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geschoben. — Eine große Anzahl von Flüchtlingen auS den griechischen Provinzen in der Türkei, sowie die einheimische griechische Jugend strömt massenhaft heran, um sich in die Freiwilligenbataillone einreihe» zu lassen. In Westgriechenland, an der Grenze von EpiruS konzentriren sich die Freiwilligen der in der Bildung begriffenen Jägerbataillone. Zum Zwecke ihrer Ausbildung sind höhere Offiziere in ganz Nord- griechenland vertheilt; die Reservisten werden in die Artillerie und Kavallerie ein gereiht; die mobile Nationalgarde endlich, welche die nicht in den Reservedrenst einbezogenen Altersklassen von 19 bis 35 Jahren umfaßt, soll bis zum 5 Aug. unter Waffen stehen. Ferner ist die ordentliche Reserve, d. h. die ausgediente Mannschaft, die in Kriegszeiten noch */* Jahr dienen muß, einberufen und schon eingereiht worden. Bis jetzt, da erst die Ausführung oll dieser Maßregeln beginnt, find keine WeigerrmgS- und AuSfluchtSfälls zu verzeichnen, dennoch zweifelt man, ob die außerordentliche Reserve von 10,000 Mann vollzählig ein reffen wird. <®<5i». w«tj
— Petersburger Blätter bringen das folgende, durch die Agence Russe auch dem AuSlande übermittelte Telegramm:
^ Moskau, 16 (28.) Juli, Abends. Die Idee der MoSkauer, dem Deutschen Kaiser in Anerkennung der aufrichtigen und lcyal-n Handlungsweise Sr. Majestät in der orientalischen Fraae eine Dankadresse zu übersenden, fand hier freudigen Anklang. Die Fabrikanten beabsich. tigen. dem Kaiser Wilhelm ein prachtvolles Album mit Ansichten von Moskau darzubringen, und die Damen sind mit Zusammenstellung einer Musters für e'nsn prächtigen Teppich beschäftigt, welchen sie dem Fürsten BiSmarck darzubringen beabsichtigen. Moskaus Sympathien für die deutsche Nation offenbaren sich täglich,
Der St. PeterSb. Herold bemerkt dazu:
„Wie sehr man hierlands den mächtigen und wohlthuenden Einfluß empfindet, den speciell Kaiser Wilhelm und sein erster Rathgeber, der Kanzler des Deutschen Reiches, Fürst BiSmarck, allenthalben geäußert, damit Rußlands Verhältniß zu den übrigen Staaten Europas ein freundschaftliches bleibe, daS tritt aus einer Kundgebung» die soeben die Stadt Moskau übernimmt, in ganz prägnanter Weise zu Tage. „DaS Herz Rußlands" schlägt dem Kaiser deS Deutschen Reiches in warmer Verehrung entgegen; es will ihm danken für die Freundschaft, die er dem Reiche des Czaren in den Tagen der Sorge und bangen KriegS- noth treu und bieder erhalten, und die edelsten Frauen Rußlands wetteifern, den ihrem Kaiser und Lande sreundschaftlich ergebenen deutschen Staatsmann mit einem Dankgeschenke zu erfreuen. In Deutschland wird diese Kundgebung sicher eine ebenso freundliche Aufnahme finden und auch an ihrem Theil dazu beitragen, die Völker der beiden Nachbar- reiche, deren Interessen so viel Gemeinsames haben, einander immer näher zu führen." er««.)
— Madrid, 1. August. Die amtliche „Gaceta" veröffentlicht den Organisationsplan der spanischen Armee. Nach demselben besteht letztere in KriegSzeiten aus 243,000 Mann Infanterie, 30,000 Pferden und 206 Geschützen. DaS Truppenkontingent wird in Friedenszeiten je nach Bedürfniß deS Budgets vermindert werden.
