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Mac Mahorr nie um die Allianz mit dem linken Centrum beworben habe und seinen Ministern bis zu den Wahlen treu bleiben werde. Also aber doch nur „bis zu den Wahlen!" Zespannt ist man auf den Urtheilsspruch des Ewisiribunals in dem P-oz-ß des republikanischen Exdeputirter« Menier gegen den Minister Fouttou wegen dessen Ber- leumdvng und Beschimpfung d r Republikaner in dem berüchtigten mi« nisteriellen „Bulletin des commuseS", welches in allen Gemeinden Frank« reichs angeschlagen wird. Die Hsuptverhandlung fand statt, der Ur* IheilSspruch soll aber erst am 17. gefällt werden. Die Regierung verbot die Kattoffeleinfuhr aus Deutschland, des Koloradokäfers wegen.
Z« Dänemark hat sich die Partei der vereinigten demokratischen Linktn, welche im FoMhmg die große Mehrhrit bildet, von den So yalbimoL'ßten demonstrativ loSgesagt. Erstere hatte einen „®ru»bge» fttzichntzverem" gebildet, dem die Sozialdemokiaten beitraten. Nan aber traten die Lmkcnmänner aus.
In WeznZ auf die Vorgänge aus dem europäischeu KrieWschau« Platze ist Folgendes das Wichtigste: das russ. Hauptquartier hat sich von Biela nach Nordosten hin, nach Rustschuk zu delogirt; damit ficht, wenn es nicht eine Kriegslist ist, eine Oftwärtsbewegung des GroZ der russ. Armee in Berbindung in der Richtung nach dem Lom-FlufsZ, »ach Rasgrad, wo die Türken verschanzt stehen. £ä>,l. Rekognoszirungen Haben ergeben, daß dir Russen am linkm Lvm Ufer in großen Wossm konzk»türt sind. Es hat sonach den Anschein, als wollten die Russen den ersten Hauptschlag gegen Mehemed Ali und Tjub Pascha führen. Von den BelstärkurMN, Welche über die »SAgebants Do^sudrücke bei Oltrnitza in der RitzLuZg MH RaZgrad marschiren, den Türken sonach in die rechte Flank; fallen sollten, hat man noch nichts wieder gehört. Behauptet am9: Große Verstärkungen seien bereits an der Donau an- gekommen und täglich überschreite eine russ. Brigade diesen Fluß. Bei Plewng und Lowatz, zwischm welchen O»tschaften OZman Pascha am 7. August wieder einen russ. Angriff siegreich sbschlug, hat seitdem kein Kampf wieder stattgefundsn, obwohl auch in dortiger Gegend noch einige russ. Divisionen stehen. Das russ. OberkommaNdo scheint auch die B;- lagerungstruppe» von SHumla an sich gezogen zu haben, denn es wird plötzlich von Exkursionen der Rusifchuker Äesatzunzz nach Rumänien berichtet. Die Bewohner der Lom-Gegend flüchten oft- und südwärts, war ebenfalls ein Symptom der sich dort vorbereitenden großen Sreig« mssr ist. In der Dobrudscha bester? sich die Rnssen noch im Lager von TschsrnLwsda, sie erhalten jcht von Norden her Ersatz für die an die bulgarische Armee abgegebenen Truppen. Die Rvssm Gurko'Z ha° ben Rumeliru thatsächlich verlassen, den Walk« zurück ourchschnitten und befinden sich zum großen Theile schon auf dem Wege nach Tirnowa, wohin ihnen der verfolgende SulümM Pascha bald gefolgt sein wird. Die nach dem Kaukasus detachirt gewesenen Türken kehren zurück, um die Balkanarmee zu verstärken.
TKgesschaA.
