ Und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Donnerstag den 30. August.

JnsertionS» Preis-

Die ispaltige Warniondzetle ok deren Raum

1°M.

Die »Ka«. Lei» so M

Die'SjPaltigeLel»

1877.

NmilicheK«

Die auf Seite 193 u. ff. des II. Bandes von KuleukampS «euer Sammlung der hefsilchen Landes-Ordnungen abgedruckte Dienstanweisung für daß Rkchnungiwkstn der Lardkemeindeu entspricht theils nicht mehr den gkßkNwärtißtN Berhälinissen, theils befindet sich dieselbe gar nicht mehr in den Handen der Gemeinde- Erheber.

Den Herrn Ortstmstöndkn werden in den nächsten Tagen zwei Exemplare einer ordnLNßsmeßißkn Dienstanweisung für den Gelderheber nebst dem Formular zu der Jahres'Rechnung. welches nach Bedürfniß vervollständigt werden kenn, sswie zu dem Eiknahme- und Ausgabe- Journal übersandt werden. Sie wollen ein Exemplar der Dienstanwei­sung in der Eeweinde-R'Positur ausbewahre«, das zweite Exemplar aber dem Gemeinde-Erheben behanhigen, nachdem derselbe in einer Sitzung des GemeinderaihS auf diese Instruktion vom Herrn Ortsvor stand ver­pflichtet sein wird. (Miriisteriuns-BefSluß vom 19. Februar 1836, Seite 122 der Ausgabe der WemeindL-Ordnnng.)

Die Herrn OrtLvmsiävde haben darauf zu sehen, daß sich die Er­heber die vmgkschrübknkn Einnahme- und Ausgabe-Journale alsbald beschaffen. Außer Liesen, dürfen keine Neben-Register geführt werden.

Die neuen Formulare zu den Rechnungen, sowie Formulare zu den Einnahme- und Nukgcbe Jommlen köMen^imMesigm Waisenhaus- Verlag käuflich bezogen werden.

Hinsichtlich der Fristen für die Ausstellung und Revision der Ge- MLinhe-Rtchnung?« sind die Bestimmungm in den W. 87 zu 3 und 91 der Kmhessischcn Gemeinde'Ordnung vom 23. Oktober 1834 maßgebend, soweit jedoch von den GemeinLe-Behörde« auf Grund der Bestimmung im Z. 1 zu 2 des Gesetzes, die Verlegung des Etatjahrs betreffend, vom 29. Juni 1876 auch für den Gemeinde.Rechnungs'Haushalt die Verlegung des RechrungSjatzres auf den Zeitraum vom 1. April bis 31. März beschlossen worden, sind die bezüglichen Termine um 3 Mo­nate hinauszurücken.

Binnen 4 Wochen wollen Sie berichten, ob dieser Verfügung von Ihnen entsprochen worden ist.

Hanau am 23. August 1877.

Der Landrath.

Der Taglöhner Johann Jakob Müller aus Geluhausen, seither hier wohnhaft, hat sich heimlich entfernt und seine Familie in hülflosem Zustande zurückgelassen. Um Nachricht über dessen Aufenthalt wird ersucht.

Hanau am 25. August 1877.

Der Landrath.

Der hier wohnhaft gewesene Goldarbeiter August Bär aus Lan- gendiebach hat sich heimlich von hier entfernt und sein Kind in Hülf- losem Zustande zurückgelaffen. Um Nachricht über dessen Aufenthalt wird ersucht.

Hanau am 25. August 1877.

Der Landrath.

Verlöre«: Ein Portemonnaie mit 6 Mark Inhalt. Eine gol­dene Breche in Schmetterlingsform.

GefwKde«: Ein kleiner Hundemaulkorb.

Hanau am 30. August 1877.

KöriigWks Landrathsamt. ______________ " | |

Deutschland und der Krieg.

A. d. Schw. Merk.

Wer mit feine« Gedanke« zurückschweift in die Zeit des Krim- krieges und des italienischen KriegeS, wird sich der leidenschaftlichen Erregung erinnern, mit der bei hm politisch denkenden Theil des deut­schen Volks Partei genommen wurde für die Kämpfenden hüben und drüben. Der Abstsnd gegen heute ist ein gewaltiger. Wieder kämpfen große Nationen gegen einander und die Wirkungen dieser Kämpfe durch­zucken Europa. Aber gelassener, abgesehen vom HnmauitätSftand-I Punkt, ist von Seiten Deutschlands noch niemals männermordendeu 1

