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1M 25 Pf» gär aui»8rtit< geonnentex mit tc» Setreffe*» N» Softauffälae- $fe einzelne tes» «« 10 P^.

Hananer Äiqetgtr.

Zugleich Amtliches Organ für KreiS nnd Stadt Hanau.

Krschsmt täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Prsvinzisl-Correspondrnj.

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Samstag den 4. August

1877.

Amtliches.

Die Schießübung des 1. Hessischen Infanterie Regiments Nr. 81 in der Gemarkung von Seckbach resp. Bergen siehe Hanauer Anzeiger Nr. 178 ist dahin abgeändert worden, daß dieselbe statt

am:

jetzt am:

Dienstag den 7. August er.

Donnerstag ,9.

Sonnabend 11.

Montag 13.

von Morgens 7 bis Abends 7 Uhr, von Nachmittags 3 bis 7 Uhr,

Dienstag den 7. Augusts von 7 Uhr Morgens Mittwoch 8. J bis 7 Uhr Abends,

Freitag 10. von 3 Uhr Nachmittags

bis 7 Uhr Abends

stattfindet.

Die Herren OrtSvorstSnde wollen dies unverzüglich publiciren.

Hanau am 3. August 1877.

Der Landrath.

Gefunden: Eine Ilkine Scheere. Ein neuer Socken. Ein neuer gestickter Kinderpantoffel. Eine lederne Peitsche, daran eine Pfeife von weißem Horn. Ein Hundemaulkorb. Eine schwarze Orleauschürz?. Ein brauner und ein schwarzer Sonnenschirm.

Zugelaufen: Ein junger weißer Pudelhund.

Hanau am 4. August 1877.

KürigtickkS Landratüsamt.

Wochenschau.

H. H. C. Auf dem batkamichen Kri°gSschauplatze steht demnächst ohne Zweifel eine große Entscheidung bevor. Die beiden Hauptfild- armeen der Türke», vo» denen die eine bei Wtddin, die andere bei Schumla stand, handeln jetzt sichtlich nach einem einheitlichen Plan und haben die Aktion begönne». Bekanntlich traf die Westarmee Osman Pascha's bei Plewna südlich von Nicopoli ein, um der russ. Hauptarmee in die rechte Flanke zu fallen. Zu gleicher Z-it das hat man jedoch erst in den letzten Tagen er fahren setzte sich Mehemed Ali Pascha mit 60,000 Mann von Schumla auS nach Westen hin in Bewegung, um die Russen in die links Flanke zu fassen. Bei Plewna stieß Os­man auf eine russ. Division, welche eine entschiedene Niederlage erlitt. Mit einiger Verstärkung griffen die Russen am folgenden Tage noch­mals an, wurden jedoch von Neuem geschlagen. DaS ruf. Oberkom­mando rief jetzt das Nicopoli besetzt haltende Corps herbei und ließ genannte Stadt durch die 4te rumänische Division occupiren. Die Russen griffen, auf'S Neue verstärkt, am 26. Juli Plewna zum dritten Male an, um zum dritten Male von den ebenfalls Zuzug erhalten ha­benden Türken geschlagen und bis nach Bulgareni verfolgt zu werden. Die Armee OSwan'S soll mit den von Nisch gekommenen Berstärkunsen 50,000 Mann betragen. Von Plewna wendete sich dieselbe gegen Sü­den, erstürmte Lowatz und rückte weiter nach Tirnowa vor, wo sich daS russ. Hauptquartier befand. Diese unzlücklichen Ereignisse veranlaßte» Letzteres, daS zur Belagerung Wtddin's abmarschirte 9re Corps zurück» zurufen. Ueber den Vormarsch der tiht. Ostarmee, die über Barna 20,000 Mann Verstärkung erhielt, hat man nur d a S erfahren, daß sie über OSman-Bazar nach Turnow hin operirt, daß aber auch ein Theil derselben nordwärts, nach Rustschuk hin, vorgestoßm ist und die Russen in einem RekognokeirungSgefecht bei Rasgrad besiegt hat, wobei der türk. General Aziz Pascha fiel. Die russ. Hauptarmee concentrirt sich nun angesichts feiner Sachlage zwischen Turnow und Biala und scheint daselbst die Entscheidungsschlacht mit den beiden türk. H ereZtheilen auf- < nehmen zu wollen. Allen Anzüchen nach haben die Türken die Absicht, ; sich zwischen die nördlich und sie südlich vom Balkan best blichen Ruf- - sen hinein zu dkärgen, Letztere von der Hauptarmee abzuschneiden urd - mit Hülfe der rumelischen Armer unter Suleiman und Reuf zu ver« ; nichts». Spülen die Russin bei dieser Sktw'ckiung der Dinge nicht ganz und gar die passive Rolle, so kann man es schon für möZlich hal° !

ten, daß ihre auffallende Unthätigkeit den Zwrck hat, die Armee Mehe­med Ali'S aus dem Festungsviereck heraus zu locken, um sie auf einem ihr weniger günstigen Felde zu schlagen. Die Sachlage im Süden des Balkan folgende: Die Russen sind dort ca. 45.000 Mann stark. Die ihnen gegenüberstehenden Türken hoffen, eS auf 60,000 zu bringe». Suleiman's Vorhut wurde bei Ienisagra eingetrieben und die Rosse« befestigten sich südlich davon bet Karabunar, scheinen sich aber in der Folge genöthigt gesehen zu hoben, bis ESki-Sagra zmöckzugehen. Die Kriegführung auf beiden Seiten hat eS aus eine wahrhaft übertrieben«! Zersplitterung der Kräfte abgesehen.