— Die russische Niederlage bei Plevna hat in Rußland einen gewaltig niederschlagenden Eindruck gemacht und daS Vertrauen deS Volkes zu den Truppenführern bedeutend erschüttert. So schreibt hierüber der Golos: „In welcher Weise dieser Zusammenstoß unter solch ungünstigen Umständen erfolgte, daß hierbei drei Regimenter nicht nur zurückgeworfen wurden, sondern auch kolossale Verluste erlitten, das eben beschäftigt gegenwärtig und allarmirt die öffentliche Meinung, daS ge- fammte russische Volk." Die Nowoje Wremja dagegen meint, „daß eS nicht angetze, die Trupprn auf ein bloßes Hurrah darauf loSstürmen zu lassen, ohne sich fcüher über die Stärke des Feindes unterrichtet zu haben, und zu wissen, mit wem man eS eigentlich zu thun habe." DaS Blatt bezeichnet die diekfälligen Verluste der Russen als abnorme, kolossale. Die Petersburger Wjedowosti äußern sich mit verhaltenem Grimm, „daß die blutige Schlacht bei Plewna uns sehr theuer zu stehen kam, mrd Laß die Nachricht von deren tragischen AuSsang daS Herz Jedermanns zusammenprrßie." DaS gedachte Blatt macht Hiebei auch die interessante Bemerkung, daß die russische» Verluste bei Plewna alle bisher von den Russen an der Donau erlittenen überstrigm.
— St. Petersburg, 1. August. Offizielle Meldung auS Tirnowa vom 31. v. M : Gestern griff General von Krüdener abermals Plewna an, aber ohne Erfolg. Näheres nicht bekannt.
— Konstantinopel, 1. Aug. Ein Telegramm Oman Pascha'S aus Plewna, 31. Juli, bringt ausführlichere (in den Zahlenangaben jedenfalls stark übertriebene) Mittheilungen über die Niederlage der Russen. Dieselben waren 6 Divisionen zu je 10,000 Mann stark, von denen drei die R.s;rvi bildeten, und drei Regimenter Cavallerie. Der Kampf begann am 30. und wurde am 31 Morgens mit großer Heftigkeit wieder aufgrnowm;». Die Russen schritten, von ihrer Artillerie unterstützt, mehreremale zum Sturme auf die befestigten türkischen Positionen, wurden aber jedesmal zurückgeworfen und mußten schließlich unter Zurück assung von 8000 Todten und zweimal soviel Verwundeten den Rückzug in ihr Lager antreten, während dir Türken, welche 70,000
Mann stark waren, nur 100 Todte und 300 Verwundete hatte». (Nach einem Telegramm auS London bestätigen Berichte, die Herrn Layard zugegangk« sind, die Siege der Türken bei Plewna. Die Russen hätte» den Angriff viermal wiederholt, um den Weg nach Sofia zu forci- ren. Außerdem wird ein anderer Sieg der Türken bei Eskisaghra gemeldet (vielmehr bestätigt), welchen Ort dieselben „wiederbesetzt haben sollt«.) (Mliuggt.)
— Konstantinopel, 1. Aug«st, Abends. Der Sultan richtete an OSman Pascha anläßlich seines Sieges bei Plewna ei» Glückwunschtelegramm. — Offizielle Meldung: Euleiman Pascha hat am 31. v. M. die Ruffen bei Ekki Zagra geschloge». Der Kampf dauerte 3 Stunden. Die Ruffen wurden unter großen Verlusten zurückgeworfen. Die Türken rückten in ESki Zagra ein. — Ein neuerdings unternommener Angriff der Montenegriner auf Niksic wurde zurückgeschlagen.
(St n. St.-««»,
Bettle».
Herssrs 3. August 1877.
— Unser Mitbürger Herr Friseur Carl Thyriot erhielt bei dem zur Zeit in Hamburg stattfindenden Kongresse deutscher Friseure für in seinem Ksbinet angrfertigte ausgestellte Haararbeiten eine Medaille, außerdem wurde demselben bei dem dortselbst strttgehabten Kon« kurrenzfrisiren, woran 48 PreiSbewerber Theil nahmen, für die in der kürzesten Z-it bewerkstelligte schönste »»dFe leg an teste Frisur der erste Preis zuerkannt.
