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Hanmier Inniger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,!

" und Samstags mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.

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M 182.

Dienstag den 7. August.

1877.

Amtliches.

Ludwig Launhardt zu Praunheim ist als Bürgermeister für dasige Gemeinde bestätigt und verpflichtet worden.

Hanau am 3. August 1877.

Der Lsndrath.

GemeinderathSalied Hermann Petry zu EscherSheim ist als De- putirter der Feuerbesichtigungs' Commission für EscherSheim verpflichtet worden.

Hanau am 1. August 1877.

Der Landrath.

Die vierte Schulstelle zu Seckbach ist vakant. Bewerber werden zur alsbaldigen Einreichung ihrer MeldungSaesuche aufgefordert.

Das Stelleneinkommen beträgt 810 Mark, freie Wohnung nebst 90 Mark für Feuerung.

Hanau am 3. August 1877.

Der Landrath.

Verloren: Bei einer Partie von Offenbach nach Steinheim resp. Kesselstadt eine goldene Damen-Uhr mit Gold-Durette Nr. 3036.

Gefunden: Ein Zollstock.

Zugelaufen: Ein graues Kaninchen.

Hanau am 7. August 1877.

-ialiBes Landratbsamt._____________________

Lage-schau.

Berlin, 3. August. In hiesigen politischen Kreisen ist man, ungeachtet aller offiziösen Versicherungen von der Vortrefflichkeit der Beziehungen zwischen Wien und Petersburg, fest überzeugt, daß die von der öfterreichisch.ungarischen Regierung in Ausficht genommenen Vorkeh­rungen nichts anderes bezwecken, als einen directen Druck auf Serbien und Montenegro und einen indirekte» auf Rußland. Der Umstand, daß die rumänische Armee trotz dem gegentheiligen Versprechen des Pe­tersburger Cabinets doch in die Activ« gegen die Truppe» des Ober- lehnsherrn von Rumänien hineingezogen worden ist, mußte nothwendig den Verdacht erwecken, daß auch Serbien im gegebenen Augenblicke sei» neu kriegerischen Neigungen folgen werde. Eines unserer russenfreund- lichen Organe sogar ist deßhalb auch der Meinung, daß der österreichisch- ungarische Ministerrath die Mobilisirung, zu der man bereits ent­schlossen gewesen, nur in Rücksicht auf den jüngsten Mißerfolg der russi­schen Waffen nochmals verschoben habe, weil durch diese Niederlage die in Wien vielleicht gehegte Besorgniß vor einem Oesterreich nachtheiligen Separatfrieden zerstreut worden sei. Die von derselben Seite kundge« gebene und auch der englischen Regierung zugeschriebene Auffassung, daß mit den neuesten Niederlagen der Russen die Aussicht auf das Ende der Krieger in dir Ferne gerückt sei, wird jedoch, wie sich aus der gestrige« Erklärung des ungarischen Minister-Präsidenten ergibt, in den öfterreichisch.ungarischen RegierungSkreisen noch nicht getheilt. Im Ge­gentheil lieh dieser Staatsmann der Hoffnung Ausdruck, daß die Zeit nicht mehr fern fei, in der den Mächten Europas die Gelegenheit gebo­ten würde, diese KriegSgreuel dauernd zu beenden. Danach hätten also die neutralen Mächte nicht auf ein Eingreifen in den russisch-türkischen Krieg verzichtet, und fast scheint eS, als ob man auch in den hiesigen RegierungSkreiskn durch die Neuesten türkische« Siege sich mehr zu einer Bermittlung gedrängt fühlt, da die Nordd. Allg. Ztg., welche bis dahin so hartnäckig den baldigen Untergang der Türkei prophezeit hatte, sich in Folge der neuesten oSmanischen Siegesthaten genöthigt sieht, den Russen und Rumänen den wohlmeinenden Rath zu geben, das Fell nicht eher zu vertheilen, als bis der Bär erlegt sei. Diesem Rath schließt sich die Kreuzzeitung an, welche die militärische Lage Rußlands als eine je^r bedenkliche ansieht und damit nur das Urtheil hochstehender hiesiger Fachmänner wiedergibt. «mtusat.)

