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Zugleich AMtlicheS Organ für Kreis und Stadt Hanan.

Erschsim täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner SßroninjiakiSörrefpnnbeni.

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Dienstag den 21. August.

1877.

Amtlicher.

Wilhelm N i x I. aus Rückingen ist als Schutzjäger verpflichtet worden.

Hanan am 18. August 1877.

Der Landrath.

Entlaufe«: Am 19, d. M. im WilhelmSbader Wald ein kleiner rehfarbiger Pinscher-Gastard, weiblichen Geschlechts, auf den Namen Bella" hörend. Derselbe trug rothlederneS mit Messing beschlagenes Halsband und an diesem eine Leine. Dem Bringer eine Belohnung.

Sesusde«: Eine Brille nebst rothem Korallenkettchen mit gelbem Schloß. Ein Kochbuch. Ein Heft mit der AufschriftHotel Klinge- busch von R. Kneisel und E. Jacobson".

Hanan am 21. August 1877.

___________________Königliches LandrathSamt.______________________

Die zweite diesjährige Schwurgerichtssitzung beginnt am 10. September d. I., Morgens 9V. Uhr.

Hanan am 17. August 1877.

Königliches Kreisgericht.

Müller. vt. Nolde.

Die erlassene Anfrage wegen der Aufenthaltsorte des

1. Heinrich Cäsar von Niederissigheim,

2. Sebastian Seibert aus Weitmoos, wird als erledigt zurückgezogen.

Hanan, 11. August 1877.

Der Polizei-Anwalt Scholling.

Ausruf

an sämmtliche Deutsche Krieger- Vereinigungen zur Leitung der Sammlungen für das National-Denkmal am Niederrhein.

Cassel, im Juli 1877.

Kameraden!

Als dauernder Zeuge der stolzen Freude des deutschenMolkeS über die durch daS Wiederfinden von Nord und Süd so gewaltigen Folgen seiner Eintracht und greinten Kraft, wie sie sich bekundet habe« in den großen Siegen der Kriegsjahre 1870/71, in dem ruhmvoll erkämpften Frieden und in dem Wiedererstehen des Deutschen Reiche-, soll aus dem Niederwald am Rhein an hervorragender Stelle ein Na­tional-Denkmal, würdig solch herrlichen Erfolge-, errichtet werden.

ES ist ein erhebender Gedanke, daß dort auf dem hohen Felsge­stade des von dem Feinde so lüstern begehrten Rheinstromes ein allen deutschen Stämmen gemeinsames Wahrzeichen unserer durch wiederge­wonnene Einigkeit bekundeten Kraft errichtet werden soll, auf Jahrhun­derte und Jahrtausende hinaus eine ernste Mahnung für die kommenden Geschlechter, wie unser Vaterland, entgegen der Schmach früherer Zer­rissenheit, durch Einigkeit groß und stark und mächtig geworden ist!

Professor Johannes Schilling in Dresden hat diesen Gedanken würdig zu verkörpern gewußt! sein Denkmal derWacht am Rhein" zeigt die Germania, wie sie, nach Westen gewendet, auf den vielnmkäwpfte« Rheinstrom hinabschauend, in der Linken das lor- beerumkränzte siegreiche Schwert, in der Rechten die wiedergewonnene Deutsche Kaiserkrone hoch empor hält.

Zur Beschaffung der für die Ausführung dieses Denkmals erfor­derlichen Geldmittel, welche sich auf eine Million Mark belaufen, erließ bereits im November 1871 ein Comite hervorragender Männer einen Aufruf an das Volk, und es ist den Bemühungen dieses Comite'S unter der anregenden Leitung seines Vorsitzenden, des Grafen z« Eulen- bürg, jetzigen Oberpräsidenten von Hannover, auch gelungen, eine Summe von 600.000 Mark, einschließlich des von Seiner Majestät dem Kaiser bewilligten Kanonenmetallwerthes, bereit zu stellen. Die Errich« tung der Denkmals ist dadurch gesichert, das Gußmodell der Germania ist fertig gestellt, der architektonische Unterbau ausverdungen und am

16. September dieses Jahre« wird Seine Majestät unser Kaiser den Grundstein legen.

Qur Vollendung der Werkes, welche für 1881 in Aussicht ge­nommen ist, sind aber noch weitere 400,000 Mark erforderlich und ob­wohl jeder Deutsche gern bereit fein wird, dazu beizutragen, daß der aus dem Volke geborene Gedanke der Errichtung dieses herrlichen Na- tional-DenkmalS auch vom und durch das Volk verwirklicht werde, so bedarf eS doch krneueter Anrege und einheitlicher Leitung für die fernere Sammlung von Beiträgen.

