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HanaM Artiger ZKgleiH Amtliches Orga» für Kreis KNd Stadt Harrarr.
ErschiMt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial- Torrespondenz.
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Donnerstag den 23. August.
1877.
Amtliche-»
Nachdem der Ksloradokäfer einer neuesten Mittheilung zufolge jetzt auch in der Provinz Sachsen sich gezeigt hat, werden die OrtSpolizeibehördkN wiederholt von dieser drohenden Gefahr benachrichtigt und verpflchtet, sofortige Anzeige zu machen, wenn sich daS gefährliche Insekt zeigen sollte.
Hanau am 19. August 1877.
Der Landrath.
Für Großauheim sind als Mitglieder des ■ Gemeinderaths verpflichtet : Johann Andreas Kronenberger, Johann Meyer, Peter Lotz, Johannes Bauer, Adam Heimel, Wlvdelin Seipel.
Johann Andreas Kronenberger ist gleichzeitig mit der provisorischen Wahrnehmung der Geschäfte des OrtSvorstandks beauftragt, nachdem das Mandat deS Beigeordneten Lenz erloschen.
Hanau am 20. August 1877.
Der Landrath.
Die Herrn Bürgermeister wollen besorgt sein, daß die mir zur Verfügung gestellten Plakate, den Kartoffelkäfer betreffend, hier alsbald abgeholt und an geeigneten Orten (in Schulen, Gasthöfm rc ) Jedem zugänglich gemacht werden.
Die Verlag! buch Handlung vonWiegand, HempelundParay zu Berlin, Zimmerstrsßr Nr. 91, hat sich bereit erklärt,
500 Cx-mplare zu 75 Mark,
300 „ „55 „ und
100 , „ 20 „ sowohl Behörden als auch Vereinen «nd'Privatpersonen zu liefern.
Hanau am 20. August 1877.
Der Landrath.
VefUKdeK: Ein goldener Trauring.
Hanau am 23. August 1877.
Königliches LandrathSamt.
TsgeSscham
— Berlin, 21. August. Das Wiener Fremdenblatt bringt in einem von hier datirten gestrigen Telegramm eine seltsame Sensationsnachricht. „Bei der Monarchen-Zusammenkunft in Jschl", so lautet dieselbe, „soll beschlossen worden sein, daß, falls in der erwarteten nächsten großen Schlacht das Waffenglück den Russen abermals ungünstig sein sollte, so würden Deutschland und Oesterreich-Ungarn den Türken Halt gebieten und in Konstantinopel eine mehrmonatliche Waffenruhe fordern; Italien und Frankreich sollen diesem hohen Beschlusse schon vollinhaltlich beigetreten fein." Die Redaction des Wiener Blattes setzt aber selbst sofort hinzu: „Wir geben diese Depesche unseres sonst sehr verläßlichen Berichterstatters nur mit allem Vorbehalt." Der Inhalt der Nachricht ist jedenfalls so völlig unglaublich, daß die früher etwa bewiesene Verläßlichkeit des Berichterstatters hier nur wenig ins Gewicht fallen kann. Dazu kommt, daß die hiesigen halbamtlichen Mittheilungen über die Monarchen-Begegnung in Jschl ausdrücklich hervorgehoben haben, daß dieselbe nur der Pflege der freundschaftlichen Familien-Beziehungen gegolten, politische Abmachungen aber gar nicht betroffen habe. Uebrigens hat man russischerseits offenbar noch immer keine Eile, die Offensive wieder zu ergreifen. Das heftige Regenwetter, welches vor 10 Tagen über 28 Stunden anhielt, hat das Eintreffen der Verstärkungen verzögert, da die Wege stellenweise unwegsam geworden waren. Das Wetter hat sich seitdem wieder gebessert, hat aber eine Masse Vorräthe, die ungeschützt lagerten, verdorben. Doch seien die rückwärtigen Verbindungen Osman Paschas von russischer Kavallerie, welche sich in großer Ueberzahl bei der Armee be- bedroht. Die letztere richtet ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf das Abfangen von Lebensmitteln, sondern auch von Munition, (««in. Mg.)
—Berlin, 22. August. Der Reichskanzler Fürst von Bismarck ist am Montag Abend von Varzin zmch Durchreise hier eingetroffen
und hat sich gestern zu Sr. Majestät dem Kaiser nach Babelsberg be« geben. Der Fürst wird, wie dir „Prov. Corr." mittheilt, sich demnächst mit seiner Familie in ein süddeutsches Bad begehen, um eine Nachkur zu der Kur in Kissingen zu gebrauchen. cR. & et-em.