— Die „Köln. Ztg." schreibt: In der jüngsten Zeit scheinen sich die schutzzöllnerischen Tendenzen auch in den tabakbauenden Distrikten Süddeutsch! ands wieder einmal geregt zu haben. Man verlangt, wie es heißt, eine Erhöhung des Emgangszolls auf Rohtabak von 12 anf 50 M. pro Centner. Unseres Erachtens thäten die deutschen Tabakbauer in ihrem besonderen Interesse eher klug daran, diese Frage ihrerseits nicht in Anregung zu bringen; sie könnten sonst beim Fürsten Bismarck ein ihnen wenig erwünschtes Entgegenkommen finden. Im Steuerreform-Programm des Reichskanzlers bildet die Erhöhung der Abgabe vom Tabak einen Hauptbestandtheil. Fürst Bismarck würde also gegen die erwähnte Zollsteigerung schwerlich etwas einzuwenden haben, jedoch unter der Bedingung, daß auch die inländische Tabaksteuer eine entsprechende Steigerung erführe. Von allen Theilen des Bismarck'schen Steuerprogramms ist eine solche allgemeine Erhöhung der Abgabe vom Tabak vielleicht derjenige, welcher die meisten Sym- pathieen für sich hat. Die einseitige Erhöhung des Tabakszolles dagegen dürfte bei den gesetzgebenden Factoren gar keine Aussicht haben.
— Der sehr nievrist- CourZ russischer Papier-Rubel, w-lcher zunächst ein bedruteudeS Zusammenströme« russischer Edelmetallmürizen zm Folge hatte, bringt uns so sogar große Zufuhr«« vo« russischen Dchrrdemükzm, obgleich in Rüßland die MükzauSfuhr strafbar ist; der Gewirr», den dieses Geschäft j^t bringt, ist §hM zu hoch.
— Der § 147 Nr. 2 der ReichL-GewLrbr- Ordnung verordnet: „Mit G lvstrafe rc. wird bestraft, wer eine gewerblich« Anlage, zu der mü Rücksicht auf die Lage der Beschaffenheit der BetrirbSstätte oder deS £atuU eine besondere Genehmigung erforderlich ist (§§ 16, 24), ohne drr Gmchmigsug errichtet, oder die wrsestltchen Bedingungen, unter welchen die Benchmigung ertheilt worden, nicht snnehält re * Unter ö?n wrfenMchen töimn, nach einem Erkmntniß des Ober-Tribunals vom 14. Juni d. I., nur Bedingungen verstanden werden, damit die Einrichtung oder der Betrieb der Anlage nicht Nachtheile oder Gelästi« gung-n sur sie Nachbarn oder für das Publikum herbriführen, nicht ober dte Bedmgung «wer Revision durch den Baubeam'e«. Nur bei Dampfkesseln ist der Beginn des Betriebs von einer vorhergegangemn
Revision und Bescheinigung Mer eine mit der ertheilte« Genehmigung überemstimuend; BauauSführung^abhäugig gemacht und die Jübetrieb« setzung vor der Revision unter Strafe gestellt. M. u. st-anj.]
— Herr StaatSanwalt Teffendorf in Berlin geht von der Ansicht aus, daß in dem Verkauf mit Wasser versetzter Milch ober mit Stärkemehl versetzter Wurst re. eine in gewinnsichtiger Absicht gemachte Vorspiegelung falscher Thatsachen liegt, welche sich als Betrug im Sinne des §, 263 R.«St.-G.-B. qualifizirt und mit Gefängniß bestraft wird, neben welchem auf Geldstrafe bis zu 3000 Mark, sowie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte (bei mildernden Umständen ausschließlich auf Geldstrafe) erkannt werben kann. Es dürfte gewiß argezeigt sein, wenn sich die Fälscher von Lebensmitteln und solche Personen, welche damit handeln, dies merk« wollten, da leicht der Fall eintreten kann, daß die Gerichte der Auffassung des Herrn Tessendorf beipflichten.
— Die Prägung von 25-Pfzmtigstäcken. welche nach mehrfachen Angaben schon sobald in Angriff genommen wrrdm soll, dürfte nach der „Trib", nach gmauestrn Jxformationen, noch lange und Wahrscheinlich für immer zu den frommen Wünschen derjenis.« gehören, dir sich von der alten Münzrechnung nicht entwöhnen können. An den allein maßgebenS?« Orten weiß man von einem derartigen Vorgehen, wüches übrigens auf dem Wege der Gesetzgebung zu erfolgen hätte, nichts, und ist überdies der Einführung der FüKfundzwanzig-PfenniA« stücke Mach wie vor entschietzm abgeneigt.
— S. M. S. „Meduss" ist am 12. d. Mts. AbendZ im Hafen vv8 Darthmouth eingelausrn. — G. M. G. „Wöbe" ist am 12. d. M. in PlymoÄh einFetroffru. An Bord Alles wohl.
