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Ammer Ameimr. V

Zugleich Amtliches Organ für LkreiS und Stadt Hanau. _

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage ***^£***

und Samstags mit der Berliner Prsvinzial-Torrespondenz.

M 193. Montag den 20. August.

1877.

1) für das werthvollste Zuchtthier........

2) für das beste trächtiche Rind, welches nicht unter einem

3)

4)

5) ür den zweitbesten Bullen.........

6) ür die zweitbeste Kuh . ..........

7) ür das beste Rind im Alter von V/s2 Jahren . .

8) ür die 2 besten Rinder im Alter von Vs1 Jahr, je

AmütcheS.

LMdwirthschafiliche Ausstellung in Langen selbold am 5. September, Vormittags 8 Uhr.

Unter Bezugnahme auf die Veröffentlichung vom 1. August wird hierdurch weiter, mit der Aufforderung zur zahlreichen Betheiligung, bekannt gemacht, daß folgende Preise zur Bertheiluna kommen.

I. 2 silberne, 1 broncene Medaille und 3 Ehren-Diplome der landwirthschaftlichen Central-Vereins für den Regierungsbezirk Cassel, welche für hervorragende Leistungen in der Rindviehzucht gewährt werde».

II. Folgende Geldpreise: A. Rindvieh.

150 Mark.

100

100 _

100

50

40

30

30

Alter von 20 Monaten dem Bullen zugeführt wurde . ür die beste Zuchikuh bis zu einem Alter von 6 Jahren ür den besten Bullen im Alter von l1^4 Jahren .

Alter von V/s2 Jahren . .

Summa 60U Mark. B. Pferde.

1) für die beste Stute mit Fohlen........50 Mark.

2) für das beste 2-3jährige Fohlen.......25

3) n 12 ... . . . . 25

Summa 100 Mark.

C, Schweine.

Für die drei besten Zuchtthiere 30, 20, 10 Mark = 60 Mark. » Zuchl.Schaafe.

3 Preise von 10, 5, 5 Mark = 20 Mark.

E. Federvieh.

3 Preise von 10, 5, 5 Mark --- 20 Mark.

Summa der ganzen zur Vertheilung kommenden Preise 800 Mark.

Der Vorstand des landwirthschaftlichen Kreis-Vereins Hanan.

Die Herrn Bürgermeister sind gebeten, Vorstehendes in ihren Gemeinden bekannt zu machen.

Hanau am 18. August 1877.

Der Landrath.

In Gemäßheit des §. 2 des.Wild-SchovgesetzeS vom 26. Februar 1870 ist von der Königlichen Regierung zu Gaffel bestimmt, daß im Kreise Hanau im laufenden Jahre der Schluß der Schonzeit der im §. 1 unter Nr. 11 und 12 genannten Wildarten mit dem Beginn der 24. August eintrete.

Hanau am 18. August 1877.

__________________________Der Landrath._________________________.

TkgeSfcha«.

Berlin, 15. August. Schärfer, als je, erklärt England jetzt in der Thronrede seine Neutralität. Die Entsendung seiner Flotte nach der Befikabai, der Plan der Besetzung von Gallpoli, die amtlichen Erhebungen über Ausschreitungen der russischen Truppen und so manches Andere, Alles scheint vergessen; die Thronrede erinnert sich nur, daß vor längerer Zeit eine englische Eröffnung an Rußland erging, in wel­cher die Grenzlinie der englischen Interessen bezeichnet wurde, und sie konstatirt eine darauf erfolgte Antwort, welche diefreundschaftlichen Gesinnungen- Rußlands bekundete. Darüber hinaus hat sich, wenn man sich ausschließlich auf die Thronrede verlassen will, nichts ereignet. ES werden nur noch die möglichsten Anstrengungen in Aussicht gestellt, im geeigneten Augenblicke auf die Wiederherstellung des Friedens hinzu­wirken, und das Vertraue« auf die Unterstützung des Parlaments aus­