— Die Kaiserliche Regierung hat, wie, der „R. u. St. A." erfährt, Veranlassung genommen, auf Grund der ihr vorliegsuden amtlichen Berichte über die gegen russische, verwundete und gefangene Soldaten von türkischen Truppen verübten Grausamkeiten, bei der Pforte die Bestimmungen der Genfer Konvention vom 22. August 1864 welcher die Türkei bekanntlich im Jahre 1865 beigetreten ist, in Erinnerung zu bringen, und gleichzeitig bei den übrigen europäischen Mächte« angelegt, ob dieselben ähnliche Schritte in Konstantinopel thun wollen.
— Mainz, 18. August. Mit der Errichtung und demnächst erfolgenden Erweiterung der eigenen Militär-Telegraphen.Linien, welche die Haupifeftungen des westlichen Reichsgebietes unter sich und mit der Hauptstadt der Reiches verbinden, ist die Bildung und Organisation von für deren Verwaltung u. f. w. ausschließlich zu verwendenden besonderen Truppengattungen vollzogen worden. An jedem dieser Haupt« waffenplätze, wie Mainz Metz u. s. W. wurden Stämme in Kompagnie- Formation unter dem Kommando eines Hauptmünnes gebildet, beten Dienstleistung auch im Frieden lediglich das Militär- Telsgraphrnwesen umfaßt, und welche im Falle der Mobilmachung aus den der Reserve angehörigen Fachmänner« aus der Telegraphenbranche, sowie den sachverständigen Mannschaften der anderen Truppenteile ergänzt und verstärkt werden. Durch die demnächstige Errichtung einer Militär-Telegraphen-Inspektion in Berlin erhält die Organisation ihren Abschluß, und wird in die Armee Organisation eingefügt. c®*»- Merk)
— Darmstadt, 19. A gust. Wie die „Darmst. Ztg." vernimmt, beabsichtigt di- Regierung, dem Landtag einen Geschentwurs wegen Resision der Brand ÄssrkurationSordnuug vorzulege«. In derselben sollen auch Bestimmungen in Borschlag gebracht werde«, welche es ermöglichen, aus der LandeSbrandkassr Beihülfen an im Dienst beschädigte und an die Hinterbliebenen im Dienst verunglückter Feuerwehrleute zu Gewähren.
- Aus Rheinhessen, 21. August. Die diesjährige Jnstruk- tionsreise des Generalstabs d»s 11. Armeekorps wird, so schreibt die „Köln. Ztg.", unsere Provinz und einen Theil der rheinbaierischen Pfalz umfassen. Als interessantesten Punkt werden sich natürlich die neuen Festungswerke von Mainz darbieten, während hinsichtlich der Operationslinien die alte Lücke genügender fester Flußübergänge besteht. Außer der festen (südlichen) Eisenbahnbrücke beschränken sich diese wie von Alters her auf die staatliche Pontonbrücke und einen forti- ficatorischen Uebergang gleicher Construction, da die stehende Verkehrsbrücke wieder als sehr entfernte, die nördliche Eisenbahnbrücke als etwas nähere Zukunftsbauten gelten müssen. Unsere Staatsund Etappenstraßen werden 'endlich einem besseren Zustande entgegengeführt; im Uebrigen wird das Netz unserer Provinzialstraßen keine Veränderung zeigen, da die Classification und der sich danach richtende Ausbau dieser in administrativer Hinsicht untergeordneten (im letzten Kriege von großer Wichtigkeit für die Truppenbewegung gewesenen) Wege noch von der im Gange befindlichen Zählung der sie benutzenden Fuhrwerke abhängt.
— München, 21. August. Sicherem Vernehmen nach soll der bayerische Landtag zum 27 September wieder einberufen werden.
— Wie der „Augsb. Allg. Ztg." aus München gemeldet wird, wurde durch königliche Entschließung vom 11. d. M. die Bewaffnung der Infanterie- und Jäger-Bataillone des 1. Armee-Corps mit Infanterie-Gewehren M 71 (Mauser-Gewehr) nach Maßgabe deren Fertigstellung genehmigt und das Kriegsministerium zur Erlassung der hier- wegen nöthigen Vollzugsbestimmungen und Jnstructionen ermächtigt. Zur Anschaffung von 53,000 Stück des neuen Gewehres ist durch das im August v. I. erlassene Gesetz, betreffend einen Credit für außerordentliche Bedürfnisse des Heeres, die Summe von 4,528,500 Mark bewilligt worden.
— Der Wes.'Z. wird von Berlin berichtet: Als der Suff an den