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-estört worden zu sein. — Bus Varna, 14. d.: Mehemed MuchliS Biy hat mit einer Abtheilung der Truppen Suleiman Paschas Starar- jeka, im Norden des Balkan, besetzt. Suleiman Pascha selbst rückt mit feinen übrigen Truppen ebenfalls in nördlicher Richtung vor. M. «. St.-Anz.l
— Rotterdam, 12. August. Die klerikale Presse rumort wieder einmal über angebliche Faustschlöge ins Angesicht der Katholiken. Die Sache ist Folgende: Im Bezirke Kuik in Geld?rla«d besitzt der Staat ausgedehnte Domänen, die seit etwa 100 Jahren an das Kloster St. Agatha verpachtet sind, und für welche der Staat eine jährliche Pachtsumme von 1700 Mlden empfängt. Im Laufe der Zeit ist aber der BodenLerth bekanntlich enorm gestiegen, und sehr mäßig berechnet, würde der Pachtzins 20,000 fl. betragen müssen. Schon oft hat man sich über diese Bevorzugung eines Klosters auf Kosten des steuerzahlen« den Publikums verwundert, und der Finanzminister hat endlich den heroischen Estschluß gesagt, und hat den Pacht gerichtlich kündrn lassen. Daher der Schmerzensschrei der klerikalen Organe, der dieses Mal um so intensiver ist, als dieses Kloster jetzt auf die Mildthätigkeit der Katholikin angewiesen ist. Bemerkenswerth ist aber immerhin, daß dies unter einem konservativen Ministerium geschieht, und schon beginnen manche Stimmen aus dem^ultramontanen Lager sich nach den liberalen Fleischtöpfen zurückzusehnen.
— Bern, 14, August. Die Kommission'für die Repartition der neuen Gotthardbah«- Subvention hat sich, da die Vertreter von Gern und Luzern fehlren, nach der „N. Zürich. Ztg." resultatlos vertagt.
— Pa ris, 16. August. (Köln. Ztg.) Der heute Morgen abgereiste Marschall erwiederte in Evreux auf die Ansprache des beigeordneten Bürgermeisters: „Denket daran, daß die Verfassung nicht durch den bedroht ist, der zu ihrem Schutze eingesetzt worden ist, sondern durch diejenigen, deren Lehren allen Interessen zuwider sind und solche Grundsätze bedrohen, deren Aufrechterhaltung für jede Regierung eine Nothwendigkeit ist. Ich ersehne das Ende der gegenwärtigen Krise, aber dieselbe wird erst dann aufhören, wenn durch die Weisheit des Landes solche Vertreter gewählt worden sind, die den für einen Augenblick gestörten Einklang zwischen den verschiedenen Gewalten wieder herstellen."
— London, 14. August. Der Minister für die Kolonien, Lord Carnarvon, hat, in Erwiderung einer ihm eingereichten Denkschrift, in der um Aenderung der in Gibraltar einzuführenden, vorgeblich die britischen Handelsintereffen schädigenden Verordnungen gebeten wird, erklärt, eine Aenderung sei unstatthaft. Da Gibraltar nur zu Zwecken militärischer Art in Besitz behalten werde, so müsse es betreffs des Handels als ein Theil Spaniens angesehen werde». Da aber britische Ansiedler dort Schmuggler ungestraft hätten landen lasse?, so sei es die Pflicht der britischen Regierung, die Besetzung Gibraltars für Spanien so wenig ungünstig wie möglich zu machen.
— London, 16. August. Ein Erlaß des geheimen Rrthes verbietet die Landung von Blättern und Stielen der Kartoffelpflanze aus den Vereinigten Staaten, Canada und Deutschland in Großbritannien vom 11. August an.