gesprochen, falls etwa im weiteren Verlaufe des Krieges die Rechte Englands angetastet oder gefährdet werden sollten; selbstverständliche Dinge, deren Erwähnung in der Thronrede wohl nur einen dekorative« Zweck hat. Daß die Thronrede, indem sie zwischen dem Zeitpunkte deS Meinungsaustausches über die englische Interessensphäre und heute eine vollständige Lücke läßt, manche interessante Strebungen und Ent­täuschungen der britischen Kabinets verschweigt, ist zweifellos; aber für den Augenblick hat daS keine Bedeutung. Die Thatsache bleibt: Eng­land steht gegenüber dem russisch-türkischen Kriege noch ganz auf dem­selben Fleck. Nicht Wenigen muß die Konstatirung dieser Thatsache eine große Ernüchterung bereiten. Gab eS doch Leute, welche die eng- lifch-östceichische Allianz gegen Rußland für fix und fertig hielten! In ihrem Rausche über die unerwarteten Erfolge der Türken schien eS ihnen schier undenkbar, daß Oestreich den englischen Vorstellungen nicht nach- geben, sich seinesöffentlichen Bedrängers" nicht entledigen sollte. Wenn das englische Torykabinet, und besonders der Premier, wiederholt eine Sprache geführt hat, welche mit der jetzigen vernünftigen Selbst- bescheidung wenig stimmt, so ist das seine und seiner Landsleute Sache; das übrige Europa mag sich daran genügen lassen, daß Großbritannien nunmehr nochmals laut seinen Entschluß erklärt, cu8 einer verständigen Neutralität, so viel an ihm liegt, nicht heraustreten zu wollen. WaS immer die wirklichen Motive dieser Erklärung sein mögen, jedenfalls berechtigt sie zu der Hoffnung, daß dasjenige, was von der orientali­schen Verwicklung am meisten befürchtet wurde, eine Störung des euro- pätfchm Friedens überhaupt, wie bisher so auch in Zukunft nicht ein* treten werde. (®«». stet)

S. M. KanonenbootMeteor* ist am 16. d. M. Mittags in Danztz außer Dienst gestellt. S. M. S.Nmphe" hat am 12. d. M., Abends 7 Uhr Plymouth verlassen und ist am 13. d. M., Mor­gens 8Vä Uhr, im Hafen von Dartmouth zu Anker gegangen.

Nürnberg, 16. August. (C- v. u. f. C.). Die 25jährige Jubelfeier des Germanische« Museums hatte heute ein außerordentlich zahlreiches Publikum in den Gärten der Museums versammelt- Nach­dem die Feier um 10 Uhr durch Chorgesang ein geleitet worden war, hielt der erste Direktor des Museums, Hr. Dr. Esfenwein, die Festrede. Er erinnerte daran, daß heute die 25. Wiederkehr jenes TageS fei» an welchem Frhr. von Aufseß der in Dresden tagenden Versammlung deut­scher Geschichts- und AlterthumSforscher den Plan zur Begründung des Germanischen NationalmuseumS, für welches er alle Vorbereitungen ge­troffen hatte, vorlegte und diese Versammlung ein ComtiS einsetzte, um die Vorlage zu prüfen, und damit thatsächlich unter Anerkennung des PriszircipS die Begründung auSsprach. Wenn man auch nicht die Na­men der Tausende aufzählen könne, welche seitdem das Werk gefördert, nicht einmal Jener, dir das Hervorragendste gethan, so sei doch der Dank dargebracht dem Deutschen Kaiser, seinem erhabene« Verbündete«, Bayerns König, allen Deutschen Fürsten und dem Kaiser von Oester­reich, denen ein dreifaches donnerndes Hoch ausgebracht werden möge. (Jubelnd stimmelte die Versammlung ein.) Heute stehe man wieder vor einem Abschnitte der Geschichte des Museums, indem man den Gru«d- stri« zu einem Flügel des Neubaues desselben lege. Dieser Neubau sei durch die Mittel ermöglicht worden, welche das Deutsche Reich und dessen Regierung der Anstalt biete. Wenn in den bisherigen Bauthei­len Zuschriften und Wappen an die Spender der Mittel zu einem ein­zelnen Bautheile erinnerten, so werde nun des Kaisers und des Reiches Adler an diesem Baue prangen, zum Zeichen, daß Kaisrr und Reich hier Bauherren seien. Möge daher in lauten Jubelrufe« der Dank sich äußern, welcher abermals dem Kaiser gelte, dem Kaiser und dem Reiche, der Regierung des Kaisers und dem Kanzler, welcher deS Reiche- Geschicke leite.So festige sich denn schloß der Redner der Stein unter Ihren Hammerschlägen und unter dem lauten Rufe: @1 lebe der Bauherr Deutschlands, Kaiser und Kanzler l" (Brausende Hoch­rufen erfüllten bei diese» Worten weithin die Luft.) Hr. Direktor Essen- wein theilte hierauf mit, daß eine Anzahl Zuschrift« und Telegramme selbst auß weiter Ferne eingelaufen feien, und verlas dann ein Glück­wunsch-Telegramm des Königs von Baylr». Von Ihren Kaiserliche«