Durch Verfügung des Ministers für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten, vom 29 Mai 1877, sind die landwirthschaftlichen C-n- tralvereine aufgefordert worden, bis zum 25 Juli über die diesjährigen

CrnteauS sichten Bericht zu erstatten. Dieser Bericht soll auf möglichst zahlreichen Rückfragen bei den Vorständen landwirthschastlicher Zweig­vereine und sonstigen kompetenten Persönlichkeiten beruhen, und in der Weise abgefaßt sein, daß die zu erwartende Ernte in Prozentzahlen ei­ner gleich 100 gesetzten Mittelernte ausgedrückt werde. Jetzt ist M« eine Uebersicht der für die einzelnen Centralverbände sich ergebende« Durchschnittszahlen der diesjährigen Ernte nebst den von den Central- vereiken erstatteten Spezialberichten zusamMengestellt worden, wobei in­dessen darauf aufmerksam gemacht werde» muß, daß die Berichte bei den einzelnen Vereinen meistens schon zum 15. bis 20. Juli eingefor­dert waren, weshalb sie über die meisten Sommerfrüchte nicht mehr als Ansichten enthalten könne«, welche je nach dem Gange der Witterung noch vielfachen Aenderungen auSgesetzt sind. Zumal über die Knollen- und Wurzelfrüchte werden erst die wie gewöhnlich zum Oktober einge­forderten Erntetabellkn definitive Nachrichten bringen können. Die auS sämmtlichen eingegangene« Berichte« sich ergebenden Durchschnittszahlen für die Ernte in Preußen sind nach demR. u. St.-A.": Weizen 94 7 Prozent einer Mittelernte (Stroh 94). Roggen 98 7 (97,t), Gerste 83,7 (80 7), Hafer 83 0 (81,6), Erbsen 88,s (89 e), Bohne« 87 s (83,3), Buchweizen 89 4 (87), Raps und Rübse» 741 (716) Kartoffeln 96,4, Zuckerrüben 93, andere Rüben und Kohlgewächse 91« Wiesenheu (alle Schnitte), 100 3, Klee (desgl.) 83 6, Lupinen 80 *, Flachs 814, Hopfen 78.4, Wicken 875.

DieN. Allg. Ztg." meldet: Behufs Wiederaufnahme der Verhandlungen betreffend die Erneuerung des deutsch österreichischen Handelsvertrags haben sich von den diesseitige« Bevollmächtigten am Freitag Abend der Geh. Regierungsrath Stüve und am Samstag Nach­mittag 4 Uhr der General-Direktor Hasfelbach und der Geh. Ober-Re- gierungSrath Huber nach Wien begeben, der Geh. Regieruugsrath Jordan wird ihnen heute folgen.

Mitte dieses Monats werden, wie vor einiger Zeit offiziös berichtet wurde, die jetzt fast ganz ruhende« Arbeiten für die dem Land­tage vorzulegenden Gesetzentwürfe in rascheren Fluß kommen, wozu na­mentlich die um jene Zeit bevorstehende Rückkehr des FinanzministerS Camphaustn den Anstoß gebe« dürfte. Diese Arbeiten werde» sich natürlich in erster Linie auf die Fertigstellung des Etatsentwurfs be­ziehen; man wird alle Mühe haben, tofdben so zu beschleunigen, daß er dem Lantag rechtzeitig zugehen kann, wen» der letztere, wie es hieß, schon Mitte Oktober einberufen werden soll. Eine möglichst frühzeitige Einberufung des Landtags ist in diesem Winter ganz besonders wün- schenSwerth. Denn bei den wichtigen und umfassende« Arbeiten, die so­wohl dem Landtag als dem Reichstag in der Wintersession in Aussicht gestellt sind, wird man alle Mühe haben, die erforderliche Berathungs­zeit zu gewinnen, und eS läßt sich schon jetzt vorauSsthen, daß die par­lamentarische Drenglage trotz der Maßregel der Verlegung des EtatS- jahrs sich kaum minder fühlbar machen wird als in den frühereren Jahren. Wenn es auch von den wichtigsten in Aufsicht gestellten und in Vorbereitung begriffenen legislatorischen Arbeiten noch nicht feststeht, wann und ob sie wirklich noch in dieser Wintersession zur parlamMa- rischen Behandlung gelangen werden, so ist die Geschäftslast für Land­tag und Reichstag doch auf alle Fälle so groß, daß von vornherein die äußerste Oekonomie in der parlamentarischen Zeiteintheilung geboten ist. (Xri6.)

Die Nat. Ztg. wirft die Frage auf: Ist es für die übrige« Staaten Europas vortheilhafter, ob Großbritannien, Türkei oder Ruß­land im Besitze der Dardanellen und deS Bosporus sei? Sie meint: Für unS kann die Beantwortung keinen Augenblick zweifelhaft fei«, wir ziehen Russen de« Engländer-Türken vor. Wenn wir sehen, wir that­sächlich Großbritanien die ganze Erde in der Bemalt hat, wie es überall, seit dem Anfänge dieses Jahrhunderts namentlich, sich sämmtlicher so­genannter beherrschender Punkte bemächtigt hat, so darf es uns aller­dings nicht Wunder nehmen, daß sie darnach bestrebt sind, zu verhin­dern, daß der BoSporuZ und die Dardanellen in die Hand einer starken und unabhängigen Macht gelangen. Großbritanien droht von Helgoland nach Deutschland hinüber, diese Insel, obscho« deutsch und von deutsche»