— Das Organ des Vaticans, Voce della Verita, fühlt sich durch die Erfolge der Türken dermaßen gehoben, daß es den Augenblick bereits für geeignet erachtet, die „wahren Christen", die „Conservativen", ziemlich unverblümt zur Zerstörung zweier Reiche aufzufordern, „welche, von einem gewissen äußeren Culturfirniß abgesehen, in gewissen Beziehungen für ebenso schlecht, wenn nicht für schlimmer erachtet werden müssen, als die Reiche eines Odoaker, eines Attila, der Gothen, Wandalen und Hunnen." Gleichzeitig wird auf der Versammlung der „französischen katholischen Werke" in Puix der Satz aufgestellt, die Kirche hat das Recht, sich und die Schwachen anders als durch Worte zu vertheidigen; sie kann die Unverschämtheit ihrer Feinde durch gewaltsame Mittel niederwerfen. In der That eine köstliche Illustration zu der von der Germania behaupteten Friedfertigkeit der römischen Kirche. geh».)
— Konstantinopel, 15. August. Die bei Bagdad stehende Armee in der Stärke von 35,000 Mann hat, nach einem Telegramm der „Köln. Ztg.", Befehl erhalten, nach Konstantinopel zu marschiren. Dieselbe wird ihren Weg durch das Euphratthal nehmen und soll in Bagdad durch Mil'ztruppen ersetzt werden. Für den Fall einer Kriegserklärung Serbiens soll die Pforte beschlossen haben, sich in der Defensive zu erhalten. Eine türkische Recognoscirungs-Abtheilung rückte gegen Küstendsche vor und fand diesen Ort von den russischen Truppen geräumt. Diese Abtheilung marschirte von dort nach verschiedenen Richtungen vor, ohne auf russische Truppen zu stoßen. — Nach hier ~”aegangenen Nachrichten sind die russischen Truppen, welche aus der Dobrudscha herbeigezogen worden sind, um die Donau-Armee zu ver- auf einer neuen 4 Stunden oberhalb Rustschuk errichteten A^E übergetreten. Die russische Armee in Asien soll beträchtliche Verstärkungen erhalten haben; das Centrum beginnt die Offensive. ’
, , , " ?^^^A>/5 A^ust. Das Centrum der russischen Armee hat bedeutende Gemarkungen erhalten und eine Offensivbewegung be
gonnen. Der Vormarsch bei General» Tergukassoff ist a« der Grenze von Ismail Pascha aufgehalten worden.
— New- Aurk, 13. August. Späteren Berichte« über den Kampf zwischen der Streitmacht bei Generals Gibbon und den Indianern bei Helena, Montana, zufolge, beziffert sich der Verlust der Bun« deStruppen auf 25 Todte und 40 Verwundete. General Howard rückte mit Verstärkungen herbei — Der Strike der Grubenarbeiter im Distrikt Luzerne dauert fort. Die Strikenden demoliren das Geleise, halten Züge an, zertrümmern sie und verhindern die Nichtstrikenden an der Arbeit. (R. u. st-a.)
— New-Dork, 15. August. Der Hamburger Postdampfer „Pommerania" ist heute Morgen 9 UhrMer eingetroffen.
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HiWKK, 17. August 1877.
— Die Bauernregeln haben, und zwar mit Recht, bei dem weitaus größten Theil des Publikums an Glaubwürdigkeit gewaltig eingebüßt, weil die Witterung gar zu oft trotz der Prophezeiung ganz ins Gegentheil ausschlug. Heuer sind aber diejenigen Landwirth», bei denen die WitterungSregeln immer noch eine Hauptrolle spielen, jedenfalls mehr wie je von der Richtigkeit überzeugt, denn:
„Regen an Unserer Frauentag (Maria Heims., 2. Juli)
„Bringt 40 Tage Reg?« darnach"
ist so ziemlich eingrtroffrn. — So wollen wir jetzt im Interesse bei Sandmanns als unserer selbst, da mit dem 15. d. M. auch die Regie- rungsperiode bei „Siebenschläfers" obgelaufen und uns keine Regel weiter bekannt ist, die schlechtes Wetter im Gefolge hat, auf recht schönes Wetter hoffen.