Schlachten zugeschaut worden, als den zwischen Russen und Türken. Gewiß hegt man Sympathien oder Antipathien für den einen oder den andern der kämpfenden Theile und unsere Zeitungen spiegeln diese Stimmungen getreulich wieder: wir haben türkenfreundliche und russrn- freundliche Blätter. Aber wer von den unmittelbaren Ursachen des Krieges absieht, die allerdings in den steten Neigungen türkischer Unter­thanen zum Aufruhr liegen mögen; wer die tiefer liegenden geschicht- lichen Ursachen des Kampfausbruchs ergründet: daß eS nämlich für christliche zur Kultur hindränßends Volksstämme schlechterdin-O unmög^ lich war, das aus frühere« Jahrhunderten stammende Joch der Abhän- gigkeit von wohomedaNifchen Eroberern ferner zu ertragen, der wird seine Sympathien mehr diesen Volksstämmsn entgegentragen. Und von diesen Sympathien wird das russische Volk seinen Theil »itbrkomme«. Hier ist Thatkraft, Emrgie und Begeisterung; hier ist ein Kaiser, der Millionen Menschen von der Leibeigenschaft befreite, und hier ist für uns das nicht auszuköschende Gefühl der Dankbarkeit für geleistete Freundschaft. Bengsiliche Politiker mögen von einem siegreichen russi- schen Feldzug ein kaum begrenztes Slawenreich, einen russischen Prinzen auf dem Thron zu Konstantinoprl befürchteu. Aber Napoleon setzte seinen getremfim General auf Schwedens Thron und wenige Jahre später standen sich die Truppen des neuen Königs und des französischen Kaisers feindlich gegenüber. Denn nicht die Personen allein leiten die Geschicke der Nationen. Das neue Slawenreich würde den Eingebungen aus Petersburg nur genau so lange folgen, als seine Sstereff» es er* laubm. Aber es kömte durch Bildung desselben gelingen, Ruhe, Frei­heit und Frieden in Länder zu tragen, in Ebenes die Herrschaft einer nach Raee, Religion und Sittenlehre von den Beherrf äten ganz ver­schiedenen Minorität bisher nur dm Aufruhr und die Verzweiflung schütte. Der Deutsche, der diese Betrachtungen anstellt, kann daneben doch mit einiger Genugthuung die Verlegung des Weges nach Konstan- tinvptl, welche die Tapferkeit der Türken fertig bringt, betrachten. Sind die russischen Truppen von Türken besiegbar, so werden sie als SundeS- truppen Frankreichs zum Rachekrieg gegen Deutschland schwerlich den Werth behalten, welchen die Franzosen ihRen bisher beilegten. So kön­nen wir mit Ruhe die Kämpfe an der unteren Donau verfolgen. Wir vertrauen unseres Kraft und der Einsicht unserer Staatsmänner und lassen die Völker hinten in der Türkei nach Belieben auf einander schlagen. Es ist das eine erfreuliche Erscheinung, wie die bisher zer- risime Nation sie seit Jahrhunderten nicht kannte. Wären wir nicht geeint, von den kleinen Höfen aus würden russische, östreichische, eng­lische und jesuitische Intriguen den Zwiespalt in unsere Reihen tragen, wie zur Zeit des KrimkriegeS und des italienischru Krieges, wo jede Bierbank und jeder Staatssessel unter Wmtstreiten.erbebte.

Berlin, 29. August. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz ist, laut telegraphischer Meldung, heuts früh 7 Uhr von Würzburg nach Bamberg abgereift.

I« Würzburg wurde HöchDemselben gestern unter Thriluahm« einer großen Volksmenge und unter außerordentlich euthufiastische« Kundgebungeu der zahlreich zusamWengeströmtsn Bevölkerung eine Se­renade dargebracht.

Nürnberg, 29. August. Der deutsche Kronpriuz traf, von beiden Bürgermeisteru und den Militär- Md.Sivilbchördm empfsuge«, so eben hier ein. Die Stadt ist beflaggt ; die Bevölkerung begrüßte überall den Kronprinzen. c«i».»^).!H

Berlin, 29. August. Fürst BisMsrck lebt, wie derTrib." geschrieben wird, in Gaftei« lediglich der Kräftigung seiner Gesundheit und von allen politischen Geschäften fern. Es bestätigt sich vollkommen, daß der Geheime LegationSrath Bücher dem Kanzler nicht nach Gastein nachreist. Dagegen hat derselbe verfügt, daß ihm über den Stand der LandtagSarbeiten, sobald sich übersehen lasse, was zur Vorlage gelange« soll, durch einen der Räthe des StaatsmiNisteriums berichtet werde. ES wird daher in Kurzem ein derartiger Bericht dem Fürsten erstattet werden. Schon jetzt sind an das StaatsministeriuM gelangt: die Gtädtemdnung, das Untrrnchtsgefttz, die Wegeordnung und das Waffer-i

^. Der Gläubiger hat, nach einem SttsMt-üß des Ober-TribMslS,