— Dortmund, 7. Aug. Einem schon seit längerer Zeit im Verdachte der Butterfälschung stehenden, hier in der Stubeugssss wohnenden Handelsmann wurde, da ihm bei Tage nicht beizukommen ge» Wesen ist, von unserer Polizei gestsm in aller Frühe, kurz nach vier Uhr, ein Besuch abzestattet. Nachdem er durch Klopfen aus dem Schlafe geweckt und in dem Glauben, es sei Feuer ausgebrochen, im tiefsten Neglige dir Hausthür geöffnet, traten die Polizeibsumtss ein, ließen dem vollständig überraschten im Bewußtsein seiner Schuld an allen Gliedern zitternden Manne Zeit, sich anzurleiven, und revidirten dann die im Keller befindliche, im großen Maßstabe betriebene BMerfabrik. Hier fanden sich über 200 Pfund Butter, die nach dem Urthsil des dir Polizei begleitenden Chemikers verfälscht und verdsrbm war und unzweifelhaft durch Anwendung einer fremdartigen, in einigen Flaschen vorräthigen gelblich-rothen Flüssizkeit guter Butter wenigstens dem A«S« sehen Nach ähnlich gemacht werden sollte. Die Butter und dir erwähn« ten Flaschen wurden selbstverständlich sofort beschlagnahmt and dir che° mische Analyse wird ergeben, was zur Verfälschung der Butter angewandt worden ist. Der betreffende HandelSAann vertreibt Übrigens sein Fabrikat »icht nur allein, er hat such seine Unterhändler und HäRdlerinnen, welche die von ihm .bezöge« butterähMchr Masse auch in den benachbarten großen Städten zu Markre hingen und schon wiederholt dabei abgefaßt worden silrd. Hoffkntlich wird diesen Leuten das Handwrrk gründlich gelegt werden. — Wie wir so eben erfahren, ist es der Händler Sauer, welcher aus so gewissenlose Weise seine Mitbürger beschädigt hat.
— Zm Fürstenthum Schwarzburg-GonderZhausm ist durch eine Ministerial-BrrordnMg vom 11. d. M. bestimmt worden, daß die mit KartoffelN befteCtm Grundstücke von den Besitzern, Rutznichern u. s. w. in der Zeit vom 15. Msi' bis zur Emir in jeder Woche regelmäßig nach dem Koloradokäfer abgesucht werden müssen.
- Wien, 17. August. (Telegr. der „Köln. Ztg.«) Die Polit. Correspondenz meldet aus Athen von gestern: Der Kommandant des deutschen Geschwaders, Contre-Admiral Batsch, ist vom Kömg w Audienz empfangen worden. Die Regierung hat wegen Ankaufs von Kriegsfch ffen und Torpedos Verträge abgeschloffen, die Rüstungen sollen bis Ausgang Oktober beendet sein. Auf Kreta ist Alles ruhig. Ein Telegramm der Polit. Corresp. aus Bucharest von heute^bchagt, der russische Generalstab recognoscire seit drei Tagen die türkische ®tel< lung bei Plewna, gleichwohl scheine eine russische Angriffsbewsgung noch keineswegs unmittelbar bevorzustehen. Eine lürkische Angriffsde- Wegung sei dagegen nicht unwahrscheinlich. Der Kaiser Alexander befindet sich in Gorni-Studen- Nach einem Telegramm desselben Blattes aus Belgrad von heute haben sich die Jnsurgentenschaaren, die unter dem internirten Despotovitsch gestanden haben, wieder gesammelt und Bilja zu ihrem Oberbefehlshaber gewählt. Einige Haufen der- felben sind wieder in Action getreten und haben den Türken Gesechte geliefert. — Ein Telegramm der N. Fr. Pr. aus Sistowa vom 15. August meldet: „Ein russische Division ist eiligst gegen das Centrum vorgeschoben worden, welches durch Suleiman Pascha ernstlich bedroht ist. Suleiman Pascha hat Elena und Bebrowa in VertheidigungSzu- stand gesetzt und seinen Vormarsch am 13. August wieder ausgenommen. Seine Avantgarde hat Fühlung mit russischen Cavallerie-Abtheilungen. Die dritte rumänische Division hat die Donau noch nicht überschritten, die bezüglichen Verhandlungen zwischen der rumänischen und der russi-