— Für heute. Spar- und Bau Verein: Abends halb 9 Uhr Generalversammlung bei Brehm (früher Gatterdam).
— An der aus zwei Abtheilungen, einer Mittelschule und einer Volksschule bestehenden Stadtschule Gklnhausen ist die Stelle des Rektors anderweit zu besetzen. Bewerber um dieselbe, welche die Ermächtigung zu Erthetlung bei Unterrichts in fremden Sprachen, mindestens tu der lateinischen und französischen, speziell Nachweisen müssen, wollen sich mit Angabe der Zeit, wann sie hier Eintreten können, unter Vorlage ihrer Befähigungszeugniffe auch im Uebrigen, und Beifügung einer selbstgeschriebenen LebenSlaufS, ehestens. schriftlich melden. DaS Gehalt beträgt jährlich 3000 Mark.
— Fulda, 16. August. Wie uns mitgetheilt wird, hat der Vorstand der hiesigen Turngemeinde erst am Dienstag Abend beschlossen, den 23. September c., wo Vormittags eine Gauvorturnstunde stattfin- den soll, Nachmittags ein Abturne» mit PreiSverthrilung abzuhalten, und sollen hierzu die Vereine von Hrrsseld, Tann, Geisa, Dermbach, Lauterbach, Schlitz, Hanau und Würzburg eingeladen werden. Dieser Beschluß wird aber erst einer Generalversammlung unterbreitet werden.
Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 16 August aus Frankfurt am Mai«: Vor einiger Z-it theilten wir mit, daß seitens hiesiger Spediteure dir Bildung einer Transportgesellschaft beabsichtigt werde, welche im Anschluß an die demnächst in Wirksamkeit tretende Tarifreform sich mit der Sammlung von Stückgütern behufs der Vereinigung zu Wagenladungen, weil solche durch die Eisenbahnen billiger befördert werden, beabsichtige. Regierungsseitig ist man diesen Vorhaben nicht entgegen getreten, erachtete vielmehr unter den obwaltenden Verhältnissen dasselbe all im fiskalische« Interesse liegend. Dieser Plan ist nun durch acht der ersten hiesig:« Speditionsfirmen, die zu einer Gesellschaft zu dem bezeichneten Zwecke zusammengetreten sind, realisirt worden und liegt el nun an dem Publikum, den Nutze« daraus zu ziehen. — Der VerwaltungSrath der Zoologischen Gesellschaft wird zu Ende der nächsten Woche ein zweites Feuerwerk veranstalten, bei welchem diejenigen Stücke, welche am Dienstag des eingefallenen Regens halber nicht ausgestellt werden konnten, in Mitbenutzung treten werden. Die Aktionäre und Abonnenten haben den betreffenden Abend freien Zutritt. — Wie wir vernehmen, beabsichtigt die Frankfurter Rudergesellschaft „Germania" nächsten Monat eine internationale Regatta in Biebrich auf dem Rhein zu veranstalten. —
— Offeubach, 15. August. Nicht nur in Offenbach, sondern neuerdings auch in anderen Nachbarstädten werden die Nahrungsmittel einer strengen polizeiliche« Untersuchung unterworfen und die Rrinhfit derselben chemisch feftgefteHt, was, wie der Wormser Zeitung unterm 13. d. M. von Mamheim geschrieben wird, einen daselbst wohnenden Metzger so in Schrecken versetzte, daß er am Samstag sich veranlaßt sah, 2 Centner „stark grbindmntteltr Wurst" in den Neckar zu werfen.
Thermo«etersta»d.
16. August: Höchst« Stand + 20W, AbrndL 7 Uhr 4- 18*/?; 17. August: Morgens 7 Uhr + 15°, Vormittags 10 Uhr -418*/?.
— Mainwafferwärme Vormittags 9 Uhr: 18 Grad.