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2 Mar! 25 Pk» Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen, den Postaufschlag. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

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ijiumncr Aiyeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Mittwoch den 29. August.

JnserNnns-

PreiS:

Die ispaltige Earmondzeile ob» deren Raum

10 Pfg.

Die ripalt. Seite MPsg.

Di<SfpalttgeLeNs

SO Pfg.f

1877.

Amilicher.

Nachdem mit den Vorarbeiten zur Regulirung der Nidda be­gonnen und mit den bezüglichen Geschäften der Feldmesser L. Wie- g and und der Techniker Nöll beauftragt sind, haben die Herren Bürgermeister durch das Polizei- und Schutzpersonal auf Schonung der VermessungSpfähle, Signale u. s. w. achten zu lassen und etwaige Beschädigungen ungesäumt zur Anzeige zu bringen.

Hanau am 27. August 1877.

Der Landrath.

Kaufmann Max Strohmeyer hier ist die Uebernahme einer Unteragentur zur Beförderung von Auswanderern über Hamburg oder Bremen nach Amerika und Australien mit Ausschluß von Brasilien für den Kreis Hanau gestattet worden.

Derselbe wirkt als Unteragent des Hauptagenten Chr. E. Der- schow in Frankfurt a. M. für den Geschäftsbetrieb:

1. von H. Peters, Assistent des NorddeutschenLloyd in Bremen,

2. von L. W. Weselmann, in Firma Weselmann u. Comp., in Hamburg und

3. von Wilhelm Maaßen, sAuSwanderer-Beförderungs-Unter- nehmer in Köln. Hanau am 21. August 1877. Der Landrath.

Gefunden: 1 kleiner rother Korallen-Ohrring. 1 Korallen kette.

1 goldenes Medaillon mit Stein, darauf das Bild einer Dame.

1 Spazierstock mit weißem Griff. 1 Blasbalg. 1 Buch, deutsche Sprachlehre, mit der Aufschrift: K. Seikel. 1 Portemonnaie m. Geld.

1 Rechnenbuch, mit der Inschrift:Eigenthum der Mädchenbürger- schule II.

Zugelaufen: 1 junger schwarzer Hund mit weißer Brust.

Entlaufen: 1 hellbrauner Hühnerhund, auf dem NamenMax" hörend.

Hanau am 29. August 1877._______________________________

Tagerscha«.

Zeitbetrachtungen.

A. d. Schw. Merl.

Kurz nach AuSkruch des russisch-türkischen Krieges erschien eine Proklamation zur Bildung einer polnischen Legion zur Unterstützung der Türken. Obgleich im Eingang nur an die Adresse des Kaisers Alexander gerichtet, enthielt sie doch im weiteren Verlauf geographische Reminis- oenzen, welche nur auf eine Wiederherstellung Polens, auch des preußi­schen und östreichischen Antheils, in dessen alten Grenzen zu deuten waren. Die Proklamation erregte einiges Aussehen, wurde deSavouirt und über wichtigere Dinge vergessen. In Erinnerung gebracht wurde sie wieder, als der Wortlaut des AdreßentwurfS veröffentlicht wurde, welcher im galizischen Landtag zur Diskussion gestellt ist. Die Phrase fiel auf, daß allein den östreichischen Polen die höchsten Güter: Natio­nalität, Glaube und Aufklärung gesichelt seien. Gegenüber diesem an die Adresse von Preußen und Rußland gerichteten Kowplimente geht auch Oestreich nicht leer aus. ES wird auch der nicht einmal rein polnische», sonder« zur Hälfte von Ruthenen, einem Volke anderen Glaubens und einer anderen Nationalität, bewohnte« Provinz eine Sonderstellung, den andern Kronländern der Monarchie gegenüber, vin« dizirt. Kurz, es wird in der Adresse eines Provinziallandtags eine eigene auswärtige Politik deS GesommistaatS gefordert, welche den an­geblichen Interessen dieser Provivz zusagt, es wird Galizien als Ver­treterin des polnischen Volkes, als Kern des künftige« polnischen Ge- sammtreicheS hingestellt. Wenn die Polensreundschaft, welche noch 1848 in Deutschland so mächtig herrschte, seitdem sich in immer engere Kreise zurückgezogen hat, so sind die Polen selbst in zweifacher Weise daran Schuld. Einmal, indem sie bei jeder Erhebung nicht etwa dem Prinzip hr Nationalität treu blieben und die Wiederherstellung PolenS in den Grenzen seines VolktthrmS verlangten, sondern euch alle Landes--, theile zmückverlargte«, welche je der polnische Staat zur Zeit seiner I Macht den uneinigen Nachbarstaat!« abgenommen hatte. Danzig und >