Zu Ende voriger Woche traf der türk. Sultan Schritte zur Rück- berufung des Cxgroßveziers Midhat Pascha, der von Wien mit Abduk Hawid über diese Angelegenheit korrespondirte und sich zur Rückkunft bereit erklärte. Die Siege Osman Pascha'- scheinen jedoch dem Sultan die Hoffnung wiedergegeben zu haben, daß er auch ohne Midhat's Hülfe mit den Russen fertig werden könne, und so dürfte es gekommen sein, daß man bis zum 1. August wenigstens mit Midhat noch nicht han­delseinig geworden war. Dir ruff. Armee im Kaukasus hat 2 Divi­sionen Verstärkung erhalten.

In der ungarischen Hauptstadt fand unter Mitwirkung Klapka'S eine große Volksversammlung statt, welche die russ. KriegSführung wegen der angeblichen Ekoberungsabsichts» und der an den Mohamedauern verübten Greuelthaten verdammte und die Regierung aufforderte, die Intenssi» Oesterreich-Ungarns zu wahren. Einige Tage darauf fanden in Wien unter dem Vorsitze des Kaisers wichtige Berathungen der c!£« und tra»r«leithauischen Minister statt, wobei es sich um die Frage han­delte, ob es angezeigt sei, schon jetzt einige Armeekorps zu mobUisiren. ES scheint, daß man die Mobilisirung auf'S Neue vertagt hat.

Betreffs Frankreichs ist das Ereigniß des Tages, die Wahlagi- tationsreise Mec Mahon'S «ach BourgeS, wo er zu gleicher Zeit eins Truppmrevue vornahm. Bekanntlich hatte sich der dortige Gemeinde­rath geweigert, Geld für den Empfang des Marschalls zu bewillige», und so mußten Privatsammlungen vorgenommen werde», die 6000 Fies, ergaben. Der Empfang Mac Mahon'S war von Seiten der Bevölke­rung ein überaus kühler, obgleich man alle MärieS und Pfarrer des Departements eingeladen hatte. Auf die ergebenen Anreden beS Erz« bischofS und des Bürgermeisters von BourgeS nahm aber Mac Mahorr doch Gelegenheit, sein polit. Programm auSeinanderzuschrn. Dasselbe läuft danach auch heute noch darauf hinaus, die sogen. Radikalen durch die vereinigten Konservativen zu bekämpfen. Der Marschall b-hauptets auch, daß er verleumdet worden sei, daß er weder Krieg führe», noch die Verfassung verletzen, die Gewissensfreiheit beeinträchtige», noch ein Prüsierregiment ein führen wolle. Schließlich sprach er die Zuversicht au», daß daS Land klug genug sei, in seinem Sinne zu wählen. Die Mac Mahon'sche Rede wird nun i» allen Gemeinden Frankreichs an­geschlagen werde». Einen der Regierung günstigen Eindruck wird sie aber nicht machen, denn die heutigen Franzosen haben genugsam erfah­ren, daß nicht Worte, sondern lediglich Thaten beweisen. Die Thaten der Regierung aber stehen i» auffallendem Gegensatz zu den Mac Ma- Hon'schen Worten.

T«geKscha«.

Die französische Protestpartei im Elsaß hat sich, nach der Trib.", für die Unterdrückung desJndustriel alsacien" gerächt, indem, nach der Mittheilung eines Pariser radicalen Blattes,die Stadt Mül- Hausen" dem republikanischen Wahlcomitä von Paris eine Beisteuer von einer Million Franks übersandt hat. Wenn eS gilt, über die Nothlage der Industrie" in Deutschland zu klagen, sind die Stimmen aus dem Elsaß, und nicht am wenigstens aus Mülhausen, ebenso laut, wie aus irgend einem deutschen Fabrrkdistrict. Man sollte also meinen, die Million Francs halte wohl einen die Interessen der Stadt Mül­hausen näher berührenden Verwendungszweck finden können. Indeß, es ist Sache der Mülhauser Baumwollenlords, für welche Liebhabereien sie ihre Millionen ausgeben wollen. Im vorliegenden Falle haben sie übrigens der deutschen Verwaltung vielleicht einen noch größeren Ge-