— Voraussichtlich wird der am 12, d. M. zu Miltenberg statt- findende Delegirtentag der Kriezervereine des Untermaingau-Verbandes von hier aus stark besucht, so daß die Absicht vorliegt, für dies; Partie, weil neben größerer Billigkeit verschiedene andere Annehmlichkeiten damit verknüpft sind, ein«» Extrazug zu beschaffm. Listen zum Einzeich- nen für Theilnehmer liegen b;i Herrn Al-x«nder Hoffe in der Nürn- bergerstraße sowie bei Herrn Carl Hestermann am Altstädter Markt seit einigen Tagen auf und weisen dieselbe« schon eine erkleckliche Anzahl Namen nach. Diese Listen werde», »ach einer (Bekanntmachung in den hiesige« Lokalblättern, morgen Abend geschloffen, so daß also Diejenigen, welche an der Partie Theil nehmen wollen,^mit ihrer NamenS- Einzeichnung nicht mehr lange säumen dürfen.
Eingesandt.
—d. Von mehreren Hanaurrn, die gerne den Weg über den SaliSberg nach dem Philippsruher Schloß zu einem Spaz'ergang benutzen, wurde zu verschiedenen Malen die Bemerkung gemacht, daß in der Wilhelm-straße zu Kesselstadt ein penetranter Geruch die Athmungs« Werkzeuge belästigt. Ob derselbe von einer unzweckmäßig angelegten Dunggrube oder wo anders herrührt, mag dahin gestellt sein, jedenfalls wäre es im gesundheitlichen Interesse erwünscht diesem Urbelstande einmal nachzuforschen und wenn irgend möglich dessen Abstellung zu bewirken.
+ Kassel, 1. August. Der Casseler Zithe club hat auf de» 8.» 9. und 10. September d. I einen Kongreß deutscher Zitherspieler zu- samMenberulen.
— Marburg, 2. August. (Universität«. JubilämS-F-st.) Nach« träglich und berichtigend zu unserem Referat vom 31. Juli bemerken wir zunächst, daß die im Namen der Stadt Marburg geschehene Begrüßung der Festgenossen im Rittersaal? vo» Herr Oberbürgermeister Rudolph und deren Beantwortung von Herrn Ober-Fonsistorialraty Dr. Schiffer bewirkt wurde. Herr Oberpräsident von Ende war durch einen Todesfall leider verhindert dem Fest beizuwohnen. Der Festkomma-, durch den gleichzeitig der festlich geschmückte neue Saalbau eingeweiht wurde, verlief in größter, durch keinen Mißklang gestörter Fidelität. Unter den vielen Trinksprüchen heben wir hervor diejenigen auf unsern Kaiser von Herrn Ober- Consistorialrath Dr. Schiffer, auf die Universität von Herrn Dr. Buchenau, auf Deutschland von Herrn Rektor Dr. Lucae und auf die Stadt Marburg vom höchstbemooste« Festgaste Herrn Superintendent Dr. Schüler von Allendo.f. Auf dem sog. Katerfrühstück, welches am gestrigen Morgen im Maseum»- und im Turnergarten statt« fand, fehlte er nicht an der erforderlichen Heiterkeit, dagegen wurde das Fest im DammelSberg durch den andauerndm Regen leider vereitelt. Als Ersatz wurde sofort ein Ball im Saalbau arrangirt, dessen Freuden erst nach Mitternacht endigten und daS schöne Fest zum Abschluß brachten. Die Zahl der Festthrilnehmer belief sich nach dem auSgegebenen Verzeichnisse auf 795. (M. »a,»F
— Fulda, 2. August. Unter Vorsitz der Ehrenpräsidenten Herrn Hauptmann Schmidt fand gestern eine Vorstand-sitzung bei Krieger« vereinS statt, zu welcher auch anderweite Einladungen ergangen waren. Der Gegenstand der Berathung bildete die Feier bei SedanStageS. Die Betheiligung an diesen Borberathungen war eine überraschend zahlreiche. Der angelegte Gedanke, die Schuljugend, namentlich die der Volksschule, an der Frier entsprechend zu betheiligen, fand allgemeinen Anklang und wurde Herr Turnlehrer Jaeneke, waS die Jugendspiele und Belustigungen betrifft, mit der Entwerfung des bezüglichen Programms beauftragt. SS soll diesmal auch den Kindern eine kteine Erfrischung ver-