Thor« waren immer unter diesen Forderungen, und damit war ausge­sprochen, daß jede Nachgiebigkeit gegen die polnische« Wünsche nur zu endlosen Verwicklungen führe» müßte. Sodann haben die Polen, indem sie bei allen politischen Kämpfen sich mit der ultramontanen Partei identifizirten, der deutschen Regierung und dem deutschen Volke die Ge­fahr gezeigt, zu dem im Westen liegenden, den klerikalen Jateressen dienstbare« Frankreich ein Seitenstück im Osten zu erhalte«. Wenn auch Oestreich, welches ja darauf verzichten muß, ein Staat mit natio­naler Grundlage zu sein, gegen die Wünsche der Polen bis zu gewissen Grenzen nachgiebiger sein kann, als Deutschland und Rußland, so kann es doch einen Einfluß polnisch-nationaler Strebungen auf seine äußere Politik nicht zulass«, welche ja eben die Neutralisirung der sich dia­metral entgegenstehende» nationalen Wünsche der Tschechen, Kroaten, Serben, Rumänen einerseits, der Polen, Magyaren und Deutschen an­dererseits zum Endziel haben muß, um den inneren Frieden zu wahren« Man darf daher auf den Verlauf der am 28. August beginnende» Adreßdebatte im galizischen Landtag gespannt sein.

DasDeutsche Montagsblatt" schreibt: Dem Zusammentreffen des Fürsten Gismmck mit dem Grafen Audrassy darf wie uns noch soeben bei Schluß der Redaktion aus außerochkRtlicher und zuverlässiger Quelle gemeldet wird nunmehr mit Bestimm!heit ensgegengesthe« werden, wenn man sich freilich auch durchaus nicht der Ansicht arrschlit- ßen mag, daß diese Zusammenkunft der Hauptzweck der Reise sei. Da­durch, daß noch bis vor wenigen Tagen dir Rede davon war, der deutsche Reichskanzler werde sich in einüddeutsches" Bad begeben, während sich schließlich doch Gastein als Endziel der Reise entpuppte, gewinnt die bevorstehende Zusammenkunft der beiden leitenden Minister der zwei eng begründeten Reiche, über deren Einzelheiten übrigens bis­her nichts festgestellt sein soll, eine ganz besondere Tragweite.

Generalfteuerdirekior Hasselbach, einer der deutschen Dfputirten, die mit den Verhandlungen wegen Abschluß des deutsch-österreichische« Handelsvertrages in Wien betraut sind, ist in der vergangene« Woche zwei Tage in Berlin anwesend gewesen behufs Einholung von Jr-struk- tionen. Wie wir, so schreibt dasDeutsche Montagsblati", von guter Quelle hören, hat derselbe die strikte Weisung erhalte», unter alle« Umständen auf der Herabsetzung der Eisenzölle seitens der österreichische« Regierung zu bestehe».

Der Herr Ober-Landforstmeister macht d. d. Berlin 22. Aug. folgendes bekannt: Die Herren Forsteleven, welche an dem diekjährige« forstwissenschaftlichen Tentamen Theil zu nehmen wünschen, wollen sich bis spättsteus den 5. September dss. Zs. in vorgeschrleoener Weise melde«.

Ein Hausbesitzer, welcher den Miether auf Grund wider itz« erwirkte« erstinstanzlichen Erkenntnisses aus den demselben vermiethete» Räumlichkeiten hatte entfernen lassen, sodann aber mit seiner Räumungs­klage durch das rechtskräftig gewordme Uppellationserkenntniß abZewie- sen worden, hat nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunalk, IV. Se- nats vom 26 April 1877, für jeden materielle« Nachtheil, welcher dem Miether vermöge der vorzeitigen Exmission erwachse«, aufzukomme«.

S. M. S.Luise" ist telegraphischer Nachricht zufolge am 28, früh in Plymouth eingetroffen.

AuS Zossen, de« 24. August, wird über rinen dort statt- gehabien interessante« Versuch des Eisenbahnregiments berichtet: Die KlauSdorfer Berge waren gestern der Schauplatz einer seltnen und in* terrssante« militärischen Uebung. Morgms gegen 7 Uhr trafen mit einem Exirozuge der Militäreisenbahn einige Kompagnien des Eiserr- bahnregimentS daselbst ein, welche beauftragt waren, in möglichst kurzer Zeit eine Eisenbahn von der Haltestelle Klausdorf bis auf die Kuppe jener etwa 50 bis 60 Fuß hohen Hügel tzerzustellen. Die Arbeit wurde sofort begonnen, und einige Stunden später ließ sich die Richtung und Gestalt der Bahn schon klar erlernten. Sie führt mit mehreren Bie­gungen ziemlich steil bergan. Die Gesammtlänge wird ungefähr tausend Schritt betragen. Um die Mittagsstunde war auf der unteren Hälfte die Echienenbahn schon gelegt. Gcgm Abend trafen friste Kompagnie« aus Berlin ein, und als die Sonne untergcgangk« war und später die Mond finster » eintrat, erleuchteten zahlreiche Fackeln und ein auf einem