Die Unterzeichneten haben nun in einer Versammlung, welche in dieser Angelegenheit hier in Cassel stattgefunden hat, die Ansicht ge­wonnen daß es für unsere Krieger- und Landwehr« Vereinigungen eine würdiae und schöne Aufgabe wäre, vollständig entsprechend den patrio­tischen Bestrebungen derselben undDihrem Wahlspruch:Mit Gott für Kaiser und Reich!" in nachdrücklicher Weise die Mühen und Lasten der Sammlung für das Denkmal zu übernehme«. Die militäri­schen Vereine Deutschlands, mögen sie nun Kriegerbund, Krieger-Kame­radschaft, Krieger-, Kampfgenossen-, Landwehr- oder Veteranen-Vereine Heißen erfreuen sich fast durchweg einer treffliche» Organisation und Kraft derselben lassen sich unzweifelhaft hocherfreuliche Resultate erziele«; Nach Verständigung mit dem Vorsitzenden beS geschäftiführenden Aur- schnsszz dxz Denkmal-Comite'S haben wir daher beschlossen, die gute Sache in die Hand zu nehmen und mitkHülfe unserer Kameraden durch- zuführm!? ^^ demgemäß durch diesen Aufruf an alle Krieger-Ber­einigungen und KriegervereinSverbände die kameradschaftliche Aufforde­rung, durch von ihnen in ihrem Bezirk zu organisirende öffeutliche Sammluuam, Haus bei Haus, bei Hoch und Nieder, oder wo das nicht thunlich erscheint, durch private Sammlungen, durch Veranstaltungen von Concerten und dergleichen für die Beschaffung der noch fehlende» Geldmittel einzutreten! das bevorstehende Sedanfest und der 16. Sep­tember, der Tag der Grundsteinlegung des Denkmals, bieten voraus­sichtlich in allen Orten die erwünschte Gelegenheit, die Sammlungen in Fluß zu bringen. t , _

Wir sind überzeugt, es bedarf nur dieser Anregung um alle unsere Kameraden zu veranlassen sich freudig den großen Mühen zu unterziehe», welche diese Aufgabe ihnen stellt! wenn wir uns einmütig die Hand reichen wird der glücklichste Erfolgsnicht aukbleiben! unsere Kriegerverbindungen werden dann eine Leistung erzielt haben, welche sie ehrt und sie sowohl in ihren anderen Bestrebungen stärkt, kräftigt und einigt, wie ihnen für Gegenwart und Zukunft zur freudigen Genug­thuung gereichen wird.

Wir richten aber auch a» allr^Deutschen Bürgerchiedurch die herz­liche Bitte, die Bemühungen unserer Kameraden mit Rath und That zu unterstützen und diejenigen, welche im Interesse der deutsch« nationalen Sache demnächst an ihre Thür klopfen werden, nicht zurückzuweisen, sondern ihnen zu geben, ein Jeglicher «ach feinen Kräften und so zu helfenDie Wacht am Rhein" auch als steinernes Wahrzeichen für die Nachwelt zu errichten, wie sie in unserer aller Herzen längst felsenfest begründet steht!

Wir richten endlich auch noch an die deutsche Presse, deren Hülfe wir nicht entbehren können, die freundliche Aufforderung, diesen A«fruf durch weitmöglichste Verbreitung und warme Befürwortung desselben zu unterstützen und so wesentlich zum Gelingen des Werkes beizutragen.

Indem wir noch bemerken, daß der Krieger-Verein in Bremen eS übernommen hat, unsere geschäftlichen Angelegenheiten wahrzunehmen und durch seinen Schriftführer, den mitunterzetchneten W. Warnecke in Bremen, Grünenstraße Nro. 31, die Correspondenz zu führen, bitten wir Anfragen und Mittheilungen an diesen Kameraden zu richten, auch denselben behufs der Veröffentlichung die Summe des Ertrag- der einzelnen Sammlungen baldthunlichst aufzugebe», dir gesammelten Gelder selbst aber an die Deutsche VereinSbank in Frankfurt a. M. zur Verfügung des gefchäftSführenden Ausschusses des Centralkomite'S zur Errichtung eines National-Denkmals auf dem Nieder­wald auSzahlen zu lassen.